Was ist zu beachten?

Brunnen bauen

In Zeiten hoher Wasserpreise ist ein eigener Brunnen im Garten ein echter Wirtschaftsfaktor. Aber leider kommt nicht jeder vor der eigenen Tür bis ans Grundwasser. Wir zeigen, welche Böden besonders für das Brunnenbohren geeignet sind und wie Sie anderen das Wasser abgraben.

 
Brunnen bohren © schankz - stock.adobe.com
Einen Brunnen zu bohren, ist nicht schwer - mit der richtigen Anleitung

Das lebenswichtige Wasser kann auf drei verschiedene Arten den Weg zu Ihren geliebten Gartenpflanzen finden: von oben, von unten und aus der Leitung. Auf „oben“, sprich den Regen, haben Sie erfahrungsgemäß leider keinen Einfluss, Sie können lediglich das manchmal anfallende Regenwasser in Tonnen oder Zisternen sammeln.

Das Wasser aus der Leitung ist teuer, biologisch eigentlich viel zu sauber und oft nur über meterlange Schläuche und Anschlüsse dorthin zu bringen, wo es gebraucht wird. Das Wasser von unten, also aus der Erde, ist hingegen eine vielfach ungenutzte Möglichkeit, Wasserstellen genau dort einzurichten, wo es am günstigsten ist. Und das Beste: Das Nass ist ständig verfügbar und kostet nichts!

Das Brunnenbohren selbst allerdings kostet Schweiß: Auch wenn eine Schwengelpumpe aus höchstens 7m Tiefe Wasser fördern kann – ein Rohr so tief in den Boden zu rammen, ist eine echte Herausforderung. Bleibt die Frage: Woher wissen Sie, ob Sie in Ihrem Garten bis an den Grundwasserspiegel heranreichen, und wo genau setzen Sie im Garten Ihre Bohrung?
 

Wie finde ich Wasser?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten herauszubekommen, wie tief der Grundwasserspiegel in Ihrer Gegend liegt. Fragen Sie doch einmal in der Nachbarschaft. Nicht selten betreibt ein Nachbar schon einen Brunnen und kann Ihnen sagen, in welcher Tiefe er fündig geworden ist. Andere Anlaufstellen sind die Behörden oder regionale Wasserversorger. Die Wasserversorger betreiben häufig ein Pegelnetz zur Grundwasserüberwachung und kennen den örtlichen Grundwasser pegel recht genau.
 

Brunnen bohren: Der richtige Boden

Nicht jeder Untergrund eignet sich gut als Brunnenstandort. Ton, Lehm oder Schluff sind sehr feinkörnig. Sie haben nur kleine Porenhohlräume, in denen sich kaum Grundwasser sammeln kann. Besser sind Sand- und Kiesschichten mit einer Korngröße von 0,6 bis 63 mm.

Für die einfachen Brunnenarten benötigen Sie einige Spezialwerkzeuge und natürlich Zubehör, das Sie im Gartenfachmarkt kaufen oder günstig mieten können. Für die aufwendigeren Brunnen müssen Sie etwas tiefer in die Tasche greifen und eventuell einen Fachmann zu Hilfe holen.
 

Welche Möglichkeiten bietet ein Brunnen?

Das selbstgeförderte Wasser ist selbstverständlich nicht zum Trinken geeignet, aber für viele andere angenehme Sachen. So bietet eine Schwengelpumpe oder eine selbstgebaute Zapfstelle auch im trockensten Sommer genügend Nass für Ihre empfindlichen Pflanzen oder für Ihre überhitzten Kinder. Für Duschen oder auch Rasensprenganlagen müssen Sie zwischen den Brunnenanschluss und dem Endgerät eine Förderpumpe installieren, die das Wasser aus der Tiefe des Brunnens herausholt.
 

Welche Brunnenarten gibt es?

Es gibt verschiedene Brunnentypen, von denen sich jedoch nicht jeder für den eigenen Garten eignet:

