Rückzugsort im eigenen Garten

Gartenlaube für die ganze Familie selbstgebaut

Von den ersten Frühlingssonnenstrahlen bis zu den letzten schönen Herbsttagen dient die Gartenlaube als Treffpunkt und Rückzugsort gleichermaßen: Ob Schmökerstunde oder Rendezvous, ob Kaffeeplausch oder Meditation, jeder in der Familie – groß oder klein – wird eigene Nutzungsmöglichkeiten für das Häuschen im Grünen finden. Trotzdem kann mit unserer Anleitung bereits beim Bau gemeinsame Sache gemacht werden.

Eine Gartenlaube für die ganze Familie selbst bauen
Eine Gartenlaube für die ganze Familie selbst bauen© Chris Lambertsen

Die Seiten- und Giebelwände der Gartenlaube sind modulähnlich vorgefertigt, und als Baumaterial kommt überwiegend kesseldruckimprägnierte Kiefer beziehungsweise. Fichte zum Einsatz. Die beiden Giebelwände sind aus wasserfest verleimtem Birkensperrholz gebaut. Bei der Lasur-Auswahl im gewünschten Holzfarbton empfiehlt sich ein Produkt, bei dem die Grundierung gleich in der Lasur enthalten ist (hier Xyladecor Dauerschutz- Lasur 2 in 1) – so spart man einen ganzen Arbeitsgang!

Die verwendete Dauerschutz-Lasur ist eine Mittelschichtlasur, die durch ihre filmbildende Eigenschaft eine besonders schöne, seidenglänzende Oberfläche schafft und zudem bei Renovierung einfach überstrichen werden kann. Auch die Federn der Profilhölzer gründlich lasieren, sonst besteht wegen des unvermeidlichen Schwindens des Holzes die Gefahr, dass die Ansicht mit der Zeit streifig wird.

Gartenlaube selber bauen: Bauplan zum Download

Den kompletten Bauplan unserer Gartenlaube mit Materialliste und Skizze können Sie in unserer App für nur 0,99 Euro herunterladen. Die App funktioniert am Desktop-Computer sowie auf sämtlichen mobilen Endgeräten. Mehr Infos zu unserer App finden Sie hier.

Bauplan in der App herunterladen

Stückliste hier herunterladen

Gartenlaube bauen: Pfosten montieren und ausrichten

Wenn die Pfostenhalter vorab an den Pfosten der Seitenwände montiert werden, fällt das Ausrichten der Halter in den Fundamentlöchern leichter. Die Wände so aufstellen, dass die Pfostenhalter in die zuvor ausgehobenen Fundamentlöcher ragen, dann in Höhe und Lot sorgfältig ausrichten und mit Brettern oder Leisten in ihrer Position fixieren. Zum leichteren Nachjustieren die Fundamentlöcher erst ganz am Ende der Bauarbeiten mit Estrichbeton befüllen und verdichten.

Gartenlaube bauen: Querleisten verschrauben

Auf der fertigen Rückwand von der Rückseite aus die Querleisten verschrauben. Diese stabilisieren die langen Profilbretter und dienen gleichzeitig als Auflage für Sitzbänke, Tisch und Bord. Entsprechend wichtig ist es, sie auf der genau richtigen Höhe und waagerecht zu fixieren. Für die Dachschalung werden die einzelnen Profilbretter auf dem Dach verschraubt. Dazu ist zwischen den beiden Giebelwänden ein zusätzliches Sparrenpaar nötig, das mit Hilfe eines selbstgefertigten Abstandhalters ausgerichtet und auf den Seitenwänden verschraubt wird.

Gartenlaube bauen: Dachfirst bauen

Am First zunächst je ein Dachschalungsbrett auf jede Seite der Firstlinie schrauben und die beiden Sparren dann von unten daran fixieren, so dass ein stabiles Dreieck entsteht. Die Dachschalung dann weiter vom First zur Traufe hin festschrauben, die beiden untersten Bretter müssen wahrscheinlich in der Breite nachgeschnitten werden. Die Dacheindeckung erfolgt mit Bitumen-Schindeln, die mit Dachpappennägeln angebracht werden.

Der richtige Schutz für die Gartenlaube

Bei dieser Gartenlaube ist die natürliche Holzmaserung durch eine Lasur in dunklerem Farbton hervorgehoben und mit weiß gestrichenen Elementen effektvoll kombiniert. So erhält sie neben umfassendem Wetterschutz auch eine interessante optische Wirkung.

