Bad sanieren

Vorwandinstallation im Bad

Bei Ihnen beginnt das Morgengrauen mit dem ersten Anblick Ihres Bades, aber Sie scheuen die ganz große Renovierung? Kein Problem: Mit einer kleinen Vorwandinstallation aus fertigen Elementen lässt sich Ihr altes Bad technisch und optisch einfach aufpeppen.

Vorwandinstallation im Badezimmer
Fertiges Badezimmer mit neuer Vorwandinstallation© Lambertsen

Und täglich grüßt das Abflussrohr! Vor allem in vielen Mietwohnungen haben sich die Handwerker wirklich nicht viel Mühe gegeben, die mattgrauen HT-Abflussrohre gut zu verstecken. In der Regel muss lediglich eine kleine, selbstgebaute Verkleidung aus Spanplatten herhalten, die in den meisten Fällen noch nicht einmal gefliest ist. Die Kaschierung von unschönen Zu- und Abflüssen ist aber nicht der einzige Grund, sich über eine Vorwandinstallation im Bad Gedanken zu machen.

Ebenso lässt sich durch die vorgefertigten Sanitärelemente endlich auch das alte Standklo durch ein hängendes ersetzen, was vor allem der Bodenpflege zugute kommt. In die Hohlräume der Wand können Sie mühelos Regale und Borde einbauen, was zusätzlichen Stauraum zur sowieso entstehenden gefliesten Ablage schafft.

Vorteile einer Vorwandinstallation im Bad

Falls Sie bei so vielen guten Gründen für eine Vorwandinstallation verzweifelt nach einem Haken suchen, wird Ihnen vielleicht einfallen: "Mein Bad ist zu klein!" Aber auch das trügt! Wenn man bedenkt, dass ein WC-Abflussrohr einen Durchmesser von satten 100 mm aufweisen muss, ist eine Vorwand nur unwesentlich platzraubender als die zu versteckenden Rohre selbst.

Letztlich kommen nämlich nur noch die Materialstärke des metallenen Ständerwerks (30 bis 40 mm) und ein paar Millimeter Luft dazu. Das WC behält bis auf wenige Millimeter seine Position, weil sich an den dahinterliegenden Anschlussverhältnissen nichts ändert. Das einzige, was nach der Vorwandinstallation wirklich weiter in den Raum reinragt als vorher, ist das Waschbecken. Das wird nämlich vor der neuen Wand montiert.

Wird Ihnen das zu eng, können Sie darüber nachdenken, ob es vielleicht nicht auch ein kleineres Becken tut. Die Vorwand ist nämlich die Gelegenheit, die Größe, Höhe und Lage der sanitären Gegenstände ganz grundsätzlich zu optimieren. Also: Nutzen Sie die Möglichkeiten!

Mosaikfliesen aus Glas oder Keramik sind für Vorwände besonders geeignet, weil Sie nicht durch die großen Fliesenformate auf bestimmte Außenmaße festgelegt sind.

Vorwandinstallation im Bad: Aufbau der Elemente

Vorwandinstallation Schritt für Schritt
Toilette abmontieren
© Lambertsen

Schritt 1/15: Toilette abmontieren

Sperren Sie den Haupthahn ab, lassen Sie das Wasser ablaufen und entfernen Sie zunächst die alten Sanitärobjekte.

Verlauf der Vorwand markieren
© Lambertsen

Schritt 2/15: Verlauf der Vorwand markieren

Markieren Sie dann den Verlauf der Vorwand auf dem Boden. Zum Abflussrohr sollten ein paar Millimeter Luft bleiben.

Bodenschiene verdübeln
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Schritt 3/15: Bodenschiene verdübeln

Die Bodenschiene verdübeln Sie entlang Ihres Risses im Boden. Achtung bei Fußbodenheizungen: Hier müssen Sie die Schiene kleben (Montagekleber).

© Lambertsen

Schritt 4/15: Höhe einstellen

Stellen Sie das Vorwandelement auf Höhe ein, der markierte Meterriss hilft dabei. Berücksichtigen Sie den Bodenaufbau (Estrich und Fliesen)!

