Gärtners Helfer gegen Ungeziefer

Bodenschädlinge bekämpfen

Bodenschädlinge können einem die letzten Nerven kosten. Hier hilft es nur noch, sie gezielt zu bekämpfen. Und das am besten ohne Nebenwirkungen für Mensch, Tier und natürlich die Pflanze. 

Nematoden
Das Nematoden-Granulat wird in Wasser aufgelöst.© Neudorff

Ausgefranste Blattränder sind nur die sichtbaren Spuren, die Dickmaulrüssler an Pflanzen aller Art hinterlassen. Gefährlicher als die nachtaktiven Käfer sind ihre Larven: Sie fressen die Wurzeln an und können damit die ganze Pflanze zum Absterben bringen.

Auch die Egerlinge von Gartenlaubkäfern sowie die Larven von Maulwurfsgrillen und Wiesenschnaken richten auf diese Weise großen Schaden an. Die Bodenschädlinge können aber zum Glück mit Hilfe von Nematoden, mikroskopisch kleinen Fadenwürmern, ganz einfach und ohne jegliche Nebenwirkungen für Menschen, Haustiere oder Pflanzen bekämpft werden.

Nematoden sind auch unter dem Namen Bodenälchen bekannt. Sie leben im feuchten Boden und ernähren sich dort überwiegend von Bakterien, Algen, Pilzen und abgestorbenen Materialien.

Manche Arten ernähren sich jedoch auch von kleinen Bodentieren oder nutzen Insektenlarven oder Schnecken als versorgenden Wirt. Dieses Verhalten kann zur Schädlingsbekämpfung genutzt werden.

Die Fadenwürmer vernichten die im Boden lebenden Larven, indem sie sie als Wirte für ihre eigene Vermehrung nutzen, und verhindern so eine Ausbreitung der schädlichen Insekten.

Käferlarven
Käferlarven werden von den Nematoden gefressen.© vladk213 - stock.adobe.com
Beachten Sie: Nematoden bekämpfen keine erwachsenen Käfer. Wer lästige Schädlinge dauerhaft loswerden will, sollte über einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren Fadenwürmer ausbringen, da so die adulte Schädlingspopulation mit jedem Jahr geringer wird.

Vorteile der Schädlingsbekämpfung mit Nematoden:

  • keine Rückstände
  • vollkommen biologisch
  • behandelte Flächen können jederzeit betreten werden
  • keine Wartezeit
  • keine Resistenzbildung
  • einfache Ausbringung
  • keine Gefahr für Mensch, Tier oder Pflanze
  • schon seit Jahren in der Praxis bewährt

Vor allem die Nematoden der Gattung Heterorhabditis und Steinernema sind für die Schädlingsbekämpfung interessant. Beide sind insektenpathogen und leben in einer Symbiose mit Bakterien (Enterobacteriaceae), die die befallenen Insekten töten.

Die Nematoden dringen dabei aktiv über die Mund, After- oder Atemöffnungen oder sogar direkt durch die Haut in die Käferlarven ein. Dabei dient der Gattung Heterorhabditis ein Zahn am Kopf als Werkzeug. Die symbiontischen Bakterien werden von den Fadenwürmern freigesetzt, gelangen daraufhin in die Blutbahnen der Insekten und töten sie innerhalb von ca. 3 Tagen ab.

Die Bakterien und das von ihnen vorverdaute Larvengewebe bilden daraufhin die Nahrungsgrundlage für die Nematoden, die sich ihrerseits schnell vermehren und weitere lebende Insektenlarven befallen. Der Prozess setzt sich so lange fort, bis keine lebenden Wirtstiere mehr gefunden werden.

Was müssen Sie bei der Behandlung mit Nematoden beachten?

Die Behandlung der betroffenen Pflanzen mit nützlichen Nematoden ist denkbar einfach. Die Fadenwürmer werden meist in einem Tongranulat geliefert, welches in Wasser aufgelöst wird.

Anschließend werden die Nematoden mit einer Gießkanne auf den betroffenen Stellen im Garten verteilt. Dabei benötigen Sie etwa 500.000 Fadenwürmer pro Quadratmeter.

