Sieben nützliche Lösungen

Wände ausbessern: So geht's!

Wänden sieht man sehr schnell das wilde Leben ihrer Bewohner an. Das reicht von Rissen, Löchern und Flecken bis hin zu ausgebrochenen Stellen. Wir erklären, wie Sie Ihre Wände ausbessern!

Wände ausbessern: Wir haben sieben nützliche Lösungen!
Wände ausbessern: Wir haben sieben nützliche Lösungen!© Thomas Danebrock

Theoretisch könnte man natürlich sagen, dass die Perforation der geputzten Wandfläche, die der Vorbesitzer für seine Gemäldesammlung vorgenommen hat, auch was ganz Eigenes hat. Allerdings hat so ein Innenputz ja auch seine Aufgaben: Er soll erstens das darunterliegende tragende Mauerwerk vor Beschädigungen schützen, seinen Beitrag zur Feuchteregulierung im Raum leisten, und er soll auch noch den Wandbelägen und Farben erstklassige Haftungs- und Wirkungsbedingungen bieten. Insofern ist eine intakte und geschlossene Putzoberfläche nicht nur eine ästhetische, sondern auch eine technische Notwendigkeit. Um den Putz wieder in Schuss zu bringen, finden Sie im Baumarkt allerlei Spachtel, Massen und Putze.

Wände ausbessern: Das ist zu beachten

Grundsätzlich gilt: Je dicker die aufzutragende Schicht ist, desto grobkörniger muss die eingesetzte Masse sein. Ab etwa 10 mm Schichtstärke zum Beispiel reicht eine Spachtelmasse nicht mehr aus, die würde zu stark schwinden. Andersherum funktioniert ein Haftputzgips nicht, wenn Sie die Masse glattflächig ("bis auf Null") ausziehen müssen, dafür ist er zu grobkörnig. Weiterer wichtiger Punkt: Alle zu spachtelnden Flächen sollten Sie mindestens mit klarem Wasser vornässen, besser noch mit Tiefengrund vorbehandeln. Beides verhindert, dass der frischen Masse zu schnell das Wasser entzogen wird und der Putz nicht abbinden kann.

Problem 1: Diagonal verlaufende Stromleitung in der Wand

Gut, es gibt klare Regeln, wo stromführende Leitungen in einer Wand zu liegen haben, die gab’s auch schon früher. Aber es kommt gar nicht so selten vor, dass der Vorbesitzer oder Vormieter seine Leitungen einfach auf dem kürzesten Weg von der Verteiler- zur Steckdose geführt hat, und das ist eben die Diagonale. Sollten Sie im Zuge einer Neuorganisation Ihres Lichtmanagements auf eine solche Leitung stoßen, müssen Sie sie rausreißen. Was bleibt, ist der diagonale Schlitz in der Wand. In unserem Fall war auch noch zusätzlich der alte Putz sehr stark sandend und brauchte eine entsprechende Vorbehandlung.

Passend dazu:Leitungsfinder im Test.

Verschließen der Stromleitungs-Schlitze

Diagonal verlaufende Stromleitung
Wand ausbessern Tiefe messen
© Thomas Danebrock

Schritt 1/7: Tiefe messen

Je nach Schlitztiefe müssen Sie entscheiden, mit welcher Art Masse Sie arbeiten. Bis 10 mm reicht eine Spachtelmasse aus, ab 10 mm müssen Sie einen Putz verwenden.

Wand ausbessern Altputz abkehren
© Thomas Danebrock

Schritt 2/7: Altputz abkehren

Den sandenden Altputz kehren Sie gründlich ab, so findet die neue Putzmasse eine gute Haftung.

Wand ausbessern Schlitz grundieren
© Thomas Danebrock

Schritt 3/7: Schlitz grundieren

Mit einem Quast grundieren Sie den Schlitz satt mit einem Tiefengrund. Der mindert nicht nur die sehr starke Saugfähigkeit des Altputzes, er verfestigt auch den sandenden Untergrund.

Wand ausbessern Putz anrühren
© Thomas Danebrock

Schritt 4/7: Putz anrühren

Den Haftputzgips rühren Sie zu einer leicht steifen Konsistenz an.

Wand ausbessern Putz einarbeiten
© Thomas Danebrock

Schritt 5/7: Putz einarbeiten

Arbeiten Sie den Putz mit einem Spachtel in den Schlitz ein, damit keine Hohlräume bleiben.

Wand ausbessern Putz abziehen
© Thomas Danebrock

Schritt 6/7: Putz abziehen

Mit dem Glätter ziehen Sie das Ganze wandbündig ab.

Wand ausbessern Oberfläche glätten
© Thomas Danebrock

Schritt 7/7: Oberfläche glätten

Hat der Putz leicht angezogen (nach etwa 20–40 Minuten), glätten Sie die Oberfläche mit einem Filzer.

Problem 2: Unterschiedliche Putzarten auf einer Wand

So eine alte Wand hat im Laufe ihres Lebens so manche Bauherren kommen und gehen sehen, und jeder hat auf ihr eine Visitenkarte hinterlassen. Das Ergebnis: ein Patchwork-Putz aus Kalk-Zement, Gips, Spachtelmassen sowie Farb- und Tapetenresten. Wer daraus wieder ein schönes Ganzes machen möchte, muss mit Ausnahme der Tapetenreste nicht unbedingt den Putz abschlagen – da gibt es einfachere Lösungen.

Tipp: Spachtelmassen auf Gipsbasis können Sie ganz einfach völlig klumpenfrei anrühren, wenn Sie sie "sumpfen" lassen. Nach Einstreuen des Pulvers in klares Wasser (nie umgekehrt!) so lange warten, bis das Pulver voll Wasser gesogen ist, und erst dann umrühren.

