Schwedische Klassiker

IKEA-Möbel schneller aufbauen

Sie kennen sicher diese Samstage, an denen man "mal eben" ein Möbel aus dem Einrichtungshaus holt, aber der Aufbau dann wieder bis in die Abendstunden dauert? Wir haben uns einmal eine Reihe IKEA-Möbelklassiker vorgenommen und geschaut, wie man sie etwas schneller und leichter aufbauen kann.

IKEA-Hacks IKEA
Lesen Sie, wie Sie die Produkte eines großen schwedischen Möbelhauses besonders schnell aufbauen.© Oliver Breitwieser

Eines vorweg: Wir wollen hier nicht den Ikea-Aufbauanleitungen Konkurrenz machen. Warum auch, führen sie doch ohne große Worte den Kunden ans Aufbauziel – wenn er sich denn an die Reihenfolge hält. Denn geben Sie es zu, Sie haben auch schon einmal gedacht, den Aufbau durch eine kleine Reihenfolgenänderung zu beschleunigen, oder?

Wir kennen das natürlich gut, denn uns geht es auch manchmal so. Doch dann müssen wir immer wieder feststellen, dass nur derjenige flugs ans Ziel kommt, der die Anleitung, ohne Zwischenschritte auszulassen, abarbeitet. Daher muss man den "Beschleunigungshebel" an anderer Stelle ansetzen – und das möchten wir Ihnen anhand von fünf Möbelklassikern zeigen.

Weitere IKEA-Hacks finden Sie hier.

Sie werden sehen, die Tipps lassen sich ganz leicht auch auf andere Möbel übertragen, da die Beschlagstechnik stets die gleiche ist. Wenn Sie dann das nächste Mal ein Möbel aufbauen, haben sie all die Kniffe parat und können die Aufbauzeit bestens reduzieren!

Schraubentüte aufreißen und los geht’s? Bloß nicht, denn so geht schnell eine wichtige Schraube verloren. Besser, man schneidet die Tüte mit einer Schere auf und schüttet den gesamten Inhalt in eine Schale oder einen Teller. So behält man den Überblick und kann gut in der Schale nach der benötigten Schraube, dem Dübel oder dem Beschlag suchen, ohne dass etwas verloren geht.

Billy: Der schwedische Klassiker

Das Billy-Regal gehört zu den Klassikern im Ikea-Programm, und sicher werden auch Sie schon ein solches Regal zusammengesetzt haben. Und haben Sie zur Montage den beiliegenden Inbusschlüssel benutzt? Versuchen Sie es beim nächsten Mal mit einem Akkuschrauber, und sparen Sie kostbare Montagezeit.

Billy: Der schwedische Klassiker
© Oliver Breitwieser

Schritt 1/6: Drehmoment reduzieren

Um die Aufbauzeit zu verkürzen, benutzen Sie zum Eindrehen des Bolzenbeschlags einen Akkuschrauber mit einstellbarem Drehmoment. Reduzieren Sie das Drehmoment auf ein Minimum, und der Schrauber dreht den Bolzenbeschlag nur bis zum Schaft ein. Danach greift eine Rutschkupplung, und der Schrauber dreht frei.

© Oliver Breitwieser

Schritt 2/6: Bolzenbeschlag eindrehen

Um die Aufbauzeit zu verkürzen, benutzen Sie zum Eindrehen des Bolzenbeschlags einen Akkuschrauber mit einstellbarem Drehmoment. Reduzieren Sie das Drehmoment auf ein Minimum, und der Schrauber dreht den Bolzenbeschlag nur bis zum Schaft ein. Danach greift eine Rutschkupplung, und der Schrauber dreht frei.

© Oliver Breitwieser

Schritt 3/6: Exzenternocke eindrehen

Die Exzenternocke nur per Hand eindrehen!

© Oliver Breitwieser

Schritt 4/6: Markierungen einzeichnen

Noch bevor die Rückwand eingeschoben wird, kennzeichnen Sie den Sitz des mittleren Bords. Ist die Rückwand drin, werden die Markierungspunkte verbunden und die Rückwand eingenagelt.

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Schritt 5/6: Markierungspunkte verbinden

Noch bevor die Rückwand eingeschoben wird, kennzeichnen Sie den Sitz des mittleren Bords. Ist die Rückwand drin, werden die Markierungspunkte verbunden und die Rückwand eingenagelt.

