Marderschaden verhindern

So schützen Sie Ihr Auto vor Mardern

Sobald die Temperaturen steigen, werden Marder aktiv. Im Frühjahr und Sommer kommt es besonders unter den Männchen zu Revierkämpfen, denen oft auch Autos zum Opfer fallen. Wir erklären, wie Sie Ihr Auto vor Mardern schützen.

Marder
Besonders im Frühling und Sommer können Marder große Schäden an Autos anrichten.© David Dieschburg - stock.adobe.com

Wenn wir uns über Marderschäden am Auto ärgern, ist damit in der Regel der heimische Steinmarder gemeint. Die schlanken Raubtiere sind als Kulturfolger in der Nähe menschlicher Siedlungen zu finden. Dies führt häufig zu Konflikten, etwa wenn sich Marder im Dach einnisten.

Marder am Auto

Ein weiterer Konfliktherd sind Marderschäden am Auto. Natürlich richten Marder nicht aus bösem Willen Schäden am Auto an. Vielmehr ist es der Jagdinstinkt, der die kleinen Raubtiere in den Motorraum des Autos treibt. Dank ihres langgestreckten Körperbaus können sich Marder auch in sehr engen Räumen bewegen. Zwar finden sie dort häufig kein Futter, lassen aber ihre Duftmarken am und im Auto zurück.

Besonders während der Paarungszeit setzen Marder verstärkt Duftmarken. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass das Tier Exkremente zurücklässt: Die Duftdrüsen liegen bei Mardern zwischen den Zehen, so dass es schon reicht, wenn der Marder über die Motorhaube huscht.

Marderspuren
Marderspuren sind oft sehr schlammig und zeigen spitze Krallenabdrücke.© Zoltan Galantai - stock.adobe.com

Marderschaden: Das steckt dahinter

Wenn der Autohalter seinen Wagen woanders parkt, kann es sein, dass das Auto nun im Revier eines anderen Marders steht. Dies kann schon der Parkplatz am Arbeitsplatz im Nachbarort sein. Besonders die Männchen reagieren auf den Duft des Rivalen hochaggressiv. So wird das Auto zum Gegner: Der Marder zerfetzt im Motorraum Kabel und Schläuche, das Auto ist nicht mehr verkehrstüchtig.

Hausmittel gegen Marderschaden

Von den Duftmarken eines Marders werden zudem wieder neue Marder angelockt, die jeweils massive Schäden anrichten können und ihrerseits Duftmarken hinterlassen – ein Teufelskreis. Um dies zu verhindern, müssen die Duftmarken verhindert oder schnellstmöglich beseitigt werden. Dazu gibt es einige Hausmittel, die Sie schnell selbst anwenden können.

Schutzgitter unter dem Auto: Marder laufen ungern über Draht. Ein mit Hasendraht bespannter Holzrahmen unter dem Auto erschwert den Weg in den Motorraum so sehr, dass das Tier entmutigt wird. Bespannen Sie einen einfachen Holzrahmen, den Sie auch aus schmalen Brettern oder Latten selbst bauen können, locker mit Hasendraht und schieben Sie diesen unter dem Motorraum zwischen die Vorderräder Ihres Wagens.

Marderschaden
In ihrer Raserei richten Marder schlimme Schäden am Auto an.© Detlef Dähne - stock.adobe.com

Tierhaare: Ausgebürstete Haare von Hunden oder Katzen im Motorraum schrecken Marder ab. Auch vor Menschenhaaren ergreifen die scheuen Raubtiere die Flucht.

Urin: Auch ein uringetränkter Lappen im Motorraum eignet sich, um Marder abzuwehren. Achten Sie jedoch darauf, dass der Geruch nicht über die Lüftung ins Wageninnere dringt.

Tipp: Toilettensteine oder Mottenkugeln können wirken, stellen allerdings nur eine kurzfristige und keine zuverlässige Lösung dar.

Licht und Lärm: Marder sind sehr scheue Tiere und schrecken vor grellem Licht und lauten Geräuschen zurück. So kann es schon helfen, den Wagen unter einer Straßenlaterne zu parken. Wenn Sie einen festen Stellplatz haben, kann ein Strahler mit Bewegungsmelder eine Lösung sein.

Unkonventionell und zugegebenermaßen riskant ist folgender Tipp: Ein unter dem Auto abgestelltes tragbares Radio vertreibt die Marder. Da hier kein festes Geräuschmuster auszumachen ist, behält das Radio lange seine abschreckende Wirkung. Bedenken Sie allerdings, dass nicht nur Marder das Gerät bemerken. Es besteht das Risiko, dass Langfinger das Radio bemerken und das Gerät über Nacht verschwindet. Wenden Sie dieses Hausmittel auf eigene Verantwortung an!

Wichtig: Stellen Sie das Radio nur nach Rücksprache mit den Nachbarn und mit gemäßigter Lautstärke auf. Ein Nachbarschaftsstreit wegen Ruhestörung kann teurer und ärgerlicher werden als die meisten Marderschäden!

Marder am Auto: Spuren entfernen

Manchmal helfen allerdings alle Abschreckungsmaßnahmen nicht und ein Marder gelangt in den Motorraum. Jetzt gilt es, die Duftmarken so schnell wie möglich loszuwerden.

Um den Mardergeruch zuverlässig und gründlich zu entfernen, kommen Sie um eine Motorwäsche nicht herum. Diese können Sie selbst durchführen oder sich an die Werkstatt Ihres Vertrauens wenden. Eine Motorwäsche hält allerdings auch nur bis zum nächsten Marder und muss immer wieder durchgeführt werden.

Spezielle Anti-Marder-Schläuche schützen das Innenleben des Autos vor dem Marder. Diese zusätzlichen Hüllen sind aus Hartplastik und halten den spitzen Zähnen Stand. Sie werden einfach seitlich über die Kabel und Schläuche gezogen. Einige Autohersteller bieten außerdem Schutz für den Motorraum in Form von Lochblechen und Borstenvorhängen an.

Da Marder sehr intelligent sind, kann es sein, dass sie diese Abwehrmechanismen mit der Zeit durchschauen. Wenn Sie immer wieder Probleme mit Mardern haben, lohnt es sich, ein Marderabwehrgerät anzuschaffen, dass die Marder mit Ultraschall oder Hochspannung vertreibt. Diese Geräte gibt es im Fachhandel zu kaufen.

Zum Weiterlesen: So vertreiben Sie Wühlmäuse!

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