Element aufschieben
© Lambertsen

Schritt 5/15: Element aufschieben

Sind die Wandlöcher gebohrt, schieben Sie die Elemente mit den eingehängten Fixierschrauben von der Seite in richtiger Reihenfolge auf die Schiene auf.

Ins Lot bringen
© Lambertsen

Schritt 6/15: Ins Lot bringen

An den fixierten Elementen können Sie nun an den unteren seitlichen Muttern die Waage des Ganzen einstellen. Für die Sechskantschrauben bohren Sie mit 6 mm durch das Profil in die alten Dielen vor und ziehen die Schrauben per Ratsche fest.

Lot kontrollieren
© Lambertsen

Schritt 7/15: Lot kontrollieren

Das Lot kontrolliert man am oberen Ende. Auch hier sitzen Stellschrauben, mit denen die Elemente justiert werden können.

Ein Stück Kantholz verschrauben
© Lambertsen

Schritt 8/15: Wandbefestigung

Für die Wandbefestigung verschrauben Sie ein Stück Kantholz zwischen zwei Ständerprofile und durch die Gipskartonwand.

Vierkantrohr einsetzen
© Lambertsen

Schritt 9/15: Vierkantrohr einsetzen

Um mehrere Sanitärelemente nebeneinander besser fluchten zu können und die Beplankung zu stützen, zieht man ein Vierkantrohr durch die Hohlprofile der Elemente hindurch.

Schelle anbringen
© Lambertsen

Schritt 10/15: Schelle anbringen

Drehen Sie nun die Schelle für das Abflussrohr des Waschbeckens in das Gewinde.

Muttern anbringen
© Lambertsen

Schritt 11/15: Muttern anbringen

Die Anschlüsse für Kalt- und Warmwasser kontern Sie mit Muttern. Die zwischengelegten Kunststoffscheiben minimieren die störenden Installationsgeräusche beim Wasserdurchlauf. Die 16-mm-Zuleitungen für Badewanne und Waschtisch verschrauben Sie über Euroadapter und T-Fittings an die Stegleitung.

Flexschläuche anbringen
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Schritt 12/15: Flexschläuche anbringen

Die Verbindungen zwischen Eckventilen und neuen Anschlüssen stellen Sie mit passenden Flexschläuchen aus dem Baumarkt sicher. Bevor Sie später die Vorwand beplanken, stellen Sie das Wasser zur Probe einmal an und prüfen das Ganze auf Dichtigkeit.

Waschbecken anschrauben
© Lambertsen

Schritt 13/15: Waschbecken anschrauben

Den richtigen Abstand der beiden Waschbeckenschrauben ermitteln Sie, indem Sie das Waschbecken mit den rückseitigen Bohrungen kurz anhalten.

Kasten für die Drucktaste
© Lambertsen

Schritt 14/15: Kasten für die Drucktaste

Stecken Sie den Kasten für die Drucktaste in die Öffnung des Spülkastens, bis er hörbar einrastet. Der Kasten wird später nach der Beplankung per Cutter auf die passende Tiefe nachgeschnitten. Auch am WC verbinden Sie das Eckventil per Flexschlauch mit dem Zulauf zum Spülkasten.

WC-Element verdübeln
© Lambertsen

Schritt 15/15: WC-Element verdübeln

Das Element für das hängende WC wird aus statischen Gründen direkt hinter dem Becken ein zweites Mal in der Wand verdübelt.

Vorwandinstallation im Bad: Lot und Waage finden und Beplanken

Die Sanitärelemente von Marley bieten an den Boden- und Wandanschlüssen die Möglichkeit, Höhe, Tiefe, Waage und Lot millimetergenau einzustellen. Das Tiefenmaß (Abstand zur Wand) reicht von 150 bis 220 mm, die Höhe können Sie zwischen 1120 und 1370 mm einstellen. Verwenden Sie eine durchgehende Wand- und/oder Bodenschiene, kommen noch einmal etwa 40 mm Materialstärke hinzu.

Wichtig: Wollen Sie ein Element ins Lot stellen, müssen die Füße schon an Boden oder Bodenschiene fixiert sein.

