Sicherheits-Experte klärt auf

Einbruchschutz: Das sind die häufigsten Schwachstellen

Am leichtesten finden Einbrecher über ungesicherte Fenster und Türen ihren Weg in ein Gebäude oder die Wohnung. Immobilien bergen aber noch andere Schwachstellen und Angriffspunkte, die jeder Eigentümer kennen und schützen sollte. Wir haben mit ABUS-Sicherheitsexperte Michael Bräuer gesprochen. Er gibt zu den sieben häufigsten Schwachstellen nützliche Tipps und Hinweise. 

 
Einbruchschutz © Brian Jackson - stock.adobe.com
Die häufigsten Schwachstellen einer Immobilie und was Sie dagegen tun können

Einbruchschutz ist besonders im Sommer ein wichtiges Thema. Auf der Suche nach Abkühlung lassen wir oft das Fenster und die Balkontür offen und vergessen dabei, dass Einbrecher am häufigsten über diese Schwachstellen in das Haus oder die Wohnung gelangen.

Doch: Das sind nicht die einzigen Angriffspunkte! Es gibt noch weitere, die jeder Eigentümer kennen sollten. selber machen hat die sieben häufigsten Schwachstellen zusammengetragen und den ABUS-Sicherheitsexperten Michael Bräuer befragt, wie Sie sich am besten schützen können.


Zeichnung: T. Straszburger
 

1. Haus- oder Wohnungstür

Die Haustür beziehungsweise Wohnungstür sind vor allem in Mehrfamilienhäusern ein beliebtes Angriffsziel. Laut einer Studie der Landespolizei NRW erfolgen 47 Prozent der Einbrüche über die Wohnungstür, die aufgehebelt oder mit körperlicher Gewalt geöffnet wird. Der Experte empfiehlt hier: „Als wirksamste Schlösser empfehlen wir zur Sicherung von Eingangstüren sogenannte Panzerriegel. Diese Schlösser verriegeln beide Seiten der Tür mit nur einem Schließvorgang, sorgen für zusätzliche Stabilität des Elements und schrecken den potentiellen Täter ab."
 

2. Erdgeschossfenster

Erdgeschossfenster, die ungesichert sind oder gar offen stehen, laden regelrecht zum Einbruch ein. In Einfamilienhäusern werden rund ein Drittel der Einbrüche über die Fenster begangen. Empfehlung von Michael Bräuer: „Es gilt die Regel, beide Seiten des Fensters – also die Schließ- als auch die Scharnierseite – mit geprüften Schlössern und jeweils einem Sicherungspunkt pro laufendem Meter zu sichern. Optimal geeignet für die Schließseite sind Fenster-Zusatzschlösser, die den üblichen Fenstergriff ersetzen und somit nicht separat bedient werden müssen."
 

3. Einstiegshilfen an der Hauswand

Kletterhilfen jeglicher Art, wie zum Beispiel Gartenmöbel, Bäume, Mülltonnen oder frei zugängliche Leitern, dienen potentiellen Tätern als Aufstiegshilfe. Das rät der Experte: „Ratsam ist es, Objekte wie Leitern, Mülltonnen oder andere Steig- und Kletterhilfen anzuschließen, wenn sich diese nicht vernünftig verstauen lassen. Hierzu eigenen sich stabile Ketten in Kombination mit Vorhangschlössen."
 

4. Keller- und Außentüren

Kellertüren und Außentüren aus Metall sind potentielle Schwachstellen eines Gebäudes. Oft sind sie ungesichert und aufgrund ihrer Beschaffenheit leicht aufzuhebeln. Auch wenn sie solide aussehen, haben sie in der Regel einen unzureichenden Einbruchschutz. Ein Möglichkeit für besseren Schutz sind spezielle Keller- und Außentüren: „Als Anbieter von vielfältigen Sicherheitslösungen bieten wir spezielle Nachrüstsicherungen für Kellertüren. Einbruchhemmende Elemente gibt es auch für diesen Einsatzbereich – der Preis für solche Elemente hängt vom Anbieter und der gewünschten RC-Klasse ab."
 

5. Bäume und Sträucher

Bäume und Sträucher bieten den Tätern Sichtschutz und sollten deswegen regelmäßig zurückgeschnitten werden. Hier empfiehlt der Experte: „Licht als zusätzliche Abschreckungsmaßnahme ist in diesem Fall sinnvoll. Zudem sollten deutlich erkennbare Hinweise auf Abwesenheit – wie ein voller Briefkasten oder permanent heruntergelassene Rollläden – vermieden werden."
 

6. Balkon- und Terrassentüren

Balkon- und Terrassentüren sind die größten Schwachstellen bei Einfamilienhäusern. Fast die Hälfte der Wohnungseinbrüche können mit entsprechender Sicherheitstechnik verhindert werden. Hier gelten die gleichen Regeln wie bei Fenstern.
 

7. Garagentore

Garagentore werden oft nur angelehnt und nicht verschlossen. Das ist verhängnisvoll, wenn eine Verbindungstür von der Garage ins Hausinnere führt. Hinzu kommt, dass ein Diebstahl aus einer unverschlossenen Garage in der Regel nicht von der Versicherung abgedeckt wird. Auch für diese Schwachstelle gibt es Ansatzpunkte: „Spezielle Lösungen bieten die Hersteller dieser Tore an und manche elektrische Torantriebe verfügen über mechanische Verriegelungen. Zudem gilt auch hier, dass man die vorhanden Sicherungen nutzen sollte, heißt: immer abschließen!"
 

Fazit des Sicherheitsexperten:

„Die beste Sicherung bringt nichts, wenn sie nicht genutzt wird. Zudem stellen alte Schließzylinder mancherorts ein Risiko dar. Man sollte sich immer die Frage stellen, ob man genau weiß, wer alles im Besitz eines Schlüssels sein könnte. Im Zweifelsfall ist dies ein erster Schritt zu mehr Sicherheit: der Einbau eines neuen Sicherheitstürzylinders."

Lesen Sie hier weiter: Gaunerzinken - so sehen die Geheimcodes der Einbrecher aus

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