  • Schachtbrunnen: Der Schachtbrunnen ist eine sehr alte Form des Brunnenbaus. Für diese Art des Brunnens wird ein Schacht bis zum Grundwasser ausgehoben und ausgekleidet. Heutzutage geschieht dies mit genormten Schachtbetonringen.
  • Bohrbrunnen: Dem Schachtbrunnen ähnlich ist der Bohrbrunnen. Allerdings ist sein Durchmesser deutlich kleiner. Um einen Bohrbrunnen anzulegen, gibt es verschiedene Methoden. Die am häufigsten angewandte ist das Trockenbohrverfahren. Dazu wird zunächst bis zum Grundwasser gebohrt und der Schacht mit Rohren ausgekleidet. Für das letzte Stück im nassen Erdreich wird eine sogenannte Kiesbüchse eingesetzt. Anschließend wird in das Bohrloch das eigentliche Brunnenrohr eingebracht. Eine andere Methode, einen Brunnen zu bohren, ist das Spülbohrverfahren. Dabei verwendet man einen Bohrer, der innen hohl ist. Während er sich durch das Erdreich frisst, wird ein Gemisch aus Wasser und Betonit, eine sogenannte Schlämme, in das Bohrloch gespült. Das Betonit stabilisiert die Bohrlochwand. Der weitere Ausbau erfolgt dann so wie beim Trockenbohrverfahren. Es ist ratsam den Brunnen nicht selbst zu bohren, sondern ein Fachunternehmen damit zu beauftragen. Der Bau dauert meist nur einen Tag und kostet etwa 2.000 bis 2.500 Euro. Ab einer Tiefe von mehr als zwanzig Metern wird ein Bohrbrunnen für die private Wasserversorgung allerdings unrentabel.
  • Rammbrunnen: Sehr viel einfacher ist es, einen Rammbrunnen anzulegen. Er kostet 200 bis 400 Euro und hält etwa zehn Jahre lang. Mehr dazu lesen Sie in den folgenden Abschnitten. In der Spitze des Rammfilters, den Sie in die Erde schlagen, befinden sich Löcher, durch die das Wasser ins Rohrinnere gelangt. Auf dem Weg dorthin durchläuft es noch ein eingebautes Sieb. Da sich dieses Sieb mit der Zeit mit Schmutz zusetzt, sind die Rammbrunnen zeitlich nur ein paar Jahre nutzbar. Danach müssen Sie ein neues Rohr einschlagen und können wieder fröhlich weiter pumpen.

 

Rammbrunnen bauen: Das benötigen Sie dazu

Das wichtigste ist die Rammspitze. Nehmen Sie eine aus Stahl mit einer Hartkunststoffbeschichtung, die beim Rammen praktisch nicht kaputt gehen kann. Als Verlängerung bis zur Oberfläche dienen verzinkte Stahlrohre. Da beim Rammen sehr viel Kraft auf das Rohr ausgeübt wird, sollten Sie auf jeden Fall die Rohre mit dickerer Wandstärke (schwere Stahlrohre nach DIN) nehmen.

Es ist ratsam vor dem Rammen das Loch für das Rohr bis zum Grundwasser vorzubohren, da sonst der Reibwiderstand des Erdreichs das Rammen sehr erschwert. Dazu reicht ein manueller Erdbohrer mit Verlängerungsstücken.

Voraussetzung für einen Rammbrunnen ist, dass der Grundwasserspiegel nicht weiter als etwa sieben Meter unter dem Pumpenstandort liegt. Aus physikalischen Gründen kann eine selbstansaugende Pumpe Wasser nur aus bis zu acht Metern Tiefe fördern. Allerdings bildet sich bei der Entnahme ein sogenannter Absenktrichter und der Wasserstand fällt ab.

Um zu verhindern, dass Luft, sogenannte Bodenluft, beim Pumpen in die Spitze eindringt, sollte das obere Ende der Rammspitze mindestens zwei Meter, besser sogar drei Meter tief in die grundwasserführende Erdschicht hineinragen.
 

Wie kommt das Wasser an die Oberfläche?

Das Wasser kommt aus mehreren Metern Tiefe nicht einfach so an die Oberfläche. Es muss selbstverständlich hinaufgepumpt werden. Die einfachste und günstigste Lösung ist eine von Hand betätigte Schwengelpumpe. Sie reicht aus, um eine Gießkanne zu füllen. Um den ganzen Haushalt mit Wasser zu versorgen oder einen größeren Garten zu bewässern, ist sie jedoch zu schwach.

Elektrische, selbstansaugende Pumpen, wie Jet- oder Kolbenpumpen, fördern das Wasser aus einer Tiefe bis zu acht Metern. Praktisch sind sogenannte Hauswasserwerke: Sie starten selbstständig, wenn Wasser aus dem Brunnen entnommen wird, und schalten sich danach wieder automatisch ab. Ein Schutzmechanismus verhindert, dass die Pumpe bei Wassermangel trocken läuft und beschädigt wird.

Muss das Brunnenwasser aus mehr als acht Meter Tiefe gefördert werden, brauchen Sie eine Unterwassermotorpumpe, die in den Brunnenschacht eingebaut wird. Sie befördert das Wasser durch Druck an die Oberfläche. Auch solche Unterwassermotorpumpen können automatisch gesteuert werden.
 

Brunnen genehmigen: Was sagt das Gesetz?

