Welcher ist sein Geld wert?

Im Test: sechs Rasen-Roboter

Ein schöner Rasen hat seinen Preis, in unserem Fall etwa 1.000 Euro. Denn so viel kosten vier unserer sechs getesteten Mähroboter. Auf den Aldi-Mäher für 350 Euro waren wir aber so neugierig, dass er beim Test mitlaufen durfte.

 
Mähroboter im Test © Gerald Freyer
Sechs Mähroboter der aktuellen Generation im Test

Wer möchte schon ständig mit dem Mäher unterwegs sein und seinen Rasen mühsam in Schuss halten? Mit Rasen-Robotern ist Urlaub im Garten angesagt: Entspannt kann man den emsigen Helfern von der Terrasse aus bei ihrem unermüdlichen Einsatz zusehen. Diesmal haben wir in unserem Mähroboter-Test sechs Geräte für Sie auf einen reibungslosen Einsatz getestet.

Seit Husqvarna 1998 den ersten Rasenroboter vorstellte, ist in den letzten Jahren viel passiert. Die Geräte sind im Betrieb und in der Installation viel praxistauglicher geworden. Allerdings haben sie auch ihren Preis: Die Geräte in unserem Testfeld kosten zwischen 700 und 1.400 Euro. Damit sich diese Investition lohnt, müssen die Mäher schon einen guten Job erledigen.

Genau das haben wir in unserem Testfeld geprüft, bestehend aus fünf aktuellen Markengeräten und einem Roboter vom Discounter (Aldi). Auf einer großen Fläche liefen die Mähroboter parallel nebeneinander und mussten ihr Können unter Beweis stellen.
 

Mähroboter im Test: Das ist uns aufgefallen

Eines vorweg: Alle arbeiteten recht ordentlich und die Wahl des richtigen Roboters hängt mehr davon ab, wie groß der Garten ist und ob einem beispielsweise eine umfangreiche App mit vielen Zusatzfunktionen wichtig ist. Vom Discounter-Gerät raten wir allerdings eher ab.

Die wichtigste Erkenntnis unseres Mähroboter-Tests: Die relativ teuren Markengeräte lassen sich alle gut bedienen und liefern ein gutes Mähergebnis. Dabei bilden qualitätsvolle Hard- und Software eine Einheit. Gute Apps runden das Testergebnis ab. Es gab keine Totalausfälle, die es noch vor ein paar Jahren gab. Trotzdem gibt es Unterschiede. Suchen Sie passend zu der Rasengröße des Geländes den Mäher aus.

 

Mähroboter im Test: Auf was ist beim Kauf zu achten?

Beim Einkauf des Rasenmäh-Roboters sollten Sie neben den Ergebnissen zu den einzelnen Modellen in unserem Test folgende Details beachten: Die Wahl des richtigen Geräts richtet sich vor allem nach der tatsächlichen Rasenfläche – ein größer dimensionierter Mäher verringert die Betriebszeiten auf dem Rasen erheblich und schont letztendlich Ihren Geldbeutel durch weniger Reparaturen und eine längere Lebensdauer.

Tipp: Wenn Sie vor der Entscheidung zwischen zwei Mähern stehen, sollten Sie immer den mit der höheren Flächenleistung wählen. Denn nur so vermeiden Sie schlecht gemähte Stellen.
 

Woher weiß der Roboter, bis wohin er mähen darf?

Ein Begrenzungsdraht an der Außenseite des Rasens wird anfangs mit Kunststoffnägeln befestigt. So kann der Abstand zu Platten oder Blumenbeeten noch justiert werden, damit nicht zu viel Rasen an der Kante übrig bleibt. Dann wird der Draht langsam in die Grasnarbe einwachsen oder besser, weil vertikutiersicher, flach in den Boden eingegraben.

Diese Begrenzungsschleife kann auch mehrere Rasenteile miteinander verbinden. Einstiegspunkte und ein mittig verlegter Suchdraht vereinfachen die Heimführung zur Ladestation. Je nach Größe des Rasens kann die Installation leicht ein bis zwei Tage dauern. Zum Anschluss an das Stromnetz ist eine Außensteckdose erforderlich. Die Ladestation sollte man dabei im Schatten positionieren, damit der Akku nicht durch sommerliche Hitze an Leistung verliert.
 

Mähroboter für den Garten: Auf die Programmierung kommt es an

Wichtig für den reibungslosen Einsatz ist die richtige Programmierung. Wir halten den Kauf beim Fachhändler vor Ort für sinnvoll: Das herstellerseits geschulte Personal übernimmt dabei gern den schwierigen Punkt der Programmierung der Mähintervalle am Gerät und steht auch beim Thema Verlegen der Begrenzungsdrähte mit Ratschlag oder Muskelkraft zur Seite. Bald fährt dann der Mäher scheinbar willkürlich im Zickzackkurs über die Rasenfläche. Nach Tagen schon hat er jedoch jede Stelle erwischt und bietet ab dann ein perfektes Rasenbild.

Im Folgenden sehen Sie die Testergebnisse der sechs Rasenmäh-Roboter im Vergleich.
 

