Frischer Anstrich für die Türen

Türen renovieren: So verschönern Sie Innenraumtüren

Abgenutzt, vom "Bobby Car" der Kinder zerdellt oder gar beim Einzug versehentlich beschädigt? Wir zeigen Ihnen an verschiedenen Beispielen, wie Sie Türen renovieren und ihnen einen neuen Anstrich verpassen.

Moderne Tür mit gelben Streifen
Moderne Tür mit gelben Streifen© Christian Bordes

Wenn Türen in die Jahre kommen und sich Beschichtung oder Furnier ablösen, stellt sich die Frage: austauschen oder aufarbeiten? Natürlich hängt die Entscheidung vom Grad der Beschädigungen und von Ihrem Portemonnaie ab, doch so manch alte Tür hat eine zweite Chance verdient! Wir haben für Sie drei unterschiedliche Renovierungsmöglichkeiten für einfache Türblätter erarbeitet sowie eine alte Kassettentür aus der Jahrhundertwende von Grund auf überarbeitet. Also los: Krempeln Sie die Ärmel hoch und schenken Sie Ihren Türen ein zweites Leben!

Innenraumtüren verschönern: Moderne & klare Gestaltung

Eine schnelle und leichte Renovierung ist das Kaschieren von kleinen Türbeschädigungen mit farbig lackierten Holzstreifen.

Modernes Türblatt

Moderne Türblattgestaltung
Holzstreifen lackieren
© Christian Bordes

Schritt 1/2: Holzstreifen lackieren

Dazu entsprechend breite Leisten oder Sperrholzstreifen rundherum gut schleifen und zweimal mit Zwischenschliff lackieren.

Holzstreifen bekleben
© Christian Bordes

Schritt 2/2: Holzstreifen bekleben

Die fertig lackierten Holzstreifen bekleben Sie mit doppelseitigem Klebeband und befestigen diese auf der Tür. Ob Sie einen einzigen Streifen setzen, ein Terzett oder gar ein Muster anlegen, ist ganz Ihrem persönlichen Geschmack überlassen.

Wie die klassische Kassettentür

Kassettentüren sind schön, edel und leider auch im Einkauf sehr teuer. Da liegt die Idee nahe, diese Türenart einfach mit günstigen Mitteln nachzubauen. Alles was Sie dazu benötigen, sind elegante Profilhölzer, Sperrholzzuschnitte aus dem Baumarkt, etwas Acrylmasse und nicht zuletzt einige Zeit. Denn die braucht es, da die Türflächen mindestens dreimal lackiert werden müssen, bevor die Tür so wirkt, wie auf dem Bild zu sehen. Wir benutzten hier übrigens das Feinsprühsystem "Quick&Easy W 670" von Wagner, das uns einen gleichmäßigen Farbauftrag erlaubte.

Türen renovieren: Kassettentür

© Christian Bordes

Mit profilierten Leisten und auf Maß geschnittenen Sperrholzplatten aus dem Baumarkt machen Sie aus einem einfachen Türblatt eine elegante Kassettentür – und das für wenig Geld!

Kassettentür selber bauen

Nachgebaute Kassettentür
Sitz der Bauteile einzeichnen
© Christian Bordes

Schritt 1/14: Sitz der Bauteile einzeichnen

Zeichnen Sie zuerst den Sitz aller Bauteile genau auf dem Türblatt an.

Sperrholzplatten schleifen
© Christian Bordes

Schritt 2/14: Sperrholzplatten schleifen

Die Sperrholzplatten, die den inneren Bereich der Kassetten darstellen, werden mittels Holzfeile und Schleifpapier abgerundet und sauber verputzt.

Sperrholzplatten aufnageln
© Christian Bordes

Schritt 3/14: Sperrholzplatten aufnageln

Legen Sie einen dünnen Film eines Lackleims an und nageln Sie die Sperrholzplatten mit nicht allzu langen Nägeln auf.

Plattenkanten verfüllen
© Christian Bordes

Schritt 4/14: Plattenkanten verfüllen

Verfüllen Sie nun die Plattenkanten mit einer Acrylmasse aus der Kartusche und verstreichen Sie diese, sodass ein fließender Übergang entsteht.

Profilholzleisten zusägen
© Christian Bordes

Schritt 5/14: Profilholzleisten zusägen

Die Profilholzleisten werden mit einer Feinsäge und einer Schneidlade auf Gehrung zugesägt.

Leisten fixieren
© Christian Bordes

Schritt 6/14: Leisten fixieren

Ebenso wie die Platten werden nun auch die Leisten mit Lackleim eingestrichen und mit Nägeln auf dem Türblatt fixiert.

