Draußen kochen

Gartenküche zum Nachbauen

Warum in der stickigen Küche kochen, wenn draußen die Sonne scheint? Eine Gartenküche bietet frische Luft, viel Platz und eine technische Ausstattung vom Feinsten. Mit unserer Anleitung können Sie die Outdoor-Küche selber bauen!

Gartenküche
In der Gartenküche können Sie während des Kochens frische Luft und gute Gespräche genießen.© Uwe Fischer

Eine Gartenküche ermöglicht nicht nur den Gästen, sondern auch dem Koch und seinen Gehilfen, während des Kochens am Gespräch teilzunehmen und dabei die frische Luft und das gute Wetter zu genießen.

Die Outdoor-Küche ist dabei sowohl leicht zu bauen, aber auch leicht zu bewegen. Unsere Konstruktion basiert auf einer modularen Bauweise, das heißt, wir haben keine klobige komplette Küchenzeile gebaut, sondern einzelne kleine Schränke, die nach Belieben und kulinarischen Erfordernissen zusammengestellt werden können.

Gartenküche
Die Gartenküche verfügt über alles, was man zum Kochen braucht.© Uwe Fischer

Ferner haben wir weitestgehend auf schweres Plattenmaterial für die Korpusse verzichtet (von den Böden und der Arbeitsplatte abgesehen) und statt dessen auf das leichtere Fichten(voll)holz in Form von Rahmenhölzern (58 x 58 mm) und von Profilbrettern zurückgegriffen.

Drittens weisen alle vier Schränke der Außenküche unter ihren Hinterfüßen stabile Bockrollen auf, über die sie einfach durch leichtes Ankippen verschoben werden können.

Weil Fichtenholz zwar leicht und preiswert, aber auf Dauer nicht wetterfest ist, kommt übrigens noch eine Wetterschutzfarbe ins Spiel. Das Weiß, zusammen mit der Eichen-Arbeitsplatte, macht unsere Gartenküche zur echten Landhausküche.

Gartenküche
© T. Straszburger

Maßgebend für die komplette Gartenküche ist die Länge der Eichen-Arbeitsplatte: Aus deren 3 Metern können Sie zwei 1-Meter- und zwei 50-Zentimeter-Schränke mit Arbeitsflächen bestücken.

Weil aber die Schnittbreite von der Länge verloren geht (jeweils 3 bis 4 Millimeter), sind die Schränke nur 99,5 und 49,5 Zentimeter lang. In der Höhe orientieren Sie sich an der gängigen Arbeitshöhe von insgesamt 90 Zentimeter.

Besonderheiten der Outdoor-Küche

Besonderheiten der Gartenküche
Reling über der Arbeitsplatte
© Uwe Fischer

Schritt 1/7: Reling über der Arbeitsplatte

Die Reling aus einem 16er Alurohr hängt über der Arbeitsplatte und bietet die wichtigen Utensilien griffbereit in Augenhöhe.

Küchenmodule auf Bockrollen
© Uwe Fischer

Schritt 2/7: Küchenmodule auf Bockrollen

Die Bockrollen unter den Küchenmodulen müssen für draußen geeignet sein. Gummiräder laufen besser als solche aus Kunststoff. (Wagner-System)

Wasseranschluss
© Uwe Fischer

Schritt 3/7: Wasseranschluss

Wasser kommt durch einen schlichten Gartenschlauch in Ihre neue Küche, denn einen Außenwasseranschluss haben Sie garantiert an Ihrer Hauswand.

Mini-Kühlschrank
© Uwe Fischer

Schritt 4/7: Mini-Kühlschrank

Der Mini-Kühlschrank ist ein absolutes Muss, denn das obligatorische Bier schmeckt nur kalt. Der Cooler kühlt (und wärmt!) seine 24 l Inhalt mit 230-V- und 12-V-Anschluss, arbeitet aber nicht ganz geräuschfrei. Er ist im Internet unter www.techgalerie.de für 139 Euro zu bestellen.

Küchenspüle
© Uwe Fischer

Schritt 5/7: Küchenspüle

Die Spüle darf nicht zu breit sein, sonst passt sie nicht in den 50er Schrankkorpus. Die Einzelspüle bekommen Sie für 49 Euro bei Ikea. Die Armatur darf nur einen Kaltwasser-Zulauf haben, sonst läuft’s durch den zweiten wieder raus.

Einbau-Gasgrill
© Uwe Fischer

Schritt 6/7: Einbau-Gasgrill

Der Einbau-Gasgrill heißt "Free Memphis" und bietet über vier Gasbrennern eine Grillfläche von 79 x 50 cm. Für ein Barbecue im Freien der ideale Helfer. Für 500 Euro bekommen Sie den bei www.santosgrills.de

Kochplatte
© Uwe Fischer

Schritt 7/7: Kochplatte

Die Kochplatte funktioniert nach dem Induktionsprinzip, hat 230-V-Anschluss und genug Power für jeden geeigneten Topf. 169 Euro bei Ikea.

