Licht

Die richtige Beleuchtung für jeden Raum

Die Wohnungseinrichtung kann noch so gehoben sein – mit der falschen Beleuchtung wirkt auch das besteingerichtete Zimmer klein, kalt und ungemütlich. Wie erklären, wie Sie die richtige Beleuchtung finden und wie Licht die Raumwirkung beeinflusst.

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So nicht: Die einzelne Hängelampe lässt den Raum noch kleiner und gedrängter wirken. Besser wäre ein Deckenfluter.© Dariusz Jarzabek - stock.adobe.com

Bei Tageslicht fällt oft nicht auf, dass bei der Beleuchtung Fehler gemacht wurden. Doch sobald es dunkel wird und Sie eben doch das Licht anschalten, wirkt das Zimmer mit der falschen Beleuchtung kalt, ungastlich und kleiner, als es ist.

Auf der anderen Seite können Sie mit der richtigen Beleuchtung kleine Räume größer wirken lassen und spärlich eingerichteten Räumen eine heimelige Atmosphäre verleihen.

Übrigens: So beeinflussen Wandfarben die Raumwirkung.

Die richtige Beleuchtung finden

Bei der Beleuchtung gilt es zunächst, zwischen Grundbeleuchtung und Zonenbeleuchtung zu unterscheiden.

Die Grundbeleuchtung oder Allgemeinbeleuchtung soll das Licht möglichst großzügig streuen und den gesamten Raum gleichmäßig erleuchten. Meistens wir dies über Deckenleuchten oder Strahler erreicht, es ist aber auch möglich, die Grundbeleuchtung über Wandleuchten bereitzustellen.

Diese sollten jedoch sorgfältig ausgewählt werden, damit in den Zimmerecken keine dunklen Ecken entstehen. Die Grundbeleuchtung sollte insgesamt eher indirekt beleuchten und das Licht im Raum verteilen.

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Für kleine Räume sind Deckenstrahler eine gute Beleuchtungslösung.© Baharlou - stock.adobe.com

Mit der Zonenbeleuchtung können Sie zusätzlich einzelne Wohnbereiche oder Plätze beleuchten. Dazu zählen zum Beispiel Schreibtisch- oder Leselampen, aber auch Hängeleuchten, etwa über den Essbereich. Die Zonenbeleuchtung wird nur bedarfsabhängig eingeschaltet, etwa beim Lesen, Essen oder Arbeiten.

Ein Sonderfall ist die Akzentbeleuchtung. Damit können Sie sowohl Lichtakzente in Ihrer Wohnung setzen als auch einzelne Aspekte hervorheben, auf die Sie besonders stolz sind. Zur Akzentbeleuchtung zählt etwa eine beleuchtete Vitrine, ein Strahler, der ein Bild hervorhebt oder besondere Leuchtmittel wie zum Beispiel ein beleuchteter Zimmerbrunnen oder eine Salzlampe.

Ähnlich wie mit Wandfarben können Sie auch mit der richtigen Beleuchtung die Raumwirkung beeinflussen. So können Sie kleine Räume großzügiger wirken lassen und in weiten Zimmern eine gemütliche Atmosphäre schaffen. Dabei kommt es nicht nur auf die Lichtfarbe, sondern auch auf die Lichtmenge an.

Die richtige Beleuchtung für kleine Räume

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Flache Deckenlampen mit Lampenschirmen aus Glas verteilen das Licht gleichmäßig im Raum.© GeraNova Bruckmann Verlagshaus / Mr Twister - stock.adobe.com
  • Bei kleinen Räumen genügen häufig schon wenige Lampen, um den Raum ausreichend zu beleuchten. Dennoch können Sie die Raumwirkung mit den richtigen Leuchtmitteln verbessern.
  • Wählen Sie für kleine Räume möglichst indirektes Licht mit geringer Blendung.
  • Verzichten Sie auf schwere, opulente Deckenlampen.
  • Deckenfluter verteilen das Licht oft angenehmer als Deckenstrahler. Sie sollten möglichst hoch sein, um den Raum insgesamt höher wirken zu lassen.
  • Auch LED-Lichtstreifen, direkt unterhalb der Decke angebracht, eignen sich zur Beleuchtung kleiner Räume.
  • Leuchten Sie besonders die Wand aus, die man beim Betreten des Raums zuerst erblickt, sowie die Wand, auf die man blickt, wenn man sich entspannt hinsetzt.

