Terrasse

Terrasse bauen und Geld sparen

Werten Sie Ihre alte Betonterrasse auf: Wir erklären, wie Sie das Fundament als Basis nutzen und eine neue Terrasse bauen. Außerden finden Sie hier Ideen, wie Sie Ihre neue Terrasse ansprechend gestalten können.

Sitzbank
Sitzbank, Blumenbeet und Mini-Teich in Einem© Michael Holz

Der Sommer ist da und Sie wollen eine neue Terrasse bauen, haben aber wenig Zeit? Der Trick: Entfernen Sie Ihre alte Terrasse nicht, sondern nutzen Sie diese als Fundament

Wenn Sie den Terrassenbelag nicht erneuern wollen, können Sie die Betonterrasse trotzdem erneuern. Mit dieser Methode können Sie eine neue Terrasse bauen und Geld sparen.

Terrasse bauen: Terrasseninseln

Die einfachste Lösung, den Beton-Look zu verbergen und die Terrasse zu verschönern, ist das Verlegen von Holzfliesen.

Terrassen werden aber noch schöner, wenn Sie diese mit Terrassen-Inseln auflockern.

Terrassen-Inseln können Blumenkästen, Hochbeete oder Mini-Teiche sein. Auch mit integrierten Sitzbänken, erhält Ihre Terrasse eine neues verschönertes Aussehen.

Terrasseninsel anlegen: Drei Ideen
Sitzbank
© Tillman Straszburger

Schritt 1/4: Sitzbank

Zusätzlichen Platz für Besuch, schaffen Sie mit einer Terrasseninsel mit Sitzfläche.

Blumenkasten
© Tillman Straszburger

Schritt 2/4: Blumenkasten

Platz für Stämmchen, bietet die Terrasseninsel als Blumenkasten. Hohe Pflanzen auf der Terrasse schaffen mehr Struktur und untergliedern die Terrasse bei Bedarf in mehrere Bereiche.

Bepflanzte Terrasseninsel
© Tillman Straszburger

Schritt 3/4: Bepflanzte Terrasseninsel

Alternativ können Sie die Terrasseninsel auch direkt bepflanzen. Um das Holz vor Feuchtigkeit zu schützen, pflanzen Sie die Blumen in eine Plastikwanne mit Ablauf oder verwenden Sie Teichfolie. Achten Sie aber darauf, dass Regenwasser gut abfließen kann. Dann entsteht keine Staunässe.

Terrasseninsel: Miniteich mit Wasserpflanzen
© Tillman Straszburger

Schritt 4/4: Terrasseninsel: Miniteich mit Wasserpflanzen

Auch ein Miniteich oder ein kleines Refugium für Wasserpflanzen lassen sich prima aus den Stapelelementen und Kunststoffkästen herstellen. Kästen unterschiedlicher Art gibt’s als Pflanztröge oder als Stauraumkisten im Baumarkt oder im Pflanzencenter. Aber Achtung: UV-stabil und frostfest sollten sie schon sein! Damit alles perfekt passt, wird zunächst der Kunststoffkasten eingesetzt und dann die Mittelwand festgeschraubt.

Unsere Terrasseninseln lassen sich nach Lust und Laune in einen Blumenkasten, eine Sitzbank oder in ein Wasserbecken verwandeln. Die Grundkonstruktion bleibt immer dieselbe. 

