Wetterlage

Schafskälte, Hundstage und Eisheilige – was es damit auf sich hat

Schafskälte, Hundstage und Eisheilige sind Begriffe für bestimmte Zeitperioden mit teilweise extremen Temperaturen. Wir erklären, was es jeweils damit auf sich hat und wann Sie damit rechnen müssen.

Termometer
Während der Schafskälte können die Temperaturen binnen weniger Stunden um bis zu zehn Grad fallen, während der Hundstage ist mit einer Hitzewelle zu rechnen.© Tracy King - stock.adobe.com

Insbesondere die Eisheiligen (11.05 – 15.05) sind vielen geläufig. Für Pflanzenfreunde markieren die Eisheiligen den Start der neuen Gartensaison. Eine uralte Faustregel besagt, dass bis einschließlich der Eisheiligen noch mit Nachtfrösten und teilweise sehr kalten Tagen zu rechnen ist und frostempfindliche Pflanzen unbedingt erst danach nach draußen verbracht werden sollten.

Was Sie außerdem über die Eisheiligen wissen sollten, lesen Sie hier.

Weit weniger bekannt sind die Begriffe „Schafskälte“ und „Hundstage“. Beide beschreiben ähnlich wie die Eisheiligen eine Zeitspanne mit extremen Temperaturen. Im Unterschied zu den Eisheiligen sind beide jedoch jedes Jahr innerhalb eines leicht variablen Zeitraums.

Schafskälte – was ist das?

Die Tage der Schafskälte liegen stets irgendwo zwischen dem 04. und dem 20. Juni. Während dieser Zeitperiode ist in Mitteleuropa mit stellenweise extremen Kälteeinbrüchen beziehungsweise Temperaturschwankungen zu rechnen.

Während der Schafskälte sorgen kühle sowie feuchte Luftströme aus dem Nordwesten dafür, dass hierzulande die Temperaturen binnen weniger Stunden um mehrere Grade fallen. Der Temperaturunterschied kann bis zu zehn Grad betragen.

Die globale Erwärmung sowie der Klimawandel tragen generell dazu bei, dass die Temperaturen bei uns stetig weniger tief sinken. Die Eisheiligen beispielsweise fallen immer öfter frostfrei aus. Auch die Schafskälte bleibt bisweilen aus, trifft aber in immer noch in rund 30 Prozent der Fälle ein.

Völlig unvermittelt kommt die Schafskälte übrigens nicht. In der Regel geht der Schafskälte eine deutliche Abkühlung voraus.

Dieses Temperatur-Phänomen trägt den Namen Schafskälte aus folgendem Grund: Schäfer und die Besitzer von Schafen scheuen sich davor, ihre Tiere vor der Schafskälte zu scheren. Wird die Wolle vorher entfernt und folgt dann doch der Kälteeinbruch, kann das für das betreffende Schaf extrem gefährlich werden.

Schaf beim Scheren
Schafe werden traditionell erst nach den Tagen der Schafskälte geschoren. Kommt es nämlich zu einem extremen Temperatursturz, nachdem die Schafe ihr wärmendes Fell gestutzt bekommen haben, kann das ernsthaft gesundheitsgefährdend für die Tiere sein.© Mats Tooming - stock.adobe.com

Was den Tieren nicht guttut, schadet auch häufig den Pflanzen. Mit den extremen Temperaturschwankungen während der Schafskälte gehen häufig auch hohe Niederschlagsmengen einher. Während Nutzpflanzen im Juni oft schon ihre Blüte hinter sich haben und zudem tiefer gehende Wurzeln besitzen, die der Kälte und der Nässe trotzen, ist bei Kübelpflanzen Vorsicht geboten.

Achten Sie unbedingt darauf, dass bei Kübel und Balkonpflanzen kein Wasser im Pflanzbehälter stehen bleibt. Staunässe vertragen die allerwenigsten Pflanzen. Nach heftigeren Regenschauern sollten Sie kontrollieren, ob sich Wasser in den Übertöpfen und dergleichen gesammelt hat und dieses gegebenenfalls wegschütten.

Etwas empfindlichere Pflanzen sollten Sie zudem während der kältere Nächte (unter 10 Grad Celsius) lieber nach drinnen holen, zumindest jedoch mit einem Frostglasvlies abdecken.

Was im Juni außerdem im Garten zu tun ist, lesen Sie in unserem Gartenkalender.

Hundstage – was steckt dahinter?

Die sogenannten Hundstage sind mehr oder weniger das Gegenstück zur Schafskälte. Zwischen Juli und August (23.07 bis 23.08) kann es zu extremen Hitzewellen kommen. In Europa beschreiben die Hundstage in der Regel die heißesten Tage des Sommers.

Der Begriff leitet sich vom Sternbild „Großer Hund“ ab, das zu dieser Zeit im Jahr besonders gut sichtbar ist. Zudem sind sich in diesem Zeitraum Sonne und Erde so nah wie zu keiner anderen Zeit im Jahr.

Sternbild Großer Hund
Etwa um die Zeit, an der die Sonne der Erde so nah ist wie sonst nie im Jahr, ist das Sternbild Großer Hund besonders gut zu erkennen. Daher stammt der Begriff Hundstage.© virtua73 - stock.adobe.com

Die erhöhten Temperaturen sind eine Herausforderung für den Pflanzen- und Gartenfreund. Blumen und Nutzpflanzen haben dann in der Regel einen erhöhten Wasserbedarf. Allerdings sorgen die warmen Tage auch häufig dafür, dass die Ernte im September besonders reich ausfällt.

In unserem Artikel „Bauernregeln im Garten“ finden Sie weitere Informationen zu den Hundstagen, der Schafskälte sowie anderen Wetter-Phänomenen wie zum Beispiel dem Siebenschläfer.

Bauernregeln folgen keinem bestimmten Gesetz. Das Wetter lässt sich nun mal nicht eindeutig und unwiderlegbar vorhersagen. Die Erfahrung sowie heutzutage die modernen Wetterstatistiken zeigen jedoch, dass durchaus etwas dran ist.

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