Alles unter Glas

Gewächshaus im Garten aufbauen

Ein Glashaus bereichert jeden Garten, und das nicht nur, um Sämlinge zu ziehen oder die Erntezeit für Gemüse auszudehnen. Auch als Sitzplatz für kühlere Sommerabende verlängert es das Gartenjahr.

Gewächshaus aufbauen
Das Gärtnern im Gewächshaus bietet viele Vorteile© Sonja Birkelbach - stock.adobe.com

Es gibt viele gute Gründe, unter Glas beziehungsweise unter Kunststoffstegplatten zu gärtnern. Sei es, um Sämlinge im kalten Frühjahr vorzuziehen, um prachtvolle Zierpflanzen zu pflegen oder um Gemüse bis in den Dezember hinein zu ernten. Zudem sind Gewächshäuser mit einer Größe von 1,5 x 2,3 m schon ab etwa 300 Euro im Baumarkt erhältlich, so dass der Einstieg in die Gewächshausgärtnerei recht leicht gemacht wird.

Ein Gewächshaus muss auch nicht unbedingt immer mit Arbeit zu tun haben. Ganz nach der Größe des Gewächshauses wächst auch die Variabilität in der Nutzung. So lässt sich etwa in einem mittleren Glashaus mit den Abmessungen 2,3 x 3m (zum Beispiel Typ F4 von Gutta, etwa 600 Euro) prima die Bonsaisammlung unterbringen oder in einem großen Haus (2,3 x 4,5 m, Typ F6 von Gutta, etwa 800 Euro) sogar eine Sitzecke mit Tisch, in der man so manchen bereits kühlen Sommerabend gut verbringen kann.

Das Gärtnern im Gewächshaus bietet zahlreiche Vorteile und Möglichkeiten: Zum Beispiel können Sie hier Zwiebel- und Knollengewächse ziehen, Geranien überwintern, exotische Früchte anbauen und Erdbeeren früher ernten.

Bevor Sie sich entscheiden, ein Gewächshaus im Garten aufzustellen, sollten Sie sich einige wichtige Fragen beantworten.

Wann lohnt sich ein Gewächshaus?

Wer Gemüse oder Sommerblumen selber zieht weiß, dass die Fensterbänke ruck, zuck zu klein und die Pflänzchen mangels Licht schnell zu lang und dünn werden. Auch verregnete Sommer bereiten einer reichen Gemüseernte im eigenen Garten ein schnelles Ende. Denn bei zu hoher Bodenfeuchtigkeit macht sich Kraut- und Braunfäule auf den jungen Pflänzchen breit.

Wer trotz schlechten Witterungsbedingungen Spaß und Erfolg beim Gärtnern haben möchte, ist ein Gewächshaus genau die richtige Wahl. Ihre Pflanzen sind besser geschützt und können sich besser entwickeln. Die höhere Temperatur im Gewächshaus ermöglicht Ihnen auch andere Sorten zu kultivieren.

Ein Gewächshaus lohnt sich wenn Sie...

  • Ihren Bedarf an Sommerblumen und/oder Gemüsepflanzen größtenteils selber aussäen
  • Ihren Ernteerfolg mit wärmeliebenden Gemüsearten wie Tomaten, Paprika, Gurken und Auberginen sichern möchten
  • Südländische Kübelpflanzen wie Oleander, Fuchsien, Wandelröschen und Engelstrompeten attraktiv finden, ihnen aber kein geeignetes Überwinterungsquartier anbieten können
  • auch im Winter frisches Gemüse und Kräuter ernten möchten
  • als Liebhaber von Orchideen, Bonsai, Zitruspflanzen, Kakteen, Alpinen oder anderen besonderen Pflanzengruppen Ihre Sammlung gern vergrößern und bessere Standortbedingungen für die Gewächse schaffen möchten
 

Welches Gewächshaus eignet sich am besten für meinen Garten?

 Vom einfachen Folientunnel bis zum Vorzeigeglashaus im englischen Stil ist im Baumarkt oder Gartencenter alles erhältlich. Wofür Sie sich entscheiden, hängt einerseits vom Zweck ab, den Sie für das Gewächshaus vorgesehen haben. Andererseits vom Geldbeutel und, nicht zuletzt, von Ihrem Geschmack.

