Neue Farbe für die Wand

Wände richtig streichen

Um eine Wand zu streichen brauchen Sie Farbe, die richtigen Werkzeuge und unsere Tipps. Dann kann nichts mehr schiefgehen!

 
Wände richtig streichen © Chris Lambertsen
Beim Streichen gibt es vieles zu beachten

Wenn feststeht, ob die Wände weiß gestrichen werden sollen oder man sich für einen anderen Farbton entschieden hat, beginnen die Streichvorbereitungen. Dabei gilt: Je sorgfältiger die Vorarbeiten, desto besser das Ergebnis.
 

Vor dem Streichen: Die richtige Vorbereitung

Räumen Sie das Zimmer vor dem Streichen möglichst komplett leer oder schichten Sie verbliebene Gegenstände in der Raummitte, um sie gut mit Folie abzudecken, ebenso wie auch den Fußboden. Anschließend Fußleisten, Fensterbänke, Türrahmen und so weiter mit Kreppband abkleben und nicht nur alle Lampen entfernen, sondern auch sämtliche Nägel oder Schrauben. Wenn Löcher später wiederverwendet werden sollen, steckt man zur Markierung ein Streichholz hinein.

Wichtig: Vor dem Abmontieren von Steckdosen und Lampen den Strom abstellen!

Greifen Sie nicht vorschnell zu Rolle und Pinsel, sondern untersuchen Sie die zu streichenden Flächen auf Schäden. Kleine Risse und (Dübel-)Löcher müssen verspachtelt und nach dem Trocknen gegebenenfalls glattgeschliffen werden. Wenn neue Tapeten oder neu geputzte Wände gestrichen werden sollen, dürfte es bezüglich des Untergrundes keine Probleme geben. Anders kann das aussehen, wenn alte Farbe vorhanden ist. In diesem Fall ist zunächst der Altanstrich auf seine Haftfähigkeit zu prüfen.
 

So testen Sie den alten Anstrich

Einen schlechten Untergrund bilden Farben, die beim Überstreichen kreiden, die sich beim Betupfen mit einem nassen Finger dunkler verfärben oder solche, die den Klebestreifentest nicht bestehen. Dabei drückt man einen Klebestreifen gegen die Wand und zieht ihn wieder ab, wenn Farbreste auf dem Klebestreifen haften, ist der Untergrund nicht überstreichbar. In einem solchen Fall empfiehlt es sich, die Wand abzuwaschen und mit Tiefgrund zu behandeln. Tiefgrund dringt in die lose Farbschicht und die oberste Putzschicht ein und bildet eine feste Schicht daraus bildet.
 

Wände streichen: Material und Werkzeug

Um Wände streichen zu können brauchen Sie eine Grundausstattung. Diese besteht aus Eimer oder Farbwanne, Abstreifgitter, Fellrolle und Eckenpinsel. Innenwände streicht man heute ausschließlich mit fertigen Wandfarben (Dispersionfarben), die in verschiedenen Qualitäten im Baumarkt oder beim Farbenfachmarkt erhältlich sind. Wie viel Fläche Sie mit einer Farbe streichen können, steht meistens auf dem Gebinde. Rechnen sie bei rauen Untergründen lieber etwas mehr.

Neben den Vorbereitungen für Räume und Untergrund sowie dem Bereitstellen der ausgewählten Farbe, sind auch die richtigen Werkzeuge Vorraussetzung für ein gutes Gelingen der Arbeit. Unverzichtbar sind ein Farbrolle zum gleichmäßigen Farbauftrag und ein Abstreifgitter. Dabei richtet sich die Größe der Rolle nach der Größe und Zugänglichkeit der Wandfläche.

Für unzugängliche Stellen, zum Beispiel hinter Heizkörpern, gibt es Rollen mit geringem Durchmesser und extra langem Stiel. Ebenso gibt es spezielle Rollen für einen abgesetzten Übergang zwischen Wand und Decke oder für die Ecken.

Billigprodukte aus Plüsch oder Vestan sind nicht zu empfehlen, besser sind Farbwalzen auf Basis von Polyamid oder Polyacryl. Lammfellrollen sind zwar teuer, liegen aber im Streichergebnis ganz vorn. Feuchten Sie die Rolle vor dem ersten Streichen immer an, dann öffnen sich die Fasern und die Farbe wird leichter aufgenommen.

Zum Streichen hoher Wände oder der Zimmerdecke ist die Verwendung einer Teleskopstange sinnvoll, dadurch erübrigt sich wiederholtes Leiterklettern. Allerdings ist der Kraftaufwand beim Streichen mit der Stange größer. Ecken lassen sich sehr gut mit langstieligen, abgewinkelten Heizkörperpinseln streichen, mancher zieht aber auch den speziellen Eckenroller vor.

