Blick in den Spülkasten

Alles über Spülkästen

Ein Spülkasten enthält unglaublich viel Mechanik und Ingenieurskunst. Zu dumm, dass die ganze Mimik heute in der Wand verschwindet und man nur durch die kleine Öffnung hinter der Spültaste dran kommt. Wer aber weiß, wie es innen aussieht, weiß auch, wie man ihn repariert.

Ein Blick ins Innere
Ein Blick ins Innere - was ist das alles?© Bordes

Jeden Tag benutzen wir die Toilette, doch selbst die besten Selbermacher schenken ihr dabei kaum Aufmerksamkeit. Im Großen und Ganzen handelt es sich um eine sehr zuverlässige Technik, sodass das auch nicht notwendig ist. Doch immer wieder kann es zu den unterschiedlichsten Störungen und Defekten an WC und Spülkasten kommen. Im einem solchen Fall die Funktionsweise und den Aufbau eines Spülkastens zu kennen, hilft enorm weiter. Wir beschreiben Ihnen, wie ein Spülkasten einer Toilette aufgebaut ist.

Beim Spülvorgang wird das im Behälter gesammelte Wasser ganz oder teilweise in einem Zug freigegeben – der dabei entstehende Wasserschwall sorgt für die gute Reinigungswirkung einer Toilettenspülung.

Das passiert beim Spülvorgang

Spülkasten
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  • Betätigen der Kleinmengentaste Ihrer Toilettenspülung: Bei Heben des Ventils am Spülkasten (Spülkastenstempel oder Kastenverschluss, siehe unten) wird gleichzeitig mit einem kleinen Hebel ein Belüftungsloch auf der Oberseite des Stempelkörpers verschlossen. Dadurch bleibt ein kleiner, wassergefüllter Bereich im Stempelkörper gefüllt und sorgt durch sein Gewicht für ein schnelleres Absinken des Stempels, so dass ein Teil des Wassers nicht mehr aus dem Behälter ablaufen kann. (Spülkastenverschluss wird schnell geschlossen)
  • Betätigen der Vollspülung: Das eben genannte Belüftungsloch bleibt geöffnet – so kann das Wasser aus dem Stempelkörper ablaufen. Der dann leichtere Stempel sinkt etwas langsamer ab und verschließt die Ablauföffnung erst wieder, wenn das Wasser vollständig aus dem Vorratsbehälter abgeflossen ist.

Spülkasten: Abstandhalter

Abstandhalter
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Die Tastenmechanik sitzt relativ weit im Inneren des Spülkastens und damit weit entfernt von der Spültastenblende. Dazu kommt noch eine mehr oder weniger dicke Wand vor dem Spülkasten. Zwei in Rastnuten einstellbare Montagestangen halten die Blende mit den Tasten im richtigen Abstand zum Kasten an der Wand.

Spülkasten: Wasserfall

Dieses Ventil hebt sich auf Tastendruck und lässt das Wasser ins Spülrohr fallen. Hier ist übrigens die zweite wichtige Dichtung eingebaut: eine Gummilippe, die das Spülrohr abdichtet. Wenn man die ganze Spülmimik ausbaut, kann sie kontrolliert und notfalls ersetzt werden.

Spülkasten: Wasserquelle

Wasserquelle
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Hier kommt der Wassernachschub aus dem Leitungsnetz. Über ein sogenanntes Eckventil strömt das Wasser nach, bis das eingestellte Füllniveau wieder erreicht ist. Mit einem Dreh am Eckventil versiegt die Quelle, und man kann am Kasteninnenleben basteln, ohne nass zu werden.

Spülkasten: Schnellabschaltung

Wenn eine Stopptaste vorgesehen ist, dann löst diese einen Haken aus, der ein kleines Wasserreservoir hochhält. Dieses fällt dann nach unten und drückt mit seinem Gewicht den Kastenverschluss nach unten, so dass die Ablauföffnung verschlossen ist.

Spülkasten: Wärmedämmung

Wärmedämmung
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Das Wasser im Spülkasten ist kalt – manchmal sehr kalt. Damit keine Luftfeuchtigkeit an der Kastenfront kondensiert, wird er mit dämmendem Hartschaum verkleidet. Bei Vorwandinstallationen ist hier meist eine Gipsbauplatte vor, die in Verbindung mit Feuchtigkeit schnell zum Schimmeln neigt.

Spülkasten: Tastatur

Ein Gestänge sorgt für die Verbindung zwischen Spültaste und Auslösemechanik. Hier setzen verschiedene Hebel an, um den Kasten ganz oder nur zum Teil zu entleeren (Spartaste) oder den Spülvorgang abzubrechen (Stopptaste). Je nach Bauart und Tastenfeld werden hier unterschiedliche Funktionen genutzt.

Spülkasten: Niveauregulierung

Niveauregulierung
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Den richtigen Wasserstand können Sie einstellen. Ein Schwimmer wird so weit auf einer Stange verschoben, bis er die gewünschte Wasserfüllmenge begrenzt. Nicht nur Geizhälse stellen hier sechs Liter ein, die fast immer ausreichen. Statt mögliche neun Liter vorzuhalten, kann man im Zweifel ja auch zweimal die Taste drücken.

Spülkasten: Versteckter Übeltäter

Gemein: Eine der am meisten beanspruchten Dichtungsscheiben sitzt versteckt im Wasserzulauf. Wenn sie undicht ist, läuft ständig Wasser nach und rinnt durch den Überlauf ins Abflussrohr. Das wird teuer! Einmal im Jahr sollte man diesen kleinen Übeltäter kontrollieren und im Zweifel für ein paar Cent austauschen.

Jetzt wissen Sie, wie eine Toilettenspülung im Detail aussieht und können sie auch im Notfall reparieren. Für die Reparatur finden Sie hier unsere Anleitung!

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