1. Husqvarna Automower 310

Keine Störungen während des Testbetriebs, sehr gute Arbeitsergebnisse und sehr leiser Mähbetrieb. Ein Mäher für große Flächen und die hohe Qualität in der Hard- und Software zeugen vom Profihintergrund: Husqvarna-Mäher sind auf Sportanlagen und in Parks unterwegs. Mäht im Regen, Gras bleibt immer kurz, er rutscht dabei aber manchmal ab oder dreht durch.

  • Preis: ca. 1.300 Euro
  • Positiv: einfache Schnitthöhen-Verstellung, gute Menüführung, vermeidet Fahrspuren durch versetztes Fahren zum Suchkabel, Messer werden im Stillstand eingezogen
  • Negativ: Kein Regensensor, größtes Gerät im Test, nicht so wendig wie manche Konkurrenten, Kurzanleitung für Laien eher ungeeignet, ausführliche Anleitung nur digital
  • Gesamturteil: Gut

 

2. Stihl iMow RMI 422 PC

Gehäuse, Messer und Software zeugen von hoher Qualität und entsprechen den Erwartungen beim teuersten Mäher im Testfeld. Die Mähleistung ist sehr gut, ebenso die intelligenten Features. Dazu gehört das Einteilen des Mähbereichs per GPS-Daten in Zonen oder das Berücksichtigen der aktuellen Wetterlage. Insgesamt gut durchdacht, fast schon zu komplex und leider teuer.

  • Preis: 1.400
  • Positiv: einfache Schnitthöhen-Verstellung, gute Menüführung, vermeidet Fahrspuren durch versetztes Fahren zum Suchkabel, stabiles Balkenmesser
  • Negativ: hoher Preis, Installationskit (Kabel und Haken) muss für rund 120 Euro extra gekauft werden
  • Gesamturteil: Gut

 

3. solo by AL-KO Robolinho 700 E

Gute Qualität von Hard- und Software, jedoch kam der Mäher im Betrieb mit Regenwetter nicht immer gut zurecht. Ein paar Tropfen schickten ihn in die Pause. Regensensor wurde deaktiviert. Insgesamt ein gutes Produkt aus Österreich, etwas leiser als die Kontrahenten. Das Menü ist manchmal etwas zu unübersichtlich. Lässt sich in das Innogy-Smarthome einbinden.

  • Preis: 1.100 Euro
  • Positiv: sehr leises Gerät, günstiger Preis, Einbindung in Smarthome-Technologie funktioniert gut und einfach
  • Negativ: Geräte-Menüführung etwas unübersichtlich, Regensensor war im Test etwas übersensibel
  • Gesamturteil: Gut

 

4. Bosch Indego 400

Der kleine Mähroboter von Bosch bietet viel fürs Geld, ist aber mit nur 400 Quadratmetern eher für den Reihenhausgarten gedacht. Der relativ kleine Akku verkürzt die Mäheinsätze auf etwa 30 Minuten – danach geht es an die Ladestation. Ein nettes Feature ist der wahlweise Start mit Rand- oder Flächenmähen. Gut: 125 Meter Kabel und ausreichend Haken (180) sind mit dabei.


 

  • Preis: 700 Euro
  • Positiv: kompakt und wendig, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, Installation erstaunlich schnell und problemlos, einziger Mäher im Testfeld mit intelligentem Mähen in Bahnen
  • Negativ: etwas unübersichtliche Menüführung, geringe Akku- und Flächenleistung
  • Gesamturteil: Gut

 

5. Garden Feelings (Aldi Nord) R 800 Easy

Das Aktionsangebot von Aldi Nord war nur eine Woche im Laden. Das Gerät ist baugleich mit der Obi-Hausmarke Yardforce und soll stellvertretend für die Low-Budget-Klasse stehen. Der Mäher erfüllt seinen Zweck und mäht das Gras. Die Programmierung ist zeit- und nervenaufreibend. Materialqualität und Verarbeitung sind ausreichend. Insgesamt eine Note 4.

  • Preis: 350 Euro
  • Positiv: gutes Installationsvideo, mäht relativ zuverlässig
  • Negativ: Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt nicht, kein Display, dadurch umständliche Programmierung, einfache Ausstattung & Qualität, Ersatzmesser über Aldi nicht erhältlich
  • Gesamturteil: Ausreichend

 

6. Worx Landroid L

Viel Technik und eine gute Mähleistung machen den Landroid zu einer echten Empfehlung. Der einzige Mäher im Test mit Ultraschall-Navigation weicht Hindernissen gut aus, bodennahe Hindernisse übersieht er. Die Software ist sehr gut. Der Standardakku kann einfach gewechselt, im Winter eingelagert oder für andere Worx-Geräte genutzt werden.

  • Preis: 1.300 Euro
  • Positiv: Wechselakku, alle 20-V-Worx-Akkus sind kompatibel, viele Nachrüstmodule (Kamerasystem, GPS, Sprachsteuerung), gute Mähergebnisse in Randbereichen dank asymmetrischer Positionierung des Mähwerks, Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt
  • Negativ: aktuell noch kein GSM-Modul verfügbar
  • Gesamturteil: Gut

Alles rund um die richtige Rasenpflege lesen Sie in unserem Artikel Mähen, düngen, vertikutieren - so pflegen Sie den Rasen richtig.