Energie

Balkonkraftwerk mit Speicher

Ein Balkonkraftwerk mit Speicher ist eine innovative Lösung für umweltbewusste Verbraucher, die ihren eigenen Strom erzeugen möchten. Mit dieser Technologie können Hausbesitzer auf einfache Weise grüne Energie erzeugen und Geld sparen.

Balkonkraftwerk mit Speicher an der Brüstung
© Robert Poorten - stock.adobe.com

Die Energiekrise hat viele Verbraucher zum Umdenken bezüglich des eigenen Stromverbrauchs, dem Energiesparen und auch der Erzeugung von eigenem Strom verleitet. So sieht man zunehmend mehr Solaranlagen auch auf privaten Dächern. Was aber, wenn man gar kein eigenes Haus und damit Dach hat? Dann kann man die Solaranlage alternativ auch auf dem Balkon installieren. Neudeutsch heißt das dann "Balkonkraftwerk". Wir erklären, worauf man dabei achten muss und was (auch in Mietwohnungen) erlaubt ist und was nicht. 

Alles Wichtige zum Balkonkraftwerk mit Speicher im Überblick

Balkonkraftwerk mit Speicher in der Mietwohnung - darf man das?

Grundsätzlich steht es jedem Mieter frei, ein Balkonkraftwerk mit Speicher in seiner Mietwohnung zu installieren. Allerdings ist es ratsam, sich vor der Installation mit dem Vermieter abzustimmen und eine Zustimmung einzuholen, um Unmut zu vermeiden.

Die Rechtslage ist hier leider nicht ganz eindeutig. Ein Urteil des Amtsgerichts München (Az. 452 C 27228/13) zeigt, dass ein Vermieter die Installation eines Balkonkraftwerks nicht pauschal verbieten darf und dass Mieter das Recht haben, auf ihrem Balkon ein Balkonkraftwerk zu installieren, sofern es keine erhebliche Mehrbelastung für die anderen Mieter darstellt und das Gebäude nicht beeinträchtigt wird.

Konkret hatte ein Mieter in München auf seinem Balkon ein kleines Balkonkraftwerk mit einer Leistung von 0,66 kW installiert. Der Vermieter verlangte daraufhin, dass das Kraftwerk wieder abgebaut wird, da er die Installation für gefährlich hielt und auch befürchtete, dass die Stromerzeugung das Hausnetz belasten könnte.

Der Mieter klagte gegen die Entscheidung des Vermieters und berief sich dabei auf sein Recht auf Eigentum und die freie Wahl seiner Energieversorgung. Das Amtsgericht München gab dem Mieter recht und entschied, dass der Vermieter die Installation des Balkonkraftwerks nicht verbieten darf, solange es keine erhebliche Mehrbelastung für die anderen Mieter des Hauses darstellt und das Gebäude nicht beeinträchtigt wird.

Balkonkraftwerk mit Speicher - Solarpanele an Hauswand
Es gibt Solarpanele, die man einfach aufstellen kann, ebenso wie Modelle, die an der Wand befestigt werden.© DanielMendler - stock.adobe.com

Das Gericht stellte fest, dass es sich bei dem Balkonkraftwerk um eine "unbedeutende bauliche Veränderung" handelt, die das Gebäude nicht beeinträchtigt und den Mieter auch nicht benachteiligt. Es wurde zudem darauf hingewiesen, dass es für den Vermieter keine negativen Auswirkungen geben würde, da der Mieter den erzeugten Strom selbst verbraucht und nicht ins öffentliche Netz einspeist.

Wenn der Vermieter die Installation eines Balkonkraftwerks genehmigt, sollten die Kosten und Verantwortlichkeiten im Vorfeld geklärt werden. In der Regel ist der Mieter für die Kosten der Installation und Wartung des Balkonkraftwerks verantwortlich und muss sicherstellen, dass das Gerät sicher und ordnungsgemäß installiert wird.

Es ist auch wichtig zu beachten, dass die Installation eines Balkonkraftwerks mit Speicher in einer Mietwohnung unter Umständen Auswirkungen auf den Mietvertrag und die Betriebskostenabrechnung haben kann. Daher ist es ratsam, sich vor der Installation umfassend zu informieren und gegebenenfalls juristischen Rat einzuholen.

Braucht man für ein Balkonkraftwerk eine Genehmigung?

Ob man für ein Balkonkraftwerk eine Genehmigung benötigt, hängt von der Leistung der kleinen Photovoltaik-Anlage ab. Alles, was mit einer Leistung von über 600 Watt zu Buche schlägt, muss behördlich genehmigt werden. Das bedeutet im Umkehrschluss: Kleine Balkonkraftwerke, die nur bis zu 600 Watt Leistung bringen, müssen nicht genehmigt werden. Solche kleinen Anlagen fallen unter die sogenannte "Bagatellgrenze" und gelten als unschädlich für das öffentliche Stromnetz.

