Winterschnitt

Die 3 größten Fehler beim Schneiden von Bäumen und Sträuchern

Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet den Schnitt von Bäumen und Sträuchern in der Zeit zwischen 1. März und 30. September. Hobbygärtner nutzen daher die Herbst- und Wintermonate, um Bäume und Sträucher in Form zu bringen. Wir erklären, welche Fehler es dabei zu vermeiden gilt.

 
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Bäume und Sträucher schneiden - diese Fehler können Sie vermeiden.

Gartenschere raus, Handschuhe an und los? So einfach ist es leider nicht. Bäume und Sträucher haben unterschiedliche Bedürfnisse, Wachstumsstrukturen und Blühphasen, die es vor dem Schnitt zu beachten gilt.

Ein uninformierter Winterschnitt ist in keinem Fall zu empfehlen. Im besten Fall wird die Pflanze nur optisch verunstaltet – unsachgemäßes Schneiden von Bäumen und Sträuchern kann jedoch die Pflanze nachhaltig schädigen und dazu führen, dass diese keine Früchte mehr trägt, nicht blüht und im sogar eingeht. Wir erklären, wie Sie den Ernstfall verhindern.

Beim Rückschnitt von Bäumen und Sträuchern kommt es auch auf das richtige Werkzeug an: Mit einer herkömmlichen Rosenschere werden Sie dünner Reiser leicht Herr, für dickere Äste allerdings brauchen Sie geeignete Gartenscheren. Wer hier spart, spart an der falschen Stelle. Gartenwerkzeug ist starken Belastungen ausgesetzt, der Griff zu erprobten Marken wie Stihl, Wolf-Garten oder Gardena lohnt sich also allemal.

Bäume und Sträucher schneiden: Bitte mit Plan

Keine Pflanze gleicht der anderen, deswegen muss man auch beim Schneiden den natürlichen Wuchs beachten. Das heißt: Nicht jeder Strauch verträgt einen gleichmäßigen Kugelschnitt. Stattdessen reagieren manche Sträucher mit vielen sich wahllos verzweigenden Ästen, die nach und nach die Krone „verstopfen“, so dass kein Licht mehr ins Innere dringt.

In diesem Gewirr können sich Krankheitserreger leichter einnisten, die Pflanze leidet. Informieren Sie sich daher im Vorfeld über die Bedürfnisse der Gehölze und Sträucher. Sonst kann es vorkommen, dass die Obstbäume nach dem Schnitt nicht mehr tragen oder dass Sie im Frühling auf die ersten Blüten verzichten müssen.

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Bäume schneiden: Timing ist alles

Wo wir gerade bei den Frühblühern sind: Diese bilden ihre Blütenknospen bereits im Sommer des Vorjahres aus. Wer im Spätherbst oder Winter die Zweige zurückschneidet, entfernt die Blütenknospen gleich mit. Frühblüher werden daher nur alle zwei Jahre direkt nach der Blüte mit einem Pflegeschnitt in Form gebracht.

Stein-, Kern- oder Beerenobst-Gehölze dagegen profitieren vom Schnitt im Herbst oder Spätwinter: Hier kann der Schnitt zwischen Oktober und März erfolgen, solange kein Frost herrscht, jedoch keinesfalls bei Temperaturen von unter -5 Grad.

Wichtig: Bei manchen Bäumen, etwa Ahorn oder Walnuss, beginnt der Saftstrom bereits im Dezember. Informieren Sie sich hier im Vorfeld über die Eigenheiten Ihres Baumes. Zu warme Temperaturen im Winter können allgemein dazu führen, dass die Säfte in unterschiedlichen Bäumen früher steigen als normal.

Wenn Sie nach dem Baumschnitt beobachten, dass Schnittstellen stark bluten, dann achten Sie darauf, den Baum im folgenden Sommer nicht austrocknen zu lassen und gegebenenfalls zusätzlich zu gießen.

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Zu viel oder zu wenig abschneiden

Die Faustregel beim Obstbaumschnitt lautet: Entfernt werden

  • Äste, die zum Stamm hin wachsen,
  • gerade Äste ohne Astgabeln, die nach oben wachsen
  • Totholz

Auch sich kreuzende und parallele Äste, die aneinander scheuern, werden gekürzt. Worauf es beim Obstbaumschnitt sonst noch ankommt, verraten wir hier.
Wenn Sie Sträucher und Stauden zurückschneiden, entfernen Sie lediglich Totholz und aneinander scheuernde Äste. Die Zweige und Ruten schützen den Wurzelstock der Pflanze und dienen Insekten als Winterquartier.

Übrigens: Viele Kleintiere wie beispielsweise Igel freuen sich über den Ast- und Reisighaufen in einer ruhigen Ecke des Gartens als Winterzuflucht. 

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