Zeichnung Terrassen-Insel
© T. Straszburger
  • Legen Sie die Maße so fest, dass sie immer die Fläche einer bestimmten Anzahl an Holzkästen abdecken. In unserem Beispiel nehmen die Kästen eine Fläche von zwei Holzfliesen ein.
  • Die einzelnen Elemente sowie der Deckel werden lose übereinander gestapelt. So bleiben die Objekte variabel und lassen sich ohne große Mühen auf der Terrasse neu platzieren.
  • So können Sie die Kästen versetzen und Ihre Terrasse entsprechend der Jahreszeiten umgestalten. Damit die Terrassen-Inseln lange schön bleiben, lagern Sie diese im Winter ein.
Stapelbare Holzkisten
© Michael Holz

Material

Zur Herstellung eines Universalkastens für eine schönere Terrasse benötigen Sie als Material:

  • Vierkanthölzer der Dimension 3,5 x 3,5 cm,
  • Bretter jeder Art mit Abmessungen von etwa 13 bis 16 cm,
  • einen Konstruktionskleber,
  • ein paar Schrauben,
  • Kunststofffüße und
  • etwas Farbe.

Als Materialkosten sollten Sie etwa 25 Euro plus Farbe kalkulieren.

Terrassen-Insel bauen

Terrassen-Insel bauen
Vierkanthölzer verleimen
© Michael Holz

Schritt 1/5: Vierkanthölzer verleimen

Mit einem Konstruktionskleber für den Außenbereich und zwei Schraubzwingen werden die Vierkanthölzer stumpf, also ohne jede weitere Verbindung, auf die Seitenbretter geleimt.

Material verleimen
© Michael Holz

Schritt 2/5: Material verleimen

Die kurzen Seiten sowie das Mittelbrett erhalten zudem noch die Füße aus dem gleichen Holzvierkantmaterial aufgeleimt.

Rohholz grundieren
© Michael Holz

Schritt 3/5: Rohholz grundieren

Ist der Konstruktionskleber abgebunden, wird das noch rohe Holz grundiert.

Kasten anstreichen
© Michael Holz

Schritt 4/5: Kasten anstreichen

Nach dem Trocknen erhält der Kasten einen Anstrich mit außentauglichem Buntlack. Ist auch der Buntlack trocken, empfiehlt es sich, eine zweite Buntlackschicht aufzutragen, damit Ihnen das Objekt auch lange Freude bereitet. Dazu sollten vorher die gesamten Holzteile mit Schleifpapier der Körnung 180 kurz übergeschliffen werden. (Vorsicht, den Lack nicht durchschleifen!) Ebenso empfehlen wir, die Grenzen von dunkelrot und hellgrün beim Streichen mit Malerband abzukleben, um eine saubere Farbkante zu erzielen. Ist auch die zweite Buntlackschicht durchgetrocknet, was bei Kunstharzlacken durchaus zwei bis drei Tage dauern kann, werden die Kunststofffüßchen unter die Beine geschraubt. Legen Sie dazu das Füßchen auf, stecken Sie die Schraube hinein und markieren Sie den Sitz der Schraube, indem Sie der Schraube einen nicht zu kräftigen Schlag mit dem Hammer auf den Kopf verpassen. Nun alles wieder abnehmen und mit einem 2-mm-Holzbohrer das Schraubenloch vorbohren, damit Sie das Bein beim Eindrehen der Schraube nicht spalten. Anschließend befestigen Sie die Füße mit Schrauben.

Bauteile verschrauben
© Michael Holz

Schritt 5/5: Bauteile verschrauben

Zuletzt werden die fünf Bauteile stumpf mit Holzschrauben zusammengeschraubt. Auch hier dürfen Sie das Vorbohren nicht vergessen! Die Schraubverbindungen werden von innen ausgeführt (siehe Bohrlöcher in Bild 5), damit die unschönen Schraubenköpfe von außen nicht zu sehen sind.

Neben Kästen, die Sie als Terrassen-Insel einsetzen, können Sie einer Betonterrasse auch mit Granitsteinen ein neues Aussehen verleihen. 

Nehmen Sie dafür eine Betonplatte hoch und verfüllen Sie das so entstandene Quadrat mit Granitsteinen. Nach Belieben können Sie einheitliche Farbflächen ebenso verlegen wie Muster.

