Gemüsegarten

Porree pflanzen, pflegen und ernten

Porree wird häufig auch Lauch genannt und ist ein ebenso vielseitiges wie beliebtes Gemüse. Wir erklären, wie sie Porree ganz einfach selber pflanzen, pflegen und ernten.

Porree pflanzen und ernten
Abhängig davon, wann man Porree pflanzt, kann man ihn teilweise das ganze Jahr über ernten.© matka_Wariatka - stock.adobe.com

Porree (lat. Allium porrum) und Lauch sind Begriffe für ein und dieselbe Pflanze. Ursprünglich stammt das Gemüse aus dem Mittelmeerraum und wurde angeblich bereits von Kaiser Nero gerne gegessen.

Porree erinnert geschmacklich an die gemeine Speisezwiebel. Während bei der Zwiebel jedoch die eigentliche Knolle gegessen wird, verspeist man beim Lauch eher die Blätter.

In diesem Text erwarten Sie:

  1. Porree pflanzen – der richtige Zeitpunkt
  2. Porree pflanzen – der richtige Standort und Boden
  3. Porree pflegen
  4. Porree ernten

Porree pflanzen

Porree ist ein mehrjähriges Gemüse, das es in verschiedenen Variationen gibt. Abhängig davon ist auch die Wahl des richtigen Zeitpunktes sowie des Standorts.

Porree pflanzen – der richtige Zeitpunkt

Man unterscheidet zwischen:

  • Sommerlauch,
  • Herbstlauch und
  • Winterlauch

Sommerlauch: Wenn Sie Ihren Sommer-Porree aus Samen ziehen wollen, sollten Sie diese ab Januar zunächst vorziehen. Alternativ können Sie den Sommerlauch jedoch auch direkt im Freien ansähen, dann allerdings erst ab Ende März. Ebenfalls ab etwa März kann man auch die vorgezogenen Setzlinge erst ins Freie pflanzen.

Herbstlauch: Die Aussaat von Herbstlauch folgt demselben Prinzip wie das des Sommerlauchs, lediglich der Zeitpunkt verschiebt sich etwas nach hinten. Herbstlauch wird ab Ende Februar bis Ende April vorgezogen oder ab Juli direkt ins Freie gesät. Bereits gezogene Setzlinge sollten nicht vor April ins Freiland.

Winterlauch: Winter-Porree ist etwas später dran. Mit dem Vorziehen von Winter-Porree beginnt man ab April. Im Freiland ausgesät werden kann er ab etwa Mai bis Juni. Winterlauch-Setzlinge können frühestens ab Mitte Juni bis Ende Juli ins Freiland gesetzt werden.

Für beide Sorten gilt: Ist es insbesondere nachts noch recht kühl, pflanzt man Porree besser ins Frühbeet oder deckt ihn des Nachts etwas ab.

Um Porree vorzuziehen, gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Befüllen Sie das Anzuchtgefäß (beispielsweise ein spezielles Anzuchtgewächshäuschen*) bis etwa 1,5 Zentimeter unter dem Rand mit Anzuchterde.
  2. Verteilen Sie die Porree-Samen darauf.
  3. Bedecken Sie die Samen mit circa einem Zentimeter Erde.
  4. Gießen Sie nun alles vorsichtig an.
  5. Stellen Sie das Anzuchtgefäß an einen hellen Platz mit 17 bis 20 °C.
  6. Steht das Anzuchtgewächshäuschen auf dem Fensterbrett, können Sie optional den Deckel auflegen, um Zugluft zu vermeiden. Sorgen Sie jedoch unbedingt für eine gute Durchlüftung. Einige Gewächshäuschen haben dafür extra Öffnungen. Verfügt Ihre nicht darüber, muss mindestens zweimal am Tag der Deckel kurz angehoben werden, um für frische Luft zu sorgen.

Die Keimdauer liegt zwischen 15 und 20 Tagen. Zeigen sich erste grüne Spitzen an der Erdoberfläche, können die Pflänzchen behutsam getrennt und einzeln gesetzt werden. Optimal ist ein Abstand von etwa fünf Zentimetern rings um jedes Pflänzchen.

Porree pflanzen – der richtige Standort und Boden

Möchte man Zier- wie Nutzpflanzen aus Samen anpflanzen, ist das Vorziehen generell ratsam, da das die schonendere Variante ist und die Pflanzen dadurch tendenziell kräftiger und robuster werden. Allerdings ist eine Vorzucht auch eine platzraubende, zeitaufwändige Sache. Wer sich das ersparen möchte, kann auch direkt ins Beet pflanzen.

Auch Porree kann man direkt ins Beet pflanzen. Achten Sie dabei unbedingt darauf, einen hellen, sonnigen und windgeschützten Standort zu wählen.