Grundsätzlich haben Sie die Wahl zwischen freistehenden und Anlehngewächshäusern. Letztere baut man wie einen Wintergarten an eine Mauer des Wohnhauses oder der Garage. Sie haben den Vorteil, dass die Wärmeverluste bei kalter Witterung im Vergleich mit freistehenden Häusern geringer ausfallen.

Im Sommer allerdings kann es darin richtig heiß werden. Solche Anlehngewächshäuser bieten sich somit als Überwinterungsquartier für Kübelpflanzen an und können noch für die Aussaat und Anzucht von Sommerblumen oder Gemüsen genutzt werden.

Freistehende Gewächshäuser erlauben dagegen einen Lichteinfall von allen Seiten und bieten folglich mehr Kulturfläche. Sollen darin vornehmlich Gemüse ausgepflanzt werden, reicht ein begehbares Folienhaus völlig aus. Es ist preiswert, aber auch nicht so langlebig wie ein "richtiges" Gewächshaus und bietet im Winter zu wenig Schutz vor Kälte.

Wenn Ihnen die eigene Aussaat wichtig ist, eignet sich ein mit speziellem Glas bzw. Kunststoff eingedecktes Gewächshaus besser: Darin sorgen Regale für mehr

Platz und leichteres Arbeiten. Außerdem können sie durch die höhere Wärmedämmung im Winter genutzt werden.

Welcher Typ auch immer: Erfahrungsgemäß wird Hobbygärtnern das Gewächshaus schnell zu eng. Wählen Sie, falls möglich, im Zweifelsfall lieber die größere Variante!

Gewächshaus selber bauen: Die wichtigsten Bauteile

 Hier erfahren Sie das wichtigste über die Materialien, die Sie für den Bau eines Gewächshauses benötigen:

  • Fundament: Leichte Folienhäuser verankern Sie einfach in der Erde. Alle anderen Gewächshaus-Typen benötigen ein Fundament.  Für kleine Gewächshäuser gehört ein Aluminiumrahmenfundament meist mit zum Lieferumfang dazu. Größere und schwerere Häuser sind auf einem Betonpunktfundament bzw. der stabilsten Variante, einem Betonringfundament oder einem aus Ziegeln gemauerten Fundament besser abgesichert.
  • Rahmen: Der Rahmen besteht heutzutage in der Regel aus witterungsbeständigen Aluminiumprofilen. Unbehandelt werden sie mit der Zeit stumpf und grau. Da viele Hobbygärtner ihr Gewächshaus als Gestaltungselement des Gartens ansehen, entscheiden sie sich eher für farbig eloxierte oder pulverbeschichtete Profile.
  • Eindeckung: Der Klassiker unter den Eindeckungsmaterialien ist auf der Innenseite genörpeltes Glas. Die Nörpelung streut das Sonnenlicht und schützt die Pflanzen vor Verbrennungen. Möchten Sie das Gewächshaus im Winter frostfrei oder wärmer halten, empfehlen sich jedoch modernere Alternativen wie Doppelsteg- oder Stegdreifachplatten aus Hartkunststoff. Sie reduzieren die Wärmeverluste im Vergleich zum Nörpelglas etwa um ein Drittel bzw. um die Hälfte. Dem steht die Luxusvariante aus dem Spezialglas "Hortiplus N" gegenüber: Es ist schwerer, dämmt aber ebenso gut und sieht schöner aus. Für Folienhäuser kommt nur UV-stabilisierte Gartenbaufolie infrage. Andere werden durch Sonneneinwirkung schnell spröde.
 

Was sonst noch in das Gewächshaus gehört

 Pflanzen brauchen Licht, Luft, Wärme und Wasser. Um Pflanzen im Gewächshaus optimale Bedingungen zu geben, sollten Sie folgende Komponenten bei Ihrem Gartenhaus mit einplanen:

  • Licht: Licht bekommen die Pflanzen mittels der transparenten Eindeckungsmaterialien. Zusätzliche Pflanzenlampen im Winter sind nur für besondere Kulturen und extrem frühe Aussaaten ab Dezember oder Januar nötig.
  • Luft: Für die Luft sorgen Türen und Lüftungsklappen, die allerdings dicht schließen sollten, wenn die Gewächshäuser auch im Winter genutzt werden. In Übergangszeiten sind die Nächte häufig kalt. Wenn tagsüber die Sonne scheint, wird es im Haus jedoch schnell zu warm. Wer die Lüftungsfenster nicht ständig selber auf- und zumachen möchte, kann diese mit automatischen Öffnern ausstatten.
  • Wasser: Da im Haus die Niederschläge wegfallen, müssen Sie verstärkt darauf achten, dass die Gewächse ausreichend gegossen werden. Wer nicht ständig Gießkannen schleppen möchte, sorgt für einen Wasserhahn mit Schlauchanschluss in der Nähe des Hauses. Oder er bringt ein automatisches Bewässerungssystem an. Dieses lohnt sich in erster Linie für Kulturen, die länger stehen, wie Tomaten.
 

