Apotheke für Garten & Balkon

Heilpflanzen, die jeder im Garten haben sollte

Nicht immer muss man bei Schmerz und Krankheit nach Tabletten greifen. So bewährt sich die Heilkraft von Pflanzen bereits seit Jahrhunderten und wird von der wissenschaftlichen Medizin längst nicht mehr unterschätzt. Das Gute daran: Sie lassen sich ganz einfach auch Zuhause zu züchten. Diese Heilpflanzen machen Ihren Garten zur Sofort-Apotheke.

 
Heilpflanzen für Garten und Balkon © juefraphoto - stock.adobe.com
Um die Wirkung der Heilpflanzen nutzen zu können, muss man nicht immer in die Apotheke!

Bereits vor vielen hundert Jahren bildete die Wirkung von Heilpflanzen die Grundlage der Naturheilkunde in Klöstern. So belegen aus dem Mittelalter stammende Schriften, dass sich Mönche schon damals auf die heilende Wirkung verließen und sorgten dafür, dass dieses Wissen nicht verloren ging. Heutzutage werden aus rund 500 Heilpflanzen natürliche Arzneimittel hegestellt. Wir haben fünf dieser Heilpflanzen genauer unter die Lupe genommen, die Sie ganz einfach im Garten oder auf dem Balkon selber pflanzen können.
 

Gewürz- und Heilpflanze Thymian

Heilpflanzen - Thymian © tairen - stock.adobe.com

Der Thymian ist nicht nur eine beliebte Gewürzpflanze für die Küche, sondern dient auch als wichtige Heilpflanze zur Bekämpfung von Husten. Doch nicht nur bei Atemwegsbeschwerden wird Thymian gerne eingesetzt. In der Naturheilkunde wirkt er als das reinste Allheilmittel. Seine antibakteriellen, beruhigenden und entzündungshemmenden Wirkungen sind nur ein Bruchteil der heilenden Eigenschaften des Thymians. Zudem wirkt Thymian krampflösend und hilft somit, Spasmen bei Keuch- sowie Reizhusten zu lindern. Aber auch zur Behandlung des Verdauungssystems sowie in der Frauenheilkunde gewinnt diese Pflanze immer mehr an Beliebtheit.

Sehr lecker schmeckt Thymian als Gewürz und trägt so fast unauffällig zur Gesundheit bei. Auch als ätherisches Öl, Tee oder Tinktur kann der Thymian bei einer innerlichen sowie äußerlichen Anwendung seine volle Heilkraft entfalten.

Ursprünglich handelte es sich bei Thymian um eine Pflanze, die den mitteleuropäischen Winter schwer überlebte und schnell erfrierte. Doch mittlerweile wurden Sorten gezüchtet, wie z.B. „Deutscher Winter“, die dem Frost problemlos standhalten können. Diese Sorten brauchen jedoch einen Platz im Garten oder auf dem Balkon, der ihnen mageren Boden sowie volle Sonne bietet. 
 

Salbei: Eine der ältesten Heilpflanzen der Welt

Heilpflanzen - Salbei © Caroline Schrader - stock.adobe.com

Salbei zählt zu den ältesten bekannten Heilpflanzen. Während in Europa 36 verschiedene Salbeiarten bekannt sind, konnte sich vor allem der Echte Salbei (Salvia officinalis) als Heilpflanze durchsetzen. Oft werden seine Blätter bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut angewendet. Zudem haben sie eine ausgesprochen schweißhemmende sowie desinfizierende Wirkung, fördern den Stoffwechsel und regen die Verdauungstätigkeit an. All seine vielfältigen Einsatzbereiche machen den Salbei daher zu einem wahren Allheilmittel.

Meist wird Salbei in Form eines Tees getrunken. Ist die Mund- oder Rachenschleimhaut von größeren Entzündungen betroffen, hilft es, mit dem aufgebrühten Salbei zu spülen und zu gurgeln. Und auch das ätherische Öl des Salbeis kann innerlich aufgenommen werden. So kann das Öl unter anderem entzündungshemmend, krampflösend sowie antibakteriell wirken. Äußerlich angewendet kann das Salbeiöl sogar rheumatische Schmerzen lindern.

Doch Achtung! Sie sollten dringend darauf achten, eine nicht zu hohe Dosierung zu sich zu nehmen. Auch sollte Salbei nicht über einen zu langen Zeitraum eingenommen werden. Experten raten eine Anwendungsdauer von höchstens zwei bis vier Wochen. Kleinkinder, Schwangere und Stillende dürfen außerdem keinen Salbeitee trinken. Die Anwendung von Salbei sollte in diesen Fällen also vorher mit dem Arzt oder Apotheker besprochen werden.

Um ausgiebig zu gedeihen, benötigt der Echte Salbei einen sonnigen und warmen Standort. Auch sollte er zwar regelmäßig, jedoch nicht übermäßig gegossen werden. Staunässe kann er nicht leiden.
 

