Schwimmbecken für den Garten

Pool selber bauen

Sommersonne, Gartengrün – aber keine Wasserstelle? Haben Sie schon mal an einen Pool gedacht? Hier lesen Sie, welche Pool Modelle es gibt, wie Sie einen Pool selber bauen und was Sie beim Aufbauen eines Pools beachten müssen.

Pool
Erfrischung im Wasser - mit einem Pool im Garten kein Problem!© updesh-stock.adobe.com

Wenn die Temperatur tropische Grade und der Ventilator seine Grenzen erreicht, hilft nur noch eines: Wasser – am besten zum Reinspringen. Längst ist ein Pool keine Luxusausstattung mehr, und es geht nicht zwangsläufig um Einbaubecken. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, einen Aufstell- oder Einbaupool zu bauen.

Inhaltsübersicht

  1. Aufwand und Kosten für einen selbstgebauten Pool
  2. Der richtige Platz für den Pool im Garten
  3. Pool selber bauen: verschiedene Modelle
  4. Pool selber bauen: So klappt es
  5. Technik für den Pool
  6. Pool mit Wasser befüllen

1. Aufwand und Kosten für einen selbstgebauten Pool

Die Preise für einen Pool reichen je nach Bauart und Größe von 100 bis deutlich über 10.000 Euro, wobei durchaus markante Preisunterschiede zwischen Angeboten des Fachhandels, der Baumärkte und Versandhäuser sowie Sommer-Aktionswaren der Discounter bestehen. Da geht es unter Umständen um mehrere hundert Euro, die allerdings durchaus auch ein Qualitätsgefälle widerspiegeln. Außerdem ist darauf zu achten, ob der angegebene Preis lediglich für den Pool oder ein Komplett-Set – also Pool plus Filteranlage, Abdeckplane etc. – gilt.

Auch der Aufwand, um einen Pool selber zu bauen, hängt stark von der Art des Pools ab. Am meisten Aufwand bedeutet ein ebenerdiger Pool, da dafür zunächst die Erde ausgehoben werden muss.

2. Der richtige Platz für den Pool im Garten

Bevor Sie sich jedoch für einen Pool entscheiden, kommt der Wahl des richtigen Standortes große Bedeutung zu. Diese Faktoren sollten Sie bei der Wahl des Pool-Standortes bedenken:

  • Ein windgeschützter Platz mit viel Sonnenwärme ist ideal.
  • Bäume oder Sträucher in der Nähe bergen das Risiko, dass Blüten und Laub Becken und Wasser verschmutzen. Dazu tragen auch Baumbewohner bei.
  • Keinesfalls darf der Pool unter elektrischen Freileitungen aufgestellt werden!

Auch die richtige Untergrundvorbereitung ist wesentlich und eine keinesfalls zu unterschätzende Voraussetzung. Ein ebener und fester, tragfähig verdichteter Boden ist unverzichtbar für die Stabilität des Pools, denn er bedeutet Standsicherheit. Eine "Schieflage" würde angesichts des großen Gewichts beziehungsweise des hohen Drucks zu schweren Materialbelastungen führen. Deshalb sollten Sie an dieser Stelle keine Mühen scheuen.

Pool anlegen
Es gibt viele verschiedene Arten von Aufstell-Pools© sergojpg-stock.adobe.com

3. Pool selber bauen: verschiedene Modelle

Es gibt viele verschiedenen Pool-Modelle. Den größten Unterschied gibt es zwischen ebenerdigen und aufstellbaren Pools. Ebenerdige Einbaupools sind optisch meist echte Hingucker und sind vor allem, wenn man nach einem langfristigen Pool sucht, eine gute Investition. Allerdings sind sie meist teurer und aufwendiger zu bauen als Pools, die nicht in dem Boden eingelassen sind.

Aufstellpools haben neben den geringeren Kosten und Aufwand noch weitere Vorteile:

  • Aufstellpools werden nicht nur einfacher aufgebaut, sondern können auch schnell wieder abgebaut werden, zum Beispiel im Falle eines Umzugs.
  • Aufstellpools sind durch ihren hohen Beckenrand sicherer für Kinder als Einbaupools.
  • Das Wasser heizt sich schneller auf als bei einem Einbaupool.

