Alte Möbel aufhübschen

Möbel: Aus alt mach neu

Abbeizen, Aufarbeiten, Lackieren: Wie Sie Schritt für Schritt Ihre alten Möbel in neuem Glanz erstrahlen lassen - das erfahren Sie hier. Ein frischer Anstrich ist hierbei die beste Möglichkeit, ein vergessenes Möbelstück wieder in Szene zu setzen. Was Farbe und eine kreative Gestaltung bewirken, zeigen wir an unseren Beispielen.

Ein Makeover für den Schaukelstuhl
Ein Makeover für den Schaukelstuhl© Christian Bordes

Bestimmt haben Sie auf dem Dachboden oder in der Werkstatt ein Möbel stehen, das Sie lange nicht mehr beachtet haben. Für den Sperrmüll zu schade, dient es heute vielleicht nur noch zum Aufbewahren von halbleeren Farbdosen oder Krimskram, den man eines Tages noch brauchen könnte. Dass es sich lohnt, diese verborgenen Schätze neu zu entdecken, beweisen unsere drei Objekte (Schaukelstuhl, Couchtisch und Schrank). Jetzt heißt es: Aus alt mach neu! Nach der Schönheitskur mit Pinsel und Farbe können sie sich wieder sehen lassen.

Alte Möbel auffrischen: Was ist zu beachten?

Bevor Sie sich ans Sanieren bejahrter Möbel machen, sollten Sie sich die Frage stellen, ob Sie ohne professionelle Hilfe ihr Möbelstück aufbessern können. Besonders bei antiquarisch wertvollen Stücken mit Shellackoberflächen oder aufwendigen Verzierungen, ist der Einsatz eines Profis oftmals Gold wert. Handelt es sich jedoch um rustikale Bauernmöbel, Kommoden, Tische oder Stühle, sollten Sie mit etwas handwerklichem Geschick die Sanierungsarbeiten selbst in die Hand nehmen.

Sich gleich ans Abschleifen der alten Möbelstücke zu machen ist zudem keine besonders gute Idee. Bei größeren Sanierungsarbeiten bietet sich das Anlegen einer To-Do Liste mit einer Auflistung von benötigtem Werkzeug, Materialien und den durchzuführenden Arbeitsschritten an. Ein Foto des Möbelstücks im Ursprungszustand ist nicht nur dem Vorher-Nachher Effekt dienlich, sondern erleichtert auch das richtige Zusammenbauen nach der Sanierung. Eine gründliche Vorarbeit erspart Ihnen Zeit und Ärger.

1. Alten Schaukelstuhl renovieren

Neuen Schwung erhielt dieser Schaukelstuhl nicht nur durch den frechen Farbton Pink, sondern auch mit dem Pünktchenmuster auf der Sitzfläche, das ein Kissen symbolisiert. Der Schaukelstuhl in knalligem Pink sorgt nun im Wohnzimmer für Aufmerksamkeit.

Nicht immer kann man alte Oberflächen nur mit Schleifpapier behandeln. Wenn immer wieder neue Lackschichten aufgetragen wurden und einige schon abplatzen, müssen sie restlos entfernt werden. Dazu eignet sich ein chemischer Abbeizer (geeignet auch für Furniere), der die Farbe bis auf den Grund entfernt. Im Baumarkt finden Sie mehrere Abbeizer. Beim Abbeizen sollte man unbedingt mit Arbeitshandschuhen, Schutzbrille und Atemmaske arbeiten. Danach wird das Objekt gründlich mit dem Schleifgerät von allen Seiten bearbeitet. 

Pinker Schaukelstuhl
Schaukelstuhl vor der Behandlung
© Christian Bordes

Schritt 1/8: Schaukelstuhl vor der Behandlung

So sah der alte Schaukelstuhl vorher aus.

Unebenheiten ausbessern
© Christian Bordes

Schritt 2/8: Unebenheiten ausbessern

Nachdem die Oberflächen mit dem Delta-Schleifer gründlich geschliffen wurden, werden Risse und Unebenheiten mit einer Acryl-Spachtelmasse ausgeglichen.

