Einbruchschutz

Vernetzte Sicherheitstechnik: Alarmanlagen im Vergleich

Moderne Sicherheitstechnik ermöglicht es, das Zuhause selbst aus dem Urlaub im Blick zu behalten. Licht, Rollläden, Kameras und die Alarmanlage lassen sich in Echtzeit über mobile Endgeräte ansteuern – aber welche unterschiedlichen Modelle gibt es? Hier kommt der Vergleich.

 
Überwachungskamera © stnazkul - stock.adobe.com
moderne Sicherheitstechnik

Wollen Sie Gelegenheitstäter abschrecken, reicht es oft, mithilfe von Apps und Smart-Home-Technik die eigene Anwesenheit vorzutäuschen. Gegen gut ausgerüstete ‚Profis‘ sind jedoch umfangreichere Maßnahmen zum Einbruchschutz notwendig. Denn in diesen Fällen spähen die Kriminellen ihre Zielobjekte meist intensiv aus, bevor sie zuschlagen.

Eine Möglichkeit ist hier die Installation von Alarmanlagen. Diese können Sie von unterwegs aus bedienen, sich Statusinformationen anzeigen lassen oder sich über einen Live-Stream die Situation vor oder in Ihrem Haus durch die Aufnahmen der Überwachungskameras anzeigen lassen.

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Funk oder Kabel? – die passende Alarmanlage finden:

Grundsätzlich haben Sie bei Alarmanlagen die Möglichkeit, zwischen verkabelten Einbruchmeldeanlagen oder Funk-Alarmanlagen zu wählen.

Die verkabelte Variante wird vor allem im Rahmen eines Neubaus empfohlen, da der nachträgliche Einbau sehr aufwendig ist. Betrachtet man die Funktionen, so sind die beiden Typen in Programmierung und Signalgebung ähnlich.

Vorteile einer verkabelten Einbruchmeldeanlage sind zum Beispiel der geringe Wartungsaufwand, die Störungsresistenz dank exklusivem Übertragungsweg oder auch die hohe Wirtschaftlichkeit (Investitionsschutz).

Die Funk-Alarmanlagen zeichnen sich durch die Möglichkeit des Einsatzes an unzugänglichen Orten aus, durch Kostenersparnis bei der Installation und durch hohe Mobilität und Flexibilität.
 

Worauf es bei einer Überwachungsanlage ankommt:

  1. Wetterschutz: Eine Außenkamera muss im Laufe des Jahres Kälte, Hitze, Frost, Regen oder Gewitter aushalten, deswegen sollte sie mindestens Schutzklasse IP65 haben.
  2. Stromversorgung: Wahl zwischen Akku, Kabel oder Solar-Modulen.
  3. Auflösung: FullHD-Auflösung ist notwendig, um Gesichter zu erkennen.
  4. Aufnahmewinkel: Je nach Standort muss ein passender Aufnahmewinkel gewählt werden – für Hauseingänge reicht oft 90 bis 110 Grad.
  5. Speicherort: Die Daten können lokal auf einer SD-Karte oder extern auf einem PC/ Server oder
  6. Nachtsicht und Bewegungsmelder

Der Vergleich der modernen Alarmanlagen:

  1. tiiwee Home Alarm System Starter Kit© tiiwee.com

    tiiwee Home Alarm System Starter Kit

    Diese Alarmanlage hat einen günstigen Preis, bei dem das Starter Kit mit 2 Sensoren und 1 Fernbedienung enthalten ist, sowie eine laute Sirene (120dB). Es sind allerdings bis zu 40 Sensoren möglich (auch Bewegungsmelder). Das Home Alarm System von tiwee ist ein drahtloses Sicherheitssystem mit einer sehr einfachen Installation durch intuitive Bedienung und deutschsprachiger Gebrauchsanleitung. Nachteilig ist die fehlende Kommunikation über Wi-Fi/ Smartphone und die fehlende Integration von Videokameras.
  2. Multi Kon Trade Funk-Alarmanlage Komplettsystem M2BX SET-4 I© multikontrade.de