© Oliver Breitwieser

Schritt 6/6: Kippsicherung befestigen

Ein vorgebohrtes 2-mm-Loch lässt die Schraube für die Kippsicherung sauber und gerade hineingleiten.

IKEA-Hack:Billy als Raumteiler

Kallax: Der quadratische Stauraum

Das erfolgreiche Kallax-Regal gibt es auch in Hochglanzvarianten. Umso wichtiger ist es, bei diesen Oberflächen zum Aufbau einen weichen Untergrund (Teppich oder zumindest den Transportkarton) zu benutzen und die Schutzfolien, die sich auf den empfindlichen Kanten befinden, wirklich erst ganz zum Schluss zu entfernen.

Kallax: Der quadratische Stauraum
© Oliver Breitwieser

Schritt 1/5: Holzdübel einklopfen

Mit dem Kunststoffhammer die Holzdübel vorsichtig in die Regalböden einklopfen. Anschließend mithilfe einer Zulage aus Holz, um die Kanten zu schützen, die Böden in die Rahmenwände treiben.

© Oliver Breitwieser

Schritt 2/5: Böden eintreiben

Mit dem Kunststoffhammer die Holzdübel vorsichtig in die Regalböden einklopfen. Anschließend mithilfe einer Zulage aus Holz, um die Kanten zu schützen, die Böden in die Rahmenwände treiben.

© Oliver Breitwieser

Schritt 3/5: Filzgleiter anbringen

Filzgleiter (liegen bei) unter dem Möbel schonen Parkett und Laminat, wenn das Möbel einmal verschoben wird.

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Schritt 4/5: Gummiaufkleber anbringen

Gummiaufkleber hingegen verhindern ein versehentliches Verschieben des Möbels.

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Schritt 5/5: Rollen montieren

Die optionalen Rollen werden aus Gründen der Stabilität ein Stück weit eingerückt.

Zwar werden die Rollen an einem Kallax-Regal eingerückt verschraubt, doch eine Rückfrage bei Ikea ergab, dass man bei dem Regal mit 2 x 2 Kästen, also dem kleinen quadratischen, die Rollen besser an der Außenkante positioniert. Dadurch wird insgesamt die Standfläche des Regals vergrößert, und es neigt nicht zu schnell zum Kippen. Von der Rollenmontage an aufrecht stehenden Regalen ist abzuraten!

IKEA-Hack:Aus Kallax wird eine Garderobenbank!

Poäng: Schichtverleimt und formgebogen

Der Poäng-Freischwinger ist mit einem abnehmbaren Polstersitz ausgestattet, und der lässt sich schnell und einfach tauschen. Ebenso kann der Bezug auch gewaschen werden. Der Bezug lässt sich am leichtesten wieder aufziehen, wenn er gerade aus der Waschmaschine kommt und noch grifffeucht ist.

Poäng: Schichtverleimt und formgebogen
© Oliver Breitwieser

Schritt 1/5: Gestell verschrauben

Überall, wo es möglich ist, sollten Sie den Akkuschrauber benutzen. So auch beim Verschrauben des Gestells. Denken Sie auch hier wieder dran, das Drehmoment am Elektrogerät zu reduzieren, damit die Schrauben nicht das Holz verletzen.

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Schritt 2/5: Schraubenlack auftragen

Die Schrauben sind übrigens mit einem Schraubenlack (blau) versehen, der verhindert, dass sie sich später von selbst lösen.

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Schritt 3/5: Gummiring anbringen

Nicht vergessen: Der Gummiring zwischen Arm- und Rückenlehne verhindert Reibungen zwischen den Hölzern.

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Schritt 4/5: Verbindungsbeschlag montieren

Mit einem Schraubendreher wird der Verbindungsbeschlag in Position gehalten und die Inbusschraube hineingedreht.

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Schritt 5/5: Abnehmbarer Bezug

Der Bezug lässt sich leicht abnehmen und waschen!

Wer noch ältere Poäng-Sessel sein Eigen nennt, wird wissen, dass sich die Schrauben mit der Zeit leicht lösen. Hilfe bringt ein Tropfen Nagellack auf der Schraube, die dann schnell wieder eingedreht wird. Die Schraube ist damit perfekt gesichert!

