Dekorativ und lecker

Kürbis pflanzen, pflegen und ernten

Kürbisse gehören zum Herbst, sei es in der Küche oder als Dekoration. Bevor man Kürbis jedoch ernten kann, muss er natürlich zunächst angepflanzt und gepflegt werden. Wir zeigen, worauf dabei zu achten ist.

Kürbis im Beet
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Es gibt unzählige Kürbissorten – von klein und rund über lang und flaschenförmig bis hin zu sehr großen und mehrere Kilo schweren Exemplaren. Hierzulande besonders beliebt ist der essbare Hokkaido-Kürbis. Wenn Sie Kürbis selbst anpflanzen möchten, sollten Sie beim Kauf unbedingt darauf achten, ob es sich um Speise- oder Zierkürbis handelt. Nicht alle Kürbissorten sind zum Verzehr geeignet.

Übrigens: Aus botanischer Sicht gehören auch Zucchini und Gurke zu den Kürbisgewächsen.

Wann pflanzt man Kürbis an?

Der richtige Zeitpunkt, Kürbis anzupflanzen, liegt im Frühjahr. Aber Achtung: Kürbisse sind frostempfindlich. Warten Sie also unbedingt bis nach den Eisheiligen, ehe Sie Ihren Kürbis ins Freie pflanzen.

Wenn Sie Ihren Kürbis aus Samen vorziehen möchten, sollten Sie mit der Vorzucht (zum Beispiel in einem Anzucht Gewächshäuschen auf dem Fensterbrett) etwa ab Ende April beginnen. Stecken Sie dazu je einen Samen etwa zwei Zentimeter tief in ein Anzuchttöpfchen mit Anzuchterde.

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Besonders gut gedeihen Kürbis-Pflänzchen an einem hellen Standort bei 23 bis 25 Grad. Kürbis-Pflänzchen keimen oft schon nach rund einer Woche. Sobald dies der Fall ist, sollten Sie die Töpfchen etwas kühler stellen. Andernfalls kann es passieren, dass die Kürbis-Pflänzchen zu schnell wachsen. Rund 20 Grad sind am besten.

Warten Sie nun die Zeit beziehungsweise Wochen bis nach den Eisheiligen ab. Gießen Sie die Kürbis-Keimlinge dabei regelmäßig. Die Erde sollte dabei stets leicht feucht sein. Ferner hat der Kürbis einen hohen Bedarf an Nährstoffen. Sind die Jungpflanzen bereits etwas größer und beginnen damit, die ersten Blätter zu entfalten, sollten Sie dem Gießwasser etwa einmal die Woche etwas Anzuchtdünger beifügen.

Kürbis im Anzuchttopf
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Ab Mitte Mai werden die kleinen Kürbispflanzen ins Freiland gesetzt. Sie können übrigens auch auf die Vorzucht verzichten und Ihren Kürbis direkt im Beet ansähen (nach den Eisheiligen ab Mitte Mai). Die Erfolgsaussichten sind mit einer Vorzucht erfahrungsgemäß aber größer.

Kürbis anpflanzen – Standort und Boden

Wählen Sie einen möglichst vollsonnigen Standort für Ihr Kürbisbeet. Kürbis gehört außerdem zu den sogenannten Starkzehrern. Er braucht also sehr viele Nährstoffe. Bevor Sie ihn ins Freie setzen, sollten Sie das Beet deshalb gründlich umgraben und von allen Unkräutern und im Boden befindlicher Wurzeln anderer Gewächse befreien. Zudem ist es ratsam, die Erde mit frischem Kompost oder einem Langzeitdünger wie beispielsweise Hornspäne anzureichern.

Achtung: Kürbis-Pflanzen benötigen viel Platz. Setzen Sie die kleinen Kürbis-Pflanzen also unbedingt einzeln. Abhängig von der Sorte kann der Platzbedarf einer einzelnen Kürbispflanze bei bis zu 1,5 oder sogar zwei Quadratmetern liegen.

Tipp: Gerade kleinere Kürbissorten wie der Hokkaido wachsen besser, wenn Sie ihm eine Rankhilfe zur Verfügung stellen.

Fallen die Temperaturen in der Nacht noch in den einstelligen Bereich, sollten Sie Ihre Kürbis-Pflanzen übrigens besser mit einem Vlies oder dergleichen abdecken. Kälte vertragen Kürbisse nicht besonders gut.

Kürbis-Pflanzen pflegen

Entfernen Sie in der ersten Zeit Unkräuter regelmäßig. Je größer die Kürbis-Pflanzen und ihre Blätter werden, desto weniger wird dies notwendig sein, da Kürbis sehr dominant wächst. Nur am Anfang sind die Pflänzchen schlicht noch nicht stark genug.

Bei Kürbis gibt es übrigens ein interessantes Phänomen: Je üppiger er wächst und je mehr Fruchttriebe er hat, desto kleiner werden die einzelnen Früchte. Deshalb ist es beim Kürbis sinnvoll, die Pflanzen regelmäßig auszugeizen. Beginnen Sie damit ab etwa Juni.

Schneiden Sie Triebe mit mehr als 3 Blättern oberhalb des zweiten Blattes ab. Kontrollieren Sie die Pflanzen regelmäßig und geizen Sie gegebenenfalls etwa vier Wochen später erneut aus. Jetzt sollten Sie allerdings erst oberhalb des fünften Blattes schneiden.

Ferner werden beim Kürbis nach der Bestäubung der weiblichen Blüten die männlichen entfernt. Weibliche Blüten erkennt man am Fruchtansatz.

Achtung: Kürbis ist sehr beliebt bei Schnecken und anderen Fressfeinden. Kontrollieren Sie das Kürbisbeet regelmäßig und ergreifen Sie gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen.

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Kürbis-Pflanzen gießen und düngen

Kürbis hat aufgrund seines üppigen Wuchses und seiner meist großen Blätter einen recht hohen Bedarf an Wasser. Achten Sie unbedingt darauf, dass der Boden stets leicht feucht ist und nicht austrocknet.

Ferner sollten Sie Ihren Kürbis regelmäßig düngen. Ab etwa Mitte Juli kann eine weitere Portion Hornspäne oder Kompost vorsichtig in die obere Erdschicht um die Pflanzen eingearbeitet werden. Einfacher geht es allerdings, wenn Sie den Kürbis mit Brennesseljauche gießen.

Wann kann man Kürbisse ernten?

Der Kürbis wird nicht ohne Grund häufig mit dem Herbst assoziiert. Mitte bis Ende September steht die Kürbisernte an. Wann genau der richtige Zeitpunkt dafür ist, erkennt man an den einzelnen Früchten.

Ein reifer (Hokkaido-)Kürbis hat eine ausgehärtete Schale sowie einen verholzten Stiel. Außerdem sollte er inzwischen seine typische Farbe angenommen haben.

Manchmal löst sich der Kürbis von ganz allein von der Pflanze. Dann muss er nur noch eingesammelt werden. Besser ist es jedoch, wenn Sie ihn selbst abschneiden. Es ist nämlich dringend ratsam, dass Sie ihn mitsamt eines kleinen Stielansatzes ernten. Ohne neigt der Kürbis zum Faulen.

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