Einfach und schnell verlegt

Auffahrt mit Rasengitter befestigen

Um Parkplatz und Auffahrt zu befestigen, muss der Untergrund tragfähig werden. Hier erklären wir, wie Sie dabei vorgehen - und zwar mit einem Rasengitter.

Rasengitter
Rasengitter zu verlegen, ist einfach und geht schnell. Anstrengend ist das Befestigen des Untergrunds© Jan Schönmuth

Eine Auffahrt muss gut befestigt werden, sonst bilden sich mit der Zeit Spurrillen. Entscheidend hierfür ist der Aufbau des Untergrundes. Ob die Auffahrt gepflastert oder mit Rasengitter belegt wird, ist dabei Geschmackssache – wir haben uns für Rasengitter entschieden.

Rasengitter statt Pflastersteine für die Auffahrt

Eine gepflasterte Auffahrt ist zwar sehr stabil, versiegelt aber die Oberfläche. Regenwasser kann nicht mehr im Erdreich versickern und fließt oberflächlich in die Kanalisation ab. Das hat negative Auswirkungen für das Grundwasser und den Hochwasserschutz. In manchen Gemeinden wird daher für versiegelte Flächen eine Abgabe fällig.

Anders bei Rasengittern: Durch die offene Wabenstruktur kann Wasser weiterhin im Untergrund versickern. Und die Gitter verschwinden mit der Zeit vollständig unter der Rasenfläche. Der Parkplatz sieht dann aus wie Rasen – ist aber so stabil wie Pflaster.

Eine Tragschicht aus Schottergemisch nimmt bei Rasengittern den großen Teil der Belastung auf. Abhängig von der Nutzung kann die Höhe dieser Schicht variieren – ab einer Dicke von 30 cm kann man sie regelmäßig befahren. Das Filtervlies verhindert, dass sich der Schotter mit der Schicht aus Sand vermischt.

Das Rasengitter sitzt auf einer Lage aus Brechsand-Sandgemisch. Dieses Material lässt sich einfach einebnen und mit einem Gefälle von 1,5 % versehen. Die Gitterwaben werden vollständig mit Mutterboden gefüllt.

Material: Rasengitter, Kies, Sand und Erde

Die Rasengitter von Gutta besitzen eine wabenförmige Struktur, die sie stark belastbar macht. Durch die Öffnungen kann Gras ungehindert in den Untergrund wurzeln und Wasser in der Erde versickern. Gitter aus Kunststoff erlangen bis zu 90 % Rasenanteil – Rasengitter aus Beton nur maximal 50 %. Gutta-Rasengitter gibt es in den Maßen 50 x 50 cm und 56 x 38 cm, je mit einer Belastbarkeit von bis zu 115 t/m2. Preis: etwa 4 Euro pro Stück.

Für dieses Projekt benötigen Sie zudem viel Baustoff-Material. Große Mengen Schotter, Sand und Erde bekommt man nicht im Baumarkt. Auch der Transport der benötigten Menge überfordert den Autoanhänger. Daher haben wir uns Sand und Erde direkt vom Gartenbau-Unternehmen liefern lassen.

Alternativ zum Gartenbau können Sie die Materialien auch beim Baustoffhandel kaufen und liefern lassen. Hier erfahren Sie mehr über den Online-Kauf beim Baustoffhändler.

Bevor Sie die Lieferung beauftragen, prüfen Sie die Umstände: Hat der Laster genug Platz zum Rangieren? Ist der Untergrund ausreichend befestigt? Wohin kann er die Erde abkippen?

1. Rasengitter: Auffahrt ausheben

Ist die Auffahrt abgesteckt, muss die gesamte Fläche auf 40 cm ausgehoben werden. Leihen Sie sich dazu einen Minibagger, denn selbst mit maschineller Unterstützung ist das ein Knochenjob.

Für einen Minibagger, samt Maschinenbruchversicherung zahlt man für ein Wochenende ca. 180 Euro. Tipp: Nehmen Sie sich genügend Zeit, um mit der Maschine vertraut zu werden. Erst dann arbeiten Sie gut und sicher. Hier erfahren Sie alles, was Sie über die Miete eines Minibaggers wissen müssen.

Rasengitter: Auffahrt ausheben
Fläche vermessen und abstecken
© Jan Schönmuth

Schritt 1/8: Fläche vermessen und abstecken

Zunächst wird die Fläche vermessen und abgesteckt. Schlagen Sie stabile Eisenstangen als Eckpunkte in die Erde.

Schnur spannen
© Jan Schönmuth

Schritt 2/8: Schnur spannen

Spannen Sie eine Maurerschnur zwischen die Eisenstangen. An ihr orientiert man sich beim Ausheben der Grube.

Mit Minibagger ausheben
© Jan Schönmuth

Schritt 3/8: Mit Minibagger ausheben

Für die groben Arbeiten ist der Minibagger zuständig. An den Seiten jeweils nur grob an der Schnur entlang graben.

Auf sicheren Stand achten
© Jan Schönmuth

Schritt 4/8: Auf sicheren Stand achten

Immer darauf achten, dass das Gerät sicher steht. Den ersten Aushub möglichst weit entfernt ablegen.