Es gibt auch verschiedene Arten von Aufstellpools. Je nach Anspruch und Budget ist vom Planschbecken bis zum Freibadformat alles zu bekommen:

  • (Teil-)Aufblasbarer Pool*: Pool aus Plastik, der einfach aufgeblasen wird. Manche Modelle müssen auch nur zum Teil aufgeblasen werden.
  • Frame-Pool*: Pool mit einem Gerüst aus Stahlstangen, in das eine Folie gespannt wird
  • Stahlwandpool*: stationärer, stabiler Pool mit einer Außenwand aus Stahl und einer Folie als Innenhülle
  • Holzpool*: stationärer, stabiler Pool mit einer Außenwand aus Holz oder WPC und einer Folie als Innenhülle

4. Pool selber bauen: so klappt es

Je nach Art des Pools sollten Sie beim Aufbau auf verschiedene Dinge achten:

Aufstellpool aufbauen

Generell sollten Sie für den Aufbau Ihrer Pools immer die Anleitung und Hinweise des Herstellers befolgen. Prinzipiell lässt sich zur Montage von Aufstellpools aber folgendes sagen:

  • Bei einem aufblasbaren Pool muss in der Regel lediglich Luft in den Pool gepumpt werden bis dieser gut gefüllt und stabil ist. Zu prall sollte der Pool aber nicht aufgeblasen werden, da sonst Nähte platzen können. Für den Aufbau von aufblasbaren Pools ist weniger handwerkliches Geschick als ausdauerndes Pumpen gefragt. Dafür ist das Ganze auch alleine zu bewältigen.
  • Bei einem Frame-Pool wird in der Regel zuerst  das Gerüst aus Stangen zusammengesteckt oder geschraubt, dann wird die Poolfolie eingehängt.

Der Aufbau von Stahlwandpools ist hingegen schon etwas umfangreicher, aber mit ein paar Helfern dennoch gut zu schaffen. Auch hier gilt: Beachten Sie die Angaben des Herstellers. Generell gehen Sie beim Aufbau dieser Pools aber wie folgt vor:

  1. Untergrund vorbereiten: Grasnarbe flach entfernen, Boden ebnen und mit Sand auffüllen. Sand verdichten (mit Rüttelplatte) und festdrücken, sodass alles eben und fest ist.
  2. Poolvlies auf vorbereiteter Fläche ausbreiten
  3. Untere Pool-Leise zusammenstecken und auf dem Vlies platzieren
  4. Stahlwand ausrollen und in die untere Leiste einsetzen (Angaben des Herstellers beachten)
  5. Wand verschrauben
  6. Folie in den Pool einsetzen, ausrichten und befestigen, wenn alles faltenfrei und gerade sitzt
  7. Technik (Schläuche, Filter, Skimmer etc.) befestigen

Für den Aufbau eines Stahlwandpools sind abhängig vom Beckenumfang drei bis vier Personen erforderlich, um beim Abrollen des Stahlmantels Knicke zu vermeiden. Besonders das Auskleiden der Festrahmenbecken mit ihrer Innenfolie gelingt nur in Teamwork, denn zum faltenfreien Spannen der Folie sind mehrere Hände unerlässlich. Da diese Folien aus einem thermoplastischen Kunststoff bestehen, müssen Sie die empfohlene Außentemperatur beim Verlegen (12° bis 20° C) beachten.

Hinsichtlich des Zeitaufwands sind Prospekte und Aufbauanleitungen erfahrungsgemäß recht euphemistisch. Ein Motto wie "Morgens gekauft und mittags gebadet" spart möglicherweise vorbereitende Aspekte – vom Untergrund bis zum Wasserzulauf – aus. Dasselbe gilt für Holz-Pools.

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Einbaupool bauen

Einen Einbaupool selbst zu bauen ist deutlich komplizierter als einen Aufstellpool zu montieren. Eine gute Planung ist deshalb besonders wichtig. Außerdem sollten Sie sich erkundigen, ob Sie für Ihren geplanten Pool eine Baugenehmigung brauchen.

Auch von Einbaupools gibt es verschiedene Arten: Gängig sind betonierte Einbaupools mit gemauerten Seitenwänden oder Pools mit einem Edelstahlbecken. Letzteres ist aber relativ teuer und die einzelnen Teile müssen meist noch selbst zusammengeschweißt werden.

Außerdem kann man Pools auch noch aus Styropor bauen. Die Styroporteile können bequem und flexibel ineinander gesteckt werden und haben gleichzeitig eine Dämm-Funktion. Doch auch beim Pool aus Styropor muss noch betoniert werden, damit alles dicht ist.

