Hortensien richtig überwintern - Tipps für Kübel und Freiland

Die meisten der bei uns vorkommenden Hortensien sind winterhart, dennoch müssen sie vor starker Kälte geschützt werden. Mit unseren Tipps zum Hortensien überwintern erfreuen Sie sich auch im nächsten Jahr an der Blütenpracht.

Hortensien im Winter
Wie werden Hortensien überwintert, damit Sie sich auch im nächsten Jahr an der Blütenpracht erfreuen können?© V.J. Matthew - stock.adobe.com

Hortensien (Hydrangea) sind bei uns beliebte Blütenpflanzen, die je nach Sorte von Juni bis September blühen. Natürlicherweise sind die Blüten weiß, rosa oder rot-violett. Beim Hortensien überwintern gibt es wie beim Hortensien pflegen einiges zu beachten. Neben den Schnittgruppen muss auch der Standort und die Art der Kultivierung (Beet oder Kübel) berücksichtigt werden.

Hortensien überwintern: die Vorbereitung

Die bei uns üblichen Hortensiensorten gelten prinzipiell als winterhart. Um die Hortensien richtig zu überwintern, muss als Erstes im Spätsommer (August) die Nährstoffzufuhr (Düngung) eingestellt werden. Tun Sie dies nicht, treiben die Hortensien an frostfreien, milden Wintertagen bereits wieder aus – bei der nächsten Frostperiode erfrieren diese jungen Triebe. Die entstandenen Frostschäden können sich bis in die älteren Pflanzenteile ausbreiten.

Viele Gartenpflanzen wie Beerensträucher oder Rosen werden vor dem ersten Frost mehr oder weniger stark zurückgeschnitten, um im Folgejahr eine schöne Blütenpracht zu erzielen. Diese Vorgehensweise ist aber nicht auf alle Hortensienpflanzen anwendbar.

Bei den Hortensien werden nämlich zwei Schnittgruppen unterschieden:

  • Die erste Schnittgruppe (z.B.: Bauernhortensie, Kletterhortensie, Tellerhortensie) darf allgemein nur zurückhaltend geschnitten werden. Grund: Diese Hortensien-Arten bilden bereits im aktuellen Jahr neue Triebe und Blütenknospen für das Folgejahr.
  • Die zweite Schnittgruppe (Rispenhortensie und Schneeballhortensie) kann radikal geschnitten werden. Grund: Diese Hortensien bilden die Knospen für die neuen Blüten erst jeweils im aktuellen Jahr aus.

Schneiden Sie die Pflanzen der ersten Schnittgruppe vor dem Winter nicht zurück. Die Schnittstellen sind besonders anfällig für Kälte und Frost. Dies kann zum Erfrieren der neuen Knospen und Triebe führen.

Als geeignete Pflegemaßnahme für Hortensien der ersten Schnittgruppe hat sich das händische Entfernen der vertrockneten Blüten oder Stängel im Herbst erwiesen. Dadurch wird ein Abbrechen der gesunden, kräftigen Pflanzenteile durch Schneelast bei Schneefall verhindert.

Für Hortensien der zweiten Schnittgruppe ist keine besondere Behandlung notwendig. Die Rispenhortensie und Schneeballhortensie schneiden Sie je nach Bedarf mehr oder weniger stark im Herbst zurück. Die Regel ist dieselbe wie bei typischen Sommerpflanzen: Kürzen Sie alle Triebe der vergangenen Saison bis auf ein kurzes Stück mit je einem Augenpaar. Die Pflanzen bilden im Frühling kräftige neue Triebe mit großen Blüten aus.

Hortensien schneiden
Im Spätsommer bzw. im Herbst können manche Hortensienarten zurückgeschnitten werden.© Claudine – stock.adobe.com

Hortensien im Freiland überwintern

Hortensien, die im Beet im Garten einen festen Platz haben, sind weniger kälteempfindlich als Topfpflanzen. Die Wurzeln sind hier durch eine dicke Erdschicht geschützt und erfrieren nicht so schnell. Die gute Hortensienpflege ist dennoch die Basis der Überwinterung. Daher empfiehlt es sich, den Wurzelhals der Hortensien mit einer etwa 10 cm dicken Schicht aus Laub, Reisig oder Rindenmulch anzuhäufeln.

Rindenmulch
Rindenmulch eignet sich hervorragend als Frostschutz.© Phil – stock.adobe.com

Um die Triebe und Knospen bei strengen Frösten vor Kälte zu schützen, kann die Krone zusätzlich durch einen Jutesack geschützt werden. Auch spezielle Vliese oder Drahtgitter mit Reisig eignen sich gut. Vor allem junge und neu gepflanzte Hortensien benötigen diesen zusätzlichen Schutz.

