Kleber

Sekundenkleber

Sekundenkleber verbinden Teile aus gleichen oder unterschiedlichen Werkstoffen blitzschnell. Doch Sekundenkleber eignen sich nicht für alle Klebeaufgaben. Lesen Sie hier, worauf Sie achten müssen und wie Sie Sekundenkleber wieder von der Haut entfernen.

Sekundenkleber
Sekundenkleber kommt ursprünglich aus der Panzertechnologie.© Pixelot - stock.adobe.com

Wenn etwas schnell geklebt werden soll, bieten sich Sekundenkleber* an. Sie eignen sich zum Verkleben von verschiedenen Materialien wie zum Beispiel Glas, Keramik, Gummi, Metall und Kunststoffen.

Dennoch sind sie nicht als universelle Klebstoffe nutzbar, da sie sich nur unter bestimmten Bedingungen und nicht für alle Materialien einsetzen lassen.  

Sekundenkleber: Vorteile und Nachteile 

Die schnelle Reaktion des Sekundenklebers ist Vorteil und Gefahr zugleich:

  • Zum einen müssen die zu verklebenden Teile nur kurzzeitig fixiert werden und sind schnell belastbar.
  • Auf der anderen Seite können durch das schnelle Aushärten des Klebers auch Haut und Augenlider in kürzester Zeit zusammenkleben. Eine direkte Berührung des Klebstoffes mit den Fingern ist deshalb unbedingt zu vermeiden.

Wofür kann man Sekundenkleber verwenden?

Der Werkstoff Cyanacrylat wurde 1942 als transparentes, unzerbrechliches Material für die Zieloptik von amerikanischen Panzern entwickelt, erwies sich dafür aber letztlich als ungeeignet. 1958 brachte Kodak dann flüssiges Cyanacrylat unter dem Markennamen Eastman 910 als ersten Sekundenkleber heraus.

Bei Cyanacrylat-Klebstoffen handelt es sich um ein klare, nahezu Wasser-dünne Flüssigkeit. Sie sollte möglichst gleichmäßig und dünn auf einer Seite der zu verklebenden Werkstücke aufgetragen werden. Da sich der dünnflüssige Sekundenkleber aber praktisch nur für die Verarbeitung auf einer liegenden Fläche eignet, haben die Hersteller durch den Zusatz weiterer Stoffe Sekundenkleber entwickelt, die zähflüssig oder gelartig sind.

Gelartiger Sekundenkleber kann auch in folgenden Situationen verwendet werden:

  • schräge oder senkrechte Klebestellen, zum Beispiel an der Wand, da der Kleber nicht so schnell weg fließt
  • raue, poröse Oberflächen
  • bedingt zum Verkleben nicht passgenauer Teile verwendbar, da sie sich auch etwas dicker auftragen lassen
  • zum Füllen kleiner Spalten zwischen den zu verbindenden Teilen.

Allgemein gilt: Je dünner der Kleber aufgetragen wird, desto besser hält die Verbindung.

Sekundenkleber
Sekundenkleber verbinden Teile aus gleichen oder unterschiedlichen Werkstoffen blitzschnell.© weerapat1003 - stock.adobe.com

Die häufigsten Fehler mit Sekundenkleber

Auf diese Dinge sollten Sie achten, wenn Sie mit Sekundenkleber arbeiten:

  • Dicke Klebefugen an den Rändern der Verbindung sind grundsätzlich zu vermeiden, denn hier kann sich das Polymer durch den Sauerstoff aus der Luft mit der Zeit wieder auflösen.
  • Auch wenn manche Hersteller etwas Anderes versprechen, halten Klebeverbindung mit Sekundenkleber nicht ewig. Sie sind nicht feuchtigkeits- und temperaturstabil.
  • Cyanacrylatklebstoffe sind empfindlich gegenüber hohen Temperaturen. Mit Temperaturen über 180 °C lassen sich die Klebeverbindungen sogar schnell wieder lösen.
  • Die meisten Sekundenkleber sind zwar kurzzeitig feuchtigkeitsbeständig. Wird die Verbindung aber längere Zeit Feuchtigkeit ausgesetzt, löst sie sich wieder auf. Auch mithilfe von Aceton lassen sich die verklebten Werkstücke wieder lösen.

Die einzelnen Produkte unterscheiden sich vor allem in der Viskosität der Kleber (dünnflüssig, zähflüssig, gelartig) und Zusätze für besondere Anwendungen (Glas, Kunststoffe). Durch besondere Verpackungsformen kann auch das Auftragen des Klebers in speziellen Situationen erleichtert werden. So bieten die Hersteller auch Sekundenkleber in einem Dosierspender*oder mit einem Pinsel* zum leichteren Verstreichen an.

Durch die schnelle Reaktionszeit eignen sich Sekundenkleber nur für kleine Klebeflächen. Entsprechend klein sind auch die meisten Verpackungseinheiten.

Sekundenkleber im Vergleich

Hier finden Sie einen Vergleich der Top-Sekundenkleber auf dem Markt mit den besten Bewertungen:

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Sekundenkleber verwenden: So kleben Sie richtig

Jede Klebeverbindung ist nur so gut wie ihre Vorbereitung und Verarbeitung. Das gilt auch für die Sekundenkleber.

