E-Mobility

Wallbox zu Hause installieren – das müssen Sie dazu wissen

E-Autos liegen voll im Trend und laut Statista sind inzwischen über 687.200 Elektroautos in Deutschland zugelassen (Stand: April 2022). Wichtig dabei ist, dass man stets eine volle Batterie hat. Wir erklären, wie Sie sich Ihre eigene Wallbox zu Hause installieren und worauf Sie dabei achten müssen.

Wallbox
Wer ein Elektroauto oder ein Fahrzeug mit Hybridantrieb hat, sollte mit der Anschaffung einer eigenen Ladestation im Haus, auch Wallbox genannt, nachdenken.© Detlef Dähne - stock.adobe.com

Es gibt in Deutschland bereits eine Vielzahl an öffentlichen Ladestationen und die Infrastruktur wird kontinuierlich ausgebaut. Statt jedoch extra einen solchen Ladepunkt anzufahren und teilweise auf einen freien Platz zu warten, ist es viel bequemer, das Elektroauto einfach zu Hause zu laden.

Die meisten E-Autos können zwar theoretisch auch über eine ganz gewöhnliche Schuko-Steckdose geladen werden, das dauert allerdings verhältnismäßig lang. Mithilfe einer sogenannten Wallbox – einer speziellen E-Auto-Ladebox – wird der Auto-Akku etwa fünf- bis zehnmal so schnell geladen. Wie lange das Laden genau dauert, hängt vom Auto-Modell ab. Grob gesagt dauert das Laden an der Haushaltssteckdose etwa 10 Stunden, an der Wallbox rund 1,5 Stunden.

Um Ihr E-Auto an einer Haushaltssteckdose zu laden, brauchen Sie meist einen speziellen Adapter. Abgesehen davon sind herkömmliche Stromleitungen für einen derartigen Energiefluss auf die Dauer nicht ausgelegt und könnten Schaden nehmen. Selbst das Laden über einen Starkstromanschluss, den viele vielleicht eher von Ihrem Backofen in der Küche kennen, aber auch in einigen heimischen Werkstätten verlegt ist, ist kein Vergleich zur Wallbox.

Wallbox installieren

Eines vorneweg: Eine Wallbox-Installation darf nur von einem Experten vorgenommen werden. In Deutschland ist es verboten, eine Wallbox selbst zu installieren.

Wallboxen gibt es von Dutzenden Herstellern, können aber eigentlich für alle handelsüblichen E-Autos von Tesla über BMW bis Renault zum Laden verwendet werden. Die Ladekabel wurden inzwischen weitestgehend standardisiert (Ladekabel des Typs 2). Beachten Sie dennoch unbedingt die Angaben es Anbieters.

Wichtig bei der Wallbox-Installation ist, dass sie über eine separate, abgesicherte Zuleitung zur Hausleitung angeschlossen wird. Zudem müssen weitere Schutzeinrichtungen gegen Gleich- und Wechselstromfehler vorhanden sein, um etwaigen Personenschäden durch Stromschläge und dergleichen vorzubeugen.

Wallbox kaufen

Ehe man zu Hause eine Wallbox installieren lässt, muss zunächst natürlich das passende Gerät ausgewählt werden.

Wenn Sie sich unsicher sind, kann Sie Ihr Elektroinstallateur bei der Wahl der richtigen Wallbox meist beraten. Zudem haben viele Fachbetriebe ohnehin eine bestimmte Auswahl an Wallboxen im Portfolio und installieren bevorzugt diese statt einer Box, die Sie selbstständig angeschafft haben.

Man unterscheidet zwischen einphasigen, zweiphasigen und dreiphasigen Anschlüssen. Einphasige haben eine Ladeleistung von etwa 4,6 kW, zweiphasige rund 11 kW und dreiphasige bis zu 22 kW.

Wallboxen und andere Ladegeräte, die eine Leistung von mehr als 11 kW bereitstellen, müssen beim Netzbetreiber angemeldet werden. Diese Anmeldung wird in der Regel vom Elektroinstallateur vorgenommen, der Ihnen Ihre Wallbox installiert.

Welche Version zu Ihrem Auto am besten passt, hängt im Wesentlichen vom Bordladegerät des Fahrzeugs ab. Einige Autos können jedoch auf eine höhere Phase aufgerüstet und dessen Ladezeit damit verringert werden.

Je nach Hersteller und Modell kostet eine Wallbox zwischen 500 und 2.000 Euro.

Die im Handel erhältlichen Modelle unterscheiden sich abgesehen von der Ladeleistung auch beim Bedienkomfort.

Vor dem Kauf sollten Sie sich Gedanken darüber machen, worauf Sie bei der Bedienung Wert legen. Einfache Modelle haben kaum Zusatzfunktionen und das Auto wird schlicht mit dem Kabel daran angeschlossen und geladen. Es gibt jedoch auch smarte Wallboxen, die per Internet oder Bluetooth angesteuert werden können.

Das bietet nicht nur den Komfort, dass Sie (über das Smartphone, Tablet und dergleichen) Informationen wie beispielsweise den Ladestand abrufen können. Oft besteht auch die Möglichkeit, auf eine Ladestatistik zurückgreifen, bestimmte Ladezeiten definieren. Letzteres ist etwa dann sinnvoll, wenn Ihr Stromanbieter zu bestimmten Uhrzeiten (meist nachts) besonders günstige Stromtarife anbietet.

Tesla an öffentlicher Ladesäule
Die Ladesäulen-Infrastruktur für E-Autos wird zunehmend ausgebaut, auf Dauer günstiger ist es jedoch, sich zu Hause eine eigene Wallbox installieren zu lassen.© Mediaparts - stock.adobe.com

Langfristig betrachtet lohnt es sich definitiv, eine eigene Wallbox zu installieren. Das Laden Ihres E-Autos ist damit nicht nur komfortabler. Sie können auch viel besser steuern, wann und für welchen Strompreis Sie den Strom beziehen. Laden an öffentlichen Stromzapfsäulen ist eigentlich immer teurer.

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