Ankleidezimmer

Ein begehbarer Kleiderschrank - schnell gebaut

Für viele Hausbesitzer ein großer Wunsch: der begehbare Kleiderschrank oder das abgetrennte Hobbyzimmer. Mit unserer Anleitung geht’s ganz einfach!

Begehbarer Kleiderschrank
Der begehbare Kleiderschrank - ein Hauch von Luxus© Christian Bordes

Der begehbare Kleiderschrank ist der Klassiker unter den Wohnträumen und wird viel zu selten in die Tat umgesetzt. Warum eigentlich? Der Bau ist denkbar einfach: Alles was Sie benötigen, sind Bücherregale, die bis zur entsprechenden Deckenhöhe mit Möbelbauplatten verlängert, beziehungsweise verkleidet werden, ein Schiebetürensystem und ein paar Holzplatten als Füllung für die Schiebetür. Die gibt es in jedem Baumarkt. Sogar das Innenleben gibt es sozusagen "von der Stange". Sie müssen nur noch alles zusammenschrauben.

© Tillmann Straszburger

In unserem Fall (siehe Skizze) wurden insgesamt sechs "Billy"-Regale und drei Kleiderschränke aus der bekannten "Pax"-Serie von Ikea eingesetzt. Die Schiebetür stammt vom Internetshop Raumteiler24. Der Betreiber fertigt für wenig Geld alles auf Maß. Warum also noch warten? Verwirklichen Sie sich Ihren Traum!

Begehbarer Kleiderschrank: Die richtige Planung

Ganz gleich, ob begehbarer Wandschrank, Minibüro oder Hobbyraum: Wer einen Teil eines Raums mit einem Schiebetürensystem ganz oder auch nur teilweise abtrennen will, muss sehr genau beim Messen sein.

So geht's: Ermitteln Sie die Höhen links wie rechts an der Wand sowie in der Raummitte, denn die Raumdecke könnte durchhängen oder sich wölben. Doch um eine Raumhöhe in der Mitte zu vermessen, benötig man entweder ein elektronisches Messgerät oder einen 3-m-Zollstock.

Sie haben weder das eine noch das andere? Dann gibt es einen Trick: Wenn man die exakte Deckenhöhe eines Zimmers ermitteln will, stellt man den ersten Zollstock aufrecht auf den Boden und den zweiten drückt man an die Decke. Dabei werden die beiden Zollstöcke so aneinandergehalten, dass der obere mit ansteigenden Ziffern nach unten läuft. Nun kann man am 2-m-Punkt des unteren Zollstocks die genaue Deckenhöhe ablesen. Das funktioniert an der Wand genauso wie im freien Raum.

Begehbarer Kleiderschrank: Ganz einfach realisiert

Hinzu kommen die Breiten an Decke, Boden und etwa auf Raumhöhenmitte. Prüfen Sie auch mit der Wasserwaage, ob die Wände gerade sind. Falls nicht, sollten Sie die Abweichungen in Zentimetern notieren.

Das Innenleben: Da nun der verfügbare Platz genau bekannt ist, kann das Innenleben festgelegt werden, und zwar am besten auf Millimeterpapier, auf dem der geplante Raum eingezeichnet ist. In unserem begehbaren Wandschrank wurden die Schränke aus der Ikea-Reihe "Pax" sowie "Billy"-Regale verwendet. Dazu ist es hilfreich, sich den Prospekt "Kleiderschränke" von Ikea zu besorgen. Darin findet man sämtliche Schrankgrößen sowie das komplette Zubehör wie etwa Schubladen, Drahtkörbe, Hosenaufhängungen und Schuhaufbewahrungen. Basierend auf der Anzahl der Schränke und Regale beziehungsweise dem Stand der Stellwände kann die Anzahl der Türen bestimmt werden.

Die Schiebetüren: Alles was sich rund um die Schiebetüren dreht, können Sie online erledigen. Der Hersteller Wilfried Kappen führt Sie auf seiner Internetseite unter www.raumteiler24.de durch die komplette Bestellung. Dazu sollten Sie sämtliche von Ihnen ermittelten Maße bereit halten, denn diese benötigt der Hersteller zur Bestimmung der Decken- und Bodenschienen. Sie selbst müssen dann noch entscheiden, welche Form das Türprofil, sprich welche Form die Griffleiste haben soll und natürlich auch, wie breit die Tür beziehungsweise der Durchgang sein muss.

Begehbarer Wandschrank: Räumlich abgetrennt

Einfache Regale bilden bei unserem begehbaren Kleiderschrank die Wände. Zugang hat man durch eine Schiebetür, die durch eine Boden- und eine Deckenschiene geführt wird. Zunächst tapezieren wir die Spanplatten mit ansprechender Tapete, in unserem Beispiel "Family Tree, col. 7" von der TapetenAgentur in Köln für 67 Euro je Rolle.

1. Schiebetür

Schiebetür mit Baumtapete
Tapete einkleistern
© Christian Bordes

Schritt 1/6: Tapete einkleistern

Die drei Füllungen für die Aluminiumprofiltüren bestehen aus 8-mm-Rohspanplatten, die es für etwa 9 Euro/qm im Zuschnitt im Baumarkt gibt. Die exakten Maße für die Füllungen erhalten Sie direkt vom Schiebetürenhersteller. In unserem Fall entschieden wir uns für eine mit zwei Aluminiumstreben unterteilte Variante. Die Gründe dafür liegen hier in reinen Geschmacksgründen, und natürlich können Sie auch eine komplett durchlaufende Füllung wählen. Mit Statik oder Stabilität hat dies also nichts zu tun.

