Für jede Anwendung die richtige Säge

Sägen: Arten, Handhabung und Pflege

Ein scharfes Sägeblatt ist Voraussetzung für einen sauberen Schnitt. Ob dicke Balken, Fußbodenleisten oder fein furniertes Holz, ob Aluminium, Metall oder Kunststoffe – für jedes Material gibt es Spezialisten. Wir stellen Sie im Einzelnen vor und geben Tipps zur richtigen Handhabung und Pflege Ihrer bezahnten Lieblingen. 

Sägen Kompakt-Wissen: So finden für jede Anwendung die richtige Säge
Sägen Kompakt-Wissen: So finden für jede Anwendung die richtige Säge!© Archivist - stock.adobe.com

Sägen gehört zu den wichtigsten Grundtechniken der Holzbearbeitung, die jeder Heimwerker beherrschen sollte, um exakte Schnitte zu erzielen. Nicht nur Schärfe und Qualität der Säge bestimmen dabei das Ergebnis, es kommt auch auf den richtigen Einsatz an. So lässt sich eine Leiste mit der Feinsäge und der Gehrungslade immer noch besser zuschneiden als mit der Stich- oder Handkreissäge.

Wenn besonders präzise Schnitte gefragt sind, sind die Spezialisten unter den Handsägen den elektrisch betriebenen Maschinen nach wie vor überlegen. Mit der passenden Handsäge kann man um einiges exakter und vor allem ausrissfrei arbeiten, beispielsweise lassen sich mit Feinsäge und Gehrungslade pass- und winkelgenaue Fußbodenleisten sägen.

Säge-ABC: typische Sägenarten im Überblick

Für fast jedes Material gibt es die passende Säge. Damit Sie den Überblick behalten, haben wir Ihnen das Säge-ABC übersichtlich zusammengestellt.

Astsäge
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Astsäge: Die Astsäge ist mit schmalem Blatt zum Aussägen von Büschen an engen Stellen ausgestattet. Das gekrümmte Sägeblatt mit Spezialzahnung bringt beim Zug höchste Leistung.

Baumsäge: Baumsägen gibt es mit hohem Bügel für große Durchmesser, sowie mit niedrigem Bügel für für präzises, leichtes Schneiden an schwer zugänglichen Ästen. Das auswechselbare Hobelzahn-Sägeblatt ist mit einem Schnellspannhebel um 360 Grad drehbar.

Feinsäge: Die Feinsäge zeigt als Besonderheit ein gekröpftes, umlegbares Blatt zum Sägen von beiden Seiten. Das extrem scharfe Gerät springt beim Ansägen nicht und liefert dadurch einen faserfreien Sägeschnitt.

Furniersäge: Diese Säge hat ein breites Blatt und eine gezahnte Spitze. Die Spezialsäge arbeitet auf Zug, damit die empfindlichen Furniere nicht splittern. Eine Furniersäge eignet sich auch hervorragend für den Modellbau.

Gehrungssäge
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Gehrungssäge: Gehrungssägen zeichnen sich durch fixierbare Winkeleinstellungen aus. Die Standardwinkel rasten automatisch ein. Eine exakte Führung des Sägebügels ist garantiert. Sägeblätter gibt es für Holz und Kunststoff bzw. für Metall und Aluminium.

Handsäge
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Handsäge: Diese Säge ist mit einem Holzheft ausgestattet und auch unter der Bezeichnung "Fuchsschwanz" bekannt – der Klassiker unter den Handsägen. Die Zähne einer Handsäge sind abwechselnd nach links und rechts leicht gebogen (geschränkt), damit sich das Sägeblatt freischneidet und nicht in der Schnittfuge klemmen kann.

Metallsäge
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Metallsäge: Metallsägen gibt es in leichter Ausführung mit Kunststoffgriff zum Schneiden von Messing, Kupfer, Eisen, Stahl und auch Holz.

Metallbügelsäge: Metallbügelsägen sind mit einem schwerem Rückenbügel und Holzgriff ausgestattet, um beim Sägen von Metall mehr Stabilität zu bieten. Für den genauen Schnitt durch Metallprofile muss das Blatt sehr straff gespannt sein. Bügelsägen gibt es natürlich auch für Holz: Die grobzahnige Bügelsäge zum Schneiden von Stämmen und Balken mit großem Durchmesser hat einen speziellen Räumzahn, der das Sägemehl aus der Schnittfuge transportiert.