Die Konstruktion der vier Grundmodule

Die Konstruktion der vier Grundmodule
Seiten- und Rückenwände nageln
© Uwe Fischer

Schritt 1/10: Seiten- und Rückenwände nageln

Die Seiten- und Rückwände sind aus Rahmen und Profilhölzern genagelt. Die Rahmenhölzer werden auf das exakte Maß gekürzt, die Profilhölzer sind am oberen Rahmenholz bündig, am unteren stehen sie etwa 10 cm über.

Profilhölzer abschneiden
© Uwe Fischer

Schritt 2/10: Profilhölzer abschneiden

Erst nach dem Nageln schneidet man die Profilhölzer per Handkreissäge als Ganzes ab, und zwar unter einem Winkel von 20° bis 30°, damit eine spitze Tropfkante entsteht.

Rahmenhölzer verschrauben
© Uwe Fischer

Schritt 3/10: Rahmenhölzer verschrauben

Die seitlichen Rahmenhölzer werden so verschraubt, dass sie mit den Profilbrettern nach außen bündig liegen. Zwei 100er-Schrauben pro Rahmenstoß reichen aus.

Plattendreieck leimen und schrauben
© Uwe Fischer

Schritt 4/10: Plattendreieck leimen und schrauben

In die Wandecken wird ein aussteifendes Plattendreieck geleimt und geschraubt.

Löcher vorbohren und ansenken
© Uwe Fischer

Schritt 5/10: Löcher vorbohren und ansenken

Für die Verschraubung von Rück- und Seitenwänden werden an Letzteren die Löcher auf 6 mm vorgebohrt und angesenkt.

Wände zusammen zwingen
© Uwe Fischer

Schritt 6/10: Wände zusammen zwingen

Dann werden die Rück- und beide Seitenwände bündig zusammengezwungen und jeweils zwei Schrauben pro Rahmenstoß gesetzt.

Rahmenhölzer ausklinken
© Uwe Fischer

Schritt 7/10: Rahmenhölzer ausklinken

Die Rahmenhölzer der Rückwand müssen dazu vorher ausgeklinkt werden, damit sie nicht mit denen der Seitenwände zusammenstoßen.

Bodenplatte verschrauben
© Uwe Fischer

Schritt 8/10: Bodenplatte verschrauben

Wenn der Rohbau steht, wird die Bodenplatte auf den unteren Rahmenhölzern verschraubt.

Zusatzholz zwischen Seitenwänden
© Uwe Fischer

Schritt 9/10: Zusatzholz zwischen Seitenwänden

Der Grillkorpus braucht auf der Vorderseite ein Zusatzholz zwischen den Seitenwänden

Arbeitsplatten schleifen und ölen
© Uwe Fischer

Schritt 10/10: Arbeitsplatten schleifen und ölen

Alle Eiche-Arbeitsplatten müssen gründlich geschliffen und satt geölt werden.

Ausschnitte für Grill und Spüle herstellen

Ausschnitte für Grill und Spüle herstellen
Skizze: Spülenschrank
© Tillman Straszburger

Schritt 1/5: Skizze: Spülenschrank

Das Abwasser aus der Spüle müssen Sie in einem passenden Kanister auffangen. Der steht im Spülenschrank hinter der Tür und ist mit einem flexiblen Schlauch direkt mit dem Abfluss verbunden.

Aufbau Grundkorpus
© Uwe Fischer

Schritt 2/5: Aufbau Grundkorpus

Der Grundkorpus ist bei allen vier Unterschränken gleich aufgebaut, lediglich die Länge der Rückwand variiert zwischen 49,5 und 99,5 cm.

Ausschnitt aufzeichnen
© Uwe Fischer

Schritt 3/5: Ausschnitt aufzeichnen

Anhand der Auflagemaße des Grills wird der Ausschnitt auf die Arbeitsplatte gezeichnet. Am saubersten schneiden Sie den Ausschnitt mit einer Tauchsäge, eine Stichsäge mit scharfem Sägeblatt und Pendelhub tut’s aber auch.

Platte verschrauben
© Uwe Fischer

Schritt 4/5: Platte verschrauben

Nach dem Ausschneiden bleibt eine U-förmige Platte übrig, die nun auf dem Korpus befestigt werden muss. Dazu bohrt man in die oberen Rahmenhölzer 6er-Löcher und senkt sie an. Dann wird von unten die Platte verschraubt.

Grill auflegen
© Uwe Fischer

Schritt 5/5: Grill auflegen

Der Grill sollte satt an allen drei Seiten aufliegen. Er ist so schwer, dass er nicht unbedingt fixiert werden muss. Das Zusatzholz im Korpus unter dem Grill dient als Stabilisation des Korpus, weil die Arbeitsplatte oben fehlt.