Fugen verfüllen
© Christian Bordes

Schritt 7/14: Fugen verfüllen

Sämtliche Fugen zwischen Leiste und Türblatt mit Acrylmasse verfüllen und wie bereits bei den Platten verstreichen. Dazu empfiehlt sich ein einfacher Einmalhandschuh.

Überstände verschleifen
© Christian Bordes

Schritt 8/14: Überstände verschleifen

Ist die Acrylmasse ausgehärtet, verschleifen Sie alle Überstände mit feinster Stahlwolle. Der Vorteil von Stahlwolle: Im Gegensatz zum Schleifpapier setzt sie sich nicht zu und man kommt gut in die Profile!

Erster Grundieranstrich
© Christian Bordes

Schritt 9/14: Erster Grundieranstrich

Das rohe Holz erhält einen ersten Grundieranstrich.

Türfläche lackieren
© Christian Bordes

Schritt 10/14: Türfläche lackieren

Die Türfläche wird mit Stahlwolle leicht angeraut, mit Reinigungsbenzin entfettet und lackiert.

Profile abkleben
© Christian Bordes

Schritt 11/14: Profile abkleben

Mit Malerband die hervorzuhebenden Profile abkleben ...

Profile lackieren
© Christian Bordes

Schritt 12/14: Profile lackieren

... und mit einem Rundpinsel weiß lackieren.

Platte lackieren
© Christian Bordes

Schritt 13/14: Platte lackieren

Auf den größeren Flächen eine Farbrolle benutzen.

Malerband entfernen
© Christian Bordes

Schritt 14/14: Malerband entfernen

Noch bevor der Lack ganz trocken ist, das Malerband entfernen.

Innenraumtüren verschönern: Alles auf Hochglanz

Zum Streichen hängen Sie das Türblatt aus, entfernen sämtliche Beschläge und legen es auf Böcke, die mit Decken, einem Streifen Styropor oder Schaumstoff gepolstert sind. Zwar benötigt man beim Lackieren im eingehängten Zustand nicht so viel Platz, doch dafür sollte man schon etwas mehr Erfahrung im Umgang mit Pinsel und Rolle haben.

Türen renovieren - Hochglanztür

© Christian Bordes

Sind sämtliche Vorarbeiten wie das Ausspachteln von Beschädigungen und das Anschleifen der Fläche erfolgt, wird der Schleifstaub gründlich entfernt und der Grundanstrich mit einem Vorlack ausgeführt. Bei Türen mit einem Altanstrich aus Kunstharzlack für die neue Lackierung keinen Acryllack verwenden!

Beim Lackieren werden erst die Ecken und die Kanten mit dem Pinsel vorgestrichen und anschließend die Flächen mit einer Rolle bearbeitet. Das Arbeiten sollte stets zügig und ohne Unterbrechungen ausgeführt werden, sodass man den Lack "nass in nass" verarbeitet. Bei großen zu lackierenden Flächen empfehlen wir, einen Alkydharzlack zu verwenden. Er bildet nicht so schnell wie ein Acryllack einen Trockenfilm an der Oberfläche und hat bessere Fließeigenschaften.

Hochglanztür vorarbeiten

Lacktür
Fertigspachtelmasse auftragen
© Christian Bordes

Schritt 1/4: Fertigspachtelmasse auftragen

Größere Kratzer und Dellen werden mit Fertigspachtelmasse ausgebessert.

Türfläche verschleifen
© Christian Bordes

Schritt 2/4: Türfläche verschleifen

Ist die Spachtelmasse gut durchgetrocknet, dann verschleifen Sie die Fläche mit Schleifpapier und einem Schleifklotz. Wichtig: Nur mit dem Klotz können Sie sicher sein, dass die Fläche wirklich plan wird. Da der Spachtel bei tieferen Beschädigungen während des Trocknens wegsackt, ist möglicherweise noch ein zweiter Spachtelvorgang notwendig.

Türfläche anschleifen
© Christian Bordes

Schritt 3/4: Türfläche anschleifen

Die Türflächen werden nun mit Schleifpapier von mindestens 240er-Körnung leicht angeschliffen und mit Reinigungsbenzin entfettet.

Türfläche lackieren
© Christian Bordes

Schritt 4/4: Türfläche lackieren

Danach erst beginnt der neue Lackaufbau mit der Farbrolle oder einem Flachpinsel.

