Gartengestaltung

Rasen säen – Schritt für Schritt

Ein schöner Rasen ist saftig, grün und frei von Moos und Löchern. Ehe man eine solche Rasenfläche jedoch sein Eigen nennen kann, muss er zunächst einmal angesät werden. Wir verraten, worauf Sie dabei achten müssen.

Rasen säen - Grassamen in der Hand
Auf kleineren Flächen kann man Grassamen mit der Hand verstreuen.© Harald Biebel - stock.adobe.com

In fast jedem Garten findet man die ein oder andere Rasenfläche. Ob diese nun rein zur Zierde oder als Spielwiese für die Kinder gedacht ist, ist unterschiedlich. Allen Rasenflächen gemein ist, dass sie zunächst einmal angesät werden müssen.

Die schnellere beziehungsweise einfachere, allerdings auch deutlich teurere Variante ist das Verlegen von Rollrasen. Dabei werden in Bahnen aufgewickelte Rasenstreifen auf den vorbereiteten Boden gelegt, angegossen und schon sieht es aus, als wäre der Rasen schon immer dort gewesen.

Etwas länger dauert es, den Rasen selbst anzusäen. Diese Methode ist allerdings um einiges günstiger und man kann leichter auf die unterschiedlichen Standortbedingungen eingehen. Beispielsweise sollte in einem eher schattigen Bereich spezieller Schattenrasen* gesät werden, während auf Flächen, die besonders stark beansprucht werden, Spiel- und Sportrasen* die beste Wahl ist.

Wann sollte man Rasen ansäen?

Die beste Zeit, Rasen neu anzulegen, ist im April bis Mai oder später zwischen August und September. Wenn Sie die Variante Grassamen aussäen wählen, ist es besonders wichtig, dass der Boden während der gesamten Keimdauer stetig feucht gehalten wird, weshalb sich das späte Frühjahr oder eben früher Herbst besonders gut eignen.

Rasen säen Schritt für Schritt – Boden

1. Boden vorbereiten: Arbeiten Sie den Boden zunächst gut durch. Dabei geht es vor allem darum, alles schön aufzulockern und dabei unbedingt sämtliche Unkräuter und Steine zu entfernen. Haben Sie einen besonders lehmhaltigen Boden, bietet es sich an, etwas Sand mit einzuarbeiten.

Zum Auflockern verwendet man entweder einen Spaten* oder Gartenkralle*. Haben Sie allerdings eine größere Fläche zu bearbeiten, kann Handarbeit zu mühsam sein. In einem solchen Fall wäre der Einsatz einer motorisierten Bodenhacke*angenehmer.

2. Boden harken: Nachdem Sie den Boden komplett umgegraben haben, gehen Sie einmal mit der Harke* über die gesamte Fläche. Dabei werden Steine, Wurzelreste und andere losgelöste Teile entfernt. Achten Sie beim Harken auch gleich darauf, eine möglichst ebene Fläche zu schaffen. Verhindern Sie unbedingt Kuhlen und Vertiefungen. In diesen könnte sich später Wasser ansammeln und den Rasen beschädigen.

3. Boden walzen: Rasen bevorzugt zwar einen eher lockeren Boden, zu locker ist allerdings auch nicht gut. Nachdem man die Fläche also mit der Harke geebnet hat, geht man mit einer sogenannten Rasenwalze* darüber. Dabei wird auch sichtbar, ob Sie die ein oder andere Vertiefung vielleicht übersehen haben.

4. Boden setzen lassen: Geben Sie dem Boden nun rund eine Woche Zeit, sich wieder etwas zu setzen.

Rasen säen

Hat sich der Boden weitestgehend gesetzt, folgt Schritt zwei, das eigentliche Ansähen des Rasens. Möchten Sie nur eine kleine Fläche Rasen ansäen, genügt es, die Samen per Hand zu verstreuen. Achten Sie grundsätzlich auf die Gewicht-pro-Quadratmeter-Angabe des Grassamen-Herstellers. Wiegen Sie die entsprechende Menge ab und geben Sie sie in eine Schüssel, Wanne oder ähnliches.

Zum Aussähen greift man nun beherzt in die Samen, nimmt eine gute Handvoll heraus und verstreut sie mit Schwung auf der Fläche. Diesen Vorgang wiederholt man so lange, bis die gesamte Fläche möglichst gleichmäßig mit Samen bestreut ist.

Soll eine größere Fläche Rasen angesät werden, kann sich die Anschaffung einer Aussaathilfe* oder eines Saatgutwagens*lohnen. Beides kann im Nachhinein auch zum Ausbringen von Dünger und Kalk verwendet werden.

Rasen säen - Saatgutwagen
Große Flächen können Sie bequem mit einem Saatgutwagen ansähen.© Pixelot - stock.adobe.com

Übrigens: Grassamen sind im wahrsten Sinne des Wortes ein gefundenes Fressen für Vögel. Sollten Sie nicht zufällig eine Katze oder einen Hund haben, der die Vögel vertreibt, ist es ratsam, eine Vogelabwehr* zu kaufen.