Beim Porree ins Beet pflanzen gehen Sie so vor:

  1. Ehe Sie die Samen oder Setzlinge einbringen, lockern Sie den Boden am gewählten Standort für Ihren Porree gut durch. Arbeiten Sie dabei einen Langzeitdünger wie zum Beispiel Hornspäne in den Boden ein. Generell bevorzugt Porree einen leicht humusreichen Lehmboden.
  2. Entfernen Sie möglichst alle Unkräuter, Steine und Wurzeln.
  3. Wässern Sie die Stelle vor dem Einpflanzen.
  4. Ziehen Sie Saatfurchen mit einer Tiefe von etwa zwei Zentimetern.
  5. Streuen Sie die Samen hinein.
  6. Bedecken Sie alles locker mit Erde.
  7. Achten Sie darauf, den Boden konstant feucht, aber nicht nass zu halten.
  8. Sind die Pflänzchen rund fünf Zentimeter groß gewachsen, sollten sie vereinzelt werden, um mehr Platz zum Wachsen zu haben.
Porree vereinzeln
Sobald die Porree-Pflänzchen etwa fünf Zentimeter groß sind sollten sie vereinzelt werden.© beerfan - stock.adobe.com

Porree vereinzeln oder als Setzlinge einpflanzen

  1. Beim Vereinzeln hebt man die einzelnen Pflanzen noch mal aus dem Beet.
  2. Ziehen Sie deutlich sichtbare Furchen in den Boden.
  3. Stechen Sie etwa alle 15 Zentimeter ein Loch in die Reihen.
  4. Setzen Sie in jedes Loch einen Setzling. Egal ob aus dem Anzuchtgefäß oder soeben ausgegraben, die Erde um die Wurzel sollten Sie besser nicht entfernen, sondern einfach wieder mit einpflanzen. Porree-Wurzeln sind empfindlich.
  5. Achten Sie darauf, dass rund die Hälfte des Porree-Setzlings im Pflanzloch verschwindet.
  6. Das Pflanzloch rings um den Setzling wird nur so weit wieder mit Erde befüllt, dass der Setzling stabil steht. Ansonsten wird eher sparsam eingegraben.
  7. Gießen Sie die Setzlinge zum Schluss gut an.

Übrigens: Alles, was sich unter der Oberfläche befindet, bleibt weiß und gilt als besonders zart im Geschmack. Wenn Sie also den weißen Teil von Porree in Ihren Speisen bevorzugen, häufen Sie stetig etwas Erde am Schaft an. Vergessen Sie jedoch nicht, dass auch der grüne Teil für das Pflanzenwachstum essenziell ist. Bitte nicht die ganze Pflanze eingraben. Porree wächst anders als Spargel.

Wenn Sie Spargel lieben und diesen gerne selbst anpflanzen möchte, erfahren Sie hier alles darüber, wie man Spargel selber anpflanzt, pflegt und erntet.

Porree pflegen

Porree-Pflanzen sind sehr genügsam. Lediglich der Wasserbedarf ist hoch. Achten Sie darauf, den Boden stetig feucht zu halten, übergießen Sie jedoch nicht. Staunässe bekommt Porree nicht. Die Schwierigkeit besteht (Indoor wie Outdoor) hierbei darin, festzustellen, ob lediglich die Oberfläche oder der ganze Pflanzboden trocken ist. Wer sich unsicher ist, kann einen Gießanzeiger* zur Hilfe nehmen. Diesen gibt es nicht nur für Zimmerpflanzen, sondern auch für draußen.

Ferner sollten Sie hin und wieder den Boden leicht auflockern. Dabei sollten Sie aber besser vorsichtig vorgehen, um die Wurzeln nicht zu beschädigen. Entfernen Sie dabei Unkräuter und dergleichen.

Haben Sie keinen Langzeitdünger wie zum Beispiel Hornspäne in den Boden eingearbeitet, sollten Sie Ihren Lauch unbedingt regelmäßig (alle zwei bis vier Wochen) düngen. Dazu eignet sich unter anderem auch Brennnesseln und dergleichen sehr gut.

Wie Sie Dünger selber machen, erfahren Sie hier.

Natürlich bietet auch der Handel verschiedene Düngepräparate an. Wichtig für Porree ist, dass das Düngemittel einen hohen Stickstoffanteil mitbringt.

Porree ernten

Der Zeitraum der Ernte hängt von der Sorte ab. Sommer-Porree etwa erntet man ab ungefähr Juli bis August. Als Faustregel gilt: Hat der Lauch-Stängel mindestens drei Zentimeter Durchmesser, ist es Zeit für die Ernte.

Erntezeit für Sommerlauch: ab Mitte Juli bis August, spätestens jedoch September

Erntezeit für Herbstlauch: ab Mitte August bis September, spätestens jedoch Dezember

Erntezeit für Winterlauch: ab Oktober bis mindestens April (des Folgejahres)

Winterlauch
Es gibt Porree-Sorten, die man auch im tiefsten Winter ernten kann.© Edda Dupree - stock.adobe.com

Sommer- und Herbstlauch erntet man mehr oder weniger vollständig, indem man den Boden um die Stangen zunächst auflockert und die Pflanzen dann im Ganzen aus dem Boden zieht.

Winterlauch muss behutsamer geerntet werden: Dazu lockert man (am besten früh am Morgen) zunächst den Boden um die Stange, lässt die Pflanze jedoch noch in der Erde. Erst am Abend zieht man die Lauchstange dann vorsichtig heraus und schneidet sie ab.

Tipp: Ernten Sie bei Winterlauch nur so viel, wie Sie gerade benötigen. Die anderen Stangen können Sie auch bei Frost problemlos im Boden stehen und weiterwachsen lassen. So müssen Sie den Lauch auch nicht extra lagern.

Lauch schmeckt fantastisch und hat obendrein noch zahlreiche wichtige Inhaltsstoffe wie zum Beispiel Vitamin C, Kalium und Eisen. Er macht sich sehr gut als Zwiebelersatz, als Suppe oder in den verschiedensten Lauchgerichten.

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