Kassettentüren renovieren: Die Antiquität

Wer in einem Altbau mit wunderschönen Kassettentüren aus Vollholz wohnt, hat sich sicher bewusst für diese Art des Wohnens entschieden. Türen mit Charme, für deren Bau man noch echtes Handwerkswissen benötigte. Und deshalb sollten Sie für die – zugegeben – recht mühsame Renovierung etwas Zeit einplanen. Schließlich handelt es sich ja um echte Antiquitäten. In unserem Fall diente ein Objekt aus der Zeit der Jahrhundertwende als Beispiel, dem wir Schritt für Schritt wieder zu neuem Glanz verhelfen konnten.

Hängen Sie die Tür aus und legen Sie sie auf zwei Böcke, sodass Sie bequem in der Ebene arbeiten können. Das ist besonders wichtig, wenn Sie sich dafür entschieden haben, den ganzen alten Lack von der Tür zu entfernen. Denn dann werden Sie sicher pro Tür einen Arbeitstag einsetzen müssen. Die Lackschichten lassen sich am besten mit einem Heißluftgebläse entfernen.

Man kann auch einen chemischen Abbeizer benutzen, doch ist dieser aus den filigranen Profilen nur schwer wieder herauszubekommen. Achten Sie auch darauf, das Abbrennen des Lacks in einem gut belüfteten Raum auszuführen!

Eine kleine Investition mit sehr großem Nutzen beim Entfernen von Altlack sind Ziehklingen am Griff. Mit ihnen lässt sich der Lack auch gut aus den Ecken und Profilen entfernen. Ziehklingen sind in unterschiedlichen Formen erhältlich.

Ein Heißluftgebläse sollte mit einer Temperaturregelung ausgestattet sein. So lässt sich die Hitze auf die jeweiligen Farbschichten (Dicke und Beschaffenheit) individuell abstimmen, und der Untergrund verbrennt nicht.

Antike Holztür renovieren

Kassettentüren renovieren
Metallene Teile entfernen
© Christian Bordes

Schritt 1/11: Metallene Teile entfernen

Zunächst müssen alle metallenen Teile wie Drückergarnitur, Rosetten und Schloss entfernt werden. Wie auf dem großen Bild unten zu sehen, arbeitet man mit einem Heißluftgebläse, Spachtel und verschiedenen Ziehklingen gegen den alten Lack an. Tasten Sie sich mit der Temperatur langsam an das Objekt und den Lack heran, damit das darunterliegende Holz nicht verbrennt. Durch die Hitze wird der alte Lack warm und weich, und man kann ihn so mit den Schabewerkzeugen abtragen. Eventuell sind mehrere Arbeitsdurchgänge notwendig.

Lackreste entfernen
© Christian Bordes

Schritt 2/11: Lackreste entfernen

Kleine und feine Reste des alten Lacks werden zum Schluss mit einer Drahtbürste und dem Heißluftgebläse entfernt.

Flächen schleifen
© Christian Bordes

Schritt 3/11: Flächen schleifen

Da die Flächen zwischen den Kassetten beziehungsweise die Profile sehr schmal sind, kommt als Elektroschleifer nur der Dreiecksschleifer mit Zubehör infrage.

Fläche überschleifen
© Christian Bordes

Schritt 4/11: Fläche überschleifen

Beachten Sie jedoch, dass auch Dreiecksschleifer ein Schleifmuster hinterlassen und Sie am besten nachträglich noch einmal in Maserrichtung mit Schleifpapier überschleifen

Reparaturspachtel auftragen
© Christian Bordes

Schritt 5/11: Reparaturspachtel auftragen

Schadhafte Stellen werden mit Reparaturspachtel ausgebessert, Risse zwischen Profilen und Füllungen ebenso verfüllt und ...

Spachtel verstreichen
© Christian Bordes

Schritt 6/11: Spachtel verstreichen

... mit dem Finger verstrichen.

Scheiben abkleben
© Christian Bordes

Schritt 7/11: Scheiben abkleben

Kleben Sie mit Malerband vorhandene Scheiben ab und ...

Vorlack auftragen
© Christian Bordes

Schritt 8/11: Vorlack auftragen

... beginnen Sie mit dem Vorlack in der Reihenfolge, wie in der Zeichnung dargestellt.

Oberflächen anschleifen
© Christian Bordes

Schritt 9/11: Oberflächen anschleifen

Ist der Vorlack durchgetrocknet, werden sämtliche Oberflächen leicht angeschliffen, ...

Schleifstaub entfernen
© Christian Bordes

Schritt 10/11: Schleifstaub entfernen

... der Schleifstaub abgewischt oder abgesaugt, und ...

Erster Deckanstrich
© Christian Bordes

Schritt 11/11: Erster Deckanstrich

... es erfolgt der erste von zwei Deckanstrichen.