Spanplatte einstreichen
© Christian Bordes

Schritt 2/6: Spanplatte einstreichen

Während der Kleister auf der Tapete "reift", wird die komplette Spanplatte einmal mit einer Schicht Kleister eingestrichen.

Tapete aufkleben
© Christian Bordes

Schritt 3/6: Tapete aufkleben

Sind die Spanplatten leicht angetrocknet, werden die Tapetenbahnen in einem Stück auf die drei Füllungsstücke aufgeklebt.

Streichholz als Abstandhalter
© Christian Bordes

Schritt 4/6: Streichholz als Abstandhalter

Damit die Tapete später leichter getrennt werden kann, wird ein Streichholz als Trennsteg zwischen die Platten gelegt.

Tapete trennen
© Christian Bordes

Schritt 5/6: Tapete trennen

Nun wird die Tapete duchtrennt.

Rückseite tapezieren
© Christian Bordes

Schritt 6/6: Rückseite tapezieren

Zuletzt wird die Rückseite tapeziert.

2. Profile, Laufrollen und Montage

Schiebetüren
Profile aufschieben
© Christian Bordes

Schritt 1/15: Profile aufschieben

Sind beide Tapetenseiten komplett durchgetrocknet, werden die Aluminiumprofile an der unteren Füllung beginnend aufgeschoben. Falls es ein bisschen schwierig sein sollte, hilft ein Gummihammer mit dem man sanfte Schläge auf das Profil ausüben kann, ohne dabei die Tapete zu verletzten. Die Seitenprofile werden so platziert, dass sie – von unten gemessen – um eine Distanz von 5 cm überstehen.

Querprofil montieren
© Christian Bordes

Schritt 2/15: Querprofil montieren

Mit den mitgelieferten Inbusschrauben wird das untere Querprofil montiert. Das obere der beiden Schraubenlöcher nimmt dabei die Schraube auf, die sich selbstschneidend in das Profil dreht.

Zwischenstege einschieben
© Christian Bordes

Schritt 3/15: Zwischenstege einschieben

Die schmalen Zwischenstege werden ohne Montageschrauben auf die Füllung und in das Seitenprofil geschoben.

Führungsrolle anbringen
© Christian Bordes

Schritt 4/15: Führungsrolle anbringen

Jetzt das obere Profil aufschieben, die Montageschraube leicht hinein drehen und die Führungsrolle in das Seitenprofil stecken.

Montageschraube anziehen
© Christian Bordes

Schritt 5/15: Montageschraube anziehen

Nun erst wird die Montageschraube fest angezogen.

Gummiprofil als Dämpfer
© Christian Bordes

Schritt 6/15: Gummiprofil als Dämpfer

Läuft die Schiebetür gegen eine Wand oder ein Regal, dann sollte das mitgelieferte Gummiprofil seitlich am Profil als Dämpfer aufgeklebt werden.

Laufrolle einsetzen
© Christian Bordes

Schritt 7/15: Laufrolle einsetzen

Die Laufrolle mit der Spannfeder wird eingesetzt.

Laufrolle fixieren
© Christian Bordes

Schritt 8/15: Laufrolle fixieren

Laufrolle mittels Inbusschraube im unteren Loch fixieren.

Schrauben festziehen
© Christian Bordes

Schritt 9/15: Schrauben festziehen

Ziehen Sie die Schraube so weit an, dass die Rolle fast komplett in dem Profil verschwindet.

Deckenschiene festschrauben
© Christian Bordes

Schritt 10/15: Deckenschiene festschrauben

Die Deckenschiene – je nach Verwendungsart mit einer Laufschiene oder mit zweien – wird mittels Dübeln und Schrauben befestigt.

Schiebetür einsetzen
© Christian Bordes

Schritt 11/15: Schiebetür einsetzen

Die Schiebetür wird zunächst in die obere Laufschiene eingeführt.

Tür auf Bodenschiene setzen
© Christian Bordes

Schritt 12/15: Tür auf Bodenschiene setzen

Anschließend wird die Tür auf die Bodenschiene gesetzt, die in diesem Stadium noch nicht am Boden befestigt sein darf, da sie zum Ausrichten noch beweglich bleiben muss.

Tür ausrichten
© Christian Bordes

Schritt 13/15: Tür ausrichten

Mit der Wasserwaage wird nun die Tür samt Bodenschiene ausgerichtet. Steht alles richtig und gerade, wird der Sitz der Bodenschiene mit einem Stückchen Maler- oder Klebeband markiert. Dann nehmen Sie die Tür wieder heraus und entfernen den Schutzstreifen vom Kleberücken, der sich unter der Bodenschiene befindet. Nun die selbstklebende Bodenschiene an die markierte Position setzen und die Tür wieder einhängen.

Höhe einstellen
© Christian Bordes

Schritt 14/15: Höhe einstellen

Die Tür selbst kann nun noch durch die Rollen in der Höhe verstellt werden.

Anschluss durch Winkel
© Christian Bordes

Schritt 15/15: Anschluss durch Winkel

Den Anschluss zwischen Schrank und Zimmerdecke schaffen Sie mit einem selbstgefertigten Winkel aus Möbelbauplatten.

Wie Sie mit Schiebetüren zusätzliche Räume schaffen, lesen Sie hier.

Die neue Ausgabe ist da: selber machen - Jetzt am Kiosk!