Energie

Energie sparen: praktische Tipps

Mit einfachen Maßnahmen können Sie Strom und Gas sparen – und bares Geld noch dazu. Wie Sie Energie sparen können, lesen Sie hier.

Energie sparen Tricks
Wir verraten 15 Tricks, mit denen Sie Geld und Energie sparen können.© Khunatorn - stock.adobe.com

Durch den bewussten Umgang mit Gas und Strom können Sie ganz einfach Energie sparen. Wir stellen Ihnen verschiedene Tipps vor, mit denen Sie Energie und Geld sparen.

Inhalt

Energie und Gas sparen beim Heizen

Beim Heizen lassen sich Energie, Strom und Gas sparen – wenn man es richtig macht. Hier unsere Tipps zum Sparen beim Heizen:

  1. Gradgenau heizen: Ein Grad weniger kann die Heizkosten um bis zu sechs Prozent senken! Achten Sie daher genau darauf, wie Sie Ihre Heizkörper-Thermostate eingestellt haben. Wie Sie die Thermostate richtig ablesen und einstellen, lesen Sie hier.
  2. Heizung entlüften: Wenn bei Ihren Heizkörpern laute Fließ- oder Gluckergeräusche auftreten und sie nicht richtig warm werden, ist die Ursache oft Luft im Inneren. Dann sollten Sie Ihre Heizung entlüften. Wie das geht, lesen Sie hier.
  3. Vermeiden Sie dauerhaft gekippte Fenster und stoßlüften Sie stattdessen mehrmals täglich für einige Minuten.
  4. Türen zwischen geheizten und nicht geheizten Räumen schließen.
  5. Hydraulischer Abgleich: Mit der Zeit kann es sein, dass Heizkörper im Dachgeschoss nicht richtig warm werden und im Erdgeschoss zu heiß. Ein hydraulischer Abgleich schafft Abhilfe. Diesen muss man von einem Heizungsfachmann durchführen lassen.

So funktioniert der hydraulische Abgleich:

  • Der Experte nimmt alle Berechnungen zum Wärmebedarf vor und stellt die Heizung ein. Voreinstellbare Thermostatventile sind die Voraussetzung für das optimale Einstellen der Heizanlage.
  • Sind diese nicht vorhanden, werden sie beim Abgleich nachgerüstet. Eine moderne Umwälzpumpe unterstützt den hydraulischen Abgleich und reduziert den Stromverbrauch deutlich. Sie wird in der Regel beim Abgleich mit eingebaut.
  • Kosten: Als reine Dienstleistung kostet der hydraulische Abgleich für ein Einfamilienhaus rund 650 Euro. 230 Euro kann man sich über die Förderung von der KfW sofort zurückholen. Manche Städte und Gemeinden bezuschussen zusätzlich.
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© co2online.de/meine-heizung.de

Energie sparen mit smarter Technologie

Effizienter zu heizen, funktioniert auch mit programmierbaren Heizkörperthermostaten. So kann man exakt einstellen, wann wo geheizt wird. Vernetzte Thermostate können per App von überall bedient und in ein Smarthome-System integriert werden. Dann registrieren Sie beispielsweise ein geöffnetes Fenster und heizen erst wieder, wenn es geschlossen ist. Mit vernetzen Steckdosen hat man den Stromverbrauch im Blick und kann per Fingertipp alle Verbraucher im Haus auf einmal abschalten.

Diese smarten Technologien können Ihnen helfen, Energie zu sparen:

  • Smarte Heizung: Mit einer programmierbaren Heizungssteuerung verbinden Sie wohlige Wärme mit Komfort und minimalem Energieverbrauch
  • Smarte Thermostate: Programmierbare Heizkörperthermostate wie die von Eurotronic* oder Tado* können Sie selbst einbauen. Damit wird nie mehr falsch oder unnötig geheizt
  • Smarte Steckdosen: Mit smarten, Wlan-fähigen Steckdosen machen Sie dem Stand-by-Stromverbrauch schnell ein Ende. Von TP-Link* gibt es zum Beispiel solche smarten Steckdosen, die auch mit Alexa von Amazon kompatibel sind, im 4er-Pack zu kaufen.
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Gas sparen: Tipps für den Alltag