So wird es genauer und stabiler

Um die vier Wände in den rechten Winkel zu stellen, die beiden Diagonalen zwischen den Pfosteninnenkanten messen. Dafür eine Leiste fertigen, die etwa 2 cm kürzer ist als die rechnerische Diagonale, das fehlende Stück zwischen den Pfosten messen. Durch Schläge auf einen Pfosten der längeren Diagonale die Wände richten. Steht alles im Winkel, Schraube durch den unteren Stahlwinkel in die Pfosten setzen.

© Chris Lambertsen
© Chris Lambertsen

Die Vorder- und Seitenansicht: Wichtiges Maß an der Laube ist die lichte Durchgangshöhe zwischen Bodenbrettern und Rähm der Vorderwand. Unser Maß von 194,1 cm sollte das Minimum sein, damit sich niemand den Kopf stößt und die Laube nicht zu eng wirkt. Wichtig für die höhengerechte Montage des Tisches ist die unterste Querleiste der Rückwand, auf der der Tisch aufliegt.

Die 70 cm Höhe sind von Oberkante Bodenrahmen (also nicht Oberkante Fußboden!) gemessen, weil die Leiste vor dem Verlegen der Bodenbretter eingemessen und verschraubt wird. Gewisse Freiheiten bestehen bei der Vermaßung der kurzen Vorderwände, sie sollten aber nicht breiter als unsere werden.

Die Boden-Konstruktion der Gartenlaube

© Tillman Straszburger

Die Tiefe ist zwischen den Pfosteninnenkanten und die Breite zwischen den Riegelaußenkanten vermessen. Diese Fläche entspricht der Deckfläche der Fußbodenbretter. Die Nennbreite der Bretter liegt bei 95 mm, allerdings sind Bretter durch Schwinden grundsätzlich 2 bis 3 mm schmaler. Deshalb raten wir dazu, die Bretter zunächst mit 5 mm Abstand und einer Schraube pro Brett und Tragholz zu fixieren.

Das letzte Brett nicht auf Breite zuschneiden, sondern erst anhand der Restbreite die endgültige Fugenbreite ausrechnen. Dann die Bretter wieder lösen und mit dem endgültigen Fugenmaß verlegen. Beim Verlegen Abstandhalter, zum Beispiel Hartfaserstreifen oder Ähnliches, verwenden. Das erste und das letzte Brett an den Enden jeweils für die Pfosten ausklinken.

Integrierter Tisch

© Selbermachen

Der Tisch ist an den Kanten aufgedoppelt, was in erster Linie optische Gründe hat. Die Doppelzarge auf der Tischunterseite ist dagegen unbedingt notwendig, um dem Tischbein den nötigen Halt zu geben. Außerdem sollte das Tischbein zwischen den Zargen vollflächig verleimt werden. Alternativ mit zwei dicken, diagonal versetzten Spaxschrauben befestigt, bleibt es demontierbar.

Das eingezeichnete Maß von 69,3 cm entspricht der Tischbeinlänge, nicht der Tischhöhe. Die liegt mit 71,1 cm genau im für Tische empfohlenen Bereich. Die Breite von 68 cm ist nötig, damit für zwei einander gegenüber sitzende Leute je ein Gedeck auf den Tisch passt.

Sitzbank für die Gartenlaube

Da die Bretter nie exakt 9,5 cm breit sind, sollten sie zunächst ausgelegt werden, um die genaue Fugenbreite zu ermitteln und dann festgeschraubt werden. Das hinterste Brett ist in der Breite sowieso anzupassen, damit die schräge Rückenlehne eingeschoben werden kann.

Achtung: Bei der Rückenlehne sind die Tragleisten zwischen Brettern und Sperrholzplatten so zu versetzen, dass sie beim Einschieben nicht mit den Tragleisten der Sitzbank kollidieren. Die rückseitige Sperrholzplatte schützt die verstauten Sitzkissen vor Feuchtigkeit und stützt die Lehne. Die Lücke in den Sitzbrettern erlaubt das Neigen der Lehne im Winkel von zirka 15° in beide Richtungen.

Giebelwand 

Die Giebelwand besteht aus einer dreieckig geschnittenen, wasserfest verleimten Sperrholzplatte. Das Aufreißen des Kreissegments auf die Platte ist in der Arbeitsfotoreihe beschrieben. Zum Aufzeichnen aller Arbeitsmaße nach dem Kreisschlagen ist es sinnvoll, sich die Mittelachse durch die Giebelspitze aufzureißen und alle Maße von dieser aus einzumessen.

