Was können Low-Budget-Tools?

Werkzeuge der Baumarkt-Eigenmarken im Test

Baumärkte bieten zu teils erschreckend günstigen Preisen Elektrowerkzeuge an. selber machen hat eine große Auswahl davon für Sie näher angesehen. Hier erfahren Sie, wie Akkuschrauber, Stichsägen, Multitools, Exzenterschleifer und Schlagbohrer der Baumarkt-Eigenmarken im Test abgeschnitten haben!

 
Baumarkt-Tools im Test © Gerald Freyer
Geräte, die viel Leistung zum günstigen Preis versprechen – da heißt es genau hinschauen

Früher galt der alte Rat des Vaters: „Kauf Dir mal etwas Gutes und Teures – dann hast Du lange Ruhe.“ Geht man heute durch den Baumarkt, fallen hingegen immer wieder verlockende Angebote ins Auge. So mancher kann nicht widerstehen und hat schon mal so ein Elektrowerkzeug mitgenommen. Ist das wirklich sparsam und vor allem: Ist es nachhaltig?
 

Was leisten Low-Budget-Tools wirklich?

Eine gute Qualität der Eigenmarken ist ein Aushängeschild für das eigene Untenehmen. Nach eingehender Betrachtung des Marktes zeichnet sich ab, dass die Geräte der Eigenmarken eine gute Grundausstattung für den Selbermacher bieten.

Die Vielfalt reicht von Akkuschraubern, Schlagbohrern, Stichsägen oder Exzenterschleifern bis hin zu den weniger bekannten Multitools. In unserem Testfeld von 18 Geräten der vier Eigenmarken ist die Bandbreite natürlich sehr groß. Doch unterm Strich fiel kein Gerät total aus dem Rahmen.

Tipp: Im Test wurden die Qualitätsunterschiede auch innerhalb der Anbieter deutlich. Schauen Sie deshalb beim Kauf genau hin, damit das Gerät doch länger als zwei Jahre seinen Dienst tut.
 

Diese Baumarkt-Eigenmarken haben wir getestet

Vier wichtige Baumarktketten haben sich mit ihren Geräten an unserem großen Vergleichstest beteiligt. Im Sortiment der Eigenmarken befinden sich Gerätegruppen, die stark gefragt sind. Spezialmaschinen bleiben da eher den Markenherstellern vorbehalten.

Baumarkt-Eigenmarken:

  • Lux: Eigenmarke von Obi
  • Kraftronic: Eigenmarke von hagebau
  • B1: Eigenmarke von toom
  • Greenworks: Eigenmarke von Globus

Hinweis: In unserem Test fehlen die Geräte der Handelskette Bauhaus, die sich an dem Vergleichstest leider nicht beteiligen wollte. Alle anderen Teilnehmer stellten uns Geräte aus der aktuellen Produktion zur Verfügung.
 

Elektrowerkzeug der Baumarkt-Eigenmarken: So haben wir getestet

Unser Test bezieht sich auf die Leistung im Alltagsbetrieb eines Selbermachers beim Einsatz im Hobbykeller und beim Renovieren. Die Geräte sollten in unserem Test die typischen Aufgaben eines Heimwerkers erledigen und nicht in einem 1.000-Stunden-Dauerhärtetest den Dienst quittieren.

Somit ist dies ein Erfahrungstest mit vielen Details, die bei der Kaufentscheidung helfen sollen. Es gilt die Frage zu klären, ob sich der Kauf einer Baumarkteigenmarke lohnt oder ob man doch besser zum Markengerät namhafter Hersteller greift.
 