Strom- und Gaspreise sind aktuell ziemlich hoch. Durch die Erhöhung der CO2-Steuer sowie den Ukraine-Konflikt könnten sie künftig auch noch weiter steigen. Neben richtigem Heizen können Sie Energie und Gas auch noch so sparen:

  • duschen statt baden
  • Töpfe sollten beim Kochen immer die gesamte Herdplatte abdecken
  • Deckel für die Töpfe benutzen

Energie sparen durch richtige Isolierung und Dämmung

Um möglichst wenig Energie zu verbrauchen, kommt es auch auf eine gute Isolierung an. Folgende Aspekte sollten Sie beachten:

  1. Innendämmung
  2. Kältebrücken verhindern
  3. Heizungs- und Warmwasserrohre dämmen
  4. Dichte Türen
  5. Dichte Fenster
  6. Isolierende Rollos, Folien und Vorhänge
  7. Rollladenkasten dämmen
  8. Decken dämmen

1. Energie sparen mit Innendämmung

Wenn es bei Ihrem Haus keine Außendämmung gibt, ist eine Innendämmung für Wohnräume eine gute Lösung. Dafür gibt es Dämmplatten oder Dämmtapeten. Die Tapeten sind 4 bis 5 Millimeter dick, Platten gibt es bis 10 Millimeter Stärke. Dämmplatten und Dämmtapeten bestehen aus gut dämmenden Kunststoffen wie EPS (expandierter Polystyrolschaum) oder Neopor.

Die Dämmtapete von Climapor* ist beispielsweise 4mm dick. Sie besteht aus Polystrol und Grphitbestandteilen. An die Wand geklebt heizen sich die Räume schneller auf und Wärmeverluste werden stark reduziert. 

Besonders bei ungedämmten Ziegelmauern von Altbauten bringen Dämmtapeten eine deutliche Verbesserung. Schon eine nur 5 Millimeter starke Dämmung aus Polystyrol dämmt so gut wie eine 10 Zentimeter starke Vollziegelmauer.

Vor allem bei Heizkörpernischen kann eine zusätzliche Dämmung wirksam sein: Die Außenwand ist im Bereich von Heizkörpernischen dünner als im restlichen Haus. Wärmeverluste sind hier bei eingeschalteter Heizung besonders groß. Eine Isolierung bietet zum Beispiel die Isolierfolie von Marbet Design*

Dämmplatten oder -matten werden mit Styroporkleber mit der alukaschierten Seite nach vorn an die Wand geklebt. Auch Dämmtapeten sind möglich: Mit einer modernen 7 Millimeter starken Dämmtapete für die Wand oder einer -matte hinter dem Heizkörper kann man den Wärmeverlust des Mauerwerks um 50 Prozent reduzieren.

Noch wirksamer ist es, die Nische voll zu dämmen oder zu vermauern und den Heizkörper weiter in den Raum hineinzusetzen. Außerdem sind Dämmtapeten eine gute Option.

2. Kältebrücken verhindern

In älteren Wohnhäusern sind Fensterbänke oft echte Kältebrücken, durch die viel Heizwärme verlorengeht. Dies liegt daran, dass sie häufig einfach im Mörtelbett in der Wand verbaut wurden.

  • Abhilfe schaffen hier spezielle Dämmkeile aus Hartschaum. Besonders bei tiefen Fensterbänken über Heizkörpern stellt sich ein merklich positiver Effekt ein, wenn auch hinter dem Heizkörper eine Dämmung angebracht wird.
  • Hersteller der Fensterbank-Dämmungen sprechen von bis zu 95 Prozent Wärmereflexion. Die Elemente gibt es fertig zuschneidbar zu kaufen und kosten pro Stück ab circa 15 Euro, etwa von Herstellern wie Selit.
Fazit: Eine dünne Dämmung ist besser als keine. Mit den günstigen Dämmungen für Fensterbank und Heizkörpernische heizen sich Räume merklich schneller auf.

3. Heizungs- und Warmwasserrohre dämmen

Heizungsrohre oder Warmwasserleitungen führen oft durch unbeheizte Räume oder Keller. Sind sie nicht isoliert, verlieren sie viel Wärme. Das führt zu unnötig hohen Heiz- und Energiekosten. Eine Ummantelung von Warmwasserleitungen reduziert den Energieverlust um bis zu 80 Prozent und kostet fast nichts.