Neue Drückergarnitur installieren

Drückergarnitur wechseln
Schraublöcher markieren
© Christian Bordes

Schritt 1/6: Schraublöcher markieren

Mit der Papierschablone und einer Reibahle (Stechwerkzeug) werden die Schraubenlöcher markiert.

Ohne Schablone markieren
© Christian Bordes

Schritt 2/6: Ohne Schablone markieren

Ohne Papierschablone geht es auch, doch es muss sichergestellt sein, dass sich der Schlüssel gut einstecken lässt.

Löcher bohren
© Christian Bordes

Schritt 3/6: Löcher bohren

Die mit der Reibahle markierten Punkte werden für die Schrauben mit einem 2 mm dünnen Bohrer aufgebohrt.

Drückerbauteile aufstecken und sichern
© Christian Bordes

Schritt 4/6: Drückerbauteile aufstecken und sichern

Die beiden Drückerbauteile werden aufgesteckt und durch die Madenschraube gesichert.

Rosettenunterteile befestigen
© Christian Bordes

Schritt 5/6: Rosettenunterteile befestigen

Mit den vier beiliegenden Schrauben werden die Rosettenunterteile (Innenseite und Außenseite) befestigt.

Rosettenabdeckung aufstecken
© Christian Bordes

Schritt 6/6: Rosettenabdeckung aufstecken

Zuletzt werden die beiden Rosettenabdeckungen aufgesteckt und ausgerichtet. Fertig ist die Montage!

Die Tür schließt nicht?

Wenn die Tür auf dem Boden schleift, sei es durch einen neuen Teppich oder einen separaten Läufer, dann helfen sogenannte Fitschenringe (abgeleitet von Fitschenband). Diese Unterlegscheiben, die es in verschiedenen Größen gibt, werden einfach über den Dorn geschoben. Somit hebt sich die ganze Tür mit jedem Fitschenring ein kleines bisschen!

Türgriffe Blitzblank polieren

Bei den meisten Altbautüren verbergen sich wahre Türgriffschätze unter den vielen Lackschichten. In diesen Fällen lohnt es sich, die Stahlbürste in die Hand zu nehmen. Wie Sie dabei vorgehen, erfahren Sie hier:

Türgriffe polieren
Lack entfernen
© Christian Bordes

Schritt 1/3: Lack entfernen

Mit einer Standbohrmaschine und Messingbürsten, die man in verschiedenen Formen und Größen im Baumarkt bekommt, können Sie den alten Lack leicht entfernen. Da es sich bei den meisten Türgriffen um Messing handelt, müssen Sie diese auch mit Messingbürsten bearbeiten. Eine Stahlbürste würde hier großen Schaden anrichten.

Polierpaste
© Christian Bordes

Schritt 2/3: Polierpaste

Mit einer Polierpaste für Messing und Silber geht es in der zweiten Runde an den Feinschliff.

Türgriff polieren
© Christian Bordes

Schritt 3/3: Türgriff polieren

Wir können Ihnen versprechen: Das Ergebnis wird Sie begeistern!

So geht’s zur neuen Tür samt Zarge

Wandöffnungen in mm und deren entsprechende Türblattmaße:

 

Höhe/Breite

625-665

750-790

875-915

1000-1040

1125-1165

1250-1290

2000-2020

610x1985

735x1985

860x1985

985x1985

1110x1985

1235x1985

2125-2145

610x2110

735x2110

860x2110

985x2110

1110x2110

1235x2110

Wanddicken in mm und deren entsprechende Türfuttermaße:

 

bei Wanddicke

75-95

95-115

120-140

140-160

160-180

180-200

200-220

240-260

265-285

285-305

325-345

Futter

80

100

125

145

165

185

205

245

270

290

330

Wenn keine Renovierungsmaßnahmen mehr nützen und eine neue Tür her muss, dann ist dies leichter, als man glaubt. Messen Sie die Breite des Türblattes. Beträgt das Maß 610, 735, 860, 985, 1100 oder 1235 mm, dann handelt es sich um eine Normtür. Haben Sie ein anderes Maß, müssen Sie auch die Türzarge auswechseln!

Messen Sie dazu die lichte Größe der Wandöffnung sowie die Wanddicke aus. Anhand dieser Daten entnehmen Sie nun die passende Normtür aus der Tabelle. Beispiel: Sie messen eine Breite von 760 mm, eine Höhe von 2015 mm bei einer Wanddicke von 135 mm. Dann benötigen Sie eine Tür der Dimension 735 x 1985 mit Türfutter der Breite 135 mm.

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