Der Zeitpunkt der Behandlung hängt davon ab, wann sich die Schädlinge im Larvenstadium befinden. Für die verschiedenen Schädlinge finden Sie den optimalen Bekämpfungszeitpunkt auf den Webseiten der Hersteller.

Gießkanne
Gießen Sie direkt auf die Erde, dann gelangen am meisten Nematoden in die Erdschichten.© Neudorff

Wenn Sie die folgenden Punkte beachten, steht der Schädlingsbekämpfung mit Nematoden nichts mehr im Weg:

  • Bringen Sie die Nematoden nach der Lieferung schnell aus. Die Fadenwürmer sind lebende Tiere und können nur für kurze Zeit bei 4 – 8 Grad Celsius gelagert werden. Bei wärmeren Temperaturen werden die Nematoden aktiv.
  • Nematoden benötigen zur Fortbewegung einen feuchten Boden. Wässern Sie den Boden daher vor der Ausbringung der Fadenwürmer und halten Sie ihn für die nächsten 3 Wochen immer leicht feucht. Nach der Ausbringung wird den Nematoden durch Nachwässern das Eindringen in den Boden erleichtert.
  • Die beste Uhrzeit für die Ausbringung der Nematoden ist in den Abendstunden oder am Nachmittag bei bedecktem Wetter.
  • Eine Kombination der Fadenwurmtherapie mit Düngemitteln ist kein Problem. Aber: Geben Sie den Dünger nicht gleichzeitig mit den Nematoden in die Gießkanne zur Ausbringung.
  • Eine Überdosierung der Nematoden ist nicht möglich, weil sie keine nachteiligen Auswirkungen auf die Menschen, Tiere und die Pflanzenwelt haben.
Nematoden haben viele natürliche Feinde im Boden: Pilze, Bakterien, Milben. Einmal ausgegossen, vermindert sich ihre Anzahl rapide, sodass nach einigen Wochen ihre Anzahl nicht mehr ausreicht, um vor Schädlingen zu schützen. Das ändert sich nur, wenn sie sich im Schädling vermehren. An diesen Stellen bleiben sie dauerhaft im Boden.

Nematoden als Schädlinge

Es gibt allerdings auch Nematodenarten, die den Pflanzen in Ihrem Garten Schaden zufügen. Sie nutzen Pflanzen als Wirte und ernähren sich von ihnen, bis sie sich einen neuen Wirt suchen müssen. Als sogenannte wandernde Parasiten können Nematoden dadurch eine ganze Gartenkultur zerstören.

Schädliche Nematoden sind:

  • zystenbildende und gallenbildende Nematoden (Heterodera, Globodera, Meloidogyne)
  • Ektoparasiten (Paratylenchus, Trichodorus, Longidorus)
  • Stängelnematoden (Ditylenchus, Aphelenchoides)

Eine Infektion mit Nematoden erfolgt über den Boden oder über bereits infizierte Pflanzen. Der gesamte Entwicklungszyklus eines Nematoden vom Ei über die Larvenstadien bis zum adulten Fadenwurm findet innerhalb der Wirtspflanzen statt. Die jeweils auftretenden Symptome sind abhängig von der Nematodenart.

Betroffen sind vor allem Erbsen, Garten- und Ackerbohnen, Möhren, Kohl, Rote Beete oder Zwiebelgewächse. Daher ist das Prinzip der Anbaupausen (Brache), Fruchtwechsel und Mischkulturen eine sinnvolle Strategie, eine starke Vermehrung bestimmter Nematodenarten einzudämmen. Auch ein gesunder Boden mit einem stabilen Ökosystem fördert das Wachstum einiger Bakterien und Pilze, die schädliche Nematoden auf natürliche Weise bekämpfen.

gesunder Boden
Ein gesunder Boden zeichnet sich durch Humusreichtum, Nährstoffreichtum, ausreichende Feuchte und eine gute Durchlüftung aus.© Feeding - stock.adobe.com

Nematoden können folglich in Ihrem Garten schädlich und nützlich sein. Der Nutzen überwiegt - eine natürliche Bekämpfung der Schädlinge ist ökologisch und stellt im Gegensatz zu Chemikalien keine Gefahr für Menschen und Tiere dar! Wussten Sie, dass Sie auch Trauermücken mit Hausmitteln bekämpfen können? Jetzt weiterlesen!

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