Schädlingsbekämpfung

Schlupfwespen – so setzen Sie sie ein

Hatte man schon mal mit Schädlingen im und am Haus zu tun, ist man vermutlich schon mal über den Begriff „Schlupfwespen“ gestolpert. Wir erklären, worum es sich bei den kleinen Tieren handelt und wogegen sie helfen können.

Schlupfwespe
Schlupfwespen sind ein sehr gutes Mittel zur Schädlingsbekämpfung in Haus und Garten.© Eileen Kumpf - stock.adobe.com

Wenn man mit Schädlingen zu kämpfen hat, geht der erste Lösungsansatz vermutlich nicht unbedingt dahin, sich weitere kleine Tierchen ins Haus zu holen. Schlupfwespen jedoch stellen ein sehr wirksames Mittel gegen Lebensmittelmotten und Co dar.

Schlupfwespe gehören zur Familie der sogenannten Hautflügler. Allein in Deutschland sind über 3.600 Arten heimisch. Aber heimisch oder nicht, vermutlich hat kaum einer eine Schlupfwespe bisher bewusst in freier Wildbahn gesehen. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Tierchen gerade einmal rund 0,4 Millimeter klein sind.

Schlupfwespen tragen zwar das Wort „Wespe“ im Namen, haben aber nur sehr wenig mit den nicht ganz so beliebten, deutlich größeren Gemeinen Wespen zu tun.

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Schlupfwespen sind für den Menschen absolut ungefährlich, da sie weder beißen noch stechen. Sie besitzen nicht einmal einen Stachel. Was für den Menschen gilt, trifft jedoch keineswegs auf ihre bevorzugten „Opfer“ zu. Diese Eigenschaft macht sie zu einem sehr wirksamen Mittel gegen Schädlinge.

Wogegen helfen Schlupfwespen?

Schlupfwespen können gegen eine Vielzahl von Schädlingen eingesetzt werden:

  • Lebensmittel- und Kleidermotten
  • Dörrobstmotten
  • Blatt- und Schildläuse
  • Weiße Fliegen
  • Kohlweißlinge
  • Speckkäfer
  • Teppichkäfer
  • Brotkäfer
  • Drachenkäfer
  • Eichenprozessionsspinner
  • Erdflöhe
  • Fruchtfliegen
  • Flöhe und Fliegen

Und viele, viele mehr. Diese Liste könnte noch deutlich verlängert werden.

Wie funktioniert das mit den Schlupfwespen?

Besonders gerne werden Schlupfwespen gegen Motten aller Art eingesetzt. Schlupfwespen kann man entweder im Fachhandel oder online kaufen. Man erhält dabei eine sogenannte „Karte“, auf der die frischen Eier der Schlupfwespen befestigt sind. Diese Karte wird sodann an die betreffende Stelle oder in den befallenen Schrank gelegt.

Wenn Sie nicht genau wissen, wo sich die Nester der Schädlinge befinden, sollten Sie mehrere Karten verteilen, da eine Schlupfwespen-Karte* nur einen Wirkkreis von etwa einem Kubikmeter hat. Platzieren Sie die Karten so nah wie möglich am Nest der Schädlinge.

Oder anders ausgedrückt: Legen Sie die Karten über all dort hin, wo befallene Lebensmittel gelagert wurden. Vergessen Sie auch die Lagerstätte von Tier- sowie Wildvogelfutter nicht. Außerdem sollten Sie befallene Lebens- und Tierfuttermittel unbedingt entsorgen. Die Hinterlassenschaften der Schädlinge könnten zu allergischen Reaktionen oder dergleichen führen.

Die Schlupfwespen auf den Karten stehen in der Regel kurz vor dem Schlüpfen. Sind die Larven geschlüpft, machen sie sich umgehend auf Nahrungssuche.

Die Larven fressen die Eier, also die nächste Generation der Schädlinge. Ferner sind Schlupfwespen in sehr kurzer Zeit selbst ausgewachsen und legen als erwachsene Tiere die eigenen Eier in die der Schädlinge. Adulte Schädlinge hingegen werden eher nicht von den Schlupfwespen behelligt.

Schlupfwespe auf Wanzengelege
Schlupfwespen legen ihre Eier gerne direkt in die der Schädlinge.© ll911 - stock.adobe.com

Wundern Sie sich nicht, wenn Sie noch einige Tage, nachdem Sie die Schlupfwespen-Karten platziert haben, ausgewachsene Schädlinge herumschwirren sehen. Diese müssen leider von allein eingehen. Meist dauert das aber nicht allzu lange. Wer sich sehr an den ausgewachsenen Tieren stört, kann zusätzlich Fallen zu deren Bekämpfung einsetzen. Dazu eigenen sich, abhängig von der Schädlingsart, beispielsweise Klebefallen* und dergleichen.

Übrigens brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen, dass Sie im Nachhinein statt eines Schädlings-Problems nun einen Befall mit Schlupfwespen haben. Sind alle Schädlings-Gelege zerstört und die Nahrung für die Schlupfwespen sowie deren Larven verzehrt, zerfallen die Schlupfwespen einfach zu Hausstaub.

Um ganz sicherzugehen, dass die Schlupfwespen wirklich restlos alle Gelege gefunden und zerstört haben, sollten Sie im Abstand von zwei bis drei Wochen, mindestens drei Mal Schlupfwespen-Karten* auslegen.

Wenn Sie die Karten stationär im Fachhandel kaufen, müssen Sie für jeden Durchgang von Neuem dort hin und Nachschub holen. Online wird häufig angeboten, die Lieferung automatisch nach zwei bis drei Wochen zu wiederholen.

Es ist nicht möglich, bei einem einzigen Einkauf die Karten für mehrere Durchläufe zu kaufen. Schlupfwespen sind lebende Tiere. Auf den Karten befinden sich Larven kurz vor dem Schlüpfen. Die Karten können nicht „für später“ aufgehoben werden.
Theoretisch besteht übrigens auch die Möglichkeit, dass sich Schlupfwespen von selbst in Ihrem Garten ansiedeln. Wie eingangs erwähnt, gibt es zahlreiche heimische Schlupfwespen-Arten. Finden Sie günstige Lebensbedingungen in Ihrem Garten vor (etwa in kleinen Löchern von Holzstämmen oder in einem Insektenhotel), kann es durchaus sein, dass sie bleiben.

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Es könnte durchaus sein, dass Sie bereits Schlupfwespen im Garten haben, die dafür sorgen, dass Ihre Pflanzen nicht von Schädlingen gefressen werden. Generell können Sie aber auch im Garten Schlupfwespen-Karten zur Schädlingsbekämpfung einsetzen und verteilen, wenn die Tiere nicht freiwillig einziehen.

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