Fliesen einfach selbst austauschen

Kaputte Fliesen reparieren: Schluss mit den Macken!

Vor allem im Altbau-Badezimmer ist der kleine, aber dennoch deutlich sichtbare Sprung in der Fliese ein ständiger Begleiter. Doch keine Sorge, eine Wand- oder Bodenfliese auszutauschen ist nicht so schwer, wie es sich zunächst vielleicht anhört. Mit unserer Anleitung klappt es garantiert!

 
Kaputte Fliese © andrey gonchar - stock.adobe.com
Eine kaputte Fliese ist zwar unschön, aber schnell repariert

Wenn ein schwerer Gegenstand auf den Fliesenboden fällt und dabei eine Ecke abplatzt oder ein missglücktes Bohrloch die Wand "ziert", muss glücklicherweise nicht gleich das ganze Badezimmer renoviert werden. Meistens reicht es, eine entsprechende Fliese zu besorgen und einzusetzen. Für einen reibungslosen Tausch ist es gut, wenn Sie eine Fliese in der exakten Größe und passenden Farbe zur Verfügung haben.

Tipp: Beim Neuverfliesen von Boden oder Wand immer einige Ersatzexemplare aufheben. In Mietobjekten kann es sich lohnen, beim Vermieter nachzufragen!

Das Austauschen von Fliesen kann jeder selbst übernehmen, ein teurer Handwerker ist dafür in der Regel nicht notwendig. Was Sie dazu brauchen und wie Sie vorgehen, erklären wir hier.
 

Kaputte Fliese austauschen: Das benötigen Sie dafür

  • Multifunktionsgerät mit Fräsvorsatz und Fugenfräser (Dicke je nach Fugenbreite)
  • Hammer
  • Meißel
  • Zahnspachtel
  • Fugengummi
  • Schwamm
  • Bürste oder Staubsauger
  • Schutzbrille
  • Fliesenkleber
  • Fugenmasse

Im folgenden erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie beim Fliesen-Tausch vorgehen.
 

1. Kaputte Fliese entfernen

Beginnen Sie mit dem Bearbeiten der Fugen. Dabei ist ein Fräswerkzeug sehr hilfreich. Den diamantbestückten Fräser führen Sie vorsichtig entlang der Fugen. Dabei gehen Sie so tief, bis Sie den Untergrund erreichen. 

Leider fällt Ihnen die Kachel dann nicht einfach in die Hände, schließlich ist sie an Wand oder Boden gut festgeklebt. Deshalb müssen Sie die Fliese nun abschlagen – aber so, dass die angrenzenden Fliesen nicht kaputtgehen! Die Metallklinge des Meißels an einer Fuge oder an der defekten Stelle ansetzen und mit dem Hammer mit Gefühl auf das Endstück schlagen, bis sich die Fliese (in Einzelteilen) löst. Bei Wandfliesen den Untergrund gegebenenfalls schützen.

Tipp: Kleben Sie die Ränder der Fliese mit Klebeband ab, damit bei den benachbarten Fliesen keine weiteren Macken entstehen.

Bei noch relativ intakten Fliesen kann ein Loch in der Mitte helfen, einen ersten Ansatzpunkt für den Meißel zu finden. Da die Einzelteile unberechenbar abspringen, raten wir dazu, eine Schutzbrille zu tragen.

Sie müssen nun auch noch die Spuren des alten Fliesenklebers entfernen, entweder mit Hammer und Meißel (oder einem Spachtel) oder feinere Reste mit dem Fräswerkzeug. Danach gründlich abbürsten oder absaugen.
 

2. Neue Fliese einsetzen

Mit einem Zahnspachtel auf die Rückseite der neuen Fliese Fliesenkleber auftragen. Bei kleinen Dimensionen die kleinere Zahnung wählen. Die neue Fliese setzen Sie dann in die Lücke ein und richten sie aus, dann gemäß Herstellerangaben trocknen lassen.

Tipp: Den Kleber gibt es gebrauchsfertig angemischt auch schon in kleineren Gebindegrößen im Baumarkt.
 

3. Neue Fliese verfugen

Die Fugenmasse anrühren und diagonal zu den Fugen verteilen. Überschüssiges Material wieder abziehen und die Fliesen mit einem feuchten Schwamm abwischen. Dabei auch noch ein paar Mal ohne Druck zum Glätten über die Fugen gehen.

Dieses Video zeigt eine ähnliche Herangehensweise, bei der ein Akkubohrer zum Herausbrechen der alten Fliese verwendet wird: