Brunnensteine und Wasserspiele

Sommer, Sonne, heiße Temperaturen – da ist eine Erfrischung stets willkommen! Ein eigener Schwimmteich bietet dabei viele Vorteile: Das Wasser bleibt hier ganz ohne Chemie sauber. Und auch optisch passt sich der Naturpool harmonisch in die Gartenanlage ein – besser als seine aufblasbaren Mitbewerber. Auf was Sie beim Anlegen eines naturnahen Schwimmteichs achten sollten und wie Sie Schritt für Schritt vorgehen, erfahren Sie in diesem Artikel.
Beim Bau eines Naturpools sollte man zuerst die Lage beachten: Volle Sonne, geschützt vor Wind und Blicken sowie fern von großen Bäumen mit Schatten-, Laub- und Pollenfall stehen oben auf der Wunschliste. In den meisten Bundesländern braucht man für Teiche über 100 Kubikmeter eine Baugenehmigung – fragen Sie beim Bauamt nach.
Um sich im Naturpool abzukühlen, reicht schon eine Fläche zwischen 24 und 30 Quadratmetern. Schöner ist es natürlich, wenn man etwas mehr Platz zum Schwimmen hat. 70 qm Wasserfläche sind wie bei unserem Beispiel ein gutes Mittelmaß. Auf großen Grundstücken plant man eine Reinigungszone mit vielen Pflanzen ein, um Nährstoffe im Wasser zu mindern. Oder man nimmt sich professionelle Filtertechnik zu Hilfe, versteckt sie unter einem schicken Holzdeck und hält damit das Wasser klar.
Wichtig ist immer der fachgerechte Aufbau mit dicht verschweißter Folie und einer schützenden Vliesschicht darunter – eine Aufgabe für erfahrene Landschaftsgärtner. Lassen Sie sich vor Auftragsvergabe Beispiele vor Ort zeigen, und sprechen Sie mit den Besitzern. Die Verlegung der Folienbahnen ist bei trockenem und warmem Wetter am besten, sie sind dann schön flexibel, und auch Quellschweißmittel wie Handschweißgeräte lassen sich leichter einsetzen.
Die Bahnen werden am Ende über eine starre PE-Teichkante gelegt. Diese liegt 5 cm über Teichniveau und dient als Kapillarsperre. Dadurch wird verhindert, dass Wasser aus dem Teich über die Kapillarwirkung der umgebenden Erde oder Pflanzenwurzeln herausgesaugt wird. Außerdem kann kein Wasser von außen in den Teich gespült werden, auf diesem Weg aufgedüngte Erde von Beeten mitführen und durch die Nährstoffe das Algenwachstum begünstigen.
Sauberes Wasser im Schwimmteich schaffen meist Zonen mit Repositionspflanzen wie die Gelbe Wasseriris (Iris pseudacorus) oder Schilf (Phragmites australis). Wichtig: Letzteres sollten Sie nur bei PE-Folie, nicht bei PVC-Folie pflanzen, da die Wurzeln von Schilfrohr deren Oberfläche zerstört.
Wer den Platz wie in unserem Beispiel für Staudenbeete nutzen will, hilft sich mit einer Filteranlage. Über Skimmer werden Pflanzreste von der Wasseroberfläche gesaugt, in die Anlage gespült und dort per Grobschmutzabscheider abgefangen beziehungsweise im Filter abgebaut. Täglich sollten die Pumpen bis zu sechs Stunden in Kurzintervallen laufen: So steht für die Bakterien im Filtersystem viel Sauerstoff zur Verfügung.
Sinnvoll ist auch eine automatische Wassernachführung als Ausgleich zur Verdunstung. Die Technik wird außerhalb des Teichs in einer Kammer installiert, am besten versteckt unter einem Holzdeck mit Serviceklappen. Den Bau führt am besten ein spezialisiertes Garten- und Landschaftsbauunternehmen aus (Infos auf www.dgfnb.de). Wichtig: Lassen Sie Ihr Trinkwasser vorher auf Phosphat untersuchen – die Hauptquelle für Algenwuchs. Chemische Phosphatblocker oder das Phosphatbinder-Modul beugen dem vor.
Tipp: Je tiefer der Schwimmteich, desto besser die Wasserqualität, weil sich die unteren Schichten langsamer erwärmen.
Foto: Eike Krebs
Die Auswahl der Folie entscheidet maßgeblich über die spätere Optik: Je heller die Abdichtung, desto empfindlicher ist sie später auch in der Pflege.
Zum Abdichten von Schwimmteichen eignen sich Kunststoffdichtungsbahnen aus FPO (Flexibles Polyolefin), PVC (Poly-Vinyl-Chlorid) oder EPDM (Synthesekautschuk). FPO ist besonders stabil, PVC ist am preisgünstigsten und beginnt bei rund 12 Euro pro qm als Rollenware. Als Schutz vor mechanischen Beschädigungen kommt unter die Dichtungsbahn ein Geotextil (Vlies 330–500 g/qm).