Um ständiges Reinigen der Pinsel und Rollen zwischen den Arbeitsgängen zu vermeiden, packt man das Werkzeug zwischendurch in Haushaltsfolie oder Plastiktüten ein. Nach Beendigung der Arbeit sollte das Werkzeug sofort gereinigt werden, um ein Antrocknen der Farbreste zu vermeiden. Im Falle von Dispersionsfarbe genügt es, die Arbeitsgeräte gründlich mit Wasser auszuwaschen.
 

So streichen Sie Wände richtig

Generell gilt: Erst die Zimmerdecke streichen, dann die Wände. Und immer mit dem Lichteinfall vom Fenster weg arbeiten. Zunächst die Kanten mit Pinsel oder kleiner Rolle sorgfältig streichen, dann folgt mit großer Rolle (auf dem Teleskopstiel) der flächige Anstrich.

Die Farbe wird üblicherweise in Ecken und an Kanten sowie schwer zugänglichen Stellen mit dem Pinsel, auf Flächen mit Fellrolle aufgetragen. Dabei sind langflorige Rollen besser für dünnflüssige Farben geeignet. Sie nehmen mehr davon auf und sind daher eher für grobporige Wände (Rauhputz) geeignet. Mit kurzflorigen Rollen lassen sich pastöse und feste Farben besser verarbeiten. Sie sind meistens kleiner und darum leichter in der Hand.

Die gesamte Decke und einzelne Wandflächen sollten in einem Arbeitsgang gestrichen und Pausen vermieden werden, da ansonsten später Ansätze sichtbar sein können, das heißt, immer „nass in nass“ arbeiten und die Rolle so lange am Abstreifgitter abrollen, bis nichts mehr tropft. Beginnen Sie auch beim Streichen der Wände mit den Ecken und an der Fensterseite. Folgen Sie dem Licht in den Raum. Um eine möglichst gleichmäßige Fläche zu erzeugen, ist es ratsam, sich etwa 1 qm große Wandabschnitte vorzunehmen und diese mit „M“- oder „W“-Bewegungen zu füllen, dann den Feinstrich (das „Verschlichten“) von oben nach unten ausführen.

Wenn Sie mehrfarbig arbeiten und beispielsweise eine Wand im Raum andersfarbig absetzen wollen, muss die entsprechende Fläche präzise abgeklebt werden, am besten mit flexiblem Malerkrepp. Wichtig: Nach dem Streichen die Kreppstreifen entfernen, solange die Farbe noch feucht ist, weil die Farbkante sonst unsauber „ausfranst“. Falls der erste Anstrich nicht vollständig deckt – zum Beispiel bei einem sehr dunklen Untergrund –, muss die Farbe vor dem Zweitanstrich gut durchgetrocknet sein, sonst entstehen unschöne „Rollstreifen“.
 

Richtig streichen: Schritt für Schritt

  1. Abdeckfolie auslegenAbdeckfolie auslegen© Chris Lambertsen

    Abdeckfolie auslegen

    Abdeckfolie mit selbstklebenden Rand kann nach dem Bestigen auseinander gefaltet werden und deckt so fast den ganzen Boden ab.
  2. Lichtschalter abklebenLichtschalter abkleben© Chris Lambertsen

    Lichtschalter abkleben

    Problemzonen wie Steckdosen und Lichtschalter können Sie mit Tesakrepp vor Farbe schützen, statt sie zu demontieren.
  3. Spalten abdichtenSpalten abdichten© Chris Lambertsen

    Spalten abdichten

    Türrahmen werden ebenfalls mit Malerkrepp abgeklebt. Große Spalten am Übergang zur Wand mit Acrylspachtel aus der Tube füllen.
  4. Heizkörper abdeckenHeizkörper abdecken© Chris Lambertsen

    Heizkörper abdecken

    Die Abdeckfolie mit dem selbsklebenden Rand eignet sich auch zum Abdecken von Heizkörpern. Dazu den Heizkörper ausstellen.
  5. Wand reinigenWand reinigen© Chris Lambertsen

    Wand reinigen

    Grundsätzlich müssen verschmutzte Wände gereinigt werden, um sie staub- und fettfrei zu machen. Dazu verdünnen Sie ein herkömmliches Küchenreinigungsmittel in warmem Wasser und entfernen den Schmutz- und Fettbelag mit Schwamm und Bürste.
  6. Farbrollen und FlorlängeFarbrollen und Florlänge© Chris Lambertsen

    Farbrollen und Florlänge

    Untergrund und Farbe bestimmen die Florlänge. Langflorige für grobe Wandstrukturen, mittlere für glatte Wände, kurze für feste Farben.
  7. Farbe durchrührenFarbe durchrühren© Chris Lambertsen

    Farbe durchrühren

    Bevor die neue Farbe verarbeitet wird, muss sie gut aufgerührt werden, denn die schwereren Pigmente setzen sich gern auf dem Boden ab.
  8. Walze gut abrollenWalze gut abrollen© Chris Lambertsen

    Walze gut abrollen

    Um einen gleichmäßigen Farbauftrag zu erreichen, muss die Rolle nach dem Eintauchen an dem Abstrichgitter ausgerollt werden.
  9. Farbwanne zur DosierungFarbwanne zur Dosierung© Chris Lambertsen