Vorstreichfarbe auftragen
© Christian Bordes

Schritt 3/8: Vorstreichfarbe auftragen

Der vorbereitete Schaukelstuhl wird jetzt mit einer gut verlaufenden Vorstreichfarbe auf Alkydharzbasis gestrichen. Die Farbe trocknet innerhalb von sechs Stunden.

Fein abschleifen
© Christian Bordes

Schritt 4/8: Fein abschleifen

Um ein optimales Ergebnis zu erzielen, muss der gut angetrocknete Voranstrich noch einmal fein geschliffen werden (240er-Körnung). Danach den Schleifstaub gründlich abfegen und feucht nachwischen.

Lackieren
© Christian Bordes

Schritt 5/8: Lackieren

Zuerst lackiert man die feinen Streben der Stuhllehnen und des Untergestells mit einem Pinsel. Die große Sitzfläche wird am besten mit einer Mohairrolle lackiert.

Schablone ausschneiden
© Christian Bordes

Schritt 6/8: Schablone ausschneiden

Für das Punktraster der Sitzfläche haben wir eine Schabone aus Papier angefertigt. Die Punkte wurden mit einem Messerzirkel ausgeschnitten, das Papier mit Klarlack stabilisiert.

Punkte auftupfen
© Christian Bordes

Schritt 7/8: Punkte auftupfen

Die aufgelegte Schablone mit Klebeband fixieren und mit Lack austupfen.

Stuhl im neuen Look
© Christian Bordes

Schritt 8/8: Stuhl im neuen Look

Der alte Schaukelstuhl ist kaum mehr wieder zu erkennen!

2. Makeover für den Couchtisch

Dieser Couchtisch wurde mit Politur und Glasplatte aufgewertet. Große Wirkung zeigt das kleine Tischchen mit seiner neuen Oberfläche aus schwarzer Samtfolie und eingefasster Glasplatte. Schöne Effekte entstehen durch die Spiegelung.

Um Holz einen intensiveren oder anderen Farbton zu verleihen, ohne die Maserung zu überdecken, kann man zu einer Lacklasur oder Beize greifen. Während die Lacklasur sich wie ein Schutzfilm über das Holz legt, dringt die Beize in die Fasern ein und braucht noch einen zusätzlichen Anstrich. Hierfür kann man einen Klarlack auftragen oder mit einer Ballenmattierung die edle, klassische Oberfläche alter Möbel erzielen. Sowohl Beizen als auch Lasuren gibt es auf Wasserbasis. Die Vorarbeiten wie Wässern und Schleifen sind fürs Lasieren und Beizen gleich.

Tisch mit neuer Platte und neuem Anstrich
Tisch vor dem Makeover
© Christian Bordes

Schritt 1/9: Tisch vor dem Makeover

Dieser alte Fliesentisch muss dringend aufgemöbelt werden.

Fliesen abklopfen
© Christian Bordes

Schritt 2/9: Fliesen abklopfen

Böse Überraschung beim Entfernen der Fliesen von der Tischplatte – sie saßen bombenfest. Hier mussten wir mit Hammer und stumpfem Stechbeitel hantieren. Vorsicht bei der Schlagarbeit, denn die Innenkanten sollen unbeschädigt bleiben.

Rahmen und Beine abschleifen
© Christian Bordes

Schritt 3/9: Rahmen und Beine abschleifen

Der filigrane Rahmen und die Beine des Tischs werden per Hand mit Schleifpapier von der alten Schellackpolitur befreit. Immer in Maserrichtung arbeiten.

Holz wässern und schleifen
© Christian Bordes

Schritt 4/9: Holz wässern und schleifen

Das so freigelegte, rohe Eichenholz muss vor der Neubehandlung gewässert und nachgeschliffen werden (wichtig für die Öffnung der Poren!).

Beize auftragen
© Christian Bordes

Schritt 5/9: Beize auftragen

Um den Eichenholzton zu vertiefen, wird das Holz mit einer hellen Eichenbeize eingestrichen. Die Beize muss nass in nass verarbeitet werden.

Schnellschliffgrund auftragen
© Christian Bordes

Schritt 6/9: Schnellschliffgrund auftragen

Ist die Beize getrocknet, einen Schnellschliffgrund auftragen.

