Bodenbelag

Estrich verlegen - darauf müssen Sie achten

Ein gerader, ebener Fußboden ist ohne Estrich fast nicht denkbar. Estrich ist eine Bodenschicht, die über das Fundament verlegt wird. Erst darauf platziert man den gewünschten Dekorboden.

Fließestrich einbringen
Fließestrich wird in der Regel fertig angemischt geliefert und mittels Schlauch direkt in den betreffenden Raum eingebracht.© schulzfoto - stock.adobe.com

Egal ob Laminat, Teppichboden, Fliesen oder ein Echtholzboden, die Grundlage für alle Dekorböden stellt der darunterliegende Estrich dar. Estrich wird als Zwischenschicht von Betonfundament beziehungsweise Betondecke und Dekorboden verlegt.

Estrich kann ähnliche Bestandteilen wie Beton haben, hat aber eine deutlich wichtigere Funktion. Estrich wird verlegt, um Unebenheiten und etwaige Höhenunterschiede auszugleichen.

Außerdem kommen dem Estrich noch Aufgaben wie die Schall- und Wärmedämmung sowie ein Druckausgleich auf die darunterliegende Betonschicht zu.

Man unterscheidet generell zwischen zwei Estrich-Arten

  • Trockenestrich
  • Nassestrich

Wobei die Begriffe schon recht selbsterklärend sind. Trockenstrich wird ohne die Zugabe von Wasser oder einer anderen Flüssigkeit verlegt. Bei Trockenestrich handelt es sich um ein Granulat, das einige Zentimeter dick auf dem Beton verteilt, geglättet beziehungsweise nivelliert und verdichtet wird. Darauf werden Platten aus Zement- oder Gipsmischungen gelegt.

Trockenestrich verlegen
Beim Verlegen von Trockenestrich wird eine Schüttung ausgebracht und darauf die eigentlichen Estrichplatten verlegt.© Manfred Zentsch

Nassestrich wiederum besteht aus Sand, einem Bindemittel wie zum Beispiel Anhydrit-Binder oder Zement sowie Wasser. Je nachdem, in welchem Raum der Estrich verlegt werden soll, unterscheidet sich die Zusammensetzung, das beigesetzte Bindemittel sowie die Vorgehensweise etwas.

Trockenestrich ist deutlich schneller verlegt als Nassestrich, weil die teilweise wochenlange Trocknungsphase wegfällt.

Nass- beziehungsweise Fließestrich hat den entscheidenden Vorteil, dass er sich selbst nivelliert und eine absolut plane respektive glatte Oberfläche bildet. Außerdem gilt Nassestrich als besonders stabil.

Übrigens: Neben Fließestrich, der in der Regel fertig angemischt geliefert wird, gibt es auch eine etwas dickflüssigere Variante. Diese wird erst am Einsatzort mit Wasser vermengt und muss meist manuell verdichtet und abgezogen werden. Der Vorteil an diesem Estrich besteht allerdings darin, dass weniger Wasser enthalten ist und der Estrich deshalb schneller trocknet als Fließestrich. Der dickfüllige Estrich wird auch Baustellenestrich genannt.

Beim Neubau oder bei einer Kernsanierung, die auch eine grundlegende Erneuerung des Bodens beinhaltet, empfiehlt es sich immer eher auf Nassestrich denn auf Trockenestrich zu setzen. Trockenestrich kommt eher bei der Sanierung einzelner Räume oder zum Beispiel beim Dachausbau zum Einsatz.

Übrigens: Wenn Sie neuen Estrich verlegen, bietet es sich an, über den Einbau einer Fußbodenheizung nachzudenken. Diese wird dann direkt in den Estrich integriert. Worauf Sie beim Verlegen einer Fußbodenheizung achten müssen, wie Sie gegebenenfalls eine Fußbodenheizung nachrüsten und was die generellen Vorteile davon sind, lesen Sie hier.

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Der entscheidende Vorteil von Trockenestrich besteht im geringeren Eigengewicht, der Tatsache, dass dabei die Wahrscheinlichkeit von Spannungsrissen gegen null geht und dass Trockenestrich auch in Eigenregie verlegt werden kann.
Estrich verlegen

Bevor es ans Estrich verlegen geht, muss noch unter drei Verlegevarianten unterschieden werden:

  1. Verbundestrich: Der Verbundestrich wird ohne jede Trennschicht direkt auf dem Beton verlegt. Ratsam ist hier die Verwendung von sogenannten Randdämmstreifen. Diese mindern die Gefahr von Rissbildungen und Feuchtigkeitsaufnahme.
  2. Estrich mit Trennschicht: Beim Estrich verlegen mit Trennschicht wird zwischen Rohbeton und Estrich entweder eine PE-Folie, Bitumenpapier oder Rohglasvlies verlegt. Diese Trennschicht beugt Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen vor. Diese Variante kommt deshalb vor allem in Räumen mit erhöhter Luftfeuchtigkeit wie zum Beispiel in Trocken- beziehungsweise Waschräumen oder im Heizungskeller zum Einsatz.
  3. Schwimmender Estrich: Bei schwimmendem Estrich wird dieser auf einer Dämmschicht verlegt. Genauer gesagt besteht der Belag auf drei Schichten: der Dämmschicht, einer Sperrschicht sowie dem Nassestrich.
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Am praktikabelsten ist, wie bereits erwähnt, der Fließestrich. Der Estrich wird fertig gemischt an die Baustelle geliefert und mit einem Schlauch direkt in den betreffenden Raum und dort auf den Boden gepumpt. Seine Fließeigenschaft sorgt dafür, dass er sich selbstständig verteilt, Unebenheiten automatisch ausfüllt und sich autonom nivelliert.

Fließestrich verlegen – Schritt für Schritt

Bevor der Fließestrich eingebracht wird, sollten Sie unbedingt einen Randdämmstreifen anbringen. Damit verringert sich die Gefahr vor Spannungsrissen im getrockneten Estrich.

  1. Markieren Sie die gewünschte Endhöhe des Estrichs.
  2. Bringen Sie eine Trittschalldämmung an und decken Sie dieses vollständig mit PE-Folie ab.
  3. Nun wird er Estrich eingebracht.
  4. Ziehen Sie den Estrich mit geeignetem Werkzeug ab.
Fließestrich abziehen
Um ein einwandfrei glattes Ergebnis zu erzielen, empfiehlt es sich, auch Fließestrich abzuziehen.© Ruslan - stock.adobe.com

Jetzt müssen Sie nur noch warten, bis der Estrich trocken ist. Je nach Hersteller, Mischung und Inhaltsstoffe kann die Trocknungszeit variieren. Achten Sie deshalb am besten auf die Angaben des Anbieters.

Ist alles gut getrocknet, können Sie den Estrich mit einem beliebigen Dekorboden Ihrer Wahl belegen.

Zum Weiterlesen:

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