Anzuchterde schimmelt: Die größten Fehler bei der Anzucht

Bevor sie ins Freiland gesetzt werden können, müssen einige Pflanzen vorgezogen werden. Wie Sie Schimmel auf der Anzuchterde und andere Fehler bei der Anzucht vermeiden, lesen Sie hier.

Anzucht
Bei der Anzucht können einige Probleme auftreten.© Egon-stock.adobe.com

Bei der Anzucht von Gemüse kann so einiges schief gehen: Wasser, Temperatur, Standort, Erde: alles muss passen, damit die Samen keimen und die Pflanzen gut wachsen. So verhindern Sie häufige Fehler rund um Anzuchterde und Co.

Anzuchterde schimmelt: Ursachen und Maßnahmen

Eines der häufigsten Probleme bei der Anzucht ist Schimmel. Um vorzubeugen, dass die Anzuchterde schimmelt, sollten Sie auf diese Dinge achten:

  • Nur Anzuchterde kaufen, die in geschlossenen Räumen gelagert wurde.
  • Bevor Sie die Anzuchterde verwenden, können Sie sie vorsichthalber keimfrei machen: Erhitzen Sie sie einfach für ca. 45 Minuten bei 120 Grad im Backofen. Das tötet Pilze und Keime ab.
  • Anzuchterde nach dem Öffnen zügig aufbrauchen. Wenn Sie sie lagern, nur in geschlossenen Räumen.
  • Reinigen Sie die Anzuchttöpfe aus dem Vorjahr gründlich! Entfernen Sie nicht nur alte Erd-Reste, sondern waschen Sie sie auch mit heißem Wasser aus Essigwasser. Nur so können Sie Schimmelsporen vernichten. Auch neu gekaufte Anzuchtschalen sollten Sie vorsichtshalber einmal reinigen.
  • Nehmen Sie die Abdeckung Ihrer Jungpflanzen zweimal pro Tag ab, damit mindestens für eine Stunde frische Luft an Pflanzen und Erde gelangt. Sobald die Samen gekeimt sind, brauchen Sie keine Abdeckung mehr.
  • Vermeiden Sie Staunässe unbedingt.
  • Etwas Sand auf der Anzuchterde kann Schimmelbildung hemmen.

Hat sich bereits Schimmel gebildet, sollten Sie die Abdeckung entfernen. Je nachdem, wie kräftig Ihr Keimlinge schon ist, können Sie sie aus der Erde nehmen. Entfernen Sie die Erde, die daran haften bleibt, so gut wie möglich. Leeren Sie die Töpfe und waschen Sie sie mit heißem Wasser und Essigwasser aus. Dann füllen Sie neue Erde ein.

Anzuchterde
Schimmel auf der Anzuchterde muss vorgebeugt werden.© Martina-stock.adobe.com

Samen keimen nicht

Damit die Samen keimen, sollten Sie im Voraus einige Dinge beachten. Schaffen Sie für Ihre Pflanzen optimale Bedürfnisse. Beachten Sie dabei, dass jede Pflanze andere Ansprüche hat:

  • Ist die Pflanze, die aufgehen soll, Licht- oder Dunkelkeimer? Bei Lichtkeimern müssen die Samen nur leicht mit Erde bedeckt werden, bei Dunkelkeimern kommen die Samen etwas tiefer in die Anzuchterde.
  • Was ist die optimale Keimtemperatur Ihrer Pflanze? Für Kaltkeimer ist ein Wohnraum beispielsweise nicht der geeignete Ort für die Anzucht. Hier ist ein kühler Kellerraum besser geeignet.

Wenn Ihre Samen nicht keimen, obwohl alle Bedingungen optimal sind, liegt es vielleicht daran, dass Sie sie zu lange aufbewahrt haben. Dann können sie nämlich ihre Keimfähigkeit verlieren.

Auch die Wasserversorgung muss stimmen: Damit die Samen keimen, müssen Sie sie regelmäßig anfeuchten. Am besten funktioniert das mit einer Sprühflasche, mit der sie täglich ein paar Mal etwas Wasser in die Anzuchttöpfe spritzen.

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Keimlinge gehen ein

Hin und wieder kommt es vor, dass die Samen zwar aufgehen und wachsen, die Keimlinge dann aber eingehen oder einfach aufhören zu wachsen. Nicht immer ist das ein Problem. Es kann nämlich auch sein, dass gerade die Wurzeln der Jungpflanzen wachsen und der Fortschritt deshalb einfach nicht zu sehen ist.

Wenn sich allerdings länger nichts mehr tut oder die Keimlinge sogar anfangen einzugehen, sollten Sie handeln. Eventuell versorgen Sie die Jungpflanzen mit zu viel oder zu wenig Wasser oder sie haben zu wenig Platz und Nährstoffe. Daher sollten Sie folgendes tun:

  • Überprüfen Sie, ob Sie Ihren Keimlingen die richtige Menge an Wasser geben (Ist die Erde oft trocken, sehr feucht oder staut sich das Wasser sogar?) Passen Sie die Wassermenge gegebenenfalls an: Die Anzuchterde sollte nicht trocken, aber auch nicht in Wasser getränkt sein.
  • Topfen Sie Ihre Keimlinge in größere Töpfe oder ins Freiland um (vorausgesetzt die Zeit passt).
  • In den größeren Töpfen können Sie von Anzuchterde auf herkömmliche Erde umsteigen. Diese enthält in der Regel auch schon Dünger.

Spätestens, wenn an der Unterseite des Anzuchttopfes die Wurzeln des Keimlings zu sehen sind, muss er in einen größeren Topf gesetzt werden.

Anzucht
Wenn die Keimlinge nicht weiter wachsen, müssen sie in einen größeren Topf gepflanzt werden.© Andreas-stock.adobe.com

Vergeilung bei den Keimlingen

Als Geilwuchs oder Vergeilung wird bezeichnet, wenn die Jungpflanzen zwar in die Höhe wachsen, aber nicht dicker und kräftiger werden. Grund dafür kann Lichtmangel und/oder zu viel Wärme sein.

Daher sollten Sie bei der Anzucht darauf achten, dass Sie Ihre Keimlinge an einen hellen, aber nicht zu warmen Ort aufstellen.

Sind Ihre Keimlinge bereits hoch und dünn gewachsen, sollten Sie sie umtopfen und pikieren, sobald das zweite Blattpaar aufgegangen ist.

Schädlinge bei der Anzucht

Auch bei der Anzucht kann es natürlich schon zum Schädlingsbefall kommen, zum Beispiel durch Trauermücken. Um zu verhindern, dass Sie sich solche Schädlinge mit der Anzuchterde ins Haus holen, sollten Sie die Erde vor dem Verwenden im Backofen erhitzen (45 Minuten bei 120 Grad).

Falls sich bereits Schädlinge in Ihren Anzuchttöpfen niedergelassen haben, finden Sie in diesen Artikeln Tipps, wie Sie sie wieder loswerden:

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