Beachten Sie:
Hortensien müssen atmen – sonst faulen die Knospen! Daher dürfen die Pflanzen auf keinen Fall in Folie oder andere luftundurchlässige Materialien gewickelt werden. Können größere Pflanzen nicht mehr mit Vlies oder Sackleinen abgedeckt werden, sollten Sie auf den Rückschnitt im Herbst verzichten.

Entfernen Sie den Winterschutz nicht zu zeitig im Frühjahr. Selbst wenn die ersten Sonnenstrahlen den Frühling ankündigen, können die Nächte bis zu den Eisheiligen sehr kalt werden. Sterben die überwinterten Knospen ab, bleibt nur noch ein grüner Strauch übrig, der nichts mehr mit der prachtvoll blühenden Pflanze gemeinsam hat.

Hortensien drinnen im Topf überwintern

Haben Sie Ihre Hortensien in einen Topf gepflanzt, so überwintern Sie diese idealerweise in einem schattigen kalten Gewächshaus. Auch in einem dunklen Keller ist es möglich, die Hortensien im Topf zu überwintern. Hier sollten die Temperaturen allerdings stets bei etwa 5 Grad Celsius liegen.

Bringen Sie die Hortensien bereits vor den ersten Nachtfrösten ins Winterlager.

Das Hortensien pflegen im Winterlager gestaltet sich recht einfach: Lüften Sie den Raum regelmäßig – so kann die Luftfeuchtigkeit entweichen und Fäulnis vorgebeugt werden. Kontrollieren Sie die Erde der Hortensien zudem im Abstand von 1-2 Wochen auf den Feuchtigkeitsgehalt und gießen Sie die Pflanzen dann, wenn sich die oberen Zentimeter trocken anfühlen.

Gewächshaus
Optimal ist ein kühles Gewächshaus als Winterlager.© sonne_flecke – stock.adobe.com

Sind nach dem Winter keine Spätfröste mehr zu erwarten, können Sie die Hortensien langsam wieder an die Außenluft und -temperatur gewöhnen. Stellen Sie die Töpfe dazu in jeweils länger werdenden Zeitabschnitten auf die Terrasse oder den Balkon. Auch eine organische Düngung ist jetzt wieder möglich.

Hortensien draußen im Topf überwintern

Haben Sie nicht die Möglichkeit, die Hortensien im Topf drinnen zu überwintern, müssen Sie das Pflanzgefäß entsprechend isolieren: Umwickeln Sie den Kübel mit Luftpolsterfolie oder ähnlichem, umhüllen ihn mit einer dicken Kokosmatte und fixieren diese mit einer Schnur. Die Matte sollte etwa 10 cm länger als der Pflanztopf sein. Decken Sie anschließend den Wurzelhals der Hortensien mit Laub oder Rindenmulch ab. Zur besseren Isolation gegen Bodenfrost stellen Sie den Topf auf Styroporplatten oder Holzbretter.

Der Topf, in dem Hortensien überwintern, sollte einen Durchmesser von mindestens 30 cm haben. Kleinere Exemplare frieren schnell durch, wodurch die Wurzeln geschädigt werden können.

Ist der Topf zum Hortensien überwintern fertig vorbereitet, ist ein schattiger, wind- und regengeschützter Platz an der Hauswand ideal. Natürlich können Sie auch für das Hortensien überwintern im Topf die Triebe und Knospen zum Schutz mit Vlies oder einem Jutesack umhüllen.

Jutesack
Stellen Sie den isolierten Pflanzkübel nah an die Hauswand.© photo 5000 – stock.adobe.com

Hortensien überwintern: Krankheiten erkennen und behandeln

Beim Hortensien überwintern im Topf sind Krankheiten keine Seltenheit. Vor allem in schlecht gelüfteten Kellern treten gehäuft Grauschimmel und Mehltau auf. Beim Hortensien pflegen im Winterlager muss daher immer auf Veränderungen auf Blättern oder Triebspitzen geachtet werden. Anzeichen sind zum Beispiel ein weißer, mehlartiger Belag oder ein leichter Flaum auf Blättern und Knospen. Entfernen Sie befallene Pflanzenteile und behandeln Sie den Schimmelbefall mit einem Fungizid.

Krankheiten
Krankheiten erkennen Sie schnell an Verfärbungen der Blätter.© Kazakovmaksim – stock.adobe.com

Neben Schimmel können auch Spinnmilben, Thripse oder Blattläuseden Hortensien schaden. Setzen Sie hier zur Bekämpfung nützlingsschonenende Pflanzenschutzmittel ein, bevor sich die Schädlinge weiter ausbreiten oder auf andere gesunde Pflanzen übergreifen.

Zum Weiterlesen:Kennen Sie die 6 Grundregeln, damit Zimmerpflanzen den Winter überstehen?

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