Faktum: Das individuelle Schranksystem

Eine Ikea-Küche aufzustellen ist nicht besonders schwer. Mühevoller ist die vorhergehende Zusammenstellung der einzelnen Elemente, denn schnell ist ein wichtiges Teil vergessen. Unser Tipp: Nutzen Sie die Küchenplanung per Internet und Computer! Am Ende können Sie sich sogar eine Bestellliste mit allen Artikeln ausdrucken.

Faktum: Das individuelle Schranksystem
© Oliver Breitwieser

Schritt 1/8: Akkuschrauber verwenden

Wer eine Faktum-Küche aufstellt, wird eine große Anzahl von Schrauben verwenden. Gut ist es da, wenn man auf einen Akkuschrauber zurückgreifen kann. Auch hier gilt es wieder, das Drehmoment niedrig einzustellen, damit sich die Schrauben weder ins Holz "fressen" noch durchdrehen.

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Schritt 2/8: Drehmoment einstellen

Wer eine Faktum-Küche aufstellt, wird eine große Anzahl von Schrauben verwenden. Gut ist es da, wenn man auf einen Akkuschrauber zurückgreifen kann. Auch hier gilt es wieder, das Drehmoment niedrig einzustellen, damit sich die Schrauben weder ins Holz "fressen" noch durchdrehen.

© Oliver Breitwieser

Schritt 3/8: Rückwand einsetzen

Die Rückwand wird zu zweit eingesetzt. Der eine drückt sie in die Ecke, der andere nagelt sie fest. So wird eine Ecke nach der anderen bearbeitet.

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Schritt 4/8: Möbelfüße einstellen

Möbelfüße mithilfe der Wasserwaage einstellen.

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Schritt 5/8: Sitz der Möbelgriffe markieren

Den Sitz der Möbelgriffe mit einem Vorstecher markieren. So rutscht der Bohrer nicht ab!

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Schritt 6/8: Topfband einstellen

Steht die Tür schräg, dann muss das Topfband an seinem "Arm" eingestellt werden. Dazu die vordere Schraube hineindrehen, um die Tür nach innen zu ziehen oder umgekehrt.

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Schritt 7/8: Schraube verstellen

Hat die Tür zu viel Abstand zum Korpus, wird die hintere Schraube verstellt.

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Schritt 8/8: Montageplatte verschieben

Hängt die Tür zu hoch oder zu tief, wird die Montageplatte gelöst und verschoben.

Karlstad: Das Sofa zum Kombinieren

© Oliver Breitwieser

Vielleicht haben Sie sich auch schon einmal gefragt, wie man ein großes Ikea-Sofa durchs Treppenhaus oder die Eingangstür bekommt? Die Antwort liegt ganz nah: in handlichen Kartons! So erhalten Sie auch das Karlstad-Sofa in zwei Paketen, die man in die meisten Autos verstauen kann. Wie groß die Pakete im Einzelnen sind, finden Sie auf der Produktseite unter "Weitere Informationen", "Verpackungsmaße und Gewicht". Dann weiß man, ob’s passt!

Karlstad: Das Sofa zum Kombinieren
© Oliver Breitwieser

Schritt 1/3: Falten herausstreichen

Schon von Anfang an müssen die Bezüge glatt und stramm aufgezogen werden. Streichen Sie überall sorgfältig die Falten heraus.

© Oliver Breitwieser

Schritt 2/3: Stoff befestigen

Mit kräftigem Zug wird der Stoff an den Klettbändern befestigt.

© Oliver Breitwieser

Schritt 3/3: Seitenteile anbringen

Die Seitenteile werden zuerst komplett bezogen und anschließend mit den Gewindestangen und Schrauben an dem Sitzelement befestigt.

Die Bezüge sind benutzerfreundlich waschbar. Man sollte sie aber nicht zum Trocknen auf eine Wäscheleine hängen, sondern noch im feuchten Zustand, gleich, wenn sie aus der Waschmaschine kommen, auf die Polster aufziehen. Ebenso leicht ist der schnelle Farbwechsel mit einem separaten Bezug ausgeführt!

Zum Weiterlesen:5 Ideen, eine Kommode zu verschönern!

Auch interessant: Beize oder Holzlasur - was sind die Unterschiede?

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