Tierbestattung

Haustiere begraben - wo ist es erlaubt?

Sind Ihre Haustiere auch für Sie Familienmitglieder, um die Sie bei deren Tod trauern und für das Sie sich eine angemessene letzte Ruhestätte wünschen? Doch wo darf man sein Haustier begraben? Wir klären auf.

Haustierfriedhof
Eine wichtige Frage für Tierhalter: Wo darf ich mein Haustier begraben?© Katie - stock.adobe.com

Grundsätzlich sind Tierkörperbeseitigungsanlagen für die sichere Entsorgung von Tierkadavern zuständig. Haustiere, die beim Tierarzt eingeschläfert und deren sterbliche Überreste von den Haltern nicht mitgenommen werden, enden dort. Bis zu einer bestimmten Gewichtsgrenze ist es jedoch erlaubt, das Haustier im eigenen Garten zu begraben.

Haustier begraben: Das sind die Regeln

Das Tierkörperbeseitigungsgesetz regelt in Deutschland, was mit Haus- und Nutztieren nach deren Tod geschieht. Nach diesem Gesetz dürfen Sie kleine Haustiere bis zur Größe eines Kaninchens im Restmüll entsorgen, doch die wenigsten Tierhalter werden es übers Herz bringen, das geliebte Haustier einfach wegzuwerfen.
Ob Sie Ihr Haustier im Garten begraben dürfen, hängt zunächst vom Gewicht des Tieres ab. Die Obergrenze bilden sehr große Hunde wie etwa Wolfshunde oder Doggen. Kleinere Tiere dürfen Sie im Garten begraben, wenn Sie folgende Regeln einhalten:

  • Das Grundstück, auf dem Sie Ihr Haustier begraben wollen, gehört Ihnen. Andernfalls benötigen Sie die Erlaubnis des Grundeigentümers.
  • Das Grundstück liegt nicht in einem Wasser- oder Naturschutzgebiet.
  • Die Grabstelle liegt mindestens zwei Meter vom nächsten öffentlichen Weg entfernt.
  • Zwischen der Erdoberfläche und dem Tierkörper liegen mindestens 50 Zentimeter.

Ausgenommen sind Tiere, die an einer Seuche oder meldepflichtigen Krankheit verstorben sind. Ihre Körper müssen professionell entsorgt werden. Auch alle Haustiere, die größer als eine Dogge sind, dürfen nicht im Garten begraben werden.

Haustier begraben
Ein Schuhkarton ist ein geeigneter Sarg für Kleintiere.© Junebreeze - stock.adobe.com

Hohe Bußgelder drohen!

Genauso ist es verboten, Haustiere im oder am Wald oder auf anderen öffentlichen Flächen zu begraben. Eine Zuwiderhandlung stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und kann empfindlich bestraft werden: Bis zu 15 000 Euro Bußgeld drohen, wenn Sie eine Fläche außerhalb des eigenen Grundstücks wählen, um Ihr Haustier zu begraben.

Anders sieht es aus, wenn Sie eine Feuerbestattung für Ihr Haustier wählen: Die Asche dürfen Sie in Wald und Flur und sogar über Flüssen, Seen und dem Meer ausstreuen. Eine Feuerbestattung für Haustiere kostet zwischen 100 und 350 Euro, dazu kommen die Kosten für die Urne. In diesem Bereich liegen auch die Kosten für eine Bestattung auf dem Tierfriedhof, wo Sie zuzüglich noch eine Grabmiete entrichten.

Haustier bestatten: Diese Regeln gelten in Österreich

In Österreich unterscheiden sich die Regeln von Bundesland zu Bundesland. So ist es in Wien gestattet, das Haustier im Garten zu begraben, wenn Sie wirklich der Grundstückseigentümer sind. Auch Niederösterreich gestattet die Beerdigung des Haustiers im eigenen Garten, allerdings mit anderen Gewichtsgrenzen.

Generell ist es nach österreichischem Gesetz gestattet, das Haustier auf dem eigenen Grund zu beerdigen, solange es nicht an einer meldepflichtigen Krankheit verendet ist und ein bestimmtes Gewicht nicht überschreitet. Genauere Informationen erhalten Sie bei Ihrem zuständigen Gemeindeamt oder Magistrat.

Grabhügel
Steine auf dem Grabhügel verhindern, dass die letzte Ruhe Ihres Haustiers gestört wird.© mysikrysa - stock.adobe.com

Haustier begraben

Wenn Sie Ihr Haustier im Garten begraben, kann die Beerdigung ganz Ihren Bedürfnissen angepasst werden. Achten Sie jedoch darauf, das Tier nicht in Kunststoffen zu bestatten, sondern in Materialien, die leicht verrotten. Sie können das Haustier zum Begräbnis etwa in eine Wolldecke ohne Kunstfasern wickeln. Auch ein weiches Frotteehandtuch oder zartes Seidenpapier bieten sich an.

Heben Sie das Grab ausreichend tief aus und bestatten Sie das Tier. Bedecken Sie das Grab des Haustiers anschließend wieder mit Erde. Einige Steine auf dem Grabhügel können verhindern, dass wilde Tiere das Grab ausbuddeln. Bei der Grabgestaltung sind Sie völlig frei.

Haustier ausstopfen lassen

Eine ungewöhnliche Möglichkeit, das tote Haustier in Erinnerung zu behalten, ist das Ausstopfen. Die Kosten für einen mittelgroßen Hund liegen dabei zwischen 500 und 600 Euro, je nach Größe des Tieres und Präparator können diese Preise abweichen.

Eine besonders edle Erinnerung an Ihr geliebtes Haustier ist ein Diamant, der aus der Asche des Tieres hergestellt wird. Verschiedene Hersteller bieten eine große Auswahl an Reinheitsgraden, Schliff und Farbe mit Kosten ab etwa 1500 Euro.

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