    Multi Kon Trade Funk-Alarmanlage Komplettsystem M2BX SET-4 I

    Bei Multi Kon hat das Komplettsystem einen großen Lieferumfang (Touch-Alarmanlage mit 4 Bewegungsmeldern, zentrale Touch-Bedienung, 9 Sensoren, …). Es gibt die Möglichkeit der Bedienung per App. Das bedeutet, dass Text-Kommunikation mit dem Alarmsystem möglich ist: Die Alarmanlage kann per Anruf auch aus der Ferne scharfgestellt oder deaktiviert werden. Hier ist eine Integration von bis zu 100 Sensoren und Überwachungskameras und Rauchmeldern möglich. Zur besseren Vermeidung von Fehlalarmen ist die Frequenz des Alarmsystems codeirt.
  3. LUPUSEC XT1 Smarthome Funk-Alarmanlage© alarmdi.de

    LUPUSEC XT1 Smarthome Funk-Alarmanlage

    Die Funk-Alarmanlage von LUPUSEC zeichnet sich durch die Möglichkeit aus, einfache Veränderungen an der Zentrale durchzuführen. Hier besticht die umfangreiche Technik zur Videoüberwachung. Das Starterpack besteht aus 2 Sensoren, Keypad, Zentrale und einem Bewegungsmelder - es ist aber wie bei den anderen aufgeführten Beispielen noch ergänzungsfähig (maximal 20 Gefahrenmelder). Die integrierte Sirene hat eine Lautstärke von 94 dB. Das Smart-Home-Systemm ist aus der Ferne steuerbar – im Falle eines Einbruchs geschieht die Alarmierung über E-Mail oder SMS. Es gibt die Möglichkeit, eine getrennt schaltbare Zone hinzuzufügen.
  4. Olympia 5943 Protect 9061 Drahtlose GSM Alarmanlage© amazon.de

    Olympia 5943 Protect 9061 Drahtlose GSM Alarmanlage

    Diese drahtlose GSM alarmanlage von Olypia hat ein edles Design. Das Set enthält eine Basiseinheit, einen Bewegungsmelder, 4 Sensoren 8nd eine Fernbedienung – hier sind bis zu 32 Sensoren möglich. Die Alarmanlage wird über die ProCom-App gesteuert. In der Zentrale sind bis zu 10 Telefonnummern für den Notfall programmierbar (Alarmanlage meldet sich per Anruf). Nur der Hersteller Olympia hatt eine Stromausfallsicherung an der Basisstation integriert.
  5. Safe2Home® Funk Alarmanlagen Set SP110 mit Sabotageschutz© safe2home.de

    Safe2Home® Funk Alarmanlagen Set SP110 mit Sabotageschutz

    Bei Safe2Home besteht das Set aus einer Basiseinheit mit 3 Sensoren, 2 Fernbedienungen, 2 RFID-Chips, 1 Bewegungsmelder und 1 Bedienungsanleitung. Erweiterbar ist dieses Set durch die Installation einer Außensirene, Videoüberwachung, weiteren RFID-Chips, Bewegungsmelder und weiteren Sensoren. Hier ist auch ein Quickstart möglich. Die Steuerung und Alarmierung geschieht per Smartphone. Einzigartig ist hier der Sabotageschutz.
  6. ABUS Funk-Alarmanlage Smartvest Basis-Set© digitalzylinder-shop.com

    ABUS Funk-Alarmanlage Smartvest Basis-Set

    Das Set der ABUS Smartvest besteht aus einer Basiszentrale, 1 Fernbedienung, 1 Öffnungsmelder und 1 Bewegungsmelder – es sind maximal 32 verschiedene Funk-Komponenten und 4 IP-Kameras anschließbar, die Videoüberwachuung beinhaltet hier auch Schnappschüsse. Integriert ist hier auch ein Hygrometer zur Luftfeuchtigkeit- und Temperaturmessung. Über spezielle Funk-Steckdosen kann die eigene Anwesenheit simuliert werden. Bei der Variante Secvest blockieren mechatronische Sicherheitskomponenten den Einbruchsversuch mechanisch, während das Alarmsystem den Versuch meldet. Die Alarmanlage von ABUS ist wegen der handlichen Inbetriebnahme Testsieger bei Stiftung Warentest, es mangelt aber an der Sabotagesicherung der Zentrale.
  7. VisorTech Hausalarm: GSM-Alarmanlage© ebay.de