Terrasseninsel aus Granitstein
© Michael Holz

Es müssen aber nicht gleichförmige Granitsteine sein. Gestalten Sie doch ein Bodenmosaik für Ihre Terrasse:

  1. Gießen Sie dazu das Quadrat mit Beton aus.
  2. Verlegen Sie im nassen Material farbige Scherben, Muscheln oder Kieselsteine zu einem künstlerischen Objekt.
  3. Oder gießen Sie Pflastersteine einfach selbst, zum Beispiel mit Blatt-Abdruck.
  4. Mit ein paar gestalterischen Elementen wirkt Ihre Terrasse wie neu!

Bepflanzte Terrassen-Insel

Wer keine Pflanzkästen mag und Grünes lieber bodennah erleben möchte, der kann die Pflanzen auch direkt ins Erdreich setzen. Eine bepflanzte Insellösung können Sie mit einem nachträglich verlegten Holzdeck kombinieren.

  • Nehmen Sie die Betonplatten hoch.
  • Graben Sie den alten Verlegesand frei.
  • Füllen Sie das entstandene Loch wieder mit Muttererde auf, damit die Pflanzen Nährboden bekommen.
insel.jpg
© Michael Holz

Sandkiste auf der Terrasse

Sie möchten Ihre Kleinen beim Spielen im Blick haben? Entfernen Sie vier Betonplatten und setzen Sie an diese Stelle eine passgenau gearbeitete Sandkiste. Die Sandkiste wird aus gehobelten Brettern hergestellt, die in den Ecken mit Vierkanthölzern verschraubt sind.

Das Sitzbrett wird ebenfalls verschraubt und kann zusätzlich noch mit Holzwinkeln stabilisiert werden. Wenn Sie einen größeren Sandkasten bauen möchten, finden Sie hier die Anleitung für einen Sandkasten für den Garten.

sandkasten.jpg
© Michael Holz

Terrasse erneuern

Wer alte Beton-Terrassenbeläge renovieren möchte, dem empfehlen wir, die vorhandenen Platten liegen zu lassen und den neuen Belag einfach oben drauf zu setzen.

So liegt das Fundament für Ihre Terrasse bereits und Sie müssen den Boden nicht neu austarieren, um eine Terrasse zu bauen.

Achten Sie jedoch darauf, dass das Regenwasser weiterhin gut ablaufen kann.

Als Unterkonstruktion für die verschönerte Terrasse nutzt man generell ein witterungsbeständiges Hartholz, da die Unterkonstruktion direkten Kontakt zum feuchten Boden hat.

HolzdeckAufm.jpg
© Michael Holz
Tipp: Verwenden Sie Thermo-Buche. Das harte Buchenholz wird thermisch so behandelt, dass es jeder Witterung standhält und ist damit eine Alternative zu tropischen Harthölzern.
flieses.jpg
© Michael Holz

Industriell vorgefertigte Holzfliesen sind für jeden Heimwerker einfach zu handhaben. Sie werden in unterschiedlichen Abmessungen von 50 x 50 cm bis hin zu 90 x 90 cm oder sogar rechteckig in 60 x 120 cm angeboten.

Als Unterkonstruktion verwenden Sie einfach Ihre alten Terrassenplatten, denn die Holzfliesen brauchen nicht zwangsläufig in der Fläche verschraubt werden.

An den Kanten jedoch empfehlen wir ein rundherum umlaufendes Brett anzuschrauben, um der gesamten Terrasse Halt zu geben. Hersteller solcher Holzfliesen sind etwa: Aicher, Brügmann und Osmo.

Terrassenboden erneuern

clickbodena.jpg
© Michael Holz
  • Mit Klick-Böden lassen sich Bodendielen ohne sichtbare Verschraubungen verlegen.
  • Dazu werden die Kunststoff-Clips auf die Unterkonstruktion oder direkt auf die Fliesen oder den Estrich geschraubt und anschließend die Dielenbretter eingeklickt.
  • Die Dielenbretter sind jeweils etwa 118 cm lang und 14 cm breit, bei einer Dicke von 2,8 cm.

