Klebstoff

Leim und Kleber

Leim und Kleber helfen immer da, wo Schrauben und Nägel nicht passen. Je nachdem, was verklebt werden soll, wird ein anderer Klebstoff benötigt. Wir erklären, womit was am besten klebt.

Kleber - Leim
© Bert Folsom - stock.adobe.com

Klebstoff ist vielseitig einsetzbar und kommt vor allem an Stellen zur Anwendung, die nur schlecht geschraubt oder genagelt werden können. Richtig aufgetragen ist Kleber zudem annähernd unsichtbar.

Kleber beziehungsweise Leim ist allerdings nicht gleich Kleber. Es kommt ganz darauf an, welche Materialien mit welcher Oberflächenbeschaffenheit Sie damit verkleben wollen. Für den Heimwerker-Bereich gibt es unter anderem:

  • Weiß­leim in Standardausführung
  • Weißleim als Expressleim
  • wasserfester Leim
  • Lackleim
  • 2-Komponenten-Kleber

Lackleim beispielsweise hält auch auf lackiertem Holz sowie auf Kunststoff-Flächen. Weißleime sind übriges wassergelöste Dispersionskleber, die aber nach dem Trocknen auch in den nicht wasserfesten Ausführungen kaum noch mit Wasser auflösbar sind. Die spezielle wasserfeste Variante eignet sich vor allem für den Außenbereich an Stellen, die dem Wetter ungeschützt ausgesetzt sind oder für Verleimungen, die besonders viel Feuchtigkeit und Nässe standhalten müssen.

Der richtige Umgang mit Leim und Kleber

Möbelbauteile, die miteinander verschraubt werden oder die man mit Beschlägen verbindet, lassen sich wieder voneinander trennen. Anders ist das bei Verklebungen oder geleimten Teilen. Einmal zusammengefügt, bilden Sie eine materialschlüssige Verbindung, die sich nur durch Materialzerstörung wieder trennen lässt.

Für unterschiedliche Werkstoffe stehen entsprechende Klebstoffe zur Verfügung. Für alle Verklebungen gilt: Je besser die Flächenhaftung (Adhäsion) und je größer die innere Festigkeit (Kohäsion) des Klebers sind, desto haltbarer die Verbindung. Beide Kräfte wirken um so besser, je enger der Kontakt zwischen den Klebeflächen ist. Deshalb muss der Kleber gleichmäßig und nicht unnötig dick aufgetragen werden. Staub- und Fettreste auf den Klebeflächen vermindern die Haftfähigkeit des Klebers erheblich.

Zum zügigen Auftragen und Verteilen des Klebers eignen sich, je nach Art des Klebers und Form der Klebeflächen

  • Tülle
  • Pinsel
  • Spachtel
  • Rolle
  • Spraydose.

Die Auftragewerkzeuge sollten sofort nach Gebrauch durch Auswaschen, Abwischen oder Leersprühen der Düse (Spraydose überkopf halten und drei Sekunden drücken) gereinigt werden.

Holzleim richtig auftragen: Auf die Verbindung kommt es an

  1. Anleimer als Plattenkanten werden mit Weißleim angebracht. Der Leim wird mit der Leimflaschentülle aufgetragen und dann mit einem Pinsel verteilt. Bei einer dichten Trägerplatte (zum Beispiel Tischlerplatte) reicht der einseitige Leimauftrag. Ist der Unter­grund grobporig (zum Beispiel bei Span­platten), sollte auch Leim auf die Platten­kante gegeben und verteilt werden.
  2. Mehrere Brettkanten können gleichzeitig mit Leim versehen werden, wenn man die Bretter mit einer Zwinge zusammenspannt. Dabei bleiben die Brettflächen leimfrei.
  3. Zum Furnieren wird der Leim mit einem Pinsel im Kreuzgang nur auf die Trägerplatte aufgetragen. Dabei zügig arbeiten, damit sich auf der Leimfläche keine Haut bildet. 
  4. Bei Zinkenverbindungen muss der Pinsel klein genug sein, um den Leim auch in die scharfkantigen Ecken zu bringen. Bei Weichholz reicht ein einseitiger Auftrag aus.
  5. Bei Schlitz- und Zapfenverbindungen wird  mit einem Holzspachtel Leim an die Flanken und an den Grund des Schlitzes gege­ben. Den Zapfen mit dem Pinsel einstreichen.
  6. Ein hochgerissener Span wird wieder angeleimt, indem ein Messer satt mit Leim bestreichen und unter den Span geschoben wird. Beim Zurückziehen bleibt der Leim haften.
  7. Bei Dübelverleimung  geben Sie den Leim per Tülle in die Bohrung und verteilen ihn mit einem Rundholz. Dann erst schlagen Sie den Dübel ein. Dabei wird der Leim am Dübel hochgepumpt.
  8. Parkettleim wird sparsam aufgetragen. Dazu geben Sie den Leim mit der dünnen Tülle der Leimflasche entweder an die untere Flanke der Nut oder auf die Feder. Quillt Leim aus, muss dieser sofort abgewischt werden, sonst können später Flecken auf dem Parkett sichtbar bleiben.
  9. Für Flachdübelschlitze gibt es spezielle Leimflaschen, deren flache Tülle seitliche Löcher hat. Damit benetzt der Leim die Flanken des Dübelschlitzes ausreichend.
  10. In ganz enge Fugen presst man den Leim mit einer medizinischen Spritze mit großer Kanüle. Der Leim wird aufgezogen oder von oben in die offene Spritze eingefüllt.
  11. Zweikomponenten-Kleber muss vor dem Auftragen angemischt werden. Dazu verwendet man spezielle Kunststoffschalen, an denen der Kleber nicht haften bleibt. Diese sind meist direkt im Kleberset enthalten.
  12. Mit einem Zahnspachtel trägt man Kontaktkleber flächig auf beide Seiten auf. Der Kleber muss ablüften, bevor die Teile mit Druck zusammengefügt werden können.
  13. Fliesenkleber und Kleber für Boden­beläge werden auch mit Zahnspachteln aufgetragen. Zahntiefe und Abstand (Hinweise auf der Dose) regulieren die Klebermenge. 
  14. Zum Kaschieren mit Stoff, Leder oder Papier darf der Kleber nur sehr dünn aufgetragen werden. Das geht bei lösungsmittelfreien Klebern gut mit einer Moltoprenrolle.
  15. Sprühkleber lassen sich leicht dünn und gleichmäßig auftragen. Danach die Dose auf den Kopf stellen und die feine Düse mit einem kurzen Treibmittelstoß reinigen. 
Tipp: Im Handel gibt es spezieller Leimbehälter, bei dem der leimnasse Pinsel unter einer Kappe luftdicht abgedeckt stehen kann. Das spart Leim und Zeit und ermöglicht den schnellen Zugriff.

Was auch immer Sie kleben möchten, der passende Kleber sorgt für die optimale Verbindung zwischen den einzelnen Teilen. Achten Sie beim Kleberkauf also immer darauf, um welche Materialien es sich handelt. Das spart nicht nur ärger, etwa wenn sich die Verbindung schon nach kurzer Zeit wieder löst, sondern langfristig betrachtet auch Geld, wenn Sie keinen zweiten Kleber kaufen müssen.

Lesen Sie hier, wie Sie mit einem Schrank unter der Treppe zusätzlichen Stauraum gewinnen.

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