Gärtner-Hacks

Wurzelnackte Pflanzen: So wachsen sie besser an!

Wurzelnackte Pflanzen liegen immer stärker im Trend. Schließlich sind sie oft billiger als vergleichbare Ballen- oder Containerware. Wir zeigen Ihnen hier, wie wurzelnackte Pflanzen besser anwachsen.

wurzelnackte Pflanzen
Wurzelnackte Pflanzen sind im Trend – so werden sie richtig eingepflanzt.© NokHoOkNoi – stock.adobe.com

Wurzelnackte Pflanzen werden im Winterhalbjahr ab Oktober ohne Blätter und ohne jegliche Erde angeboten. Vor allem heimische Laubbäume, Rosen oder Heckenpflanzen können gut wurzelnackt verkauft und transportiert werden. Sie werden ausschließlich von Baumschulen angeboten, da eine lange Lagerzeit im Gartencenter die Chance verringert, dass die wurzelnackten Pflanzen gut anwachsen. Daher sollten Sie auch direkt nach dem Eintreffen bei Ihnen eingepflanzt werden.

Wie Sie einen Baum richtig einpflanzen, erfahren Sie hier.

Tipp: Die Pflanzung wurzelnackter Pflanzen lässt sich einige Tage hinauszögern, wenn Sie die Wurzeln in ein feuchtes Tuch einschlagen und die Pflanzen aufrecht in einen Kübel stellen.

Auch wenn wurzelnackte Pflanzen oft langsamer anwachsen, austreiben und auch nur in der Wachstumspause zwischen Oktober und März angeschafft und eingepflanzt werden können, bringen sie viele Vorteile mit sich.

Neben dem günstigen Preis sind wurzelnackte Pflanzen leichter zu transportieren, weniger aufwendig bei der Pflanzung und oft auch genügsamer als Pflanzen aus dem Gartencenter – sie kommen besser mit Hitze- und Trockenstress zurecht, wenn sie einmal angewachsen sind. Also gute Gründe, um direkt loszulegen! Jetzt im März ist es noch nicht zu spät, wurzelnackte Pflanzen einzupflanzen, da die Wachstumsphase noch nicht vollständig begonnen hat.

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BU: Wurzelnackte Pflanzen werden oft in Plastiksäcken transportiert.© Mikhail – stock.adobe.com

Vorsicht: Die Pflanzung der wurzelnackten Pflanzen sollte Anfang April abgeschlossen sein. Zu einem späteren Zeitpunkt ist der Austrieb meist bereits so weit vorangeschritten, dass Anwachsschwierigkeiten die Folge sind.

Wurzelnackte Pflanzen einpflanzen: Boden vorbereiten

Haben Sie sich wurzelnackte Pflanzen für Ihren Garten besorgt, sollte der Boden am gewählten Standort vor dem Einpflanzen entsprechend vorbereitet werden:

  • Liegt ein schwerer Lehmboden vor, so ist es für die Wurzeln schwerer, den Boden zu durchdringen. Daher sollten Sie diesen Boden auflockern und eventuell mit Kies und Sand durchmischen, um das Substrat durchlässiger zu gestalten.
  • Haben Sie in Ihrem Garten einen leichten Sandboden, ist hier eher die geringe Speicherfähigkeit des Bodens problematisch. Hier kann die Speicherkraft des Bodens durch Beimischung von Kompost oder Torf verbessert werden.

Sie kennen Ihre Bodenbeschaffenheit nicht? Machen Sie eine Bodenuntersuchung!

Heben Sie ein ausreichend großes Pflanzloch aus, das in Höhe, Tiefe und Breite jeweils etwa eine Handbreit größer als der Umfang des Wurzelballens ist. Als Faustregel kann hier ein Durchmesser von 60 cm gewählt werden. Für eine Hecke eignet sich ein Graben statt vielen kleinen Pflanzlöchern. Bei wurzelnackten Rosen sollte die Veredelungsstelle etwa 2-3 cm unter der Erdoberfläche liegen.

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Das Pflanzloch sollte deutlich größer als der Wurzelballen sein.© Swellphotography – stock.adobe.com

Wurzelnackte Pflanzen einpflanzen: Schritt für Schritt

Der ideale Zeitpunkt für das Einsetzen wurzelnackter Pflanzen ist ein frostfreier Tag mit bewölktem Himmel. Während der Boden für die Pflanzung vorbereitet wird, stellen Sie die wurzelnackten Pflanzen für mindestens eine Stunde in ein Wasserbad.