Beachten Sie allerdings, dass die Angabe nur eine grobe Orientierung darstellt und dass die tatsächlich erzeugte Leistung je nach Standort, Wetterbedingungen und Ausrichtung des Balkons schwanken kann. Es ist daher empfehlenswert, die Leistung des Balkonkraftwerks vor der Installation vom Hersteller oder einem Fachmann einschätzen zu lassen, um sicherzustellen, dass keine Genehmigungspflicht besteht.

Ferner gelten in den verschiedenen Bundesländern und Kommunen unterschiedliche Regeln und Vorschriften. So kann es beispielsweise sein, dass eine Meldepflicht besteht oder dass bestimmte Sicherheitsvorschriften einzuhalten sind. Deshalb sollten Sie sich vor der Installation eines Balkonkraftwerks mit dem örtlichen Netzbetreiber oder der zuständigen Behörde in Verbindung zu setzen, um sich über die geltenden Regelungen zu informieren.

Möchten Sie auch Ihren eigenen Strom auf dem Balkon erzeugen? Dann finden Sie hier eine Auswahl der besten Balkonkraftwerke.

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Was muss man bei der Installation eines Balkonkraftwerkes beachten?

Bevor Sie Ihr Balkonkraftwerk kaufen respektive bestellen, sollten Sie die folgenden Punkte beachten:

  1. Einspeisevergütung: Wenn man den überschüssigen Strom ins Netz einspeisen möchte, sollte man sich über die aktuellen Einspeisevergütungen informieren. Diese variieren je nach Größe des Kraftwerks und der Region. Die kleinen PV-Anlagen mit einer maximalen Leistung von 600 Watt eignen sich in der Regel nicht dazu, den überschüssigen Strom ins öffentliche Netz einzuspeisen. Schlicht deshalb, weil die damit erzeugte Strommenge dafür zu gering ist.
  2. Größe des Kraftwerks: Die Größe des Balkonkraftwerks sollte man an den eigenen Strombedarf anpassen. Es ist wichtig, dass man realistisch einschätzt, wie viel Strom man tatsächlich benötigt, um eine Überdimensionierung des Kraftwerks zu vermeiden.
  3. Anforderungen an das Netz: Bevor man ein Balkonkraftwerk installiert, sollte man sicherstellen, dass das Stromnetz die Anforderungen erfüllt. Insbesondere bei älteren Gebäuden kann es vorkommen, dass das Netz nicht für die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien ausgelegt ist.
  4. Sicherheit: Die Installation des Balkonkraftwerks sollte von einem erfahrenen Fachmann durchgeführt werden, um Sicherheitsrisiken zu minimieren.
  5. Wartung und Instandhaltung: Um eine hohe Effizienz und Zuverlässigkeit des Balkonkraftwerks zu gewährleisten, ist regelmäßige Wartung und Instandhaltung erforderlich.
Balkonkraftwerk mit Speicher - Solarpanele befestigen
Achten Sie bei der Installation der Solarpanele unbedingt darauf, dass diese sicher verankert sind.© Astrid Gast - stock.adobe.com

Wie funktioniert ein Balkonkraftwerk?

Balkonkraftwerk ist nicht gleich Balkonkraftwerk. Im Wesentlichen unterscheiden sich die Systeme in Bezug auf Größe, Leistung sowie der Art, wie der damit erzeugte Strom schlussendlich genutzt werden kann.

  • Balkonkraftwerke mit Speicher: Diese Balkonkraftwerke bestehen aus einer Photovoltaikanlage, die auf dem Balkon oder an der Fassade des Hauses installiert wird, und einem Batteriespeicher beziehungsweise Akku, der den erzeugten Strom speichert, um ihn bei Bedarf später zu nutzen.
  • Plug-and-play-Systeme: Diese Balkonkraftwerke bestehen aus einem Komplettpaket, das einfach über eine Steckdose angeschlossen werden kann und keine spezielle Installation erfordert. Dieses System wird auch als "Steckersolar" bezeichnet.
  • Mobilsysteme: Diese Balkonkraftwerke sind mobil und können beispielsweise auf einem Balkon oder einer Terrasse aufgestellt werden, um eine temporäre Stromversorgung zu bieten.

Plug-and-play sowie Mobilsysteme liefern in der Regel eine derart geringe Leistung, dass sie sich für den dauerhaften Einsatz eigentlich kaum lohnen. Sie sind eher für Camping, Veranstaltungen im Freien oder für den Notfallbetrieb von Elektrogeräten bei Stromausfällen gedacht.