Rohrisolierungen aus leichtem Polyethylen (PE) gibt es für 2 bis 4 Euro pro Meter für alle Rohrdurchmesser. Mit den PE-Röhren lassen sich etwa auch früher verwendete Schaumstoffisolierungen ersetzen. Von Interplast gibt es solche Rohrisolierungen zum Beispiel in verschiedenen Durchmessern von 15mm* bis 28mm*.

Tipp: Um ein Rohr über Eck zu dämmen, schneiden Sie die Röhre im 45 Grad-Winkel durch, drehen einen Teil und schieben die Isolierung zusammenschieben. Ein T-Stück lässt sich aus zwei V-förmig ausgeschnittenen Rohrmantelstücken herstellen. Hier erfahren Sie mehr über die Isolierung von Rohren.
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© Gerald_Freyer

4. Energie zu sparen mit dichten Türen

So können Sie undichte Türen einfach dicht machen, damit Wärme nicht so einfach entweichen, beziehungsweise Kälte in Ihre Wohnung hinein gelangen kann:

  • Dichtungsband: Mit einem Dichtungsband* können Sie Spalten zwischen Tür und Boden schließen. Zugluft, Kälte, Staub und Lärm bleiben draußen, der Wohnraum bleibt warm und gemütlich.
  • Zugluftstopper: Mit einem Zugluftstopper wie dem von Vani* oder com-four* aus Schaumstoff oder Textil für glatte Böden kann man Ritzen bis zu 20 mm abdichten. Die Formteile einfach unter das Türblatt schieben. Sie halten auch Staub und Insekten ab.

5. Dichte Fenster sparen Energie 

Viel Wärmeenergie entweicht durch schlecht isolierte Fenster. Aber auch Fensterrahmen stellen gerade bei älteren Fenstern Wärmebrücken dar.

Wenn ein Fenstertausch nicht infrage kommt, zum Beispiel bei Mietwohnungen, können Sie zumindest alte, poröse oder plattgedrückte Fensterdichtprofile erneuern: Mit Dichtungsbändern, zum Beispiel von Zophen*, lassen sich Fenster, Eingangs- und Zimmertüren abdichten. Man kann dabei Spalten und Ritzen von 1 bis 5 Millimetern abdichten.

So bringen Sie das Dichtungsband an:

  • Fensterrahmen mit Spiritus reinigen
  • Folie von selbstklebender Dichtung abziehen und andrücken
  • Die Dichtung in einer Ecke ansetzen und gleichmäßig anpressen bis zur nächsten Ecke. Dort etwas länger abschneiden und ins Eck einpassen
  • Die Enden werden mit 45°-Gehrungsschnitten versehen. So schließen die Dichtungen bündig miteinander ab

6. Isolierende Rollos, Folien und Vorhänge

Die folgenden Produkte helfen dabei, Fenster zu isolieren und Energie zu sparen:

  • Isolierte Rollläden: Bei älteren doppelverglasten Fenstern ist es ratsam, im Winter die Rollläden zu schließen – so entweicht weniger Wärme. Muss ein kaputter Rollladen ausgetauscht werden, greifen Sie zu Modellen mit einer Schaumfüllung. Diese haben eine gute Dämmwirkung.
  • Fenster-Isolierfolie: Isolierfolien verbessern den Isolationswert der Fenster, denn Kunststoff isoliert besser als Glas. Effekt: weniger Wärmeverlust im Winter, weniger Hitze und UV-Strahlung im Sommer. Eine Isolierfolie gibt es zum Beispiel von Tesa*.
  • Thermovorhänge: Thermo-Vorhänge vor Fenstern oder Terrassentüren dienen zur Isolierung. Tolle Thermo-Vorhänge in verschiedenen Farben und Größen gibt es zum Beispiel von Denconovo*. Auch die Amazon Eigenmarke* bietet eine gute Auswahl an verschiedenen Thermo-Vorhängen.

7. Rollladenkasten dämmen

Ungedämmte Rollladenkästen sind wahre Einfallstore für die Kälte. Zugluft und Schimmelgefahr sind weitere unangenehme Nebeneffekte. Mit Dämm-Sets oder Matten werden diese energetischen Schwachstellen geschlossen.