Baumarkt-Eigenmarken im Test: Überblick

  1. AkkuschrauberAkkuschrauber© Gerald Freyer

    Akkuschrauber

    Lux ABS-18Li C, Greenworks GD24DD, Kraftronic KT-AS 18 Li, B1 AKN 14,4-1 Li MX. Unsere Empfehlung: Kraftronic KT-AS 18 Li.
  2. StichsägenStichsägen© Gerald Freyer

    Stichsägen

    Lux STS-550, Greenworks G24, Kraftronic KT-ST 750, B1 EJS 750 MX. Unsere Empfehlung: Lux STS-550.
  3. MultitoolsMultitools© Gerald Freyer

    Multitools

    Lux MFW-250 B, Greenworks G24 Mutitool, Kraftronic KT- MT 200. Unsere Empfehlung: Kraftronic KT- MT 200.
  4. ExzenterschleiferExzenterschleifer© Gerald Freyer

    Exzenterschleifer

    Lux EXS-240 A, Greenworks G24, Kraftronic KT- XS 380. Unsere Empfehlung: Greenworks G24.
  5. SchlagbohrerSchlagbohrer© Gerald Freyer

    Schlagbohrer

    Lux SBM-750 A, Greenworks GD24CD, Kraftronic KT-SB 650, B1 ED E 710 MX. Unsere Empfehlung: Kraftronic KT-SB 650.

Im folgenden erfahren Sie im Detail, wie Akkuschrauber, Stichsägen, MultitoolsExzenterschleifer und Schlagbohrer im Test abschneiden.
 

1. Baumarkt-Eigenmarken im Test: Akkuschrauber

Neben den kleinen Minis, die nur für einfache Möbelmontagen zu gebrauchen sind, zählt die Gruppe der Akkubohrschrauber zu den echten Allroundern. Unser Augenmerk lag daher neben der Leistung vor allem auf Ausstattung, Gewicht und Ladeleistung des Akkusystems.

Wir erwarteten schlechte Bohrfutter und laute, kraftlose Motoren, die nach ein paar Schrauben schon den Hitzetod sterben. Doch weit gefehlt: Die Testkandidaten belehrten uns eines Besseren und machten einen guten Job.

Fazit: Auf den ersten Blick recht ähnlich, zeigten sich im Gebrauchstest doch erhebliche Unterschiede. Mit dem Kraftronic-Modell erhält der Kunde nicht das leistungsstärkste Gerät des Feldes, sondern die gelungenste Mischung aus Leistung, Ergonomie und Preis. Wer sich für einen der 4 Akkuschrauber entscheidet, sollte immer gleich beim Kauf den zweiten Akku mit einplanen. Denn nur so ist ein dauerhaftes Arbeiten möglich.
 

2. Baumarkt-Eigenmarken im Test: Stichsägen

Das Arbeiten mit einer Akkustichsäge gestaltet sich sehr komfortabel und einfach. Kein Kabel stört die Bewegung beim Ausschneiden von Küchenarbeitsplatten oder Möbelteilen.

Im Test liegt das Greenworks- Gerät klar vorne, jedoch dicht gefolgt von der Kraftronic-Säge, die mit einem durchdachten werkzeuglosen Bedienkonzept punkten kann. Deutliche Unterschiede finden sich in den verwendeten Materialien der Anschläge.

Fazit: Die einfach zu bedienende Stichsäge eignet sich für Schnitte in Holz, Kunststoff oder Aluminium. Alle Sägen werden mit einem Parallelanschlag geliefert, sodass sich gerade Schnitte gut ausführen lassen. Wichtig bei einer Stichsäge ist für ein sauberes Arbeiten die Absaugung der Späne mit einen Industriesauger. Hier bieten nur die drei Geräte von Krafttronic, B1 und Lux eine Spanabsaugung. In dieser Produktkategorie reichten die Preise von rund 30 bis fast 190 Euro – anders als in den übrigen.
 

3. Baumarkt-Eigenmarken im Test: Multitools

Die genaue Bezeichnung lautet: oszillierendes Multifunktionswerkzeug. Es kann sägen, schleifen, schaben und noch viel mehr. Entstanden in der Medizintechnik als Gipsverbandsäge, führte das Multitool lange ein Leben im Profisegment. Doch seit einiger Zeit finden sich viele Modelle auch im Baumarkt.

Mit der verbreiteten Norm Starlock wurde zudem versucht, eine einheitliche Werkzeugnorm zu finden, doch noch immer muss man genau auf die Aufnahme bei Werkzeug und Maschine achten.

Fazit: Noch etwas unbekannt, kann das Multitool doch eine ganze Menge verschiedener Aufgaben erfüllen. Vorne liegt hier das Gerät von Lux-Tools, das mit dem Schnellspannhebel der Profimaschinen punkten kann. Auch ein schönes Detail ist die Spanabsaugung des Kraftronic- Gerätes. Alles in allem ist bei den Geräten zu merken, dass sie in Leistung und Schnittbild doch schon eng an die Profimodelle heranreichen.
 