    VisorTech Hausalarm: GSM-Alarmanlage

    Die Alarmanlage von Visor-Tech kann 150 verschiedene Sensoren in 99 Zonen umfassen (Bewegungs- und Öffnungsmelder, sowie Wasser- und Rauchmelder), eine 80 dB-Sirene im Preis inbegriffen. Auch hier läuft die Steuerung und Benachrichtigung über das Smartphone – Zentrale ist daher zeitsteuerbar und besitzt eine Auslöseverzögerung.
  8. Honeywell Security Funk-Alarmanlagen-Set HS330S© reichelt.de

    Honeywell Security Funk-Alarmanlagen-Set HS330S

    Das Basis-Set von Honeywell wird mit Funk-Bedienfeld, 2 Bewegungsmeldern, 2 Öffnungssensoren, 2 RFID-Tags geliefert. Es sind bis zu 18 Bewegungsmelder oder Öffnungsmelder, 8 RFID-Tags und 5 Funkfernbedienungen möglich. Hier sticht die berührungsfreie Bedienung über RFID-Chip hervor, das System arbeitet vollständig kabellos. Tür-/Fenster-Alarmanlagen signalisieren geöffnete Türen/Fenster. Am Bedienfeld wird der Batteriewechsel rechtzeitig angezeigt. Allerdings verfügt dieses System nicht über SMS-Benachrichtigungen oder Handy-Anrufe – die interne Sirene übernimmt allein die Alarmierung.
  9. Eminent EM8610 Wireless GSM Alarm© letzshop.lu

    Eminent EM8610 Wireless GSM Alarm

    Das Basis-Set von Eminent kommt mit 1 Bedieneinheit, 1 Bewegungssensor, 1 Öffnungssensor, 2 Fernbedienungen, 1 Netzteil und 2 RFID-Etiketten. Hier können bis zu 50 kabellose Sensoren integriert werden. Acuh deses System wird über eine App gesteuert, die Einrichtung ist recht einfach. Bei Stromasufall sorgt der Not-Akku für Sicherheit.
  10. Somfy 2401497 Home Alarm© alles-mit-stecker.de

    Somfy 2401497 Home Alarm

    Bei dem Hersteller Somfy enthält das Basis-Set die Zentrale, 1 Innensirene, 1 Bewegungsmelder, 1 Fernbedienung und 3 Sensoren. Die Installation ist schnell und einfach – das System wird ebenfalls über eine Smartphone-App gesteuert. Die Innensirene (120 dB) wird bei Erschütterungen aktiviert. Dabei unterscheidet das System zwischen normalen Vorkommnissen (Wind, Anklopfen) und potenziellen Bedrohungen (Bohren, gewaltsames Eindringen). Die Zubehörteile sind mit Sabotageschutz ausgestattet.

 

Installieren Sie die Alarmanlage selbst, müssen Sie auf folgende häufige Schwachstellen achten:

  1. Unbemerktes Ausschalten bei leerer Batterie
  2. Umgehen der Bewegungsmelder ist durch ‚Unterkriechen‘ möglich
  3. Kameras etc. können teilweise ohne einen Alarm auszulösen von der Wand entfernt werden
  4. Hohe Anfälligkeit für Fehlalarme
  5. Gefahr des Datenklaus (Abfangen der Login-Daten führt zu vollem Zugriff auf alle Kameras im Haus, Missbrauch des Sicherheitssystems als Spionagetool)
  6. Missachtung der rechtlichen Vorschriften zur privaten Videoüberwachung (Kameras an Privathäusern dürfen grundsätzlich keine öffentlichen Wege und Straßen filmen)

Extra: Einbruchschutz durch moderne Schließsysteme:

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Eine weitere Möglichkeit, um Ihr Haus sicherer zu machen, sind elektronische Schließsysteme.

Hier gibt es zum Beispiel Chipkarten oder elektronische Türschlösser. Außerdem gibt es noch Varianten der elektronischen Schließsysteme, die mit einem Fingerabdruck-Scanner ausgestattet sind. Hier können auch bis zu 99 verschiedene Finger gespeichert werden.

Der Vorteil solcher elektronischen und schlüssellosen Systeme ist, dass sie nicht mit einem Dietrich geknackt werden können. Schließlich fehlt hier der Zylinder – und sie können so programmiert werden, dass nach einer sehr geringen Zahl von Fehlversuchen oder -eingaben ein Signal an Sie oder den Sicherheitsdienst gesendet wird.

Zum Weiterlesen: mechanische Sicherheitsvorkehrungen als Einbruchschutz

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