Blumen

Christrosen im Garten pflegen

Christrosen erfreuen uns im Winter mit ihren beeindruckenden Blüten – vorausgesetzt, Standort und Pflege stimmen. Wissen Sie, wie Sie Ihre Christrosen im Garten richtig pflegen?

Christrose
Christrosen verzaubern den winterlichen Garten mit schneeweißen Blüten.© Svenni – stock.adobe.com

Christrosen werden etwa 20 bis 30 Zentimeter hoch und blühen je nach Witterung von November bis März. Die weißen bis hellrosa Blüten sitzen an dunklen Stielen, der schalenförmige Flor im Zentrum der Schneerose wirkt grünlich-weiß. Insgesamt kann die Einzelblüte einen Durchmesser von bis zu 10 Zentimetern erreichen.

Der richtige Standort für Christrosen

Die Christrose ist nicht nur eine Ausnahme in der Blütezeit, sondern auch in den Standortansprüchen.

  • Christrosen gedeihen besonders gut auf kalkhaltigen, schweren Lehmböden. Leichte oder sandige Böden mit einer Neigung zum Austrocknen sind nicht optimal.  
  • Wichtig ist zudem, dass die tieferen Bodenschichten auch gut mit Humus versorgt sind, weil Christrosen in bis zu 50 cm Tiefe wurzeln.
  • Für die Standortwahl der Schneerosen ist es von Bedeutung, dass sie nicht unter Nadelbäumen und anderen immergrünen Pflanzen gepflanzt werden.
  • Auch ein Standort im unmittelbaren Gebäudeschatten ist nicht optimal, da Christrosen im vollen Schatten weniger Blütenknospen ausbilden.
Christrose
Halbschattige Standorte werden von der Schneerose bevorzugt.© nruedisueli – stock.adobe.com

Am besten ist ein halbschattiger Standort unter einem laubabwerfenden Baum oder Strauch. So ist die Pflanze in den Sommermonaten keiner starken Sonneneinstrahlung ausgesetzt und im Winter bildet das herabgefallene Laub eine schützende Decke.

Je offener und sonniger der Standort ist, desto mehr Feuchtigkeit brauchen die Schneerosen. Zu viel Wasser tut den Christrosen jedoch auch nicht gut: Staunässe führt zu Wurzelfäulnis und die Pflanze stirbt ab!

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Christrosen pflanzen im Garten

Nachdem der richtige Standort gefunden wurde, muss zum Einpflanzen der Schneerose nun unterschieden werden, ob die Pflanze aus dem Freiland oder der Gewächshauskultur stammt.

  • Im Freien gezogene Pflanzen sind an die Witterungsbedingungen gewöhnt und können ganzjährig gepflanzt werden, sofern der Boden nicht gefroren ist.
  • Schneerosen aus Gewächshäusern brauchen etwas Zeit, um sich an das Freiland zu gewöhnen. Diese Christrosen werden solange an einen geschützten Ort gestellt, bis sie im Frühling nach den Eisheiligen an den endgültigen Standort gepflanzt werden.
Christrose
Christrosen kommen in einem Beet gut zur Geltung.© Christine Bird – stock.adobe.com

So pflanzen Sie die Christrose richtig ein:

  • Tauchen Sie den Wurzelballen in einen Eimer mit Wasser.
  • Heben Sie ein Pflanzloch aus, das zweimal so groß wie der Wurzelballen ist.
  • Lockern Sie den Boden und reichern Sie ihn mit Kompost an.
  • Pflanzen Sie die Christrose bis zum Wurzelhals ein.
  • Drücken Sie die Erde mit den Händen leicht fest.
  • Gießen Sie die Pflanze gut an, damit sich die Erde setzen kann.
  • Tragen Sie eine Mulchschicht aus Kompost oder Laub auf.
Beachten Sie: Wer mit Christrosen umgeht, sollte wissen, dass sie giftig sind! In der ganzen Pflanze kommen Saponine (Helleborin) vor, die Schleimhäute reizen können.

Christrosen pflegen

An einem passenden Standort werden Christrosen ohne zusätzliche Pflege bis zu 20 Jahre alt. Die Christrose zieht sich das Wasser aus den tieferen Bodenschichten und mag es zwar feucht, aber nicht nass. In trockenen Sommern sollte regelmäßig gewässert werden.

Vor allem sollten die Wurzeln durch Graben und Hacken nicht gestört werden. Daher sollte die Christrose – einmal eingepflanzt – auch nicht mehr den Standort wechseln. Eine Schädigung der Wurzeln führt zu Fäule und Pilzbefall.

Eine sinnvolle Pflegemaßnahme ist es dennoch, altes Laub im Spätwinter abzuschneiden. Entfernen Sie die Blätter des Vorjahres erst, wenn sich die ersten Blüten zeigen, sonst reagiert die Schneerose geschwächt.

Christrose
Christrosen kommen mit Schnee gut zurecht.© Josephine – stock.adobe.com

Besondere Überwinterungsmaßnahmen braucht die Christrose ebenfalls nicht. Als Winterblüher ist sie natürlicherweise gut auf die Kälte und den Frost vorbereitet und kann zum Überwintern an ihrem angestammten Standort im Garten verbleiben.