  • Prüfen Sie die optimale Größe des Pflanzlochs, indem Sie die wurzelnackte Pflanze kurz hineinstellen und sich an einem quer über das Pflanzloch gelegten Stab orientieren. Hat das Pflanzloch die richtige Größe, so lockern Sie im nächsten Schritt den Boden des Lochs und stellen die Pflanze hinein. 
Tipp: Vor allem bei wurzelnackten Bäumen empfiehlt es sich, neben die Mitte des Pflanzlochs einen stabilen Stützpfahl einzuschlagen. Dieser soll später etwa 15 cm vom Stamm entfernt stehen.
  • Das Pflanzloch wird nun mit Erde aufgefüllt. Rütteln Sie währenddessen immer wieder an der Pflanze, damit sich die Hohlräume zwischen den Wurzeln mit Erde füllen. Die Erde wird anschließend leicht angedrückt, um den Wurzeln guten Bodenkontakt zu geben.
  • Im nächsten Schritt werden die wurzelnackten Pflanzen stark angegossen. Ein kleiner Erdwall um den Stamm verhindert, dass das Schlämmwasser nach außen abfließt. Auch in den Tagen nach der Pflanzung muss die Erde regelmäßig gewässert und feucht gehalten werden, sonst haben die tieferliegenden Wurzeln zu wenig Wasser und trocknen aus.

Wurzelnackte Rosen zeigen beim Einpflanzen eine Besonderheit: Sie sollten auch bei der Pflanzung im Frühjahr angehäufelt werden, sodass nur noch die Triebspitzen erkennbar sind. Die angehäufelte Erde sollte zum Schutz vor Sonne und Winden bis zu 6 Wochen auf den Rosenpflanzen verbleiben.

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Die Rosen sollten so lange angehäufelt bleiben, bis sich die ersten Blätter zeigen.© bildlove – stock.adobe.com

Nach der anfänglichen starken Bewässerung müssen für die Kultivierung von wurzelnackten Pflanzen keine speziellen Regeln mehr beachtet werden. Es gelten die für die jeweiligen Pflanzenarten vorgeschriebenen Pflegehinweise.

Wurzelnackte Pflanzen einpflanzen: 3 Tipps, damit es besser klappt!

Um wurzelnackten Pflanzen das Anwachsen zu erleichtern und bei Rosen noch im selben Gartenjahr eine üppige Blüte zu erreichen, haben wir drei Tipps für Sie.

  • Damit die Pflanzen gut anwachsen, schneiden Sie die Wurzeln einige Zentimeter weit zurück bis sie weiß und frisch erscheinen, um sie zur Bildung von Seitenwurzeln anzuregen. Abgeknickte oder faule Wurzeln werden ganz entfernt.
    Wichtig: Die feinen Faserwurzeln sollten auf keinen Fall geschnitten werden! Da Sie meistens pflanzfertige Pflanzen geliefert bekommen, müssen die oberirdischen Triebe ebenfalls nicht zurückgeschnitten werden.
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Schauen Sie sich die Wurzeln an und schneiden Sie sie leicht zurück, ohne die feinen Fasern zu verletzen.© MichaelVi – stock.adobe.com
  • Geben Sie bei der Pflanzung von wurzelnackten Rosen und Gehölzen auf keinen Fall mineralischen Dünger oder Stallmist in das Pflanzloch oder das Gießwasser. Düngergabe verhindert die schnelle Faserwurzelentwicklung und erschwert dadurch das Anwachsen! Als Beimischung sind gut verrotteter Kompost, Hornspäne oder Gesteinsmehl als natürliche milde Langzeitdünger möglich.
  • Ideal ist eine Beschichtung der Wurzeln mit Lehmbrei. Der Brei verhindert es, dass die Feinwurzeln von wurzelnackten Pflanzen schnell austrocknen und sich nicht im Boden verankern können. Den Lehmbrei können Sie aus Erde, Lehm, Tonmehl, natürlichem Langzeitdünger und Wasser zu gleichen Teilen selbst mischen. Tauchen Sie die Wurzeln dann langsam mehrmals vollständig in den Brei. Neben dem Schutz vor Austrocknung werden die Wurzeln dadurch schwerer und hängen gerade ins Pflanzloch.

Bei Beachtung dieser drei Tipps gelingt Ihnen das Anwachsen der wurzelnackten Pflanzen sicher – und Sie haben im Vergleich zu einem Besuch im Gartencenter deutlich Geld gespart. Für alle Sparfüchse unter den Heimwerkern haben wir in unserem Artikel über Werksverkäufe Tricks zusammengestellt, wie Sie Gartengeräte günstig finanzieren können.

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