Kante abstechen
© Jan Schönmuth

Schritt 5/8: Kante abstechen

Die Kante an der Schnur entlang abstechen. Plus 15 cm ringsum, da die Randsteine eine seitliche Stütze bekommen.

Grube säubern
© Jan Schönmuth

Schritt 6/8: Grube säubern

Ist der Aushub fertig, säubert und glättet man die Grube mit Schaufel und Harke.

Tiefe kontrollieren
© Jan Schönmuth

Schritt 7/8: Tiefe kontrollieren

40 cm tief muss der Untergrund für den Aufbau ausgehoben werden.

Erdreich verdichten
© Jan Schönmuth

Schritt 8/8: Erdreich verdichten

Im nächsten Schritt wird der Untergrund sorgfältig abgerüttelt. Dies verdichtet das Erdreich und sorgt dafür, dass später nicht Teile der Auffahrt absacken.

2. Rasengitter: Randbegrenzung anbringen

Die Auffahrt wird ringsum von Randsteinen begrenzt. Wir verwenden dazu 6 und 8 cm breite Rasenkanten. Die stabileren 8-cm-Tiefbordsteine nutzen wir an der Straßenseite. Die Einfassung stützt zudem später den Verbund aus Rasengittern.

Rasengitter: Randbegrenzung
Schotter am Rand einbringen
© Jan Schönmuth

Schritt 1/7: Schotter am Rand einbringen

Ringsum zusätzlich 10 – 15 cm tief ausheben und Schottergemisch als Untergrund für die Randsteine einbringen.

Rand verdichten
© Jan Schönmuth

Schritt 2/7: Rand verdichten

Auch der mit grobem Kiesgemisch aufgefüllte Rand muss jetzt mit der Rüttelplatte gut verdichtet werden.

Beton anmischen
© Jan Schönmuth

Schritt 3/7: Beton anmischen

Zum Setzen darf der Beton nicht zu fl üssig sein, sonst läuft alles auseinander. Erdfeucht reicht. Tipp: Estrich-Beton von quick-mix muss man nur mit Wasser anrühren.

Beton-Fundament
© Jan Schönmuth

Schritt 4/7: Beton-Fundament

Für die Randsteine ein Bett aus Beton anhäufeln, mit Kelle oder Brett verteilen und grob ausgleichen.

Steine einsetzen
© Jan Schönmuth

Schritt 5/7: Steine einsetzen

Die Steine entlang der Maurerschnur setzen und mit Gummihammer und Wasserwaage ausrichten. Die Steine für die Endstücke mit dem Winkelschleifer und geeigneter Scheibe kürzen.

Steine sauber ausrichten
© Jan Schönmuth

Schritt 6/7: Steine sauber ausrichten

Eine Schnur dient als Orientierung für die Richtung, eine für die die Höhe. Hinter und vor den Randsteinen eine Stütze aus Beton formen.

Randstein zur Straße ausrichten
© Jan Schönmuth

Schritt 7/7: Randstein zur Straße ausrichten

Den Randstein zur Straße auf ein Niveau bringen. Kantsteine für Auffahrten werden oft von der Gemeinde gesetzt. Vorher informieren! Vor und hinter den Steinen eine Stütze aus Beton formen.

3. Rasengitter: Untergrund befestigen

Als Tragschicht dienen 30 cm Schottergemisch. Dieses soll den Untergrund stabilisieren und muss daher mit der Rüttelplatte gut verdichtet werden.

Ein wasserdurchlässiges Filtervlies wird über die Schotterschicht gelegt. So mischt sich der Brechsand später nicht mit dem Schotter.

Tipp: Fährt der Bagger über die Randsteine, muss man die Stelle vorher mit Kiesgemisch auffüllen, sonst drückt der Bagger die Steine unter seinem Gewicht weg

Rasengitter: Untergrund befestigen
Schotter verteilen
© Jan Schönmuth

Schritt 1/13: Schotter verteilen

Jetzt muss man das Schottergemisch auf der gesamten Fläche verteilen. Auch hier hilft der Minibagger.

Schotter verdichten
© Jan Schönmuth

Schritt 2/13: Schotter verdichten

Das Gemisch schichtweise alle 10 cm abrütteln, da der Rüttler nicht die ganzen 30 cm auf einmal verdichten kann.

Mit Schaufel nacharbeiten
© Jan Schönmuth

Schritt 3/13: Mit Schaufel nacharbeiten

Wo nötig, die Fläche mit einer Schaufel oder Harke begradigen. Anschließend noch mal abrütteln.

Erneut abrütteln
© Jan Schönmuth

Schritt 4/13: Erneut abrütteln

Schicht für Schicht das Schottergemisch auftragen und sorgfältig abrütteln. So entsteht ein tragfähiger Untergrund.

Abstand
© Jan Schönmuth

Schritt 5/13: Abstand

Die Schotterschicht ist fertig, wenn nur noch 10 cm der Grube nicht mit Kies gefüllt sind.