4. Baumarkt-Eigenmarken im Test: Exzenterschleifer

Viel Frust, wenig Lust – wer mal eben seine Gartenmöbel abschleifen will, findet unter den Geräten ein gutes Angebot. Doch die starken Vibrationen scheinen den Maschinen doch zuzusetzen. In unseren Testläufen lösten sich Staubkassetten oder Handgriffe.

Generell lässt sich sagen, dass sich sicher noch mal der Blick in das Regal der Markenhersteller lohnt. Denn wer viel und gut schleifen will, sollte auf Qualität achten.

Fazit: Ein Exzenterschleifer verspricht ohne viel Übung ein sauberes Schleifbild, da die üblichen Längsriefen eines Schwingschleifers vermieden werden. Gerade wenn es um den Feinschliff eines Werkstückes geht, ist der Exzenterschleifer ein perfektes Werkzeug.

Die Geräte eignen sich übrigens nicht nur zum Schleifen von Holz, Metall oder Glas. Denn mithilfe der universellen Klettbefestigung lassen sich auch Pads und Polierkissen zum Einarbeiten von Öl oder Wachs verwenden.
 

5. Baumarkt-Eigenmarken im Test: Schlagbohrer

Zweifellos ist die Schlagbohrmaschine das universelle Arbeitsgerät für Heimwerker. Und vermutlich ist es das erste Elektrowerkzeug auf der Liste junger Heimwerker. Wichtig bei dieser Maschine ist ein gutes Bohrfutter, ein kraftvoller Motor sowie eine griffgünstige Ergonomie.

Im Testfeld treten drei Geräte mit einer Leistung von 650 bis 750 Watt und ein Akkugerät gegeneinander an. Sie haben zur Aufgabe, mit einem 10 mm großen Steinbohrer Löcher in einen Kalksandstein zu bohren.

Fazit: Drei Sieger, ein klarer Verlierer – die drei Netzgeräte haben die Nase vorn, wenn es ums Schlagbohren geht. Das Akkugerät von Greenworks hatte trotz frischem Akku das Nachsehen. Alle drei anderen erledigten die Aufgabe mit Bravour. Jedoch konnte das Kraftronic-Gerät mit einem praktischen Bohrmagazin im Handgriff punkten. Demgegenüber verfügt das Lux-Gerät über keine mechanische Drehzahlbegrenzung.
 

Low-Budget-Tools im Test: Darauf sollten Sie beim Kauf achten

Besonders im direkten Vergleich werden die Unterschiede erst offenbar. Natürlich spielen dabei die günstigen Preise, verbunden mit der entsprechenden Konstruktion der Geräte, eine wichtige Rolle. Da fallen etwa bestimmte Details einfach weg, die das Gerät eigentlich haltbarer und funktionssicherer, aber eben auch teurer machen.

Alle im Test überprüften Geräte erfüllen ihren Zweck und werden bei adäquater Nutzung des Heimwerkers ihren Dienst verrichten. Es gab keine Totalausfälle. Allerdings gibt es bei allen Geräten Unterschiede in Ausstattung, Ergonomie und Handhabung.

Besonders überzeugt haben die netzunabhängigen Akkugeräte. Leider sind diese durch den Kauf eines zweiten Akkus, den man fast zwingend braucht, auch die teuersten in unserem Testfeld.
 

Elektrogeräte der Baumarkt-Eigenmarken: Test-Fazit

​Die Baumarktmarken sind schon lange keine Lockangebote mehr, sondern stehen für Qualität auf einem mittleren Niveau und runden das Angebot des Handels ab. Wer für wenig Geld ein Gerät sucht, wird bestimmt nicht enttäuscht. Jedoch ist es wichtig, immer im Blick zu behalten, welchen Anspruch die Geräte erfüllen sollen. Bei den Exzenterschleifern erreichen die Testgeräte leider nicht die erforderliche Qualität.

Text: Gerald Freyer, Fotos: Gerald Freyer, Bernd Radtke

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