Gartenkalender

Der Garten im Juli

Wasser marsch: Im Juli geht es hauptsächlich darum, den Garten bei warmem Wetter durch großzügiges Gießen zu unterstützen. Lesen Sie, wie Sie den Grundstein für das nächste Gartenjahr legen und was im Garten im Juli zu tun ist.

Garten im Juli
Im Juli heißt es im Garten: Wasser marsch!© schulzie - stock.adobe.com

Im Juli steht der Garten in voller Pracht. Damit dies so bleibt, gibt es für Gärtner jetzt einiges zu tun. An erster Stelle steht im Garten im Juli das Gießen: Im Hochsommer brauchen Pflanzen Unterstützung, damit sie nicht unter Trockenstress leiden müssen.

Neben Ernten und Pflege können Sie aber auch jetzt schon Vorbereitungen für eine erfolgreiche Gartensaison im kommenden Jahr treffen.

Zum Weiterlesen: Das ist im Garten im August zu tun.

To-do-Liste: Der Garten im Juli

Gießen: Gießen Sie am besten am Morgen. Dann sind die Pflanzen von der Nacht noch abgekühlt und das kalte Wasser verursacht keinen Kälteschock an den Wurzeln. Gießen Sie lieber seltener, dafür aber reichlich, so dass das Erdreich gut durchfeuchtet ist und auch tiefer gelegene Wurzeln Wasser bekommen.

Garten im Juli
Wässern Sie den Rasen lieber seltener, aber dafür gründlich.© olezzo - stock.adobe.com

Gießen Sie die Pflanzen nur direkt an den Wurzeln. Wassertropfen können wie Brenngläser wirken und die Blätter beschädigen.

Wässern Sie jetzt auch regelmäßig Ihren Komposthaufen. Damit die organischen Materialien sich optimal zersetzen können, benötigen sie Feuchtigkeit.

Kirschbäume zurückschneiden: Ein Auslichtungsschnitt nach der Ernte sorgt für größeren Ertrag im Folgejahr und kann außerdem Krankheiten vorbeugen. Allerdings: Im Sommer ist zum Schutz brütender Vögel nur ein oberflächlicher Pflegeschnitt erlaubt. Ein gründlicher Baumschnitt steht erst im Herbst und Winter auf dem Plan.

Lesen Sie hier, was Sie beim Schneiden von Obstbäumen beachten müssen.

Auch Rosen werden im Juli zurückgeschnitten, um die Blütezeit zu verlängern. Wie der Rosenschnitt richtig geht, sehen Sie hier. Düngen sollten Sie die Rosen im Juli zum letzten Mal, es kann sonst vorkommen, dass die Rosen bis in den Winter hinein Triebe ausbilden. Diese erfrieren leichter und stellen einen Anfälligkeitspunkt für Krankheiten dar.
Auch sommerblühende Zwiebelpflanzen wie Dahlien freuen sich jetzt über einen Nährstoffschub.

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Lassen Sie die Zwiebeln nach der Ernte zwei Wochen trocknen.© rootstocks - stock.adobe.com

Damit Sie bis in den Spätherbst noch frisches Gemüse aus dem Garten ernten können, ist es im Juli Zeit, Gemüsepflanzen für die späte Ernte auszusäen: Winterlauch, Zuckerhut, Mangold, Rettich, Wintersalat und Feldsalat können Sie jetzt direkt ins Beet säen.

Außerdem können Sie im Juli noch Fenchel, Spinat und Rote Bete aussäen. Setzlinge von Bittersalaten wie Endivien und Radicchio können den ganzen Juli über ins Beet gepflanzt werden.

Für Buschbohnen und Möhren ist Anfang Juli die letzte Gelegenheit zur Aussaat. Verwenden Sie bei Möhren schnell reifende Sorten und säen Sie Dill zwischen die Möhren, das verbessert das Aroma des Wurzelgemüses.

Tipp: Decken Sie das Möhrenbeet nach der Aussaat ab, um zu verhindern, dass die Möhrenfliege hier ihre Eier ablegt.

Außerdem steht der Juli natürlich ganz im Zeichen der Ernte. Ernten Sie Radieschen, Kohlrabi und Sellerie lieber ein bisschen früher, da diese Früchte in der Sommerhitze schnell holzig werden.

Auch Zucchini sollten Sie nicht zu groß werden lassen. Die jungen, zarten Früchte schmecken ohnehin besser, zudem kann sich in der Frucht der Giftstoff Cucurbitacin anreichern, der zu Übelkeit und Erbrechen und sogar bis zum Tod führen kann.

Besonders, wenn die Pflanzen nicht ausreichend gegossen werden, bilden Zucchini diesen Giftstoff aus. Achten Sie daher darauf, Zucchinipflanzen ausreichend zu gießen und verzichten Sie darauf, Zucchini zu verzehren, die einen bitteren Beigeschmack haben.