Die Verbindung der Bahnen erfolgt mit Heißluftgerät und Andruckrolle oder, vom Profi verwendet, mittels eines Heißluftautomaten. Ein Verschweißen der Abdichtung vor Ort hat den Vorteil, dass sie nahezu faltenfrei in das Becken eingebaut wird. Das erleichtert die späteren Pflegegänge sehr.
Damit die Abdichtung eng an den Beckenwänden anliegt, wird sie mit Verbundblechen (mit der Abdichtung beschichtete Metallstreifen) verschweißt. Die hier verbaute olivgrüne PVC-Folie ist unempfindlicher als helle Abdichtungen. Bei beigefarbenen Folien sieht man schon nach kürzester Zeit die Verschmutzungen, und eine regelmäßige Reinigung ist für einen guten optischen Eindruck unerlässlich. Zusätzlich gibt es für die FPO- und PVC-Abdichtungen eine Reihe von professionellen Durchdringungen für Schläuche, Rohre und Einströmdüsen.
Substrate aus gebrochenem Gestein bieten eine schicke Optik, sind als effektive Filter wichtig für die Wasserreinigung und bilden die Basis für üppiges Pflanzenwachstum. Die Steine haben eine wichtige Aufgabe: Durchlässig sollen sie sein, Schwebstoffe aus dem Wasser filtern, und sie dürfen keine Nährstoffe ins Wasser abgeben. Vorrangig handelt es sich dabei um das Element Phosphor, das nur in geringen Mengen im Wasser vorliegen darf (Richtwert für Schwimmteiche: 0,01 mg/l). Einige Gesteine jedoch beinhalten viel Phosphor und geben ihn unter Umständen ans Wasser ab. Das würde zu Algenwachstum führen.
Die möglichst große Oberfläche der Substrate hilft bei der Wasserreinigung: Auf dem Bruchstein siedeln sich Mikroorganismen und Biofilm an. Werden diese vom Wasser umströmt, nehmen sie Nährstoffe auf und reinigen das Wasser.
Eine grobe Porenstruktur mit Korngrößen zwischen 1–16 mm ist optimal für die Durchströmung. Pflanzsubstrate dagegen sollen optimales Wachstum von Rohrkolben & Co. gewährleisten. Sie sind feinkörniger als Filtersubstrate, oft mit Anteilen von Lehm, Kalk und Sand.
Der Vorteil von industriell gefertigten Substraten: Sie unterliegen der Düngemittelverordnung, alle Inhaltsstoffe müssen klar erkennbar aufgelistet sein. Bei selbst gemischten Filter- und Pflanzsubstraten ohne fachliche Analyse kann sich der sparsame Schwimmteichbauer schnell eine dauerhafte Phosphorquelle in den Schwimmteich holen. Es ist also sehr sinnvoll, sich vor dem Bau über das Filter- und Pflanzsubstrat Gedanken zu machen.
Im folgenden zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie beim Anlegen eines Naturpools vorgehen.
Kleine und wendige Minibagger lohnen sich bei tiefgreifenden Erdarbeiten und lassen sich tageweise mieten. Durch die Rasennarbe arbeitet man sich nach unten vor und bleibt dabei möglichst in einem engen Bereich.
Tipp: Während der Bagger die erste Teichrundung ausarbeitet, einen Teil der Erde abtransportieren. Man kann nicht den ganzen Abraum für den Pflanzwall verwenden.
Eine Dränage rund um den Schwimmteich schützt bei Starkregen und beim Reinigen der Filteranlage vor Überschwemmung im Garten.
Um die Teichfolie nicht zu beschädigen, verlegt man zuerst eine schützende Schicht Teichvlies aus Polyproplyen (PP) oder Polyester (PE). Das Vlies soll 10 cm überlappen. Größere, überstehende Flächen werden vor dem Verbinden entfernt.
Profis verschweißen Vlies und Teichfolie wie hier vor Ort. Wer selbst Hand anlegt, bestellt beides maßgefertigt nach Form und Größe beim Hersteller.
Für ungetrübtes Wasser braucht es spezielle Filteranlagen und Pumpen. Anders als im Gartenteich wird die Anlage beim Naturpool außerhalb in einer separaten Kammer installiert. Filter bauen Stickstoffverbindungen ab und sorgen für algenfreies Wasser. Bei der Filterreinigung fließt das nährstoffreiche Wasser über die Dränageleitung ab oder wird zur Gartenbewässerung genutzt.
Die Installation von Pumpe, Filteranlage und Elektrik übernehmen Teichbauer – das Befüllen mit Wasser ein Mitarbeiter der Wasserwerke.
Die Filteranlage versteckt sich unter einem großzügig angelegten Sonnendeck aus wetterfestem Holz. Großformatige Klappen ermöglichen die Wartung von Pumpe und Filteranlage.
Bei der Bepflanzung des Teichrandes darf keine Erde ins Wasser gelangen. Dekorsteine und grober Sandsteinsplitt für den Rand kommen vom Natursteinhändler in Stahlmulden oder Big Bags. Für eine natürliche Optik stecken Sie große Steine etwa bis zu zehn Prozent in den Boden. Kiesgefüllte Teichsäcke an der Wasserkante verhindern, dass die folgende Splittschüttung in tiefere Bereiche abrutscht.