Zusätzlich können Sie mit geschickt eingesetzter Zonenbeleuchtung einzelne Bereiche hervorheben.

Niedrige Räume beleuchten

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Flache Deckenstrahler sind eine Beleuchtungslösung für niedrige Räume.© GeraNova Bruckmann Verlagshaus / vadim_fl - stock.adobe.com

Wenn ein Zimmer ohnehin schon eher niedrig ist, kommt es bei der Beleuchtung darauf an, nicht noch mehr Höhe wegzunehmen.

  • Beleuchten Sie vor allem die Decke sowie das obere Drittel der Wände mit Steh- oder Wandflutern.
  • Alle Leuchtmittel sollten über Augenhöhe angebracht werden.
  • Licht braucht ungefähr 50 Zentimeter Luft nach oben, damit es sich gut streuen kann für die optimale indirekte Beleuchtung.
Tipp: Mit der richtigen Beleuchtung können Sie auch dunkle und schwere Möbel ausbalancieren.

Enge Räume richtig beleuchten

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Die Hängelampe (gelb) ist als Einzellösung zur Beleuchtung nicht geeignet. Um die Strahler (grün) ergänzt, entsteht ein harmonischer Gesamteindruck.© GeraNova Bruckmann Verlagshaus / ilyabolotov - stock.adobe.com

Wenn ohnehin schon wenig Platz ist, sollte er nicht an wuchtige Lampen verschwendet werden.

  • LED-Leisten spenden Licht, ohne Platz wegzunehmen.
  • Rücken Sie mit Lichtinseln aus Strahlern oder Beistelllampen einzelne Bereiche besonders in den Fokus.
  • Durch das Spiel mit Licht und Schatten wirkt der Raum strukturierter und wohnlicher.

Große Räume richtig beleuchten

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In großen und hohen Räumen dürfen die Lampen auffällig und ausgefallen sein.© GeraNova Bruckmann Verlagshaus / monami88 - stock.adobe.com

Große Räume richtig auszuleuchten, will gelernt sein, damit der Raum nicht hallenartig und profillos wirkt. Unsere Tipps helfen weiter.

  • Setzen Sie auf warmweiße Leuchtmittel. Kaltes Licht erinnert zu sehr an Wartesäle oder Großraumbüros.
  • Hohe Räume sind wie gemacht für Pendelleuchten oder auffällige Kronleuchter. Diese Lampen können so hoch aufgehängt werden, dass sie sich nicht im peripheren Blickfeld befinden und ihr Licht gleichmäßig im Raum streuen können.
  • Je nach Größe des Raums können Sie auch mehrere Leuchten anbringen.
  • Setzen Sie Strahler nur punktuell ein, um einzelne Wohnbereiche hervorzuheben.
  • Große und auffällige Stehlampen, die gleichzeitig als Designobjekt fungieren, wirken in grpßen und hohen Räumen besonders gut.
  • Damit der Raum nicht zweidimensional wirkt, setzen Sie an ausgewählten Stellen durch Zonenbeleuchtung Akzente. So erhält der Raum Profil.

Die richtige Beleuchtung: Lichtfarbe

Schon mit der Auswahl der richtigen Glühbirne können Sie die Raumwirkung verbessern.

  • Kaltes Licht mit bläulichen Tönen führen im Körper zu einer verstärkten Ausschüttung des Hormons Cortisol, das uns wacher und aufmerksamer macht. Weißkaltes Licht im Arbeitszimmer sorgt für mehr Konzentration, wirkt im Wohnzimmer aber ungemütlich und kann im Schlafzimmer sogar zu Schlafstörungen führen.
  • Wärmeres Licht mit Rotanteilen ist für Wohn- und Schlafräume besser geeignet, denn es sorgt für Gemütlichkeit und lässt den Raum warm und heimelig wirken. Die warme Lichtfarbe fördert die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin, das uns zur Ruhe kommen lässt und schläfrig macht.
Die Ursache dafür ist unser Biorhythmus: Am Morgen ist die Lichtfarbe des Tageslichtes kälter, Blautöne überwiegen und unser Körper reagiert darauf mit erhöhter Leistungsfähigkeit und Konzentration. Im Lauf des Tages wird die Lichtfarbe des Tageslichts wärmer, bis am Abend dann die Rotanteile dominierten und der Körper sich für die Ruhephase bereitmacht.
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In einem engen Raum ist oft kein Platz für Stehlampen. Die beleuchteten Leisten sorgen für die Grundbeleuchtung. Die Höhe des Raumes erlaubt auch einen Kronleuchter.© ostap25 - stock.adobe.com

Die Beleuchtungstechnologie Human Centric Lighting macht sich diese evolutionäre Reaktion unseres Körpers zunutze. Hersteller wie Trilux oder Philips entwickeln smarte Leuchtmittel, die ihre Lichtfarbe im Tagesverlauf verändern.