Gewächshaus aufstellen: Anleitung

Der Aufbau eines Gewächshauses ist relativ einfach und man benötigt mit zwei Personen etwa einen halben Tag. Wenig Zeit, wenn man bedenkt, wie viel Freude man damit haben wird! Sämtliche Verbindungen an diesem Gewächshaus werden verschraubt, entweder mittels Metall- oder mittels Kunststoffverbindern, wie hier an einer Giebelecke. Sechskantschrauben sowie passende Muttern gehören zum Lieferumfang.

Glaushaus aufbauen
Längsprofile zusammensetzen
© Chris Lambertsen

Schritt 1/28: Längsprofile zusammensetzen

Die Längsprofile des Aluminiumfundaments werden nicht in der ganzen Länge geliefert, sondern in 150 cm langen Einzelteilen. So werden für unser 3 m langes Gewächshaus zwei solcher Profile mit Strebenverbindern zusammengesetzt.

Längs- und Querprofile verschrauben
© Chris Lambertsen

Schritt 2/28: Längs- und Querprofile verschrauben

Verschrauben Sie die Längs- und Querprofile mit den Metallwinkeln zum fertigen Fundamentrahmen.

Verbindungsbleche lose montieren
© Chris Lambertsen

Schritt 3/28: Verbindungsbleche lose montieren

Für die spätere Verbindung des Fundamentrahmens mit dem Bodenprofil sowie dem Fundament werden die Verbindungsbleche vorerst nur lose montiert, weil ihre genaue Position erst später festgelegt werden kann.

Betonfundament ausrichten
© Chris Lambertsen

Schritt 4/28: Betonfundament ausrichten

Um die Größe des Betonfundaments festzulegen, stellen Sie den Fundamentrahmen an seinen Standort und legen etwa 8 bis 10 cm breite Bretter innen und außen daneben. Dieser Bereich wird markiert, etwaiger Rasen mit dem Spaten abgestochen, dann der Fundamentrahmen entfernt und ein Graben für das Betonfundament ausgeschachtet.

Schalbretter dienen als Fundamentsbegrenzung
© Chris Lambertsen

Schritt 5/28: Schalbretter dienen als Fundamentsbegrenzung

Schalbretter als seitliche Begrenzung sorgen für einen sauberen Abschluss des Fundaments.

Bodenprofile zusammensetzen
© Chris Lambertsen

Schritt 6/28: Bodenprofile zusammensetzen

Die Bodenprofile werden ebenfalls mit Strebenverbindern zusammengesetzt und auf den Fundamentrahmen gelegt. An den Ecken des Rahmens werden nun mittels der Kunststoff-Bodeneckverbinder die Giebelwand- Eckprofile aufgesetzt und lose vormontiert.

Giebel zusammensetzen
© Chris Lambertsen

Schritt 7/28: Giebel zusammensetzen

Der Giebel besteht aus drei Profilen und wird noch am Boden zusammen geschraubt. Beachten Sie: Das Fenster im Frontgiebel muss in diesem Arbeitsgang eingesetzt werden.

Giebelelemente lose befestigen
© Chris Lambertsen

Schritt 8/28: Giebelelemente lose befestigen

Die vormontierten Giebelelemente werden jetzt auf die Giebeleckprofile gesteckt und lose befestigt.

Türstrebe verschrauben
© Chris Lambertsen

Schritt 9/28: Türstrebe verschrauben

Eine aufrechte Strebe sowie eine Türscharnierstrebe unten mit den vormontierten Strebenverbindern (Bild 3) und oben mit der Türquerstrebe lose verschrauben.

regenrinne zusammensetzen
© Chris Lambertsen

Schritt 10/28: regenrinne zusammensetzen

Die zweiteiligen Regenrinnen (Traufprofil) mit Strebenverbindern zusammensetzen und in die Giebelverbinder einschieben. Dabei müssen die Enden bündig mit dem Giebeleckprofil sein.