  • Die Klebestellen müssen sauber, fett- und staubfrei sowie trocken sein. Gegebenenfalls sollten Sie mit Waschbenzin* oder Aceton gereinigt werden.
  • Ein Aufrauen der zu verbindenden Oberflächen, zum Beispiel mit feinem Schleifpapier, erhöht die Festigkeit.
  • Der Klebstoff sollte einseitig gleichmäßig, aber auch möglichst dünn aufgetragen werden.
  • Je dünner der Klebstofffilm ist, desto schneller und fester hält die Verbindung.
  • Fügen Sie die zu verklebenden Teile sofort zusammen und fixieren Sie sie etwa eine Minute lang (je nach Kleber und Material leicht unterschiedlich, unbedingt Verarbeitungsanleitung beachten!)
  • Zum Zusammenfügen nicht passgenauer Teile und für stark poröse Oberflächen sollten Sie die gelartigen Sekundenkleber verwenden.
  • Nach circa fünf Minuten ist die Klebeverbindung bereits belastbar. Die Endfestigkeit wird in der Regel nach etwa 24 Stunden erzielt.
Sekundenkleber
Auch kleine Gegenstände lassen sich mit Sekundenkleber schnell reparieren.© Yevhenii - stock.adobe.com

Vorsicht beim Umgang mit Sekundenkleber

Da der Sekundenkleber sehr schnell mit Luftfeuchtigkeit reagiert, kann der direkte Kontakt mit dem flüssigen oder gelartigen Klebstoff zum sofortigen Verkleben der Haut führen. Daher ist beim Arbeiten mit Sekundenkleber Vorsicht geboten.

Sekundenkleber kann Atemwege, Augen und die Haut reizen. Personen, die allergisch auf Acrylate reagieren, sollten den Umgang mit Cyanacrylatklebern vermeiden. Während der Verarbeitung von Sekundenkleber sollte eine Schutzbrille* und gegebenenfalls geeignete Schutzhandschuhe aus Nitril oder Butylkautschuk getragen werden.

Sekundenkleber sollte nicht von Kindern und Jugendlichen oder in der Anwesenheit von Haustieren (Berührungsgefahr) verarbeitet werden.

Kommt es trotz entsprechender Vorsichtsmaßnahmen doch einmal zum Verkleben von Fingern oder Augenlidern, sollte man nicht in Panik geraten.

Sekundenkleber von der Haut entfernen

Wenn Sie schnell genug sind und die Finger sofort wieder auseinandernehmen, kann es sein, dass die Klebehaftung noch nicht völlig eingesetzt hat. Dann lasse sich die Finger relativ leicht wieder auseinanderziehen.

Sind die Finger (oder andere Hautstellen) hingegen fest miteinander verklebt, sollten Sie nicht versuchen, sie auseinanderzureißen. Das kann im schlechteren Fall zu Hautschäden führen. Legen Sie die Hand lieber für einige Minuten in eine kleine Schale mit Wasser. Mit etwas Glück löst sich die Verklebung so von allein wieder.

Alternativ können Sie auch folgendes versuchen:

  • Tragen Sie warmes Salatöl auf die betroffenen Stellen auf und lassen Sie es vom Rand her langsam einwirken.
  • Wiederholen Sie diesen Vorgang so lange, bis sich die verklebten Hautstellen langsam wieder auseinanderziehen lassen.
  • Anschließend die Haut mit Wasser und Seife reinigen.
  • Zum Schluss cremen Sie die Haut gut ein, um sie vor Trockenheit zu schützen.

Sekundenkleber von Augenlidern entfernen

Anders verhält es sich bei mit Sekundenklebern verklebten Augenlidern. Hier ist höchste Vorsicht geboten! Versuchen Sie auf keinen Fall die zusammengeklebten Lider mit einem Gegenstand voneinander zu trennen. Die Verletzungsgefahr ist viel zu groß.

Haben Sie abgesehen von den verklebten Lidern keine weiteren Beschwerden oder Schmerzen, können Sie auch hier versuchen, die Stelle mit Wasser zu lösen. Tränken Sie dazu ein Tuch mit warmem Wasser und legen Sie es auf das betroffene Auge. Sollte sich die Verklebung allerdings nicht innerhalb einiger Minuten von allein lösen, suchen Sie besser sofort einen Arzt auf.

Kleine Spritzer ins Auge härten unter dem Tränenfluss sofort aus und können Schäden an der Netzhaut verursachen. Innerhalb von einigen Stunden löst sich der Sekundenkleber aber wieder ab. Die Hornhaut regeneriert sich in der Regel innerhalb einiger Tage wieder. Spülen Sie das Auge mit warmen Wasser und decken Sie es mit einer feuchten Kompresse ab. Suchen Sie jedoch unbedingt direkt nach dem Missgeschick einen Augenarzt auf.

Übrigens: Wie Sie Sekundenkleber-Flecken auf Textilien und Co wieder entfernen, lesen Sie hier.

Sekundenkleber richtig aufbewahren

Alle Arten von Sekundenklebern können im Gegensatz zu uns Menschen sowohl Licht als auch Wärme auf Dauer nicht gut vertragen. Dann nämlich verfestigt sich nach etwa vier Wochen die Klebeflüssigkeit zu einem Klumpen.

Verwahren Sie die Kleber grundsätzlich im Kühlschrank auf. Deren Gebrauchsfähigkeit und Lebensdauer erhöhen sich dadurch nämlich enorm.

Aber Achtung: Die Kleberflaschen im Kühlschrank müssen Sie unbedingt kennzeichnen. Sonst besteht unter Umständen Verwechslungsgefahr mit Lebensmitteln!

Sekundenkleber wird auch gerne im Modellbau sowie in der Beauty-Branche verwendet. Wo auch immer er zum Einsatz kommt, die Verklebung erfolgt blitzschnell.

 

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