Garten im Herbst

Heidekraut zurückschneiden und pflegen

Filigrane Blüten in kräftigen Beerentönen bis weit in den Winter hinein bietet das Heidekraut. Der Zwergstrauch ist eine beliebte Zierpflanze für den winterlichen Garten und Balkon. Das kleine Gewächs ist recht anspruchslos – wenn man einige Grundregeln beachtet.

 
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Im Herbst gepflanzt, erfreut das Heidekraut mit Blüten bis weit in den Winter hinein.

Als Heidekraut werden bei uns sowohl die Besenheide, die auch als Calluna oder Sommerheide verkauft wird, als auch die bekanntere Erica (oder Erika) angeboten. Letztere wird auch als Winter- oder Schneeheide bezeichnet, denn ihre Hauptblütezeit ist von Dezember bis April, während die Besenheide von August bis November blüht. Beide Arten gleichen sich jedoch in ihren Pflege- und Standortansprüchen, so dass die hier vorgestellten Tipps sowohl für Sommer- als auch für Winterheide gelten.
 
Heidekraut kommt in seiner heutigen Form bereits seit Beginn der letzten Eiszeit vor. Es ist ein verholzender, immergrüner Zwergstrauch und als Besenheide eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen am Ende des Sommers. Der Heidehonig ist besonders würzig und wird von Feinschmeckern geschätzt. Wer neben dem dekorativen Effekt also den Bienen noch etwas Gutes tun möchte, der wählt Besenheide für die herbstliche Bepflanzung von Garten und Balkon.

Heidekraut pflanzen und pflegen

Die kleinen Sträucher – die in freier Wildbahn durchaus bis zu einen Meter hoch werden können – sind sehr robust und eignen sich sowohl für den Einsatz im Garten wie auch als Balkon- oder Kübelpflanze. Wichtig sind vor allem der richtige Standort und der passende Boden: Heidekräuter gedeihen am besten an einem vollsonnigen Ort, auch im Halbschatten fühlen sie sich noch einigermaßen wohl – zu schattig sollte es aber nicht sein. Auch die Ansprüche an den Boden sind niedrig: Erica und Besenheide lieben leicht saure Böden mit lockerer, gut durchfeuchteter Erde. Zu schwere Böden können mit Moorbeeterde oder Sand aufgelockert werden.
 
Der Boden sollte stets gut durchfeuchtet, jedoch nicht nass sein: Heidekraut reagiert empfindlich auf Staunässe. Ein Warnsignal kann etwa sein, wenn die Pflanze von unten her vertrocknet. Wenn Sie dies beobachten, prüfen Sie, ob der Boden vielleicht zu nass ist, statt die vermeintlich vertrocknete Pflanze besonders großzügig zu gießen.
 
Gepflanzt werden kann Heidekraut prinzipiell das ganze Jahr über, besonders erfolgversprechend sind jedoch Pflanzungen im Frühjahr oder aber im Herbst zwischen September und November. Im Freiland sollten die einzelnen Pflanzen mit einem Abstand von 20 cm zueinander gepflanzt werden. Gedüngt werden muss nur zweimal jährlich, ebenfalls im Frühjahr und im Herbst. Als Dünger eignen sich vor allem organische Dünger wie Hornspäne oder ein spezieller Dünger für Moorpflanzen.
Was es jetzt im Garten sonst noch zu tun gibt, lesen Sie hier.

Heidekraut zurückschneiden

Damit das Heidekraut lange schön und gepflegt aussieht, sollten die Sträucher nach der Blüte – also im Herbst respektive im zeitigen Frühjahr – zurückgeschnitten werden. So bleiben die Pflanzen lange blühfreudig und vergreisen nicht. Der Schnitt ist bei beiden Arten gleich: Die verblühten Blütenstände werden dabei einfach mit der Gartenschere zurückgeschnitten. Schneiden Sie dabei jedoch nicht bis zur Erde zurück, sondern nur so weit, dass der Zweig unterhalb der Schnittstelle noch Blattwerk aufweist. Zurück bleiben die buschigen Triebe des Strauchs, die nun wieder austreiben und neue Blüten bilden können.

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5 Deko-Ideen mit Heidekraut

Heidekraut wirkt nicht nur im Garten und auf dem Balkon, sondern eignet sich auch als ansprechendes Element für die Dekoration der Wohnräume.

  • Die filigranen Pflanzen wirken dabei sowohl für sich genommen in passenden Blumentöpfen – etwa im Shabby Chic-Stil – als auch kombiniert mit anderen Elementen. Ein Gesteck mit Moos, Hortensien und einem Lärchenzweig mit Zapfen holt den Herbst ins Haus.
  • Auch einzelne Zweige sind ein ansprechender Blickfang: Sie können beispielsweise als dezente Serviettengarnitur eingesetzt werden oder werten Grußkarten und Briefpapier auf. Dazu können sie auch gepresst werden und sind so länger haltbar.
  • Ein leeres Schraubglas wird zum herbstlichen Windlicht, wenn blühende Heidekrautzweige dicht an dicht rundherum gelegt und mit einem Band fixiert werden. Je nach Wahl des Bandes kann so ein romantischer oder rustikaler Effekt erzeugt werden.
  • Auch ein Kranz aus Heidekraut ist etwas Besonderes: Dazu werden die Blütenzweige in kleinen Bündeln mit Rosendraht rund um einen Kranzrohling aus Zweigen oder Draht gebunden.
  • Im Strauß wirken Heidekrautblüten besonders in der roten Variante in Kombination mit Gelb- und Orangetönen. Eine besondere Wirkung entfaltet so ein Strauß, wenn man ihn in einem Kürbis präsentiert. Dazu von einem nicht zu großen Kürbis einen Deckel abschneiden und die Kerne entfernen. Eine Vase oder ein Schraubglas – der Rand sollte nicht aus dem Kürbis herausragen – hineinstellen, mit Wasser befüllen und den Strauß darin arrangieren.

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