Porenbetonsäge: Porenbetonsägen haben eine deutliche, grobe Zahnung. Beim Zuschneiden von Porenbetonsteinen tut es allerdings auch ein ausgedienter Fuchsschwanz (Handsäge).

PUK-Säge
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"PUK-Säge": Diese Säge ist eine kleine, kompakte, zusammenklappbare Säge für Metall und Kunststoff.

Stichsäge: Stichsägen dienen zum Sägen von Ausschnitten in Holz. Die Sägeblätter eignen sich in der Regel auch für Kunststoffe.

Universalstichsäge: Diese Sägegibt es auch auch mit auswechselbaren Sägeblättern für Holz, Kunststoff und Metall.

Was ist beim Gebrauch der Säge zu beachten?

Vor Beginn der Sägearbeiten sollten Sie das Werkstück zu allererst einspannen oder fixieren, damit es nicht verrutschen oder federn kann. Auch die Schnittlinien müssen so angezeichnet werden, dass sie deutlich zu erkennen sind. In welcher Richtung die Säge geführt werden muss, zeigt die Stellung der Zähne.

  1. Weisen sie nach vorn (wie etwa bei der Gestellsäge), arbeitet man "auf Stoß", bewegt das Sägeblatt also vom Körper weg. Beim Zurückziehen ("Zug") wird die Säge dabei ohne Druck im Sägespalt geführt. Auch beim Vorwärtsschieben muss kaum Druck ausgeübt werden, denn das Eigengewicht der Säge und die Zahnung sorgen für ein ausreichendes Greifen der Sägezähne.
  2. Bei rückwärts weisenden oder wenig geschränkten Zähnen (etwa bei der Rückensäge) ist es genau umgekehrt. Die ersten Sägebewegungen laufen jedoch immer entgegen der Schnittrichtung, beim Fuchsschwanz also auf Zug.
Kerzenwachs macht das Sägeblatt gleitfähiger. Wenn das Blatt dann noch gereinigt ist, geht es wie geschmiert.

Richtiger Druck und flacher Winkel für sauberen Schnitt

Die Faustregel: Je weniger Druck ausgeübt wird, desto weniger wird der Schnitt verlaufen, also von der Sägelinie abweichen.

Beim Sägen sollten möglichst immer viele Zähne eingreifen. Man beginnt flach, damit die Säge nicht springt, und sägt dann in langen, gleichmäßigen Zügen, wobei die volle Blattlänge ausgenutzt werden sollte. Ein Winkel von etwa 25 Grad garantiert einen sauberen Schnitt. Ist der Sägewinkel steiler, reißt der Werkstoff schneller aus.

Wenn es schwer wird, mit der Säge zu arbeiten, macht Kerzenwachs das Sägeblatt gleitfähiger. Sägen mit ungehärtetem Blatt können auch so leichtgängiger gemacht werden: Sägeblatt mit beidseitiger Hartholzzulage in einen Schraubstock klemmen, Zähne mit der Schränkzange leicht nach außen biegen. Dadurch wird die Schnittfuge breiter als das Sägeblatt, die Säge klemmt nicht mehr.

Sägen richtig aufbewahren

Werden Sägen nicht korrekt aufbewahrt, besteht leicht die Gefahr, dass sie sich verziehen oder stumpf werden. Sägen mit einem frei stehenden Blatt wie Fuchsschwanz, Stichsäge und Furniersäge sollte man mit dem Blatt nach unten aufhängen. Sie dürfen auch beim Transport nicht eingeklemmt oder gebogen werden. Mögliche Folgen: ein verzogenes Sägeblatt, verbogene Zähne.

Um das Sägeblatt zu schützen, hat es sich bewährt, ein altes Schlauchstück der Länge nach aufzuschneiden und als Schutz über die Sägezähne zu schieben. Das hält die Säge scharf und vermeidet Verletzungen. Vor Rostansatz schützt eine dünne Schicht Vaseline oder säurefreies Fett, das nach Gebrauch aufgetragen wird.

Zum Weiterlesen:Welche Werkzeuge sollten Sie als Grundausstattung unbedingt zu Hause haben? Und eignen sich dafür auch die Eigenmarken der Baumärkte?

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