Vorwandinstallation: Beplanken der Elemente

Der spannende Moment bei einer Vorwandinstallation kommt, wenn der Rohbau steht und Sie an die Beplankung mit Gipskartonplatten gehen. Das ist nämlich der Zeitpunkt einer sorgfältigen Funktionsprüfung aller Anschlüsse.

Drehen Sie also den Haupthahn voll auf und schauen und tasten Sie sich an alle Verschraubungen heran. Es darf kein Wasser austreten, denn nach der Beplankung haben Sie keine Möglichkeit der Korrektur, bis Ihnen die Wand von innen wegschimmelt.

Als Wandverkleidung für den Badbereich sollten Sie unbedingt die grünen Gipskartonplatten verwenden, denn deren Kartonlagen sind gegen Feuchte imprägniert. Zum System gehört dann auch die grüne Fugenmasse, für die das Gleiche gilt.

Diese Imprägnierung entbindet Sie aber nicht davon, die Wasserfestigkeit des Ganzen mit Fliesen und Fugenmasse sorgfältig sicherzustellen. Verwenden Sie auf einer Vorwand immer flexiblen Fliesenkleber und flexible Fugenmasse, um eventuelle Bewegungen durch Temperaturschwankungen auszugleichen.

Überprüfen Sie auch die Dichtigkeit des HT-Abflussrohres. Zum Verschrauben der Gipsplatten auf den Sanitärelementen verwendet man nicht die üblichen schwarzen Schnellbauschrauben, sondern selbstschneidende Schnellbauschrauben mit Bohrspitze.

Das Beplanken der Elemente
Rohbau der Vorwand
© Lambertsen

Schritt 1/5: Rohbau der Vorwand

So sieht der "Rohbau" unserer Vorwand aus Waschtisch-, Leer- und WC-Element aus. Die Lücke bis zur Wand können Sie mit den Vierkantrohren aus dem gleichen System überbrücken. Die Bodenschienen lassen sich auch auf Lücke setzen, um die Elemente mit den Fixierschrauben besser einfädeln zu können.

Bohrpunkte markieren
© Lambertsen

Schritt 2/5: Bohrpunkte markieren

Die Bohrpunkte für die Gipskartonplatten ermitteln Sie durch Anhalten der Platten. Markieren Sie zunächst nur die am weitesten herausragenden Waschbeckenschrauben und bohren Sie dann von der Rückseite mit 8 mm vor.

Löcher fräsen
© Lambertsen

Schritt 3/5: Löcher fräsen

Dann haben Sie nämlich auf der Vorderseite saubere Einsetzpunkte für die Lochfräse. Die imprägnierte grüne Kartonlage reißt jetzt beim Bohren von der Vorderseite nicht aus. Bohren Sie die Löcher im Durchmesser etwa 15 bis 20 mm größer als Schrauben und Rohre dick sind.

Holzlatte anschrauben
© Lambertsen

Schritt 4/5: Holzlatte anschrauben

Bevor Sie die Elemente dann beplanken, verdübeln Sie hinter dem Leerelement eine kurze Holzlatte an der Wand. Auf ihr steht später das kleine, in die Wand integrierte Regal aus beschichteter Spanplatte. Vorne verschrauben Sie eine Latte im Plattenausschnitt.

Mit Tiefgrund streichen
© Lambertsen

Schritt 5/5: Mit Tiefgrund streichen

Sind die Gipskartonplatten verschraubt und verspachtelt, streichen Sie die Fläche einmal satt mit einem Tiefgrund vor. Der passt das Saugverhalten von Fugenmasse und Kartonschicht einander an.

Mosaikfliesen brauchen besondere Behandlung

Um die Mosaikfliesen aus Glas zu kleben, dürfen Sie keinen normalen Fliesenkleber benutzen. Der enthält nämlich Kalk, der früher oder später auf der Oberfläche zu unschönen Verfärbungen führt. Verwenden Sie stattdessen einen Fliesenkleber für Natursteine, bei dem ist der Kalk durch Trass ersetzt. Als Spachtel verwenden Sie einen der Größe C1 (Rechteckzahnung mit 4 mm). So ist eine ausreichende Klebermenge unter den Mosaiksteinen sicher.

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