Nachdem Sie die Grassamen ausgesät haben, werden diese mit der Harke vorsichtig in den Boden eingearbeitet. Gehen Sie dabei allerdings eher zurückhaltend vor. Grassamen sind Lichtkeimer. Zu tief ins Erdreich eingearbeitet, wachsen sie nicht.

Im nächsten Schritt geht man erneut mit der Rasenwalze über die neu angesäte Fläche. Dadurch werden die Grassamen etwas festgedrückt und können beim nächsten Windstoß nicht gleich wieder davonfliegen.

Rasenfläche wässern

Direkt nach dem Ansäen und Walzen muss der Boden gewässert werden. Rasen gilt zwar generell als eher robust, während der Keimzeit ist er allerdings eher empfindlich. Zumindest was Trockenheit angeht. Vermeiden Sie unbedingt, dass die Samen beziehungsweise die frisch angesäte Fläche austrocknet. Vielmehr sollte sie ständig feucht gehalten werden. Ein einmal trocken gewordener Grassamen unterbricht die Keimung und stirbt in der Regel ab, auch wenn Sie ihn danach wieder gießen.

Für die Bewässerung der Fläche eignet sich ein Rasensprenger*. Je nach Ausstattung und Zubehör kann dieser sogar mit Timer oder Bodensensor* versehen werden. Damit wird Ihr Rasen ganz automatisch mit ausreichend Feuchtigkeit versehen.

Worauf Sie bei automatischen Bewässerungsanlagen achten müssen und wie Sie eine automatische Bewässerung oder sogar einen ganzen Smart Garden selbst installieren, lesen Sie hier.

Abhängig von Temperatur, genereller Feuchtigkeit, Bodenbeschaffenheit sowie gewählter Grassorte, dauert die Keimung zwischen einer und drei Wochen. Sobald Sie die ersten grünen Spitzen entdecken, können Sie die Gießintervalle etwas weiter auseinanderziehen. Auch jetzt sollte der Boden zwar nicht völlig austrocknen, es genügt aber in der Regel, nur noch alle 24 bis 48 Stunden zu gießen.

Rasen säen – der erste Schnitt

Nun heißt es, Geduld zu haben. Warten Sie, bis die Halme mindestens acht, besser zehn Zentimeter lang sind. Bis es so weit ist, sollten Sie die Rasenfläche, wenn möglich, nicht betreten. Andernfalls können an genau diesen Stellen die jungen Grashalme abknicken oder gar absterben.

Rasen säen - keimendes Gras
Frisch gesätes Gras keimt nach einer bis drei Wochen.© Ralf Geithe - stock.adobe.com

Müssen Sie etwa zum Blumenbeet Gießen dennoch über die Fläche, sollten Sie sich einen Weg aus Trittsteinen legen.

An den Stellen, die die Steine bedecken, wächst zwar auch kein Gras, aber so haben Sie zumindest eine feste Markierung und treten immer wieder auf dieselben Flecken, statt stetig neue Stellen in der Rasenfläche zu beschädigen. Ist das Gras rund um die Steine kräftig genug gewachsen und hat auch schon tiefere Wurzeln gebildet, können Sie die Trittsteine entfernen und die betreffenden Stellen nachsäen. Das Vorgehen ist dabei ähnlich dem oben beschriebenen.

Hat der Rasen eine gewisse Dichte und Höhe erreicht, können Sie ihn zum ersten Mal mähen. Achten Sie dabei erstens unbedingt darauf, dass das Rasenmähermesser scharf ist. Stumpfe Messer verletzen die Grashalme und reißen die Halme eher heraus, statt sie zu schneiden.

Wie Sie Ihr Rasenmähermesser schärfen, erfahren Sie hier.

Zweitens sollten Sie den Rasen eher zurückhaltend, aber regelmäßig mähen. Wenn Sie nicht gerade einen Wildblumenrasen bevorzugen, bei dem die Halme deutlich länger wachsen sollen, beträgt die übliche Länge rund vier Zentimeter. Ist Ihr frisch angesätes Gras also rund zehn Zentimeter hoch, mähen Sie es vorsichtig auf etwa die Hälfte.

Worauf Sie beim Rasenmähen und der Rasenpflege sonst noch achten sollten, erfahren Sie in diesem Artikel.

Nach dem ersten Mal mähen bietet es sich an, den Rasen zu düngen. Verwenden Sie dafür am besten ein Langzeitpräparat* aus dem Handel.

Übrigens: Frisch angesäter Rasen ist noch nicht so dicht, wie Rasen, der schon länger wächst. Das bedeutet nicht, dass Sie zu wenig Samen ausgestreut haben. Auch hier ist Geduld gefragt. Mit jedem neuen Rasenschnitt wird die Grasnarbe zunehmend dichter. Das liegt einerseits daran, dass sich die geschnittenen Halme stetig weiter verzweigen und zum anderen daran, dass jeder Halm selbst auch immer kräftiger und dicker wird.

Außerdem gilt: Je dichter die Grasnarbe, desto fester beziehungsweise besser verwurzelt ist das Gras. Eine Vollbelastung, wie zum Beispiel zum Fußballspielen, verträgt eine neue Rasenfläche etwa zwölf Wochen nach der Aussaat.

Rasen ist genügsam und mit der richtigen Pflege ein wesentlicher Bestandteil eines jeden schönen Gartens.

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