Stegplatte einschieben
© Chris Lambertsen

Schritt 11/28: Stegplatte einschieben

Mittlere Stegplatte des hinteren Giebels an der Außenseite einschieben.

Firstprofil zusammensetzen
© Chris Lambertsen

Schritt 12/28: Firstprofil zusammensetzen

Zweiteiliges Firstprofil mit Strebenverbindern zusammensetzen.

Firstprofil einschieben
© Chris Lambertsen

Schritt 13/28: Firstprofil einschieben

Firstprofil von innen in die Giebelverbinder einschieben. Die Enden müssen bündig mit dem Giebel sein.

Dach- und Wandschreben lose befestigen
© Chris Lambertsen

Schritt 14/28: Dach- und Wandschreben lose befestigen

Dach- und Wandstreben an den vormontierten Strebenverbindern lose befestigen. Auch diese Schrauben werden erst festgezogen, wenn die Stegplatten eingeschoben sind und alles passt.

Gerüst
© Chris Lambertsen

Schritt 15/28: Gerüst

Nun steht das Gerüst (teilweise nur lose verschraubt) und es können die Stegplatten eingeschoben werden. Beginnen Sie mit den Giebelwänden und gehen Sie dann zu den...

Dachflächen aufschieben
© Chris Lambertsen

Schritt 16/28: Dachflächen aufschieben

...Dachflächen über.

Stegplatten einschieben
© Chris Lambertsen

Schritt 17/28: Stegplatten einschieben

Zuletzt werden von oben die Stegplatten in die Seiten eingeschoben.

Mit Clip-Profil befestigen
© Chris Lambertsen

Schritt 18/28: Mit Clip-Profil befestigen

Mit einem Clip-Profil aus Kunststoff werden die Stegplatten des Dachs ringsherum an den Alu-Profilen befestigt

Dachfenster-Querstrebe einsetzen
© Chris Lambertsen

Schritt 19/28: Dachfenster-Querstrebe einsetzen

Die Dachfenster-Querstrebe wird eingesetzt und dann...

Dachfenster einschieben
© Chris Lambertsen

Schritt 20/28: Dachfenster einschieben

...das Dachfenster von der Seite in das Firstprofil eingeschoben.

Automatischer Fensteröffner
© Chris Lambertsen

Schritt 21/28: Automatischer Fensteröffner

Der automatische Fensteröffner wird eingebaut und nach Gebrauchsanleitung justiert.

Giebelverstrebung
© Selbermachen

Schritt 22/28: Giebelverstrebung

Giebelverstrebungen dienen der Stabilität bei auftretenden Querkräften.

Untere Tür einschieben
© Chris Lambertsen

Schritt 23/28: Untere Tür einschieben

Der Türhalter unten wird eingeklippt und die untere Tür von oben in die Türscharnierstrebe eingeschoben.

Türscharniere befestigen
© Chris Lambertsen

Schritt 24/28: Türscharniere befestigen

Die graue Unterlegscheibe befestigen.

Obere Tür einschieben
© Chris Lambertsen

Schritt 25/28: Obere Tür einschieben

Zuletzt wird die obere Tür eingeschoben.

Türgriff
© Chris Lambertsen

Schritt 26/28: Türgriff

Der Türgriff dient auch als Riegel.

Gewächshaus befestigen
© Chris Lambertsen

Schritt 27/28: Gewächshaus befestigen

Sind alle Streben und Profile ausgerichtet und steht das Haus rechtwinklig und senkrecht, werden alle losen Verbindungen festgezogen und das gesamte Gewächshaus im Betonfundament mit Dübeln und Schrauben befestigt.

Regenablauf einschieben
© Chris Lambertsen

Schritt 28/28: Regenablauf einschieben

Der Regenablauf wird auf die Alu-Regenrinne geschoben. Mit einem zusätzlichen Schlauch lässt sich das Wasser in einer Tonne auffangen.

Gewächshaus im Garten: Rechtstipp

Kleingewächshäuser sind in der Regel nicht genehmigungspflichtig. Ausnahmen sind Wintergärten und Gewächshäuser, die einen Aufenthaltsraum oder eine Feuerstelle haben. Die Bestimmungen sind in den Landesbauordnungen festgelegt. Die allgemein geltenden Regelungen über Baulinien und Grenzabstände müssen auch beim Bau genehmigungsfreier Häuser eingehalten werden. Für Gewächshäuser in Kleingartengebieten gelten die Satzungen der jeweiligen Kleingartenvereine.

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