Nist- und Überwinterungsplatz

Insektenhotel selber bauen

Wildbienen, Hummeln und Falter spielen als Bestäuber eine wichtige Rolle in unserem Ökosystem. Mit einem Insektenhotel bieten Sie diesen und anderen Nützlingen Nist- und Überwinterungsplätze.

Insektenhotel für Bienen
In diesem Insektenhotel finden Wildbienen und andere Insekten Unterschlupf.© Chris Lambertsen

Sie denken bei Bienen nur an die gelb-braun gestreiften Insekten, die fleißig von Blüte zu Blüte fliegen, Pollen sammeln und in ihrem Stock Honig produzieren? Weit gefehlt! Wildbienen fallen oft nur weniger auf, entweder weil sie der Honigbiene zum Verwechseln ähnlich oder aber recht unscheinbar aussehen. Dabei gibt es bei uns rund 500 Varianten dieser Wildbienen!

Leider sind die meisten dieser Arten bedroht: Es fehlt an Futterplätzen und Nistmöglichkeiten. Mit einem Insektenhotel zum selber bauen unterstützen Sie die Wildbienen und viele andere Insekten.

Mit einem Insektenhotel den Wildbienen helfen

Wilde Bienen sind unersetzlich für unser Ökosystem, vor allem, seit es immer weniger Bienenvölker gibt. Für sie braucht es keinen Imker, denn sie sind solitär, also allein unterwegs. Das macht es jedem Gartenbesitzer möglich, den pelzigen Insekten ein Stück Lebensraum zu bieten.

Die Bienen fliegen auf Ihren Garten, wenn Sie ihnen ein üppiges und abwechslungreiches "Büffet" zur Verfügung stellen. Ideal ist es dabei eine abwechslungsreiche Bepflanzung Ihres Gartens, so dass bis weit in den Herbst hinein unterschiedliche ungefüllte Pflanzen in den Beeten blühen.

Zur Fortpflanzung und auch über den Winter nutzen die Tiere bereits vorhandene Löcher in Mauern und Ziegelsteinen; sie lieben auch hohle Pflanzenstängel. Oder sie bohren selbst Öffnungen in Holzrahmen, liegen gebliebenes Holz oder in die Erde. Als Nisthilfen nehmen sie Reisighaufen, Sand- und Kiesflächen oder die Ritzen in Natursteinmauern an.

Mit einem Insektenhotel haben Sie die Möglichkeit, gleich mehrere dieser bevorzugten Materialien auf kleinster Fläche anzubieten. Richtig befüllt und angebracht, werden nicht nur Bienen das neue Zuhause gern nutzen, sondern auch andere Insekten: Schmetterlinge, die bei uns überwintern, wie Admiral und Tagpfauenauge, buchen die Kammer mit der vorgesetzten Sperrholzplatte. Ein anderer Nützling, der beliebte Marienkäfer, checkt, sobald es eisig wird, im Zimmer mit den Rindenholzstückchen ein. Auch Florfliegen und Grabwespen sind künftige Stammgäste in Ihrem Hotel.

Insektenhotel: Das sollten Sie beachten

Wichtig beim Befüllen ist, dass das verwendete Holz gut abgelagert und schadstofffrei ist. Setzen Sie die Bohrlöcher außerdem immer ins Längsholz.

Die beste Standort für das Insektenhotel ist ein sonniger, vor Regen und Wind geschützter Platz. Bringen Sie den Korpus fest an der Wand oder an einem stabilen Gerüst an – er sollte jahrelang ungestört bleiben können und darf sich keinesfalls bewegen.

Unser Modell können Sie vor dem Befüllen durch die Rückwand festschrauben. Oder Sie versehen es mit handelsüblichen Wandhaken.

Insektenhotel selber bauen: Das brauchen Sie dazu

 

  • Gehobelte Fichtenholzbretter, 10 cm breit, 1 cm dick, in verschiedenen Längen (evtl. zuschneiden lassen)
  • verzinktes Blech, 1 mm dick (im Baumarkt nach Fugenblech fragen und zuschneiden lassen)
  • verzinktes Drahtgitter (Maschenweite 7 m-m)
  • Spanplatte 6 mm dick (14 x 14 mm)
  • Blechschrauben für die Rückwand (SPAX 4/35)

Instektenhotel für den Garten: Bauplan mit Maßen

Hier sehen Sie die Maße für das Insektenhotel. Zum Vergrößern klicken Sie hier.

Insektenhotel selber bauen: Anleitung

Insektenhotel
Löcher bohren
© Chris Lambertsen

Schritt 1/9: Löcher bohren

Rundhölzer (verschiedene Äste) auf 10 cm ablängen und mit Holzbohrern (3 bis 10 mm) mit unterschiedlich großen Löchern versehen. Dazu spannt man die Holzabschnitte am besten kurz ein, damit man sich beim Bohren aus freier Hand nicht verletzt.

Abdeckung befestigen
© Chris Lambertsen

Schritt 2/9: Abdeckung befestigen

Als Abdeckung der unteren Kammer dient eine 6 mm dicke Spanplatte (14 × 14 cm). Die Einflugöffnung diagonal anzeichnen, 60 × 12 mm groß. Platte auf ein Stück Holz auflegen und mit dem 8-mm-Holzbohrer an den Endpunkten Löcher vorbohren.

Einflugloch ausschneiden
© Chris Lambertsen

Schritt 3/9: Einflugloch ausschneiden

Mit einem scharfen Cutter den verbleibenden Steg als Einflugloch ausschneiden.

Drahtgeflecht zuschneiden
© Chris Lambertsen

Schritt 4/9: Drahtgeflecht zuschneiden

Das Dachblech an den Kanten mit einer Eisenfeile entgraten. Dann das verzinkte Drahtgeflecht (Maschenweite 7 mm), das später die kleinen Füllmaterialien halten soll, mit einer Blechschere auf 28 x 17 cm zuschneiden.

Bretter verschrauben
© Chris Lambertsen

Schritt 5/9: Bretter verschrauben

Die zugesägten Fichtenbretter mit Schrauben (SPAX 4/35) nach Plan verbinden. Tipp: Löcher zuerst mit einem 4-mm-Holzbohrer vor bohren. Das erleichtert das Verschrauben und verhindert das Ausreißen des Holzes.

Dach festschrauben
© Chris Lambertsen

Schritt 6/9: Dach festschrauben

Das Dach wird nun mit Blechschrauben am Holzkorpus angebracht. Dazu zuerst mit einem Nagel an den entsprechenden Stellen ein Loch in das Blech schlagen. Den fertigen Korpus auf die für die Rückwand vorgesehene Sperrholzplatte legen und anzeichnen. Zusägen und am Korpus festschrauben.

Drahtgitter festtackern
© Chris Lambertsen

Schritt 7/9: Drahtgitter festtackern

Die Felder mit Rindenstücken, Holzspänen und Zapfen füllen, bevor man die zuvor zugeschnittenen Drahtgitter mit einem Tacker anbringt.

Felder befüllen
© Chris Lambertsen

Schritt 8/9: Felder befüllen

Für das Feld links Ton mit 30% Sand und gehäckseltem Stroh mischen. Mit einem Nagel Öffnungen eindrücken. Die restlichen "Fächer" mit den gebohrten Hölzern und Bambusstängeln befüllen.

Fertig!
© Chris Lambertsen

Schritt 9/9: Fertig!

Jetzt nur noch das Insektenhotel an einer geeigneten Stelle anbringen.

Zeichnung: T. Straszburger

Die neue Ausgabe ist da: selber machen - Jetzt am Kiosk!