Filtervlies ausrollen
© Jan Schönmuth

Schritt 6/13: Filtervlies ausrollen

Die Bahnen des Filtervlieses mit 10 cm Überlappung ausrollen und mit Steinen vor dem Wind schützen.

© Jan Schönmuth

Schritt 7/13: Befestigungshaken einschlagen

Mit den Haken wird das wasserdurchlässige Vlies auf der Schotterschicht befestigt.

Brechsandgemisch
© Jan Schönmuth

Schritt 8/13: Brechsandgemisch

Als Nächstes bringt man ein Brechsandgemisch auf das ausgerollte und befestigte Vlies auf.

Gemisch verteilen
© Jan Schönmuth

Schritt 9/13: Gemisch verteilen

Das Gemisch jetzt am besten mit einer Schubkarre verteilen und mit einer Harke ausbreiten.

Rütteln
© Jan Schönmuth

Schritt 10/13: Rütteln

Die Fläche gut abrütteln. Tipp: Ist der Sand sehr trocken, vorher mit dem Gartenschlauch anfeuchten.

Stahlrohre eindrücken
© Jan Schönmuth

Schritt 11/13: Stahlrohre eindrücken

Bevor Sie die Fläche mit dem Lineal abziehen, drücken Sie Stahlrohre auf dem gewünschten Niveau in die Sandfläche. Wichtig: Die Stahlrohre sollten ein Gefälle von 1,5 % erzeugen.

Fläche abziehen
© Jan Schönmuth

Schritt 12/13: Fläche abziehen

Durch das Abziehen bringt man die Fläche exakt auf das richtige Niveau und Gefälle. Anschließend die Fugen der Stahlrohre mit Sand auffüllen.

Höhe der Abziehlatte
© Jan Schönmuth

Schritt 13/13: Höhe der Abziehlatte

Die Höheneinstellung der Abziehlatte liegt auf den Randsteinen auf.

4. Rasengitter: Gitter verlegen

Im letzten Schritt verlegt man die Rasengitter und befüllt sie. Da über einem bereich der Auffahrt später ein Carport stehen wird, füllen wir dort das Gitter mit Basaltsplit. Eine Maurerschnur hilft beim Ausrichten der Rasengitter.

Rasengitter: Gitter verlegen
Rasengitter verhaken
© Jan Schönmuth

Schritt 1/14: Rasengitter verhaken

Die Rasengitter hakt man beim Verlegen ineinander. Das verhindert, dass die einzelnen Platten verrutschen.

Von oben einsetzen
© Jan Schönmuth

Schritt 2/14: Von oben einsetzen

Die Gitter werden von oben eingesetzt. Das macht die Verbindung auch bei Belastung stabil.

An Schnur ausrichten
© Jan Schönmuth

Schritt 3/14: An Schnur ausrichten

Zur Orientierung spannt man eine Maurerschnur, mit deren Hilfe man die Kanten der Gitter ausrichtet.

Randgitter zuschneiden
© Jan Schönmuth

Schritt 4/14: Randgitter zuschneiden

Für den Rand sägen Sie die Gitter mit einer Tischkreissäge zurecht. Achten Sie auf die passende Verzahnung der Gitter.

Fertige Fläche
© Jan Schönmuth

Schritt 5/14: Fertige Fläche

Die Fläche ist fertig belegt. Fehlt nur noch die Füllung!

Rasengitter abrütteln
© Jan Schönmuth

Schritt 6/14: Rasengitter abrütteln

Auch Rasengitter gehören abgerüttelt. Die seitliche Rasenkante stützt dabei den Gitterverbund.

Erde einfüllen
© Jan Schönmuth

Schritt 7/14: Erde einfüllen

Muttererde, die die Rasenwaben füllen soll, lassen Sie am besten mit einem großen Laster anliefern.

Erde verteilen
© Jan Schönmuth

Schritt 8/14: Erde verteilen

Die Erde mit Schaufel und Harke auf der Gitterfläche verteilen. Die Waben sollen ganz bis oben hin mit Erde gefüllt sein.

Mit Brettern abdecken
© Jan Schönmuth

Schritt 9/14: Mit Brettern abdecken

Wer nicht die gesamte Fläche begrünen möchte, kann mit Brettern verschiedene Bereiche abdecken.

Waben mit Erde
© Jan Schönmuth

Schritt 10/14: Waben mit Erde

Gut zu erkennen: Alle Waben, die später zum Rasen gehören, sind bis obenhin mit Erde gefüllt.

Basaltsplit
© Jan Schönmuth

Schritt 11/14: Basaltsplit

Soll ein Teil des Parkplatzes überdacht werden (etwa als Carport), kann man hier das Gitter mit Basaltsplit füllen.

Split verteilen
© Jan Schönmuth

Schritt 12/14: Split verteilen

Mit der Rückseite der Harke den Split im Gitter verteilen.

Fertig!
© Jan Schönmuth

Schritt 13/14: Fertig!

Die beiden Bereiche – Erde und Split – sind gut voneinander getrennt

Rasen ansähen
© Jan Schönmuth

Schritt 14/14: Rasen ansähen

Die fertige Einfahrt - mit Rasen.

Zeichnung: T. Straszburger

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