Das Baumaterial muss Wind und Wetter standhalten, was nicht alle Holzsorten können. Als Plattenmaterial empfehlen wir Birken-Multiplex, das wasserfest verleimt ist. Allerdings benötigen die Kanten einem schützenden Anstrich.

Als Arbeitsplatte kommt nur Eiche in Frage, keinesfalls Buche – denn die reagiert auf Wasser mit einem ungeheuren Expansionsdrang, sprich, sie reißt auf.

Für den Korpus verwendeten wir Profil- und Rahmenhölzer aus Fichte. Die werden durch den Anstrich geschützt. Alle Hölzer bekommt man im Baumarkt, wir haben unsere bei Max Bahr geholt.

Details machen die Schränke zur Outdoor-Küche

Erst die Details machen die Schränke zur Küche
Bodenhalter einsetzen
© Selbermachen

Schritt 1/9: Bodenhalter einsetzen

Für die Zwischenböden in den Unterschränken werden Bodenhalter eingesetzt. Die Böden müssen an den Ecken in Stärke der Aufrechten ausgeklinkt werden.

Löcher bohren
© Selbermachen

Schritt 2/9: Löcher bohren

Um die Reling zwischen die Rahmenhölzer setzen zu können, bohrt man in beide Aufrechte 16er-Löcher mit dem Forstnerbohrer, und ...

Alurohr einfädeln
© Selbermachen

Schritt 3/9: Alurohr einfädeln

... fädelt dann das 16er-Alurohr ein. Dazu müssen an einer Seite des Rahmens die Verbindungsschrauben etwas gelöst werden.

Tresenholz ausklinken
© Selbermachen

Schritt 4/9: Tresenholz ausklinken

Das Tresenholz muss um die Rahmenhölzer herum ausgeklinkt werden. Gehalten wird es mit je zwei über Kreuz gesetzten Spax.

Rahmen verschrauben
© Selbermachen

Schritt 5/9: Rahmen verschrauben

Der Rahmen selbst findet an der Rückseite des Unterschranks über insgesamt vier Schlossschrauben Halt. In seiner Breite entspricht er genau der des Schranks, so dass die Verbindung von Kantholz zu Kantholz besteht.

Türen verbinden
© Selbermachen

Schritt 6/9: Türen verbinden

Die Türen verbinden Sie mit jeweils zwei einfachen Bändern an den Aufrechten der Schränke. Berücksichtigen Sie die Scharnierstärke bei der Breitenberechnung der Türen.

Eckventil verschrauben
© Selbermachen

Schritt 7/9: Eckventil verschrauben

Um den Wasseranschluss möglichst elegant verschwinden zu lassen, verschrauben Sie das Eckventill innerhalb des Spülenschranks. Der Gartenschlauch wird durch ein 30er-Loch in der Rückwand geführt.

Kanister in der Spüle platzieren
© Selbermachen

Schritt 8/9: Kanister in der Spüle platzieren

Das Abwasser findet Platz in einem unter der Spüle platzierten Kanister. Für die Verbindung von Abfluss und Kanister verwenden Sie am besten einen flexiblen Abflussschlauch.

Reling für Spültücher
© Selbermachen

Schritt 9/9: Reling für Spültücher

Für allerlei Hand- und Spültücher ist die Reling gedacht, die Sie einfach an die Seiten der Schränke schrauben können.

Wasseranschluss für die Outdoor-Küche

Die einfachste Art, Wasser aus der Armatur zu bekommen, ist der Anschluss eines Gartenschlauchs. Für den Übergang benötigt man aus dem Baumarkt ein Eckventil zum Aufschrauben, ein Hahnstück für den Gartenschlauch sowie einen Flexschlauch für die Armatur. Eventuell müssen das Eckventil und das Hahnstück über ein passendes Reduzierstück verbunden werden.

Tipp: Um jedes Gewinde wird Teflonband gewickelt, welches das Ganze abdichtet. In jedem Fall braucht der Spülenunterschrank ein Loch, durch das der Gartenschlauch geführt wird.

Bei Nichtgebrauch lässt sich unsere Gartenküche einfach zu einer Zeile zusammenschieben. Haben Sie im Winter keinen geschützten Platz, nehmen Sie alle Geräte heraus und decken Sie die Küche mit einer Plane ab.

Der rückseitig am "Arbeitsschrank" angebrachte Rahmen bietet mit der Reling und dem Tresen eine erweiterte Arbeitsfläche und viel Platz für die benötigten "Werkzeuge". Das Schrankinnere ist als einziges der vier voll nutzbar.

Auf selbermachen.de finden Sie weitere Artikel und Anleitungen zum Thema Gartenmöbel.

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