Schutzreaktion bei Kälte: In frostigen Nächten fallen die Christrosen in sich zusammen und wirken wie erfroren. Doch die robusten Pflanzen machen nicht wirklich "schlapp" – es handelt sich um eine Schutzreaktion. Die Schneerose entzieht den Leitungsbahnen in Spross und Blättern bewusst Wasser, damit der Frost sie nicht sprengt. Steigen die Temperaturen, richtet sie sich wieder auf und blüht weiter. Christrosen und nahverwandte Lenzrosen überstehen durch diese Schutzreaktion Temperaturen bis -10 °C problemlos.

Christrosen pflegen im Topf

Christrosen haben sich in den letzten Jahren zu beliebten Topfpflanzen entwickelt. Doch warme, trockene Raumluft bekommt den Christrosen nicht gut. Wenn Sie nicht über einen Garten verfügen, können Sie Christrosen auch in einen ausreichend großen Blumentopf auf dem Balkon pflanzen.

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Christrose
Im Topf sind Christrosen beliebte Geschenke.© Natalia Greeske – stock.adobe.com

Für eine Saison reicht Christrosen ein 20 Zentimeter tiefer Kübel. Sollen sie länger in einem Topf bleiben, muss dieser mindestens 40 Zentimeter tief sein.

Eine kleine Öffnung am Boden des Kübels sorgt außerdem dafür, dass überschüssiges Gießwasser abfließen kann. Füllen Sie daher auch zuerst eine Drainageschicht aus Tonscherben, Splitt oder Blähton in den Topf, um Staunässe zu vermeiden.

Christrosen im Topf einpflanzen

  • Wählen Sie einen ausreichend großen Topf oder Kübel aus.
  • Bringen Sie eine etwa 10 cm dicke Drainageschicht ein.
  • Mischen Sie das Pflanzsubstrat gegebenenfalls mit Sand, um die Erde zu verbessern.
  • Setzen Sie die Christrose mittig in den Kübel ein.
  • Füllen Sie das Gefäß mit Substrat auf.
  • Gießen Sie die Pflanze auch hier gut an.
  • Decken Sie die Pflanzerde mit Moos oder Mulchmaterial ab.
Christrose
Eine geschickte Kombination mit anderen Pflanzen bringt die weißen Blüten schön zur Geltung.© Stefan Körber – stock.adobe.com

Anders als bei in den Garten eingepflanzten Christrosen müssen Sie die Stauden in Töpfen regelmäßig gießen, damit sie nicht austrocknen. Auch im Winter sollte an frostfreien Tagen regelmäßig gegossen werden, um Feuchtigkeitsunterschiede so gut es geht zu vermeiden.

Wollen Sie eine Christrose im Topf überwintern, so schützen Sie den Kübel mit Vlies oder Kokosmatten vor Frost. Decken Sie die oberste Erdschicht gerne mit Tannenreisig ab, um Temperaturschwankungen zu mindern. Ansonsten können auch die Schneerosen im Topf ohne Probleme draußen überwintern.

Übrigens: Botanisch gesehen ist die Christrose aber gar keine Rose – Sie gehört zu den Nieswurzgewächsen (Helleborus), die wiederum zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) gehören. Sie sind in den Alpen und in den Gebirgen bis hin zum nördlichen Balkan verbreitet.

Die einzig wahre Christrose ist die Helleborus niger - Oftmals werden aber auch andere Helleborus-Arten als Christrosen bezeichnet, was zu Verwirrung führen kann, da diese teils zu anderen Zeiten blühen. Beispielsweise bezeichnet man die im Frühling blühenden farbenfrohen Helleborus orientalis-Hybriden korrekterweise als Lenzrosen oder Nieswurzen.

Lenzrosen oder Christrosen?

Während echte Christrosen immer weiß blühen und nur manchmal einen rosafarbenen Hauch an den Blüten zeigen, gibt es die sehr ähnlichen Lenzrosen (Helleborus-Orientalis-Hybriden) für bunte Farben im winterlichen Garten.

Lenzrose
Lenzrosen zeigen ein breites Farbspektrum.© Birgit Puck – stock.adobe.com

Sie blühen etwas später als Christrosen im Februar bis April und bieten alle Farbschattierungen von Cremeweiß über rosige Pastelltöne bis Tiefrot oder fast Schwarz. Viele zeigen eine raffinierte Sprenkelung. Wie die Christrosen sehen sie selbst in abgeblühtem Zustand noch attraktiv aus. Die Samenstände gehen in ein frisch wirkendes Lindgrün über.

Lenzrosen brauchen für gutes Wachstum auch halbschattige Standorte. Hier macht es nichts, wenn der Boden etwas säurehaltiger ist, denn anders als Christrosen sind Lenzrosen in dieser Hinsicht weniger empfindlich.

Egal ob Christrosen oder Lenzrosen, beide Pflanzen verschönern Ihren winterlichen Garten mit beeindruckenden Blüten.

Wollen Sie auch Ihre Wohnräume im Winter mit Blüten schmücken, so sehen Sie sich doch unsere Artikel zum Christstern und zur Amaryllis an – mit den richtigen Tipps zu Standort und Pflege zeigen Sie auch hier Ihren grünen Daumen!

Zum Weiterlesen:Das sind die 9 Life-Hacks, die jeder Gärtner kennen sollte.

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