Die jeweils zwei Plattenstreifen an den Traufen dienen zur Auflage der Giebelwand auf die Rück- und Vorderwand der Laube. Das lichte Maß zwischen den Streifen ist mit 238,4 cm genau 4 mm länger als die Laubenbreite, damit beim Aufsetzen ein bisschen Spiel bleibt.

Gartenlaube für die ganze Familie: Anleitung

Gartenlaube selbstgebaut
Pfosten auf einheitliche Länge schneiden
© Chris Lambertsen

Schritt 1/31: Pfosten auf einheitliche Länge schneiden

Die stirnkantenbündig ausgerichteten Pfosten am Anschlag entlang auf einheitliche Länge schneiden.

Bolzenlich markieren
© Chris Lambertsen

Schritt 2/31: Bolzenlich markieren

Die Pfostenträger kantenbündig anlegen (mit Anschlag) und mit einem Bleistift das Bolzenloch markieren.

Stahlwinkel am Pfosten montieren
© Chris Lambertsen

Schritt 3/31: Stahlwinkel am Pfosten montieren

Nach Montage des Stahlwinkels auf der Gegenseite ein Loch bohren und Pfosten, -halter und Stahlwinkel verbolzen.

Stahlwinkel verbohren
© Chris Lambertsen

Schritt 4/31: Stahlwinkel verbohren

Auf gleicher Höhe wie beim ersten Stahlwinkel das Schraubloch für den zweiten Winkel markieren und bohren.

Stahlwinkel einseitig anbringen
© Chris Lambertsen

Schritt 5/31: Stahlwinkel einseitig anbringen

Oben am Pfosten ebenfalls Stahlwinkel im Abstand der Querriegeldicke verschrauben, allerdings nur einseitig.

Querriegel miteinander verbinden
© Chris Lambertsen

Schritt 6/31: Querriegel miteinander verbinden

Um die Querriegel miteinander zu verbinden werden Stahlwinkel mittels Anschlag kantenbündig verschraubt.

Latten mit Querriegel und Pfosten verschrauben
© Chris Lambertsen

Schritt 7/31: Latten mit Querriegel und Pfosten verschrauben

Auf Pfosten sowie Querriegel der Seitenwände je eine Latte als Falz für die Verschalung schrauben.

Verschalung an Latten verschrauben
© Chris Lambertsen

Schritt 8/31: Verschalung an Latten verschrauben

Die Verschalung oben und unten an den Latten verschrauben. Ein Zulageholz hilft beim Zusammentreiben.

Hilfskonstruktion auf Platte und Kantholz montieren
© Chris Lambertsen

Schritt 9/31: Hilfskonstruktion auf Platte und Kantholz montieren

Zum Aufstellen und Ausrichten der Seitenwände unten eine Hilfskonstruktion aus Platte und Kantholz montieren.

Isoliergrundweiß auf Rahmen auftragen
© Chris Lambertsen

Schritt 10/31: Isoliergrundweiß auf Rahmen auftragen

Vor dem Lackieren der weißen Rahmen, die KDI-Hölzer mit Holzschutz- und Isoliergrund vorstreichen.

Mit Zirkel Kreissägment einzeichnen
© Chris Lambertsen

Schritt 11/31: Mit Zirkel Kreissägment einzeichnen

Um den Ausschnitt-Radius anzutragen, eine Platte am Giebel fixieren und per Zirkel ein Kreissegment schlagen.

Dachlatte verschrauben
© Chris Lambertsen

Schritt 12/31: Dachlatte verschrauben

Entlang der schrägen Giebelkanten jeweils eine auf Gehrung geschnittene Dachlatte verschrauben.

Wände verleimen
© Chris Lambertsen

Schritt 13/31: Wände verleimen

Aus kurzer Paneele sowie sechs waagrechten und zwei senkrechten Sprossenleisten die Wände verleimen.

Platten und Leisten für Rückenlehnen verleimen
© Chris Lambertsen

Schritt 14/31: Platten und Leisten für Rückenlehnen verleimen

Die Rücklehnen haben eine Unterkonstruktion aus Sperrholz. Platten und Leisten miteinander verleimen.

Auflagerplatten zwischen Fundament platzieren
© Chris Lambertsen

Schritt 15/31: Auflagerplatten zwischen Fundament platzieren

Die Auflagerplatten zwischen den Fundamentlöchern platzieren und in der Höhe exakt waagerecht ausrichten.

