Pflegeleichtes Terrassendeck

WPC-Terrassen verlegen

Holzterrassen sind der Traum vieler Hausbesitzer, haben aber ihre Tücken: Holz vergraut, reißt, splittert und verwittert. Das alles gilt nicht für "WPC-Terrassen" aus Holz-Kunststoff-Gemisch. Das Verlegen ist einfach, die Vorarbeiten auf alten Terrassen sind aber nicht zu unterschätzen.

Die WPC-Terrasse in ihrer vollen Pracht - und einfach verlegt!
Die WPC-Terrasse in ihrer vollen Pracht - und einfach verlegt!© Eike Krebs

Sie werden gern Barfußdielen genannt, weil sie mit nackten Füßen sehr angenehm zu begehen sind und weil sie bestimmt nicht splittern: Die WPC-Dielen. Ihr Geheimnis ist das Material. Statt wertvoller, oft tropischer Massivhölzer werden hier feinste Holzspäne mit einem Kunststoff gebunden und in Form gebracht. Auf Neudeutsch nennt man das Material "Wood-Plastic-Composite" oder kurz "WPC". Alle Hersteller dieser Dielen bieten stets ein komplettes System aus Dielen und Unterkonstruktion an. Das macht die Neuanlage einer Terrasse relativ einfach. Man muss nur bei den Vorarbeiten penibel auf das richtige Gefälle vom Haus weg achten.

Was ist WPC?

Die englische Abkürzung heißt schlicht "Wood-Plastic-Composites", also Holz- Kunststoff-Verbund(werkstoffe). Dieses Material besteht überwiegend aus Holzfasern oder -mehl, die durch ein Polymer gebunden sind.

Die "Gütegemeinschaft Holzwerkstoffe e.V." hat ein strenges Prüfverfahren für WPC erarbeitet, dem sich alle namhaften deutschen Hersteller (auch Erfurt) unterwerfen.

So wird neben den physikalischen Eigenschaften (Formstabilität, Witterungsbeständigkeit oder Rutschfestigkeit) auch die Materialbeschaffung (Holz aus nachweislich nachhaltiger Forstwirtschaft, FSC- oder PEFC-zertifiziert, nur frische Kunststoffe, die Dielen recycelbar) vorgeschrieben und jährlich fremdkontrolliert.

WPC-Dielen verlegen: Hier wird gesteckt und geschraubt

Eine Menge Material liegt im Garten, wenn der Lieferant wieder weg ist. Neben den WPC-Dielen, den massiven Unterkonstruktionsleisten und Glattkantbrettern für den Terrassenabschluss liegen da vor allem jede Menge Schrauben und Dielenklammern.

© Eike Krebs

Schwieriger wird es, wenn man die neue WPC-Terrasse auf eine alte, teils abgesackte Steinterrasse legen möchte. Wir haben das mit den neuen Bestwood-Dielen aus dem Hause Erfurt gewagt.

Vorweg: Das System ist ausgereift und funktioniert gut. Weniger gut funktioniert es, wenn man aus Zeit- oder Aufwandsgründen auf das Entfernen des alten Terrassenbelags verzichtet. Dann kann man keinen gleichmäßig planen Untergrund anlegen und muss jede Lunke im alten Belag ausgleichen.

Wir haben gleich noch einen draufgesetzt und die Terrasse auf Fußbodenniveau des angrenzenden Wohnzimmers angehoben. Da das WPC-Material deutlich elastischer ist als Massivholz, liegt die Unterkonstruktion auf einem relativ engmaschigen Raster aus Betonplatten.

Perfekt funktioniert haben die zugehörigen Betonschrauben, die die Unterkonstruktion ohne Dübel in den Platten verankern. Auch wenn man zwei volle Wochenenden Bauzeit planen sollte, am Ende erfüllt sich der Traum von einer Terrasse.

Skizze der WPC-Terrasse

© T. Straszburger

Montageanleitung WPC-Terrasse

WPC-Terrassen verlegen
Abdeckvlies verlegen
© Eike Krebs

Schritt 1/26: Abdeckvlies verlegen

In den Fugen des alten Betonpflasters wächst Unkraut prima. Dagegen hilft ein wasserdurchlässiges Abdeckvlies aus dem Gartenbedarf.

Abstand zwischen den Auflagen
© Eike Krebs

Schritt 2/26: Abstand zwischen den Auflagen

Zwischen den Auflagen sollen maximal 45 cm Abstand sein. Wir haben zwischen den (selbst zugeschnittenen) Betonplatten 40 cm Platz gelassen

Höhe ausgleichen
© Eike Krebs

Schritt 3/26: Höhe ausgleichen

Wo die Höhe nicht reicht, wird mit einen Zentimeter dicken Gummi-Pads, die zum System gehören, ausgeglichen.

Abstand der Platten
© Eike Krebs

Schritt 4/26: Abstand der Platten

Dort, wo die Unterkonstruktionslatten aneinanderstoßen, sollen sie einen Zentimeter Abstand haben. Das ist genau die Dicke eines Pads.

Gefälle der Unterkonstruktion
© Eike Krebs

Schritt 5/26: Gefälle der Unterkonstruktion

Während die Unterkonstruktion parallel zum Haus waagerecht sein soll, muss sie vom Haus weg ein Gefälle von zwei Prozent aufweisen.

Auflageplatten verlegen
© Eike Krebs

Schritt 6/26: Auflageplatten verlegen

Wenn die beiden äußeren Unterkonstruktionen liegen, werden alle Auflageplatten im richtigen Abstand zueinander ausgelegt.

Latten vorbohren
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Schritt 7/26: Latten vorbohren

Alle Unterkonstruktionslatten werden an ihren Endpunkten in den Betonplatten verankert. Dafür werden erst die Latten mit acht Millimeter Durchmesser vorgebohrt – am besten mit einem Akkubohrschrauber.

Beton vorbohren
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Schritt 8/26: Beton vorbohren

Dann wird durch das Loch in der Latte der Beton vorgebohrt – hier empfiehlt sich ein Bohrhammer. Wenn dicht am Rand gebohrt wird, aber besser das Hammerwerk abschalten.

Schraubloch ansenken
© Eike Krebs

Schritt 9/26: Schraubloch ansenken

Das Bohrmehr entfernen (Staubsauger) und mit einem Senker in einem zweiten Akkuschrauber das Schraubloch ansenken, sodass der Schraubenkopf bündig in der Latte verschwindet.

Betonschraube eindrehen
© Eike Krebs

Schritt 10/26: Betonschraube eindrehen

Jetzt nur noch die Betonschraube eindrehen.

Gummistreifen verkleben
© Eike Krebs

Schritt 11/26: Gummistreifen verkleben

Auf die Unterkonstruktionslatten, auf denen die Dielenmitte liegt, werden selbstklebende Gummistreifen geklebt. Sie verhindern, dass die Dielen, bedingt durch Temperaturschwankungen, ins Rutschen kommen können.

Laufrichtung der Diele
© Eike Krebs

Schritt 12/26: Laufrichtung der Diele

Beim Verlegen muss man auf die sogenannte Laufrichtung der Dielen achten. Nur dann hat man nachher ein einheitliches Oberflächenbild. Die Laufrichtung ist bei Bestwood durch einen Pfeil in der Seitennut der Dielen gekennzeichnet. Außerdem findet man die Laufrichtung auch auf dem Verpackungsetikett, sodass man schon beim Abladen die Dielen alle "richtig herum" ablegen kann – das erleichtert dann das Verlegen.

Unterkonstruktionsplatten
© Eike Krebs

Schritt 13/26: Unterkonstruktionsplatten

Wo die Dielen aneinanderstoßen, werden zwei Unterkonstruktionslatten mit mindestens zwei Zentimeter Abstand zueinander montiert. Die Enden der Dielen dürfen aber nie mehr als fünf Zentimeter über stehen.

Dielen zuschneiden
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Schritt 14/26: Dielen zuschneiden

Fast unverzichtbar ist eine Kappsäge mit Zugfunktion, um die Dielen auf die gewünschte Länge zu bringen. Wer sie nicht hat, sollte sie sich im Werkzeugverleih mieten.

Schnittkante anfasen
© Eike Krebs

Schritt 15/26: Schnittkante anfasen

Nach dem Zuschneiden werden die Schnittkanten angefast. Die Fase sollte etwa 2x2 Millimeter groß sein.

Dielenreihe legen
© Eike Krebs

Schritt 16/26: Dielenreihe legen

Beim Legen der ersten zwei Dielenreihen helfen Schraubzwingen, die Dielen parallel zu halten.

Dielen probeweise hinlegen
© Eike Krebs

Schritt 17/26: Dielen probeweise hinlegen

Vorm Befestigen der Dielen legt man sie einmal zur Probe hin, um Abstände und Länge zu kontrollieren – noch kann man korrigieren.

Befestigungselement vorbohren
© Eike Krebs

Schritt 18/26: Befestigungselement vorbohren

Jetzt braucht man mindestens zwei Akkuschrauber! Mit dem ersten wird durch das Befestigungselement vorgebohrt (ø 2 mm, 1 cm tief) ...

Montageelement festschrauben
© Eike Krebs

Schritt 19/26: Montageelement festschrauben

... mit dem zweiten wird das Montageelement festgeschraubt – aber nur "handfest", noch nicht endgültig angezogen (Torx 15 Bit).

Montageelemente festziehen
© Eike Krebs

Schritt 20/26: Montageelemente festziehen

Wenn eine Diele von beiden Seiten fixiert ist, werden die Montageelemente zwischen den beiden zuletzt verlegten Dielen festgezogen.

Ausschnitte einzeichnen
© Eike Krebs

Schritt 21/26: Ausschnitte einzeichnen

Ausschnitte, hier die Fensterlaibung, immer an Ort und Stelle anzeichnen.

Schnittkante anfasen
© Eike Krebs

Schritt 22/26: Schnittkante anfasen

Auch die Schnittkanten der Ausschnitte werden angefast.

Aluprofil als Abschluss
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Schritt 23/26: Aluprofil als Abschluss

Der Anschluss ans Haus soll mit einem passenden Aluprofil einen sauberen Abschluss bekommen. Dabei steckt die Diele etwa zwei Zentimeter im Profil und bekommt eine Hinterfüllschnur aus Schaumstoff als "Bewegungspuffer".

Glattkantbretter vorbohren
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Schritt 24/26: Glattkantbretter vorbohren

Seitlich werden Glattkantbretter mit 1-cm-Distanzstücken angeschraubt. Das Vlies dahinter hochziehen und wie bei den Dielen vorbohren.

Bohrloch anreiben
© Eike Krebs

Schritt 25/26: Bohrloch anreiben

Das Bohrloch für die Senkkopfschraube anreiben und dann das Brett festschrauben.

Überstehenden Vlies abschneiden
© Eike Krebs

Schritt 26/26: Überstehenden Vlies abschneiden

Ganz zum Schluss wird das überstehende Vlies mit einem Cutter bündig abgeschnitten.

Auch interessant: Hier finden Sie einen Vergleich von Holz, WPC und Alternativen, sowie eine Anleitung für eine Sitzbank aus Holz und WPC.

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