    Farbwanne zur Dosierung

    Als sehr praktisch hatt sich die Farbwanne erwiesen, in der Sie den Farbauftrag an der Lammfellrolle sehr genau dosieren können.
  10. Kante mit Pinsel streichenKante mit Pinsel streichen© Chris Lambertsen

    Kante mit Pinsel streichen

    Mit einem Heizkörperpinsel wird die Kante (Beschnittkante) zur Decke beschnitten. Dazu den Pinsel nicht zu tief in die Farbe tauchen.
  11. EckenrollerEckenroller© Chris Lambertsen

    Eckenroller

    Eine große Hilfe ist diese Rolle: Der spezielle „Eckenroller“ hat einen kegelförmige Walze und eignet sich so für 90°-Innenwinkel.
  12. Von unten nach oben streichenVon unten nach oben streichen© Chris Lambertsen

    Von unten nach oben streichen

    Die sattgetränkte Rolle wird erst einmal von unten nach oben geführt. So kleckert ihnen die Farbe nicht gleich auf den Boden.
  13. Farbe quer verteilenFarbe quer verteilen© Chris Lambertsen

    Farbe quer verteilen

    Der dickaufgetragene Farbstrich muss nun quer verteilt werden, dann sofort den nächsten Strich setzen und querverteilen (nass in nass).
  14. Bahnen senkrecht ziehenBahnen senkrecht ziehen© Chris Lambertsen

    Bahnen senkrecht ziehen

    Nach der Kreuz-und-quer-Verteilung wird die Farbe mit gerade überlappenden Bahnen senkrecht von oben nach unten nachgezogen.

 

Spezialwerkzeuge zum Wände streichen

  • Der Eckenroller wurde für die 90-Grad-Innenecke konstruiert. Der kegelförmige Walzenkörper ist komplett mit echtem Lammfell bespannt. Der Bügel ist 40 cm lang. Rolle und Bügel sind auswechelbar. Preis im Fachhandel: etwa 12 Euro.
  • Die Heizkörperrolle ist ein Klassiker unter den Spezialrollen. Mit dem biegsamen Bügel sind ihre Möglichkeiten wesentlich erweitert worden. „Euro-Flex“ gibt es ebenfalls im Fachhandel und kostet etwa 3,50 Euro.
  • Weniger bekannt ist der für unzugängliche Stellen ideale Lackierpatschen. Auf die Metallplatte wird ein Velourtäschchen geschoben und verknotet. Mit dem biegsamen Bügel kombiniert ist er unschlagbar. Preis: rund 4,50 Euro.

 

Wie viel Farbe benötigt man für einen Anstrich?

Die sogenannten Reichweitenangaben auf dem Gebinde (Farbeimer) bezieht sich auf den Anstrich von glatten Wänden. Wenn aber eine raue Fläche wie Strukturtapete, grobe Raufaser oder Rauputz zu streichen ist, verringert sich die Reichweite um 10 bis 30 Prozent.

Achten Sie zudem auf den Lichteinfall und beginnen Sie Ihre Anstriche stets am Fenster. Wenn sie vom Lichteinfall wegrollen, ver meiden sie das eventuelle Ansätze nach dem Trocknen sichtbar werden. Sorgen Sie für eine gleichmaßige Raumtemperatur.
 

So streichen Sie um einen Heizkörper herum

Hinter dem Heizkörper lässt es sich nicht so bequem streichen. Doch mit der richtigen Technik klappt's.

  1. Tipp: Papier um Rohr wickelnTipp: Papier um Rohr wickeln© Chris Lambertsen

    Tipp: Papier um Rohr wickeln

    Probleme gibt es immer hinter dem Heizkörper. Ein Tipp, um die Rohre nicht einzuschmieren: Falten Sie einen Bogen Papier um das Rohr, und malen Sie mit dem Heizkörperpinsel dahinter.
  2. HeizkörperrolleHeizkörperrolle© Chris Lambertsen

    Heizkörperrolle

    Die Heizkörperrolle passt genau in den Abstand zur Wand, aber schmiert auch hier den Heizkörper voll. Ein Bogen Abdeckpapier dahinter hängen und die Gefahr ist gebannt.
  3. Praktisch: Die PatschePraktisch: Die Patsche© Chris Lambertsen

    Praktisch: Die Patsche

    Mit einem auswechselbaren Vlieskissen ist die Patsche versehen. Durch die flache Konstruktion passt sie in jede enge Nische. Der Spezialbügel lässt sich in alle Richtungen biegen.
  4. Lackierpatsche im EinsatzLackierpatsche im Einsatz© Chris Lambertsen

    Lackierpatsche im Einsatz

    Hier sehen sie diese praktische Lackierpatsche im Einsatz. Alle hier abgebildeten Spezialwerkzeuge bekommen Sie im gut sortierten Farben-Fachhandel. Hersteller: Friess GmbH

 

Zur Veranschaulichung noch ein Video: