Bodenbeläge

Alte Holzböden verschönern und neu belegen

Nicht immer ist Abschleifen das Beste für einen alten Holzboden. Wir zeigen Ihnen drei alternative Möglichkeiten, zu einer schönen Bodenfläche zu kommen.

Neuer Bodenbelag auf alten Dielen
Wenn alte Holzdielen nicht gerettet werden können, ist ein neuer Bodenbelag die Lösung.© C. Bordes

Mieter schöner Altbauwohnungen kennen sie zur Genüge: die Küchenböden aus einem uralten Holzdielen-Fliesenbelag-Mix. Die Dielen sind oft stark geschüsselt, die Fliesen gesprungen, der Übergang hat oft einige Zentimeter Höhendifferenz. Abschleifen würde die Optik nur unwesentlich verbessern. Am besten ist es, den alten Holzboden zu vergessen und einen neuen Belag einzubauen. Dabei stellen sich Ihnen drei typische Probleme: die verschiedenen Beläge, deren unterschiedlichen Höhen sowie die Unebenheit der Dielen.

Alter Holzboden - das Wichtigste im Überblick

Ein normaler Estrich oder eine Ausgleichsmasse wäre zu spröde, um die unvermeidlichen Schwingungen der Dielen mitzumachen und würde früher oder später brechen. Es ist also entscheidend wichtig, welches Material Sie wählen, um den alten Boden auszugleichen und eine neue, glatte Oberfläche zu schaffen. Wir haben die besten drei Möglichkeiten zusammengestellt.

Alten Holzboden mit Steinbelag verschönern

Bei den "Rockies" handelt es sich um ein Gemisch aus Quarzkieselsteinen und einer Kunstharzmasse, die Sie gleichmäßig auf dem Boden verteilen und die dann zu einem harten und hochbelastbaren Bodenbelag wird. Der Clou: Ab einer Belagdicke von zwei Zentimetern und mit einem untergelegten Trennvlies zur Entkopplung werden die "Rockies" zu einer selbsttragenden Platte, die Sie mit wenig Aufwand auch wieder ausbauen können. Dieser Bodenbelag mit durchgehender, ebener Oberfläche, die auch auf problematischsten oder schwingenden Untergründen dauerhaft funktioniert, kommt ohne die sonst unbedingt notwendigen Dehnungsfugen zwischen Dielen und Fliesen aus. Wasserdichtigkeit erzielen Sie allerdings erst, wenn Sie auf die getrocknete Fläche einen Porenspachtel auftragen, der erstens die Poren schließt und zweitens transparent trocknet.

Die "Rockies" bekommen Sie in vielen Farben und Körnungen, wobei einige davon dem Außenbereich vorbehalten sind. Mit einer 25-kg-Trommel (je nach Sorte ab etwa 70 Euro) schaffen Sie je nach Schichtdicke und Körnung maximal ein bis zwei Quadratmetr. Harz, Härter und Werkzeug sind in der Regel inklusive.

Rockies einbauen
Alte Dielen - Trennvlies ausrollen
© Christian Bordes

Schritt 1/6: Trennvlies ausrollen

Das Trennvlies rollen Sie auf dem Boden aus und fixieren es mit Klebebändern. Die Stöße sorgfältig abkleben.

Alte Dielen - Mischung einfüllen
© Christian Bordes

Schritt 2/6: Mischung einfüllen

Mischen Sie Kunstharz und Härter gut miteinander und kippen Sie die Masse in die große Trommel mit den Quarzkieselsteinen.

Alte Dielen - Deckel verschließen
© Christian Bordes

Schritt 3/6: Deckel verschließen

Wichtig: Trommel und Deckel müssen mit starkem Klebeband verschlossen werden, damit beim anschließenden Mischen nichts auslaufen kann.

Alte Dielen - Trommel rollen
© Christian Bordes

Schritt 4/6: Trommel rollen

Rollen Sie die Trommel mehrere Minuten lang hin und her, damit sich die Komponenten gut miteinander vermischen.

Alte Dielen - Masse verteilen
© Christian Bordes

Schritt 5/6: Masse verteilen

Dann schütten Sie die Masse auf dem Boden, verteilen sie mit dem Glätter und ziehen sie ab. Glätter regelmäßig in Spülwasser tauchen, dann geht’s leichter.

Alte Dielen - Porenspachtel auftragen
© Christian Bordes

Schritt 6/6: Porenspachtel

Nach dem Durchtrocknen tragen Sie den Porenspachtel auf, ebenfalls mit dem Glätter.

Alten Holzboden durch Spachteln verschönern

Für den Ausgleich von mehr oder weniger stark schwingenden Dielen dürfen Sie keine normale Ausgleichsmasse verwenden, sondern eine flexible. Diese Massen funktionieren so, dass sie im Gegensatz zu den selbsttragenden "Rockies" eine feste Verbindung mit den Dielen eingehen, die schwingende Masse so erheblich vergrößern und die Schwingungen dadurch vermindern. Ausgleichsmassen sind fast ebenso elastisch wie das Holz. Dazu müssen sie entweder faserarmiert sein (Glasfasern sind in der Masse verteilt), oder die Armierung findet in Form einer Gazerolle statt, die Sie vor dem Aufbringen der Masse auf dem Holzboden festtackern.

Wichtig: Beim Belagswechsel Diele/Fliese müssen Sie eine Dehnungsfuge einbauen, sonst reißt Ihnen die Oberfläche an dieser Stelle auf. Ausgleichsmassen sind selbstverlaufend. Sie müssen sie lediglich grob auf Höhe abziehen.

Holzboden ausgleichen
Alte Dielen - Fugen verschließen
© Christian Bordes

Schritt 1/4: Fugen verschließen

Alle Fugen, durch die die Masse weglaufen kann, schließen Sie mit einem Mörtel.

Alte Dielen - Holzfläche grundieren
© Christian Bordes

Schritt 2/4: Holzfläche grundieren

Alle Holzflächen müssen Sie einmal satt grundieren. Verwenden Sie dazu einen Quast. Nichtsaugende Untergründe dürfen Sie nicht grundieren!

Alte Dielen - Bewegungsfuge einbauen
© Christian Bordes

Schritt 3/4: Bewegungsfuge einbauen

Am Belagsübergang müssen Sie eine Bewegungsfuge einbauen. Kleben Sie dort einfach einen Styroporstreifen auf ein doppelseitiges Klebeband.

Alte Dielen - Masse verteilen
© Christian Bordes

Schritt 4/4: Masse verteilen

Bringen Sie die Masse aus, verteilen und entlüften Sie sie mit dem Besen und ziehen Sie sie mit einer Rakel auf etwa 2 cm Höhe ab.

Parkett auf alten Holzboden verlegen

Auch wenn es auf den ersten Blick unlogisch zu sein scheint, kann es doch sinnvoll sein, einen alten Holzboden mit einem neuen zu belegen. Vor allem dann, wenn der Einbau des neuen Bodens reversibel sein soll, was die beiden anderen Varianten nicht oder nur bedingt sind. Grundsätzlich ist es möglich, alle Arten von neuen Dielen, also Massivholz, Laminat und Mehrschichtparkett direkt auf die alten Dielen zu legen. Dazu dürfen die aber nicht zu stark geschüsselt sein, sonst liegen die neuen Dielen nicht plan auf und können brechen. Bei stark schwingenden Altdielen empfehlen wir, zunächst eine Schicht Verlegespanplatten einzubauen, die Sie einfach mit Spaxschrauben auf den Dielen verschrauben.

Legen Sie die Spanplatten immer quer zu den Altdielen, wie übrigens auch die neuen Dielen. So erreichen Sie eine bessere Lastverteilung. Bei Massivholzdielen ist es wichtig, dass Sie die mit dem Untergrund verschrauben. Massivholz arbeitet nämlich stärker als Mehrschichtparkett und Laminat und würde sich relativ schnell verziehen. Dieses Verschrauben funktioniert allerdings nur auf den ebenen Verlegespanplatten, nicht auf den unebenen Altdielen.

Parkett auf Holzboden
Alte Dielen - Massivholzdielen schichten
© Christian Bordes

Schritt 1/4: Massivholzdielen schichten

Unter Massivholzdielen müssen Sie eine Schicht Verlegespanplatte legen, um die Schwingungen des Altbodens aufzufangen und die Dielen schrauben zu können.

Alter Dielenboden - Zugeisen fixieren
© Christian Bordes

Schritt 2/4: Zugeisen fixieren

Um die massiven Dielen fugendicht zu verlegen, brauchen Sie ein Hebelwerkzeug (Zugeisen) vom Hersteller. Werkzeug im Boden fixieren und...

Alte Dielen - Dielen anpressen
© Christian Bordes

Schritt 3/4: Dielen anpressen

... die Dielen durch den Hebel an die bereits verlegten anpressen.

Alte Dielen - Spaxschrauben setzen
© Christian Bordes

Schritt 4/4: Spaxschrauben setzen

Das Werkzeug am anderen Ende ebenfalls fixieren und die Spaxschrauben mit dem Akkuschrauber durch die Feder der Dielen schräg in die Spanplatte setzen.

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