Eine neue Schicht aus Bodenplatten in Stein oder Beton muss nicht immer im Sandbett verlegt werden. Auch dieser Belag lässt sich einfach und unkompliziert auf Ihre alte Betonterrasse legen.

Stein auf Stein verlegen
© Michael Holz

Dafür gibt es kleine runde Gummilager, die jeweils unter eine Kreuzfuge montagelos gelegt werden. Die Vorteile:

  1. Stets gleicher Fugenabstand der Platten untereinander.
  2. Platten haben keinen direkten Kontakt zum Boden, so dass Regenwasser gut abfließen kann.
  3. Platten können jederzeit einfach entfernt werden.

Terrasseneinfassung erneuern

Nicht nur das Material des Terrassendecks selbst sollte genaustens ausgesucht werden. Auch die Terrasseneinfassung spielt eine wichtige optische Rolle.

So können etwa Holzumrahmungen farbig abgesetzt werden oder die Steineinfassung in unterschiedlichsten Materialien (Klinker, Pflastersteine, Kiesel) ausgeführt sein.

Doch gleich für welches Material Sie sich entscheiden, es sollte stets gewährleistet sein, dass Regenwasser immer gut ablaufen kann und es keine Stellen gibt, an denen sich Wasser stauen kann.

Tipp: Wenn Sie ein Holzdeck mit einer Steinkante einfassen möchten, ermitteln Sie vor den Holzarbeiten, wie hoch die Unterkonstruktion sein muss, damit Steinkante und Terrasse eine stolperfreie Ebene ergeben.

Beispiel: Die gewünschte Steineinfassung ist 6,2 cm hoch (1 DF-Stein von 5,2 cm plus 1 cm Mörtel für die Befestigung) und die Holzdielen 2,8 cm. Dann muss die Unterkonstruktion 3,4 cm hoch sein, damit alles in einer Ebene liegt.

Randstein1.jpg
© Michael Holz
Terrassenkante
Abschlussbretter verschrauben
© Tillman Straszburger

Schritt 1/3: Abschlussbretter verschrauben

Quer zur Unterkonstruktion, also mit dem Längsverlauf der Dielenbretter, werden die Abschlussbretter schlicht und einfach mit Holzschrauben in die Kanten geschraubt. Hierbei nicht das Vorbohren vergessen.

Holzabschnitt als Distanzstück
© Tillman Straszburger

Schritt 2/3: Holzabschnitt als Distanzstück

Parallel zur Unterkonstruktion werden kurze Holzabschnitte als Distanzstücke aufgeschraubt. Das Distanzstück muss so groß sein, dass mindestens 5 mm Luft zwischen Dielen und Abschlussbrett bestehen.

Steinkante
© Tillman Straszburger

Schritt 3/3: Steinkante

Die Steinkante aus Pflasterklinkern wird mit Mörtelbatzen auf die Betonplatten gesetzt. Rundum darf kein durchgehendes Betonbett entstehen, damit Regenwasser ungehindert ablaufen kann.

 

Egal, welche Sie von unseren Ideen umsetzen - wichtig ist das richtige Werkzeug. Hier sehen Sie eine Übersicht der Top-bewerteten Handwerkzeug-Sets für Heimwerker:

Anzeige

Und haben Sie das Projekt erst ein mal abgeschlossen, können Sie sich über schöne und entspannte Nachmittage auf Ihrer Terrasse freuen. Schnappen Sie sich ein Feierabendbier - das haben Sie sich verdient!

Zum Weiterlesen: Hier finden Sie viele Ideen für Ihre Terrasse. Passend dazu gibt es zahlreiche Anleitungen für Gartenmöbel zum selberbauen!

Die neue Ausgabe ist da: selber machen - Jetzt am Kiosk!
U1 11_2021