Das Gesetz erlaubt den Bau eines Brunnens, allerdings mit einigen Einschränkungen: Wenn Sie nur für Ihren persönlichen Gebrauch Wasser aus dem Untergrund pumpen, müssen Sie die untere Wasserbehörde von Ihrem Vorhaben informieren (Anzeigepflicht). Diese Angaben sind dafür nötig:

  1. Wer baut den Brunnen?
  2. Beschreiben Sie kurz Ihr Projekt.
  3. Wo wollen Sie bauen? (Gemeinde/Stadt, Ortsteil Gemarkung, Nummer des Flurstücks)
  4. Welche Art von Brunnen planen Sie? Wie tief soll er reichen?
  5. Mit welcher Pumpe wollen Sie das Wasser an die Oberfläche fördern?
  6. Wozu brauchen Sie das Wasser? (zum Beispiel zur privaten Bewässerung des Gartens mit einer Fläche von 100 Quadratmetern)
  7. Wie hoch ist Ihr Wasserbedarf im Jahr?
  8. Fügen Sie folgende Anlagen bei: einen Lage- oder Stadtplan, auf dem das entsprechende Grundstück gekennzeichnet ist, einen Lageplan mit Kennzeichnung des Flurstückes und des geplanten Brunnenstandortes, eine Schnittzeichnung der Brunnenanlage und ein Datenblatt zur verwendeten Pumpe, die Befreiung vom Anschluss- und Benutzungszwang der Gemeinde (bei Gemeinde erfragen)
  9. Unterschriften des Bauherrn und des Planverfassers

Wenn Ihr Grundstück in einem Wasserschutzgebiet liegt, brauchen Sie allerdings eine behördliche Genehmigung für den Bau eines Brunnens. Diese kann zum Schutz des Grundwassers mit Auflagen versehen sein. Einen Antrag auf einen Brunnen für die Grundwasser entnahme erhalten Sie bei den Behörden.
 

Wie gut ist das Wasser aus meinem Brunnen?

Chemische Inhaltsstoffe können die Qualität des Brunnenwassers beeinträchtigen. So hinterlassen hohe Konzentrationen an Eisen und Mangan bräunliche oder schwarze Flecken. Schwefelwasserstoff verursacht einen Geruch nach faulen Eiern.

Eine Analyse des Wassers gibt Aufschluss über solche Belastungen. Sie ist sinnvoll, da die Inhaltsstoffe auch schädlich sein können. Schwefelwasserstoff etwa riecht nicht nur schlecht. Er senkt auch den pH-Wert des Grundwassers und lässt Leitungen aus Kupfer oder Stahl korrodieren. Möchten Sie mit dem Brunnenwasser einen Swimmingpool füllen, sollten Sie das Wasser, um Gesundheitsrisiken auszuschließen, auf Mikroorganismen überprüfen.
 

Brunneneinbau: Anleitung

  1. Bohrwerkzeug eindrehenBohrwerkzeug eindrehen© Chris Lambertsen

    Bohrwerkzeug eindrehen

    An der ausgewählten Stelle fangen Sie an, das Bohrwerkzeug in die Erde einzudrehen. Zwischendurch ziehen Sie die Schnecke immer wieder heraus, um die Erde auszuheben.
  2. Erdbohrer verlängernErdbohrer verlängern© Chris Lambertsen

    Erdbohrer verlängern

    Den Erdbohrer können Sie meterweise verlängern. Dazu entfernen Sie die Schraube des T-Stücks, schrauben die nächste Verlängerungsstange fest und fixieren das T-Stück dann daran.
  3. Rohr einschlagenRohr einschlagen© Chris Lambertsen

    Rohr einschlagen

    Je nach Erdbeschaffenheit ist es sinnvoll, ab einer bestimmten Tiefe per Rammfilter weiterzuarbeiten. Das verlängerte Rohr ins Loch stecken, Schlagmuffe aufsetzen und weiter einschlagen.
  4. Rohre gut verbindenRohre gut verbinden© Chris Lambertsen

    Rohre gut verbinden

    Da die Rammrohre in der Erde verbleiben, müssen sie dicht miteinander verbunden werden. Drehen Sie dazu eine Koppelmutter auf beide Gewinde auf. Wichtig: Vorher Hanf oder Teflonband gegenläufig zum Gewinde aufwickeln.
  5. Ventil aufdrehenVentil aufdrehen© Chris Lambertsen

    Ventil aufdrehen

    Ist die Tiefe erreicht, drehen Sie ein Ventil und ein Schraubgewinde auf das letzte Rohr. Über das Ventil entleeren Sie das Rohr im Herbst und verhindern so, dass das Rohr durch Frost platzt.
  6. Schwengelpumpe aufsetzenSchwengelpumpe aufsetzen© Chris Lambertsen

    Schwengelpumpe aufsetzen

    Schlagen Sie das Rohr genau so weit ein, dass das Oberteil der Schwengelpumpe höhenmäßig genau auf das letzte Gewindestück passt.
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