Wollen Sie hingegen mit dem Balkonkraftwerk Ihre Energiekosten senken, sollten Sie also auf ein System mit Speicher setzen. Die Anlage besteht aus Solarmodulen, die Sonnenlicht in elektrische Energie umwandeln. Der erzeugte Strom wird dann über einen Wechselrichter in eine für den Haushalt nutzbare Form umgewandelt und im angeschlossenen Akku "gespeichert".

Balkonkraftwerk mit Speicher - mobiler Stromgenerator
© Dr. N. Lange - stock.adobe.com

Ist der Speicher voll, könnte der überschüssige Strom theoretisch auch ins Netz eingespeist werden. Dafür benötigt man jedoch auch bei diesen kleinen Anlagen stets eine Genehmigung (siehe oben im Text).

Häufig sind die im Lieferumfang enthaltenen Akkus eigentlich mobile Powerstationen, die theoretisch auch über die Steckdose aufgeladen werden könnten. Für das Laden am Balkonkraftwerk ist ein entsprechender Anschluss erforderlich. Wenn Sie kein Komplettset kaufen, sollten Sie hier besonders darauf achten, dass die Powerstation über einen integrierten Wandler verfügt, der den Gleichstrom aus der Solarpaneel in haushaltsgebräuchlichen Wechselstrom umwandelt.

Ist die Powerstation geladen, können Sie abhängig von den Anschlüssen beziehungsweise Steckdosen daran einfach das gewünschte Gerät einstecken und betreiben.

Tipp: Da es sich bei diesen Speichern - wie erwähnt - oft um mobile Powerstationen handelt, können Sie diese bei Bedarf auch vom Solarpaneel trennen und den Akku für unterwegs (Camping und dergleichen) mitnehmen. Für Outdoor-Fans noch komfortabler: Es gibt inzwischen Systeme, die vollständig mobil sind. Das bedeutet, man kann nicht nur den Akku, sondern auch die Solarpaneele in den Urlaub mitnehmen.

Balkonkraftwerk mit Speicher - mobile Solarpanele
© makasana photo - stock.adobe.com

Achtung: Es gibt auch Balkonkraftwerke mit Speicher, die den erzeugten Strom ins Netz einspeisen können. Sofern Sie jedoch nicht die Möglichkeit haben, dabei sicherzustellen, dass der Strom nur in Ihrem privaten, nicht aber dem Öffentlichen Netzwerk fließt, besteht hier kein Handlungsbedarf. Handelt es sich bei Ihrem Wohnobjekt jedoch um ein Gebäude mit mehreren Parteien, sieht die Sache anders aus.

Die Gesetzeslage ist hier nicht ganz eindeutig. Einerseits heißt es, sobald Strom ins öffentliche Netz eingespeißt wird, ist dafür eine Genehmigung erforderlich, andererseits gilt die Regelung, alles, was unter 600 Watt liegt, fällt unter die "Bagatellgrenze", ist also so gering, dass es nicht ins Gewicht fällt und damit nicht genehmigungspflichtig ist.

Gegenwärtig arbeitet die Regierung vermehrt an den Gesetzen und Regularien rund um Solarenergie und dergleichen, was die Verwirrung perfekt macht. Planen Sie also ein Balkonkraftwerk zu installieren, wählen Sie besser eines ohne Einspeismöglichkeit oder informieren Sie sich vorher unbedingt bei der zuständigen Behörde, wie hier vorzugehen ist und ob Sie trotz "Bagatellgrenze" eine Genehmigung benötigen.

Balkonkraftwerk mit Speicher installieren

Die Installation eines mobilen Balkonkraftwerks mit Speicher ist denkbar einfach. Für gewöhnlich sind die mobilen Solarpanele mit einem Ständer oder Ähnlichem ausgestattet, der schlicht aufgeklappt oder angeschraubt werden muss. Dann wird das Panel möglichst in die volle Sonne gestellt, die Powerbank angeschlossen und schon kanns losgehen.

Achten Sie jedoch besser darauf, dass die Solarpanele sicher stehen und nicht (etwa durch einen Windstoß) umkippen können. Andernfalls laufen Sie Gefahr, dass diese kaputt gehen.

Balkonkraftwerk mit Speicher
© Thomas Jansa - stock.adobe.com

Alternativ gibt es auch Solarpanele für Balkonkraftwerke mit und ohne Speicher, die an der Wand, der Balkonbrüstung oder einer Art Ständerwerk fest verankert werden. Informieren Sie sich vor dem Kauf am besten bei Ihrem Fachhändler, welche Möglichkeiten Sie haben und was sich für Sie am besten eignet.

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