Renovierung

Ohne Staub und Lärm das Bad renovieren: alte Fliesen überkleben

Bei der Renovierung des Badezimmers oder der Küche macht das Ab­schlagen der alten Fliesen Lärm, Staub und Arbeit. Doch es geht auch einfacher.

altes Badezimmer
Dieses altmodisch aussehende Bad muss nicht mehr lange so aussehen!© andersphoto - stock.adobe.com

Bei dem Gedanken, das Badezimmer neu zu gestalten, denkt man oft mit Grauen an den Lärm und den Schmutz, der beim Abreißen der alten Fliesen zustandekommt. Es gibt aber auch Alternativen, wie das Überkleben der alten Fliesen.

Das Belassen der alten Fliesen bietet viele Vorteile:

  • weniger Schmutz
  • kein Abriss oder Bauschutt
  • geringerer Arbeitsaufwand
  • keine Entsorgungskosten
  • schnelle Renovierung
  • viele Gestaltungsmöglichkeiten

Badrenovierung: Die richtige Planung 

Bevor man mit den Umbaumaßnahmen beginnt, ist zu überlegen, was verändert werden soll. Da die Wand vollkommen neu verkleidet wird, könnten bei dieser Gelegenheit die Sanitärelemente auch neu angeordnet werden. Es ist außerdem kein Problem, die Wand höher als zuvor zu verfliesen.

Achtung: Ist das Badezimmer nicht Ihr Eigentum, so müssen Sie sich vor dem Umbau vom Vermieter eine Genehmigung einholen. Die neuen Fliesen lassen sich nicht rückstandsfrei entfernen!

Fliesen sind ein sehr langlebiger Wandbelag. Der Wunsch nach einer Renovierung des Bads entsteht meistens nicht, weil die Fliesen abgenutzt sind, sondern weil sie nicht mehr gefallen oder unmodern geworden sind.

Bei der Wahl der Fliesen sollte man sich nach möglichst dünnen Platten umsehen. Bei zu starken Fliesen müsste z.B. die Badewannenverkleidung vorher vom alten Fliesenbelag befreit werden.

Fliese auf Fliese verlegen

Der Fugenverlauf des alten Fliesenbelags darf für die neuen Fliesen nicht übernommen werden, da es sonst zu Rissbildungen in der Fuge kommen kann. Die Flächen müssen also neu eingeteilt werden, was sich zum Beispiel durch ein abweichendes Fliesenformat sowieso ergibt.

Wenn nach Kontolle mit einer Wasserwaage Senkrechte und Waagerechte stimmen, kann man sich beim Anzeichnen der Flächen an diesen Linien orientieren. Die Lage der Dekorfliesen und der umlaufenden Bordüre werden ebenfalls angezeichnet.

Im nächsten Schritt muss der alte Fliesenbelag gründlich gereinigt werden. Im Laufe der Jahre hat sich ein Belag aus Seifen- und Kalkrückständen gebildet. Die Kalkrückstände können am wirksamsten mit einem Reinigungsessig (Essigessenz) oder einem Scheuermittel entfernt werden. Starke chemische Mittel sind nicht unbedingt erforderlich.

Um die Haftung des neuen Fliesenbelags noch weiter zu verbessern, kann die Fläche mit Sandpapier angeschliffen werden. Ein kleiner Winkelschleifer leistet hier die besten Dienste. Während dieser Arbeit wird man auch feststellen, wo noch Unebenheiten sind, die ausgebessert werden müssen.

Statt die alten Fliesen mechanisch anzurauen, kann man zur Haftverbesserung vor dem eigentlichen Verkleben auch eine hauchdünne Schicht Fliesenkleber aufziehen und trocknen lassen.

alte Fliesen
Die alten Fliesen werden mechanisch aufgeraut.© Frank Zeidler-Kanter

Soll auch eine bisher freie Wandfläche gefliest werden, muss diese zunächst grundiert und mit Armierungsgewebe abgedeckt werden. Auch auf den alten Fliesen muss dieser geeignete Haftgrund in gleicher Dicke aufgetragen werden. Darauf werden dann die Fliesen verlegt.

Grundierung
Eine gute Grundierung ist wichtig!© Frank Zeidler-Kanter

Die Stoßfuge zwischen alten Fliesen und dem Ausgleichsputz der Wand muss mit einer Gewebespachtelung überbrückt werden. Damit werden Rissbildungen in diesem Bereich vermieden.

Die Verlegefläche muss absolut eben sein, da der Dispersionskleber nur dünn aufgetragen wird und maximal 1 mm Unebenheit ausgeglichen werden kann.

Für das Verlegen der Wandfliesen wird ein gebrauchsfertiger Dispersionskleber verwendet. Der Kleber wird dünn auf der Verlegefläche aufgetragen und mit einem fein gezähnten Spachtel gut durchgekämmt. An der oberen Fliesenreihe sollte waagerecht aufgekämmt werden, damit kein Schwitzwasser hinter die Fliesen ziehen kann. Die Bildung von Schimmel wird so verhindert.

Danach verlegt man zuerst den unteren, dann den oberen Teil der Wand. Die Stellen, an denen Dekorfliesen gesetzt werden sollen, werden frei gelassen. Sie werden zum Schluss gesetzt.

Fliesen legen
Setzen Sie die Fliesen von unten nach oben.© Frank Zeidler-Kanter

Die offene Zeit bei diesem Dispersionskleber, d. h. die Zeit, die der Kleber nach dem Aufkämmen feucht bleibt, ist genau wie bei den Klebemörteln 30 Minuten. Die Fliesen werden wie beim normalen Verlegen in die dünne Kleberschicht gedrückt. Ist der Kleber nicht mehr feucht, wird auf der Fliesenrückseite Kleber aufgetragen.

Die Maßhaltigkeit der Horizontale wird während der Arbeit laufend mit der Fliesenhexe kontrolliert. Die Bordüre wird gesetzt, wenn eine Wandhälfte fertig verfliest und die untere Fliesenreihe angezeichnet ist.

Fugenkreuz
Ein Fugenkreuz.© Frank Zeidler-Kanter

Fugenkreuze sind hilfreich, um eine gleichmäßige Fugenbreite einzuhalten. Die Kreuze bleiben im Kleberbett. Die Horizontale wird mit der Wasserwaage überprüft, bevor der untere Teil der Wand fertig verfliest wird.

Trotz sofortiger Haftung der Fliesen sind Korrekturen noch kurze Zeit möglich. Kleberreste müssen sofort mit einem feuchten Tuch abgewischt werden.

Dispersionskleber kann übrigens auch für den Bodenbelag verwendet werden. Zur Erhöhung der Endfestigkeit muss dann allerdings Zement zugesetzt werden. Die Wandflächen können frühestens nach 48 Stunden verfugt werden.

Fliesenfarbe
Fliesen lassen sich auch leicht übermalen.© Frank Zeidler-Kanter

Als Alternativen zum Überkleben der alten Fliesen können Sie das Badezimmer mit Fliesenlack oder -farbe, Aufklebern und selbstklebender Folie verschönern. Auch Wandpaneele und Wandplatten sind denkbar. Sie haben sogar die Möglichkeit, Holzböden oder Laminat im Bad zu verlegen!

Sind Sie sich nicht sicher, welcher Boden für Sie geeignet ist? Sie können dies hier überprüfen!

Mehr Tipps zum Wändefliesen finden Sie hier!

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