Garten im Juli
Häufeln Sie die Erde rund um die Kartoffelpflanzen regelmäßig an.© Parilov - stock.adobe.com

Bereits jetzt können Sie die ersten Frühkartoffeln ernten. Beachten Sie dabei: Solange das Kartoffellaub saftig grün ist, bildet die Pflanze fortlaufend weitere Knollen aus. Gehen Sie deshalb vorsichtig vor, wenn Sie die ersten Kartoffeln ausgraben.

Häufeln Sie außerdem regelmäßig Erde um die Pflanze auf, damit sich die Kartoffeln nicht an die Oberfläche arbeiten und grüne Stellen ausbilden. Halten Sie das Kartoffelbeet außerdem frei von Unkraut.

Auch die Zwiebeln können im Hochsommer geerntet werden. Wenn die Röhrenblätter fast vollständig vergilbt sind, ist der richtige Zeitpunkt gekommen. Heben Sie die Zwiebeln mit einer Gabel vorsichtig aus der Erde und lassen Sie sie für zwei Wochen trocknen, entweder ausgebreitet direkt auf dem Beet, oder an einem regensicheren Ort luftig verteilt in Holzkisten oder auf einem Holzrost. Nach Ablauf von zwei Wochen entfernen Sie die verdorrten Blätter und lagen die Zwiebeln kühl, trocken und frostsicher ein.

Auch der Knoblauch wird in Juli reif und kann geerntet werden, sobald die Blätter sich gelblich verfärben.

Nach der Ernte gilt es, die Erdbeeren zu versorgen, damit Sie sich auch im nächsten Sommer wieder über eine reiche Erdbeerernte freuen können. Schneiden Sie dazu die Ausläufer zurück und entfernen Sie alte Blätter. Das Herz der Pflanze muss dabei aber unbeschädigt bleiben.

Lockern Sie zum Schluss die Erde um die Pflanzen vorsichtig mit einer Hacke und gönnen Sie den Erdbeeren einen Nährstoffschub in Form von Kompost oder Beerendünger.

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Pflanzen Sie jetzt schon die Erdbeeren für die kommenden Sommer.© Halfpoint - stock.adobe.com

Im Juli ist es außerdem Zeit, neue Erdbeerpflanzen zu setzen. Erdbeeren bringen den größten Ertrag im zweiten und dritten Jahr nach der Pflanzung, deshalb lohnt es sich, mehrere Beete mit unterschiedlich alten Pflanzen anzulegen, so dass die Erdbeerversorgung Sommer für Sommer gesichert ist.

Sommer-Himbeeren werden bereits im Juli reif. Ernten Sie die süßen Früchte, bevor es die Vögel tun. Sommer- oder Herbsthimbeeren freuen sich im Juli gleichermaßen über eine Mulchschicht, die das Unkraut in Schach hält und dafür sorgt, dass die Erde um die Wurzeln kühl und feucht bleibt.

Harken Sie die Gemüsebeete im Juli außerdem regelmäßig. So reduzieren Sie das Unkraut und verhindern, dass die Bodenfeuchtigkeit zu schnell verdunstet.

Der Blumengarten im Juli

Auch im Blumengarten gibt es im Juli einiges zu tun. Verschiedene Blühpflanzen belohnen einen Rückschnitt nach der ersten Blüte mit einer zweiten Blütenpracht im Spätsommer.

Schneiden Sie die verblühten Blütenstände von Stauden wie Steppensalbei, Katzenminze zurück. Die Pflanzen belohnen dies mit einer zweiten Blüte später im Sommer und machen damit nicht nur dem Gärtner Freude, sondern helfen auch den Bienen und anderen Bestäubern, die im Spätsommer zunehmend Schwierigkeiten haben, noch Nahrung zu finden.

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Im Juli belohnt der Garten Ihre Arbeit mit Blütenpracht und frischen Früchten.© Ingo Bartussek - stock.adobe.com

Entfernen Sie von allen Blühpflanzen verblühte Blüten- und Samenstände. Besonders Wicken belohnen einen regelmäßigen Schnitt mit üppiger Blütenpracht. Warten Sie nicht, bis die Blüten verblüht sind, sondern holen Sie sich ruhig regelmäßig einen Wickenstrauß für die Vase. So blüht die Pflanze den ganzen Sommer hindurch und Sie holen sich außerdem den Sommer ins Haus.

Außerdem können Sie im Juli zweijährige Sommerblumen und winterharte Stauden direkt ins feuchte Beet säen. Durch die warmen Temperaturen keimen die Samen schneller und wachsen gut an. So können Sie sich im nächsten Sommer über prächtige Stockrosen und Co. freuen.

Denken Sie auch daran, den Rasen regelmäßig zu wässern. Besser als eine tägliche oberflächliche Wasserversorgung ist es auch hier, den Rasen lieber nur alle drei Tage, aber dafür gründlich zu wässern, so dass auch tiefere Wurzeln mit Wasser versorgt werden.

Obwohl auch im Juli viel zu tun ist, belohnt der Garten Sie dafür mit frischen Beeren und Gemüse und bunten Blumen für all Ihre harte Arbeit.

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