So verlegen Sie Pflastersteine

Pflastersteine verlegen: Anleitung und Muster

Keine Angst vor harten Steinen! Gepflasterte Wege sind einfacher zu realisieren, als gemeinhin angenommen wird. Aus einer schier unerschöpflichen Mustervielfalt zeigen und erklären wir die schönsten.

Weg pflastern: So verlegen Sie Pflastersteine
Weg pflastern: So verlegen Sie Pflastersteine© Selbermachen

Gartenwege haben nicht nur die Funktion, den Hausbewohnern den Gang zwischen Tür und Tor trockenen und sauberen Fußes zu ermöglichen. Gartenwege haben auch eine immense optische Wirkung für das ganze Anwesen aus Haus und Vorgarten. Deswegen steht die Frage "Was passt am besten zum Haus?" immer am Anfang der Überlegungen, welchen Stein Sie denn nun verlegen wollen.

Aber auch einige verarbeitungstechnische Details sollten Sie vor dem Kauf der Pflastersteine kennen. So sind zum Beispiel der hier gezeigte rechteckige Pflasterklinker und Betonsteine auf Grund ihrer hohen Maßgenauigkeit und dem leichten Handling eine gute Möglichkeit gerade für den nicht so versierten Selbermacher, den ersten eigenen Weg zu pflastern.

Beispiele von Pflasterwegen

Bilder von Pflasterwegen
Pflasterweg mit Pflanzenloch
© Bordes

Schritt 1/9: Pflasterweg mit Pflanzenloch

90-Grad-Kurve mit Pflanzloch

Natursteinoptik
© Bordes

Schritt 2/9: Natursteinoptik

Beton in Natursteinoptik

Läuferverband
© Bordes

Schritt 3/9: Läuferverband

Läuferverband aus Betonsteinen

Bruchsteinplatten
© Bordes

Schritt 4/9: Bruchsteinplatten

Bruchsteinplatten mit Moos-Fugen

Betonsteine
© Bordes

Schritt 5/9: Betonsteine

Betonsteine in verschiedenen Größen

Halbsegmentpflaster
© Bordes

Schritt 6/9: Halbsegmentpflaster

Halbsegmentpflaster aus Granit

Schuppenmuster
© Bordes

Schritt 7/9: Schuppenmuster

Zweifarbiges Schuppenmuster

Steinkreise
© Bordes

Schritt 8/9: Steinkreise

Ineinander verlaufende Steinkreise

Granitbossen
© Bordes

Schritt 9/9: Granitbossen

Weggabelung aus Granitbossen

Idealerweise planen Sie Ihre Wegbreite gleich so, dass Sie Ihr ausgewähltes Steinformat als Ganzes in den Sand setzen können, denn das exakte Zuschneiden der Steine erfordert großes Werkzeug und viel Geduld. Wegen der geraden Kanten werden die meisten Rechteck- Exemplare ohne Fugen verlegt, dennoch sollten Sie bei der Wegbreitenberechnung 1 bis 2 cm als Spielraum für Korrekturen hinzugeben.

Gearbeitet wird übrigens immer von der verlegten Fläche aus, denn sonst würden Sie das frisch abgezogene Sandbett zerstören. Günstig ist es, sich eine Schaltafel als Arbeitsfläche auf die Steine zu legen, damit Sie nicht einzelne Steine durch unachtsame Bewegungen eindrücken. Die endgültige Festigkeit bekommen die Steine nämlich erst nach dem Einkehren und Einschlämmen des feinen Fugensandes.

Mögliche Verlegemuster

Verlegemuster für Pflastersteine
Blockverband
© Tillman Straszburger

Schritt 1/4: Blockverband

Einfach zu verlegendes Muster, vor allem, wenn Sie die Wegbreite auf das Blockmaß ausrichten. So haben Sie keinen Verschnitt.

Fischgrätverband
© Tillman Straszburger

Schritt 2/4: Fischgrätverband

Hier werden die Steine gegenläufig aneinander gestoßen. Einfach zu legen, aber bei Diagonalanordnung im Weg hoher Zuschnittaufwand.

Flechtverband
© Tillman Straszburger

Schritt 3/4: Flechtverband

Hier brauchen Sie zwei Steingrößen, um die kleinen Lücken zu füllen. Füllen Sie die mit Splitt, haben Sie ein Sickerpflaster.