Dabei kann der Nutzer selbst verschiedene Variationen definieren, etwa durch eine längere Phase mit kaltem Licht die Konzentration im Homeoffice länger aufrechterhalten oder durch warme Lichtphasen im Wohnzimmer dafür sorgen, dass die Kinder zu einem angemessenen Zeitpunkt zu Bett gehen.

Welche Beleuchtung für welchen Raum?

Bei der Beleuchtungsplanung sollte das Licht als Einrichtungs- und Gestaltungselement begriffen werden. Es geht nicht einfach darum, dass es hell ist, sondern darum, den Charakter eines Raumes zu unterstreichen, besondere Möbelstücke oder Dekoelemente hervorzuheben und so ein harmonisches Gesamtkonzept zu erschaffen.

Flur richtig beleuchten

Im Flur reicht eine Deckenlampe als Grundbeleuchtung. Wählen Sie möglichst warmes Licht und flache oder durchsichtige Lampenschirme, so dass das Licht gut gestreut wird und der erste Raum in der Wohnung hell, warm und einladend wirkt.

Die richtige Küchenbeleuchtung

In der Küche kommt es besonders auf eine gute Beleuchtung an, schließlich wollen Sie sich nicht im Halbdunkel in den Finger schneiden. Wählen Sie ein neutralweißes Leuchtmittel für die Grundbeleuchtung.

Zonenbeleuchtung in Form von unter den Hängeschränken angebrachten Lampen ist unerlässlich, damit die Arbeitsfläche gut ausgeleuchtet ist. Auch der Herd sollte von oben beleuchtet sein.

Beleuchtung im Bad

Belassen Sie es bei der Badbeleuchtung nicht bei einer einzigen Leuchte. Schlagschatten auf dem Gesicht erschweren das Waschen und Zurechtmachen für den Tag. 

Stattdessen sollten mindestens zwei Lampen links und rechts vom Spiegel sowie zusätzlich eine Deckenleuchte als Grundbeleuchtung gegeben sein.

Gemütliche Beleuchtung im Wohnzimmer

Das Wohnzimmer ist in vielen Familien der Haupt-Aufenthaltsraum. Hier trifft man sich, um gemeinsam Zeit zu verbringen. Die Lichtfarbe im Wohnzimmer sollte daher unbedingt warmweiß sein, um den heimeligen Charakter des Raumes zu unterstreichen.

Damit nicht den ganzen Abend über die helle Deckenlampe an ist, ergänzen Sie diese durch einen bunten Lampen-Mix. Ein dimmbarer Deckenfluter sorgt für Gemütlichkeit, für Bücherwürmer steht eine Leselampe neben dem Sofa.

Schlafzimmer richtig beleuchten

Im Schlafzimmer sollten Sie unbedingt auf sehr warme Lichtfarben setzen. Kalte Beleuchtung im Schlafzimmer kann für Schlafstörungen sorgen. Ergänzen Sie die Grundbeleuchtung durch eine Deckenlampe um kleine Nachttischlampen an jedem Schlafplatz.

Tipp: Sie kommen morgens nur schwer aus dem Bett? Dann setzen Sie auf Human Centric Lighting: Die Lampen und Leuchtmittel lassen sich so programmieren, dass Sie morgens mit kaltem Licht aufstehen und abends mit warmem Licht zu Bett gehen können.

Arbeitszimmer beleuchten

Im Arbeitszimmer sind Konzentration und ein wacher Geist gefragt. Ihren Biorhythmus können Sie beeinflussen, indem Sie eher zu Leuchtmitteln mit kalten Lichtfarben greifen.

Achten Sie aber darauf, dass Sie sich trotzdem noch wohlfühlen: Auch eine unbehagliche Beleuchtung stört die Konzentration und Produktivität. Eine Schreibtischlampe sollte als Zonenbeleuchtung die Allgemeinbeleuchtung ergänzen.

Mit der richtigen Beleuchtung können Sie die Vorteile Ihrer Wohnung ins richtige Licht rücken uns steigern gleichzeitig Ihr Wohlbefinden.

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