Der Einbau ist gut für Heimwerker machbar:

  1. Kasten öffnen und Rollo herunterlassen.
  2. Dann den Innenraum ausmessen, die Dämmung zuschneiden und einfügen.
  3. Übergänge werden mit Dichtband verklebt und die Matten gegebenenfalls mit Montagekleber angeklebt.

Das brauchen Sie dafür:

  • Rollladenkasten-Dämmung
  • Maßband, Cutter-Messer und Stift für den Zuschnitt
  • Dichtband zum luftdichten Abkleben, ist meistens bei Dämm-Sets enthalten
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© Optitron

8. Decken dämmen und Energie sparen

Die nachträgliche Dämmung der Kellerdecke und der obersten Geschossdecke spart Energie und Heizkosten und sorgt für ein angenehmes Klima in den Wohnräumen. Das Verkleben der Dämmplatten kann jeder ohne großen Material- oder Kostenaufwand selbst durchführen.

  • Faustregel beim Dämmen der Kellerdecke: Das Dämmmaterial sollte mindestens 8 cm dick sein, jeder weitere Zentimeter spart mehr Heizkosten.
  • Als Dämmmaterial eignen sich Hartschaumplatten, aber auch Mineralstoffplatten oder Dämmplatten aus Steinwolle.
Fazit: Eine der rentabelsten Sanierungsmaßnahmen. Die Dämmung rechnet sich unbedingt, auch weil Hausbesitzer sie selbst einbauen können.

Energie sparen mit LED

Die Zeit der Glühbirne ist längst vorbei, jetzt hat man die Wahl zwischen Energiesparlampe oder LED. Die LED ist zwar das teuerste Leuchtmittel, aber durch den geringen Energieverbrauch und die lange Lebensdauer macht sich die Anschaffung bezahlt.

Hinweis: Halogenlampen sind seit September 2018 in der EU verboten. Beide gibt es mittlerweile mit dem gleichen warmweißen Licht, wie es Halogenbirnen ausstrahlen.

Benzin sparen

Auch beim Autofahren lässt sich einiges an Energie und Geld sparen. Das sind unsere Tipps:

  • konstant und vorausschauend fahren
  • Motor bei längerem Stand ausschalten (zum Beispiel vor Bahnschranken)
  • Rollphasen nutzen
  • unnötige Schaltvorgänge vermeiden
  • möglichst früh hoch und möglichst spät herunter schalten
  • kurze Strecken mit dem Auto vermeiden
  • elektrische Geräte, die nicht gebraucht werden, ausschalten (Klimaanlage, Standheizung, Steuergeräte etc.)
  • immer auf den optimalen Luftdruck der Reifen achten
  • auf Geschwindigkeiten achten: auf der Autobahn fährt man zwischen 100 und 130 km/h am sprit-sparendsten

Zuschüsse und Förderungen

Wenn bei Ihrem Haus größere Renovierungen anstehen, die die Energiebilanz verbessern, sollten Sie die Fördermittel von KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau), BAFA (Bundesamt für Wirtschaft), sowie Städten und Gemeinden ausschöpfen.

  • Kellerdecke dämmen: Eine Dämmung der Kellerdecke oder der obersten Geschossdecke kann gut in Eigenleistung erledigt werden. Dann gibt es einen Zuschuss von maximal 1.000 Euro nur für die Materialkosten.
  • Heizung modernisieren: Beim Austausch ineffizienter Heizungsanlagen durch effiziente Anlagen und/oder den Einbau einer Lüftungsanlage werden 15 Prozent der förderfähigen Kosten erstattet.
  • Dach und Fassade: Die Wärmedämmung von Wänden und Dachflächen wird von der KfW mit Investitionszuschüssen bis maximal 30.000 Euro gefördert. Das gilt auch für den Kauf von energetisch saniertem Wohnraum.
  • Fenstertausch: Bei der Erneuerung der Fenster und Außentüren durch moderne Modelle mit einem U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient oder "Dämmwert") werden 10 Prozent der Kosten erstattet, maximal jedoch 5.000 Euro.
Wichtig: Gut beraten lassen und in jedem Fall vor der Baumaßnahme beantragen. Eine Nachträgliche Beantragung der Fördergelder ist in den meisten Fällen nicht mehr möglich
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Fotos: Gerald Freyer, DIY Academy / Draksal Verlag, co2online, Optitron, 

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