Sonnenhut (Echinacea spec.)

Heilpflanzen - Sonnenhut © JRP Studio - stock.adobe.com

Auch wenn Sonnenhut oft nur als Zierstaude angepflanzt wird, hat die purpurne Blume eine heilende Wirkung. So besitzt Sonnenhut die Fähigkeit, das körpereigene Immunsystem zu stärken und Infekte im Voraus abzuwehren. Dies wird unter anderem dadurch erreicht, dass die Fresszellen im Blut und Gewebe aktiviert werden. Wer beispielsweise zu Erkältungen neigt oder an chronischen Infektionen leidet, dem ist mit diesem Naturheilmittel gut geholfen.

Üblicherweise wird es als Frischpresssaft, Tabletten oder als Tee verabreicht. Sonnenhut soll aber auch eine schnelle Wundheilung fördern, weswegen die Blume auch gerne in Form einer Paste auf schlechtheilende Wunden aufgetragen wird. Auch wenn es keine belegbaren Studien zur genauen Wirkung des Sonnenhuts gibt, arbeitet die Naturheilkunde in Deutschland bereits seit dem 19. Jahrhundert mit dieser Heilpflanze.

Sonnenhut gedeiht vor allem auf trockenen und sandigen Böden gut. Zudem bevorzugt er einen hellen bis vollsonnigen Standort. So ist er auch für einen Platz mittig im Garten, auf den keinerlei Schatten fällt, sowie einen nach Süden gerichteten Balkon recht gut geeignet.

Achtung, Verwechslungsgefahr! Diese Pflanzen aus dem Garten können giftig sein.
 

Kamille - antientzündlich, wundheilend, krampflösend

Heilpflanzen - Kamille © HETIZIA_ChLesjak - stock.adobe.com

Die Kamille gehört zu den bekanntesten Arzneipflanzen überhaupt. Sie ist auch eines der ältesten pflanzlichen Heilmittel und gleichzeitig eines der am besten erforschten. Bereits in der Antike wussten Heilkundige um die positive Wirkung auf die Gesundheit des Menschen.

Kamille wirkt antientzündlich, krampflösend und antibakteriell. Egal ob bei Magen-Darm-Beschwerden, Erkältungen oder Entzündungen des Mund- und Rachenraums – Kamillenblüten bringen die notwendige Linderung. Aufgrund der milden Inhaltsstoffe ist Kamille zudem auch für Kinder geeignet. Es können sowohl äußerliche Wickel und Umschläge bei entzündlichen Stellen am Köper angewendet, als auch in Form von Tees innerlich aufgenommen werden.

Auch das Dampf-Inhalieren von aufgebrühter Kamille kann für die Linderung eines grippalen Infekts sowie einer Nasen-und-Nebenhöhlen-Entzündung sorgen. Geben Sie dazu eine Handvoll Blüten in heißes, jedoch nicht kochendes, Wasser. Decken Sie Ihren Kopf über der Schüssel mit einem Handtuch ab, sodass der Dampf nicht entweichen kann und Sie ihn direkt inhalieren. Verweilen Sie für 10 bis 15 Minuten über der Schüssel.  

Die Kamille bevorzugt ein sonniges und warmes Plätzchen, um ausreichend wachsen zu können. Was aber den Boden angeht, so ist diese Pflanze wenig anspruchsvoll.
 

Lavendel: Der wahre Ruhestifter

Heilpflanzen - Lavendel © Laszlo Lorik – stock.adobe.com

Lavendel ist ein natürliches Heilmittel gegen innere Unruhe und Stress. Mittlerweile ist Lavendel nicht mehr nur ein Heilmittel, sondern ein zugelassenes Arzneimittel, das hauptsächlich bei nervösen Erschöpfungszuständen, Einschlafstörungen und Angstzuständen verschrieben und eingesetzt wird. Diese Heilpflanze wird in den meisten Fällen zu Öl verarbeitet.

So strömt der Lavendel als Duftöl ein beruhigendes Aroma aus. Aber auch die äußere körperliche Anwendung von Lavendelöl ist heilend. Wenige Tropfen auf die Schläfen aufgetragen und einmassiert können zum Beispiel Kopfschmerzen lindern. Aber auch ein frisch aufgebrühter Lavendeltee aus Blüten und Blättern kann beruhigend und gar fiebersenkend wirken. Wer zudem einen Lavendeltee vor dem Zubettgehen trinkt, fördert einen tiefen und gesunden Schlaf.

Lavendel sollte man immer am frühen Morgen ernten. Dann ist der Duftstoffgehalt am höchsten. Da es sich bei Lavendel um eine Pflanze aus dem Süden handelt, braucht sie einen sonnigen und warmen Standort, der ihr einen nährstoffarmen und durchlässigen Boden bietet. Vor allem im Winter sollte drauf geachtet werden, dass der Lavendel nicht zu stark vernässt. Ansonsten könnte es zu Frostempfindlichkeit kommen.

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