Mattierung auftragen
© Christian Bordes

Schritt 7/9: Mattierung auftragen

Mit einem fusselfreien Tuch die Ballenmattierung auftragen und in einem Arbeitsgang gleichzeitig polieren.

Samtfolie auftragen
© Christian Bordes

Schritt 8/9: Samtfolie auftragen

Als schützenden Untergrund für die Glasplatte wird eine schwarze d-c-fix- Samtfolie auf die Tischplatte geklebt.

Fertig!
© Christian Bordes

Schritt 9/9: Fertig!

Große Wirkung zeigt dieses kleine Tischchen mit seiner neuen Oberfläche aus schwarzer Samtfolie und eingefasster Glasplatte. Schöne Effekte entstehen durch die Spiegelung.

3. Alter Schrank mit neuem Look

Der kleine Schrank zeigt sich in den Tönen Aubergine und grünem Innenleben in einem völlig neuen Gewand. Der Clou der Lackierung der Schranktüren sind die feinen Streifen, abwechselnd in seidenmatt und in hochglänzend. Kontraste setzt das Grün.

Wer mit der Lackierarbeit nicht in einem Zug fertig wird, muss, um später weiterarbeiten zu können, Pinsel und Rolle nicht unbedingt auswaschen oder neues nehmen. Hier gibt es einen kleinen Trick für die Überbrückungszeit: Stellen Sie den Pinsel in ein Glas mit Wasser und fixieren den Stil des Pinsels mit Klebeband so, dass er nicht mit den Borsten auf den Boden stößt, damit sie nicht krumm werden. Die farbgetränkte Lackierrolle wird in einen Plastikbeutel gesteckt und stramm mit Gummi- oder Klebeband luftdicht verschlosssen. So kann die Farbe nicht eintrocknen, und Sie können mit der Rolle am nächsten Tag gleich weiterarbeiten.

Schrank mit feinen Streifen
Schränkchen vor der Renovierung
© Christian Bordes

Schritt 1/8: Schränkchen vor der Renovierung

Mit ein paar Handgriffen verleihen wir diesem in die Jahre gekommenen Möbelstück ein frisches Aussehen.

Oberfläche abschleifen
© Christian Bordes

Schritt 2/8: Oberfläche abschleifen

Die Oberflächen des Schranks waren mit einigen Schichten Ölfarbe lackiert. Diese müssen mit einem Schwingschleifer erst grob und dann fein abgeschliffen werden.

Grundierung auftragen
© Christian Bordes

Schritt 3/8: Grundierung auftragen

Damit die Endlackierung besser deckt, wird der weiße Voranstrich bereits mit dem dunkelroten Endton vermischt. Vorher alle Ecken und Kanten mit dem Pinsel bearbeiten und die Flächen mit der Rolle streichen.

Hauptlack auftragen
© Christian Bordes

Schritt 4/8: Hauptlack auftragen

Der getrocknete Voranstrich wird jetzt mit feinem Schleifpapier zwischengeschliffen und gesäubert. Danach kommt die Hauptlackierung. Wir haben den Korpus des Schranks mit einem Hochglanzlack bearbeitet und die Türen mit Seidenglanzlack gestrichen, damit wir später hochglänzende Streifen daraufsetzen konnten.

Mit Klebeband abkleben
© Christian Bordes

Schritt 5/8: Mit Klebeband abkleben

Die getrockneten Seidenglanztüren werden mit 5 cm breiten Klebeband in gleichmäßigen Abständen abgeklebt. Hierzu eignet sich besonders gut das Tesa- Packband. Die Kanten fest andrücken, so bekommen Sie saubere, scharfe Ränder.

Hochglanzlack auftragen
© Christian Bordes

Schritt 6/8: Hochglanzlack auftragen

Kippen Sie sich etwas Hochglanzlack in die Dosierwanne und benetzen die Lackrolle gleichmäßig mit Farbe. Gut auf der Oberfläche verteilen.

Klebeband entfernen
© Christian Bordes

Schritt 7/8: Klebeband entfernen

Bevor der Lack angetrocknet ist, die Klebebänder vorsichtig entfernen. So entstehen weiche Übergänge.

Fertig!
© Christian Bordes

Schritt 8/8: Fertig!

So sieht das Schränkchen nach der Behandlung aus.

Zum Weiterlesen: 

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