Erste Seitenwand aufstellen
© Chris Lambertsen

Schritt 16/31: Erste Seitenwand aufstellen

Die erste Seitenwand per Wasserwaage ins Lot stellen und mit Brettern oder Leisten seitlich abstreben.

Längsriegel auf Stahlwinkel setzen und fixieren
© Chris Lambertsen

Schritt 17/31: Längsriegel auf Stahlwinkel setzen und fixieren

Wenn beide Seitenwände ausgerichtet stehen, die Längsriegel auf die Stahlwinkel setzen und fixieren.

Zwischenbodenträger an Riegeln verschrauben
© Chris Lambertsen

Schritt 18/31: Zwischenbodenträger an Riegeln verschrauben

Eine aufgenagelte Lasche hilft, die Zwischenbodenträger oberkantenbündig an den Riegeln zu verschrauben.

Überragende Bretter verschrauben
© Chris Lambertsen

Schritt 19/31: Überragende Bretter verschrauben

Zum Schutz der Bodenkonstruktion vor Schlagregen ragen die Bretter über die Unterkante Längsriegel hinaus.

Paneele mit Dauerschutzlasur bestreichen
© Chris Lambertsen

Schritt 20/31: Paneele mit Dauerschutzlasur bestreichen

Ist die Rückwand komplett verschalt, die Paneele innen und außen mit Dauerschutz-Lasur streichen.

Sprossenwände aufsetzen und fixieren
© Chris Lambertsen

Schritt 21/31: Sprossenwände aufsetzen und fixieren

Die Sprossenwände auf die zuvor befestigten Bodenbretter setzen und auch mit den Pfosten verschrauben.

Ausrichtung korrigieren
© Chris Lambertsen

Schritt 22/31: Ausrichtung korrigieren

Wenn die Wände stehen, letzte kleine Korrekturen in der Ausrichtung vornehmen.

Giebelwände verschrauben
© Chris Lambertsen

Schritt 23/31: Giebelwände verschrauben

Die Giebelwände liegen durch angeleimte Lagerplatten auf den oberen Längsriegeln. Durch die Wände verschrauben.

Mittelsparren fixieren
© Chris Lambertsen

Schritt 24/31: Mittelsparren fixieren

Den Mittelsparren an den oberen beiden Dachschalungsbrettern fixieren. Abstandshalter sichern die Mittigkeit.

Dachflächen verschrauben
© Chris Lambertsen

Schritt 25/31: Dachflächen verschrauben

Die beiden Dachflächen von oben nach unten mit jeweils zwei Schrauben pro Brett und Auflager verschalen.

Dachrandleisten montieren
© Chris Lambertsen

Schritt 26/31: Dachrandleisten montieren

Am vorderen Schalungsrand die Dachrandleisten montieren; zwei Zwingen halten sie dabei in ihrer Lage.

Ortgangbretter anbringen
© Chris Lambertsen

Schritt 27/31: Ortgangbretter anbringen

Gleiches mit den Ortgangbrettern ausführen. Eine Schablone sorgt oben und unten für gleiche Abstände.

Dachschindel aufnageln und fixieren
© Chris Lambertsen

Schritt 28/31: Dachschindel aufnageln und fixieren

Die unterste Dachschindelreihe mit etwa 1 cm Überstand verkehrt herum aufnageln. Mit Zwingen fixieren.

Auflage für Sitze festschrauben
© Chris Lambertsen

Schritt 29/31: Auflage für Sitze festschrauben

Auflagen für die Sitze an den Leisten der Sprossenwände verschrauben. Die Höhe markiert eine Abstandsleiste.

Sitzbretter anbringen
© Chris Lambertsen

Schritt 30/31: Sitzbretter anbringen

Die Sitzbretter liegen auf einer zweiten Leiste an der Rückwand auf. Die Mittelleiste verteilt das Gewicht.

Rückenlehne anbringen
© Chris Lambertsen

Schritt 31/31: Rückenlehne anbringen

In die Aussparung der Sitzbretter wird die fertige Rückenlehne gesteckt. Dahinter ist Stauraum für Sitzkissen.

Sie interessieren sich für grundlegendes Wissen rund um das Gartenhaus? Lesen Sie hier alles zum Thema "Gartenhaus selber bauen".

Die neue Ausgabe ist da: selber machen - Jetzt am Kiosk!