Wenn Sie einen betonierten Einbaupool selber bauen möchten, gehen Sie grundlegend in folgenden Schritten vor:

  1. Fläche für den Pool abstecken und Grube ausheben (Tipp: Mieten Sie sich dafür einen Mini-Bagger)
  2. Bodenplatte vorbereiten: Bohlen um das künftige Becken herum aufstellen und fixieren, um so die Form zum Betonieren zu erhalten, Baufolie an Bohlen tackern (Schutz vor Feuchtigkeit), Stahlmatten auslegen, an Bodenrohre denken
  3. Beton-Bodenplatte gießen (20-30cm dick)
  4. Rohrleitungen für den Pool verlegen (mit leichtem Gefälle)
  5. Wände mauern (oder Stahlbecken einsetzen)
  6. Wände innen und außen verputzen (mit wasserfestem Putz)
  7. Außenwand mit Bitumenbeschichtung und Noppenfolie versehen
  8. restliche Rohre und Technik einbauen
  9. Poolfolie oder Fliesen anbringen
  10. Erde an Seitenwänden auffüllen

Auch für einen Styropor-Pool brauchen Sie eine Bodenplatte als Fundament. Darauf beginnen Sie die Pool-Wände zu bauen, indem Sie einzelne Styropor-Steine zusammenstecken und mit Baumschaum verkleben. In die Styropor-Steine wird Baustahl gegeben. So stapeln Sie die Styropor-Steine Schritt für Schritt.

Markieren Sie sich auf dem Styropor den Platz für Düse, Skimmer und Co. Die Umrisse werden mit einer Stichsäge ausgesägt mit Baumschaum wird alles befestigt und Ritzen verschlossen. Dann füllen Sie die Styroporsteine mit Beton. Auf der obersten Schicht verteilen Sie ebenfalls Beton und streichen ihn glatt. Wenn der Beton nach einigen Wochen getrocknet ist, können Sie mit dem Poolbau fortfahren und Schläuche, Folie, Technik und Co anbringen.

Pool selber bauen
Einen Einbaupool zu bauen ist ziemlich aufwendig.© epixproductions-stock.adobe.com

5. Technik für den Pool

Wenn Sie einen Pool selber bauen möchten, brauchen Sie auch die notwendige Technik. Dazu gehören unter anderem:

  • Ein Skimmer, die Ansaugöffnung des Filters an der Wasseroberfläche, saugt das Beckenwasser ständig an und damit auch den Schmutz, der auf dem Wasser schwimmt.
  • Einlaufdüse
  • Filteranlage

Im Normalfall wird eine Sandfilteranlage verwendet und häufig im Set mit dem Pool angeboten. Wichtig ist eine korrekt dimensionierte Anlage, die den gesamten Beckeninhalt zirka alle fünf Stunden komplett filtert. Eine Reinigung der Anlage durch Rück- und Nachspülen fällt ein- bis zweimal wöchentlich an. Alternativ kommt bei kleinen Becken auch eine Kartuschenfilteranlage in Frage. Diese Komplettfilter sind besonders einfach zu handhaben. Der jährlich erforderliche Austausch der Kartuschen ist als Kostenfaktor zu berücksichtigen. 

Es gibt auch Pool-Sets* zu kaufen, die die notwendige Ausstattung für den Pool bereits enthalten.

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Die Reinigungsanlage eines Pools im Überblick. Eine gleichmäßige Wasserbewegung sollte über die gesamte Wasserfläche hinweg gewährleistet sein.© Straszburger

6. Pool mit Wasser füllen und leeren

Den Pool befüllen – grundsätzlich kein Problem, aber möglicherweise eine Zeitfrage. Bis 26.000 Liter Wasser und mehr durch einen Gartenschlauch geflossen sind, das kann dauern. Und wenn der Pool endlich aufgebaut ist, wollen die Kinder nicht mehr lange auf ihren Badespaß warten.

Sie können sich die Sache leichter machen. Die meisten kommunalen Wasserversorger verleihen gegen Kaution mit Zähler versehene Standrohre, über die Wasser direkt vom Hydranten in Grundstücksnähe gezapft werden kann. Dabei ist ein größerer Schlauchdurchmesser (C-Schlauch) hilfreich; damit lässt sich der Füllvorgang deutlich beschleunigen. Die entsprechenden Schläuche kann man leihen; es lohnt auch eine Anfrage bei der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr.

Bei Rückgabe des Standrohrs werden die angefallenen Kosten für das gezapfte Frischwasser mit der Kaution verrechnet. Eine Gebühr für das Abwasser wird dabei zunächst nicht fällig! Aber Achtung: Poolwasser, besonders wenn es Chlor, Algizide etc. enthält, ist Abwasser und sollte entsprechend entsorgt werden, als Gießwasser für den Garten kommt es jedenfalls nicht in Frage.

Insofern gilt: Wenn eine Pool-Leerung ansteht, melden Sie Ihrem Versorger die Wassermenge. Das ist auch erforderlich, falls Sie einen Gartenwasseranschluss mit separatem Zähler haben und darüber das Poolwasser entnehmen.

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