Nützlinge

Insektenhotel selber bauen

Wildbienen, Falter und andere Insekten spielen als Bestäuber eine wichtige Rolle in unserem Ökosystem. Mit einem Insektenhotel bieten Sie diesen Nützlingen Nist- und Überwinterungsplätze. Wie Sie ein Insektenhotel selber bauen, lesen Sie hier.

Insektenhotel bauen
In einem Insektenhotel fühlen sich wichtige Bestäuber wohl.© barmalini - stock.adobe.com

Neben der bekannten Honigbiene gibt bei uns mehr als 500 verschiedene Wildbienen-Arten. Leider sind die meisten dieser Arten bedroht: Es fehlt an Futterplätzen und Nistmöglichkeiten. Mit einem Insektenhotel unterstützen Sie Wildbienen und viele andere Insekten bei der Nistplatzsuche und Überwinterung. Sie können ein Insektenhotel auch einfach selber bauen.

Insektenhotel für Wildbienen und andere Insekten

Wilde Bienen und andere Insekten sind unersetzlich für unser Ökosystem. Doch immer mehr Insektenarten sind bedroht. Jeder Gartenbesitzer kann den Insekten ein Stück Lebensraum bieten.

Zur Fortpflanzung und auch über den Winter nutzen Wildbienen und andere Insekten bereits vorhandene Löcher in Mauern und Ziegelsteinen sowie hohle Pflanzenstängel. Oder sie bohren selbst Öffnungen in Holzrahmen, liegen gebliebenes Holz oder in die Erde. Als Nisthilfen nehmen sie Reisighaufen, Sand- und Kiesflächen oder Ritzen in Natursteinmauern an.

Mit einem Insektenhotel haben Sie die Möglichkeit, gleich mehrere dieser bevorzugten Materialien auf kleinster Fläche anzubieten.

Richtig befüllt und angebracht, werden nicht nur Bienen das neue Zuhause gern nutzen, sondern auch andere Insekten:

  • Schmetterlinge wie Admiral und Tagpfauenauge buchen die Kammer mit der vorgesetzten Sperrholzplatte.
  • Der beliebte Marienkäfer checkt, sobald es eisig wird, im Zimmer mit den Rindenholzstückchen ein.
  • Auch Florfliegen und Grabwespen sind künftige Stammgäste in Ihrem Insektenhotel.
Insektenhotel
© lcrms - stock.adobe.com

Insektenhotel: Das sollten Sie beachten

Bevor Sie mit dem Bau Ihres Insektenhotels loslegen, sollten Sie diese Dinge wissen:

  • Wichtig beim Bauen eines Insektenhotels ist, dass das verwendete Holz gut abgelagert und schadstofffrei ist.
  • Setzen Sie die Bohrlöcher immer ins Längsholz.
  • Der beste Standort für das Insektenhotel ist ein sonniger, vor Regen und Wind geschützter Platz, optimalerweise ist es südöstlich ausgerichtet.
  • Bringen Sie den Korpus fest an der Wand oder an einem stabilen Gerüst an – er sollte jahrelang ungestört bleiben können und darf sich keinesfalls bewegen.

Unser Modell können Sie vor dem Befüllen durch die Rückwand festschrauben. Oder Sie versehen es mit handelsüblichen Wandhaken.

Insektenhotel für Bienen
In diesem Insektenhotel finden Wildbienen und andere Insekten Unterschlupf.© Chris Lambertsen

Insektenhotel selber bauen

Mit dieser Anleitung können Sie Ihr Insektenhotel Schritt für Schritt bauen:

Insektenhotel für den Garten: Bauplan mit Maßen

Hier sehen Sie die Maße für das Insektenhotel. Zum Vergrößern klicken Sie hier.

Insektenhotel
© T. Straszburger

Insektenhotel selber bauen: Material

Diese Materialien brauchen Sie für Ihr selbstgemachtes Insektenhotel:

  • Gehobelte Fichtenholzbretter, 10 cm breit, 1 cm dick, in verschiedenen Längen (evtl. zuschneiden lassen)
  • verzinktes Blech, 1 mm dick (im Baumarkt nach Fugenblech fragen und zuschneiden lassen)
  • verzinktes Drahtgitter (Maschenweite 7 m-m)
  • Spanplatte 6 mm dick (14 x 14 mm)
  • Blechschrauben für die Rückwand (SPAX 4/35)

Zusätzlich benötigen Sie auch geeignete Füllungen für das Insektenhotel:

  • Rundhölzer/ etwas dickere Äste
  • Rindenstücke
  • Holzspäne
  • Zapfen
  • Bambusstängel
  • Ton mit 30% Sand und gehäckseltem Stroh

Welche Füllungen Sie verwenden, können Sie natürlich auch individuell entscheiden.

Insektenhotel selber bauen: Anleitung

So gehen Sie Schritt für Schritt vor, um Ihr Insektenhotel zu bauen:

Insektenhotel
Löcher bohren
© Chris Lambertsen

Schritt 1/9: Löcher bohren

Rundhölzer (verschiedene Äste) auf 10 cm ablängen und mit Holzbohrern (3 bis 10 mm) mit unterschiedlich großen Löchern versehen. Dazu spannt man die Holzabschnitte am besten kurz ein, damit man sich beim Bohren aus freier Hand nicht verletzt.

Abdeckung befestigen
© Chris Lambertsen

Schritt 2/9: Abdeckung befestigen

Als Abdeckung der unteren Kammer dient eine 6 mm dicke Spanplatte (14 × 14 cm). Die Einflugöffnung diagonal anzeichnen, 60 × 12 mm groß. Platte auf ein Stück Holz auflegen und mit dem 8-mm-Holzbohrer an den Endpunkten Löcher vorbohren.

Einflugloch ausschneiden
© Chris Lambertsen

Schritt 3/9: Einflugloch ausschneiden

Mit einem scharfen Cutter den verbleibenden Steg als Einflugloch ausschneiden.

Drahtgeflecht zuschneiden
© Chris Lambertsen

Schritt 4/9: Drahtgeflecht zuschneiden

Das Dachblech an den Kanten mit einer Eisenfeile entgraten. Dann das verzinkte Drahtgeflecht (Maschenweite 7 mm), das später die kleinen Füllmaterialien halten soll, mit einer Blechschere auf 28 x 17 cm zuschneiden.

Bretter verschrauben
© Chris Lambertsen

Schritt 5/9: Bretter verschrauben

Die zugesägten Fichtenbretter mit Schrauben (SPAX 4/35) nach Plan verbinden. Tipp: Löcher zuerst mit einem 4-mm-Holzbohrer vor bohren. Das erleichtert das Verschrauben und verhindert das Ausreißen des Holzes.

Dach festschrauben
© Chris Lambertsen

Schritt 6/9: Dach festschrauben

Das Dach wird nun mit Blechschrauben am Holzkorpus angebracht. Dazu zuerst mit einem Nagel an den entsprechenden Stellen ein Loch in das Blech schlagen. Den fertigen Korpus auf die für die Rückwand vorgesehene Sperrholzplatte legen und anzeichnen. Zusägen und am Korpus festschrauben.

Drahtgitter festtackern
© Chris Lambertsen

Schritt 7/9: Drahtgitter festtackern

Die Felder mit Rindenstücken, Holzspänen und Zapfen füllen, bevor man die zuvor zugeschnittenen Drahtgitter mit einem Tacker anbringt.

Felder befüllen
© Chris Lambertsen

Schritt 8/9: Felder befüllen

Für das Feld links Ton mit 30% Sand und gehäckseltem Stroh mischen. Mit einem Nagel Öffnungen eindrücken. Die restlichen "Fächer" mit den gebohrten Hölzern und Bambusstängeln befüllen.

Fertig!
© Chris Lambertsen

Schritt 9/9: Fertig!

Jetzt nur noch das Insektenhotel an einer geeigneten Stelle anbringen.

Insektenhotel bauen
Die Kanten der Bambusrohre müssen geglättet werden, damit sich die Insekten nicht verletzen.© gabort - stock.adobe.com

Mini-Insektenhotels selber machen

Wer lieber kleinere, weniger aufwendige Insektenhotels bauen möchte, für den gibt es die Möglichkeiten, Mini-Insektenhotels selbst zu machen. Dabei handelt es sich um kleine Upcycling-Projekte, bei denen Sie alte, ausgewaschene Dosen mit dem Material Ihrer Wahl befüllen, zum Beispiel Äste, Bambusstängel oder Rinde. 

Die Dosen können Sie auch nach Belieben verzieren, solange alle verwendeten Materialen ungiftig für die Insekten sind.

Insektenhotel bauen
Schon einfache Blechdosen haben das Zeug zum Insektenhotel.© Heike Rau - stock.adobe.com

Insektenhotel überwintern

Um die kalten Temperaturen zu überstehen, müssen sich Insekten im Winter geeignete Quartiere suchen. Doch das wird immer schwerer. Ihr Insektenhotel bietet den Nützlingen im Garten daher nicht nur eine Alternative zum Nisten, sondern auch zum Überwintern.

Für die Überwinterung im Insektenhotel ist keine zusätzliche Vorbereitung, Abdeckung oder ein Wärmeschutz nötig. Selbst davor gepflanzte Sträucher sind überflüssig und behindern die Insekten im schlimmsten Fall in ihrer Anflugschneise.

Holen Sie das Insektenhotel auch auf keinen Fall zum Überwintern in einen warmen Keller oder eine Garage. Damit stören Sie den Biorhythmus der Insekten: Durch die plötzliche Temperaturänderung erwachen die Insekten frühzeitig aus dem Winterschlaf bzw. schlüpfen die Larven zu früh und finden aber keine Nahrung.

Eine kompakte Bauweise und ein geeigneter Standort mit Öffnung in süd- oder südöstlicher Richtung verhindert das Auskühlen des Insektenhotels im Winter und bietet optimale Bedingungen.

Sie wollen Igeln beim Überwintern helfen? Das müssen Sie beachten!

Schon gewusst? Schmetterlinge überwintern natürlicherweise in hohlen Bäumen oder Tierbauen in einer Winterstarre. Auch Wildbienen nutzen altes Holz, sowie Löcher in Mauerwerken oder Ästen zum Nisten – die Larven überwintern dort und schwärmen im Frühjahr als junge Bienen aus.

Insektenhotel
© Colin - stock.adobe.com

Insektenhotel nach dem Winter pflegen

Nach dem Winter sollten Sie im Frühjahr wieder aktiv werden:

  • Entfernen Sie bei Temperaturen über 0 Grad Celsius Spinnweben oder Laubreste vom Insektenhotel.
  • Die frei gewordenen Brutstätten müssen nicht gereinigt werden – das übernehmen die nächsten Insekten selbst!
  • Vergessen Sie nicht, ausreichend blühende Pflanzen in Ihrem Garten zu pflanzen. So wird das Insektenhotel auch im kommenden Jahr wieder summen und brummen!

Die Bienen fliegen auf Ihren Garten, wenn Sie ihnen ein üppiges und abwechslungsreiches "Büffet" zur Verfügung stellen. Ideal ist es dabei eine abwechslungsreiche Bepflanzung Ihres Gartens, sodass bis weit in den Herbst hinein unterschiedliche Pflanzen in den Beeten blühen.

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