Läuferverband
© Tillmann Straszburger

Schritt 4/4: Läuferverband

Je nach Verlegerichtung hoher oder fast kein Steinzuschnitt nötig. Ansonsten sehr stabil, da keine Kreuzfugen entstehen.

Pflastersteine verlegen in vier Schritten

  1. Der Boden wird entlang des geplanten Weges 10 bis 15 cm ausgekoffert (je nach gewählter Steindicke), das Grünzeug wird großzügig zurückgeschnitten.
  2. Wichtig: Der Untergrund muss weitgehend eben sein und wird vor dem Einbringen des Sandes/Splitts mit der Rüttelplatte (Leihgerät Baumarkt) gut verdichtet.
  3. Das Sandbett von 2 bis 5 cm wird mit Gefälle abgezogen, die verlegte Steinfläche müssen Sie ebenfalls mit einer Rüttelplatte verdichten. Bei Pflasterklinker Gummiplatte unter dem Rüttler montieren!
  4. Mit Quarzsand (eventuell 3:1 mit Zement mischen) füllen Sie die Steinfugen durch Einkehren.

Verbände aus Pflaster- und Bruchsteinen pflastern

Bei den sogenannten wilden Verbänden, also Flächen aus unregelmäßigen Bruchsteinen oder verschieden großen Rechtecksteinen, ist etwas mehr Geschick und Augenmaß gefragt, denn zumindest bei den möglichen Kombinationen aus Granitbossen und Bruchsteinen haben Sie unterschiedliche Steinhöhen. 

Bruchsteine sind aufwendig zu verlegen, weil die unregelmäßigen Steine im Verlauf genau ausgesucht oder angepasst werden müssen. Die Fugen bleiben offen.

Das macht das Nivellieren im Sandbett zu einer echten Fummelei. Viel an der Ausrichtarbeit lässt sich aber sparen, wenn Sie sich die Bruchsteine vor dem Verlegen genau ansehen und zum Beispiel die mitunter sehr buckligen Steine gleich aussortieren. Bruchsteine können Sie auf Grund ihrer sehr unregelmäßigen Kanten niemals mit gleichmäßigen Fugen verlegen. Sie können diese großen Fugen aber beispielsweise mit Kleinpflastersteinen füllen, einfach nur den Sand einkehren oder das Moos durchwachsen lassen.

Bei den wilden Betonsteinverbänden gibt es grundsätzlich ein wiederkehrendes Raster, in dem die verschieden großen Steine verlegt werden müssen. Eine Rasterzeichnung bekommen Sie natürlich von Ihrem Händler beim Kauf der Steine. Das Verlegeraster ist später kaum mehr zu erkennen.

Sie können sich auch Pflastersteine mit einem individuellen Muster selber machen!

Pflaster aus Bruchsteinen verlegen

Das Sandbett ist aller Pflaster Anfang
Zement unterharken
© Bordes

Schritt 1/4: Zement unterharken

Harken Sie bei Kleinpflaster (4/6) Zement in das Sandbett ein, damit die Steine später fester liegen. Nehmen Sie einen Sack Zement pro 10 qm Sandbett. Wichtig: Auch der Fugensand muss dann mit Zement gemischt werden.

Sandbett abziehen
© Bordes

Schritt 2/4: Sandbett abziehen

Das Sandbett wird bei Natursteinen nicht verdichtet, wohl aber mit der Wasserwaage oder einem Richtscheit abgezogen. Planen Sie 2 % Gefälle mit ein.

Bruchsteine auslegen
© Bordes

Schritt 3/4: Bruchsteine auslegen

Legen Sie die Bruchsteine so aus, dass zwischen ihnen Platz für jeweils einen Granitbossen bleibt. Bossen als Abstandhalter einlegen.

Steine ebnen
© Bordes

Schritt 4/4: Steine ebnen

Eine Maurerschnur haben Sie auf die endgültige Höhe plus einen Zentimeter fürs Abrütteln gespannt. Die Bruchsteine schlagen Sie mit dem Plattenhammer vorsichtig auf ebenjene Höhe.

Kreise, Bögen und Schuppenmuster pflastern

Die Königsdisziplin beim Pflastern ist das Verlegen von Bögen, Segmenten und Kreisen aus Granitbossen. Hier ist sehr genaues Arbeiten gefragt, denn Sie müssen die Steine für jede einzelne Position genau nach Größe und Geometrie aussuchen.

Damit das gelingt, sollten Sie sich den genauen Verlauf der Bögen mit einem Nagelzirkel in den Sand malen. Mit dem Pflastern beginnen Sie immer am Bogen selbst, dann arbeiten Sie sich zum Kreismittelpunkt hin vor. In der Regel müssen die Steine dabei sukzessive kleiner werden, weshalb Sie mindestens zwei verschiedene Steinformate (zum Beispiel 10/12 und 5/7) verwenden sollten. Ansonsten müssen Sie die Bossen mit dem Steinhammer auf Maß behauen, was wirklich kein Zuckerschlecken ist.

Kreisförmig verlegtes Pflaster bietet sich immer da an, wo sich etwa mehrere Wege treffen oder der Mittelpunkt sowieso ein kreisrunder Gullydeckel ist.

Gerade bei bogenförmigen Mustern ist das Spannen von Richtungs- und Höhenschnüren unerlässlich. Von Ihnen aus müssen Sie nämlich die Mittelpunkte der Kreisbögen schlagen. Um die Höhe exakt spannen zu können, schlagen Sie sich Pflöcke mit Höhenmarkierungen beiderseits des Wegs ein.

Muster pflastern

Pflastern: Schuppenmuster, Segmentmuster und Kreise
Schuppenmuster
© Tillman Straszburger

Schritt 1/4: Schuppenmuster

Wichtig ist es, dass Sie die äußeren Bogensteine zuerst auslegen und dann bogenweise (!) nach unten arbeiten. Die Steine werden dabei kleiner.

Segmentmuster
© Tillman Straszburger

Schritt 2/4: Segmentmuster

Das Verlegen des Segments funktioniert wie bei den Schuppen, nur sind es keine Halbkreisbögen. Auch hier unbedingt von außen mit Halbsegmentpflastersteinen aus Granit nach innen arbeiten.

Kreis 1
© Tillman Straszburger

Schritt 3/4: Kreis 1

Beginnend mit vier zum Quadrat arrangierten Steinen in der Mitte verlegen Sie nach außen hin Großpflaster (10/12) mit kleiner werdenden Fugen.

Kreis 2
© Tillmann Straszburger

Schritt 4/4: Kreis 2

Die einfache Lösung: Mit nur zwei verschiedenen Steinformaten ist es bei Betonpflaster möglich, einen Kreis zu legen. Es handelt sich um ein Trapez- und ein Rechteckformat, die im Wechsel verlegt werden.

Bögen pflastern: das richtige Vorgehen

Bei Bögen gilt: Erst aufzeichnen, dann lospflastern
Sandbett kontrollieren
© Bordes

Schritt 1/4: Sandbett kontrollieren

Das Sandbett ziehen Sie auf die endgültige Höhe plus 1 cm ab. Kontrollieren können Sie das an den Schnittpunkten der gespannten Schnüre. Die zeigen in diesem Fall Höhe und Kreisbogen-Mittelpunkt an.

Viertelkreise ziehen
© Bordes

Schritt 2/4: Viertelkreise ziehen

Ausgehend von den Wegecken schlagen Sie Viertelkreise mit einem selbstgebauten Zirkel. Der Radius entspricht genau der halben Wegbreite.

Weitere Kreise ziehen
© Bordes

Schritt 3/4: Weitere Kreise ziehen

Spannen Sie über die beiden Schnittpunkte der Viertelkreise mit den Randsteinen eine Schnur. Vom Schnittpunkt dieser Schnur mit der Wegachsenschnur aus schlagen Sie dann den nächsten Halbkreis. Die Achse ist später genau einen Stein breit.

Fugen füllen
© Bordes

Schritt 4/4: Fugen füllen

Sind die Bossen verlegt, kehren Sie mit einem Besen das Sand-Zement-Gemisch in die Fugen.

Aufselbermachen.de finden Sie weitere Anleitungen rund um das Thema Pflastersteine verlegen und Gartenwege gestalten.

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