Unebenheiten an der Wand verputzen

Unterschiedliche Putzarten auf einer Wand
Wand ausbessern Unebenheiten entfernen
© Thomas Danebrock

Schritt 1/6: Unebenheiten entfernen

Grobe Unebenheiten und alte Putzgrate müssen Sie mit einem Spachtel entfernen.

Wand ausbessern Löcher vornässen
© Thomas Danebrock

Schritt 2/6: Löcher vornässen

Löcher und feine Risse vornässen, am besten mit einer Sprühpistole.

Wand ausbessern Vertiefungen schließen
© Thomas Danebrock

Schritt 3/6: Vertiefungen schließen

Anschließend alle Vertiefungen per Spachtel und Spachtelmasse schließen.

Wand ausbessern Fläche grundieren
© Thomas Danebrock

Schritt 4/6: Fläche grundieren

Nach dem Trocknen die komplette Fläche satt grundieren.

Wand ausbessern Flächenglätter aufziehen
© Selbermachen

Schritt 5/6: Flächenglätter aufziehen

Den Flächenglätter mit der Kelle aufziehen ...

Wand ausbessern Flächenglätter abziehen
© Selbermachen

Schritt 6/6: Flächenglätter abziehen

... und mit relativ steiler Kelle abziehen – fertig.

Problem 3: Altes Ofenrohr-Loch im Schornstein

So schön alte Kamin- oder Küchenöfen auch sind – sind sie weg, bleibt ein Loch. Nicht nur im Herzen des Hausherrn, auch im gemauerten Schornstein. Wer auf die Idee kommt, das Loch einfach zuzuschmieren, darf sich nicht vom Schornsteinfeger erwischen lassen. Der richtige Weg ist, das Loch auszumauern und anschließend neu zu verputzen.

Ofenrohr-Loch verschließen: So geht's

Altes Ofenrohr-Loch im Schornstein
Wand ausbessern Konturen aufzeichnen
© Thomas Danebrock

Schritt 1/7: Konturen aufzeichnen

Die Konturen eines Reststeins zeichnen Sie sich auf dem Schornstein rund ums Loch auf.

Wand ausbessern Loch auspickern
© Thomas Danebrock

Schritt 2/7: Loch auspickern

Per Latthammer das runde Loch zum eckigen auspickern.

Wand ausbessern Auflagestein grundieren
© Thomas Danebrock

Schritt 3/7: Auflagestein grundieren

Mit einem Pinsel den entstandenen Staub vom Auflagestein abkehren und das Ganze nässen oder grundieren.

Wand ausbessern Lagerfuge aufziehen
© Thomas Danebrock

Schritt 4/7: Lagerfuge aufziehen

Mit quarkähnlich eingestelltem Zementmörtel ziehen Sie die Lagerfuge für den Füllstein auf.

Wand ausbessern Stein einsetzen
© Thomas Danebrock

Schritt 5/7: Stein einsetzen

Stein um Putzstärke nach hinten versetzt einsetzen ...

Wand ausbessern Stein einsetzen
© Thomas Danebrock

Schritt 6/7: Stein einsetzen

... und rundherum ausmörteln.

Wand ausbessern Gipsputz aufziehen
© Thomas Danebrock

Schritt 7/7: Gipsputz aufziehen

Hat der Zementmörtel abgebunden, Stein vornässen und Gipsputz aufziehen.

Problem 4: Dübel in der Wand

Der absolute Klassiker in jeder alten Wand: Das Ölgemälde, Omas Regal oder das Hirschgeweih sind schon lange abgehängt, aber die zugehörigen Dübel stecken immer noch in den Löchern. Für neue Aufgaben stecken sie aber entweder an der falschen Stelle oder viel zu lose in ihrer Behausung, und so richtig schön sind die sichtbaren grauen Nylon-Ränder auch nicht anzuschauen. Also nichts wie raus damit.

Dübellöcher verschließen

Dübel in der Wand
Dübel herausziehen
© Thomas Danebrock

Schritt 1/5: Dübel herausziehen

Die Dübel ziehen Sie mit einer nur leicht eingedrehten Schraube aus dem Loch.

Loch aussaugen
© Thomas Danebrock

Schritt 2/5: Loch aussaugen

Wichtig: Saugen Sie das Loch sorgfältig aus, damit der Staub nicht die Haftung mindert.

Löcher vornässen
© Thomas Danebrock

Schritt 3/5: Löcher vornässen

Mit der Sprühpistole nässen Sie die Löcher innen leicht vor. Das Loch nicht fluten.

Spachtel eindrücken
© Thomas Danebrock

Schritt 4/5: Spachtel eindrücken

Drücken Sie den Reparaturspachtel tief ins Loch rein, bis er vorn wieder herausquillt.

Oberfläche glätten
© Thomas Danebrock

Schritt 5/5: Oberfläche glätten

Mit einem Spachtel glätten Sie die Oberfläche und ziehen die Masse auf Null aus.

Problem 5: Ausgebrochene Putzstellen hinter der Fußleiste

Nicht jeder Renovierer macht sich bei der Überarbeitung seiner Wände die Mühe, die Fußleisten vorher abzunehmen. Ergebnis: Über die Jahre entsteht eine millimeterdicke Schicht oberhalb der Leisten, während der Putz darunter vor sich hin altert. Wagen Sie es dann doch irgendwann, die Leisten abzunehmen, fallen Ihnen die Putzbrocken quasi vor die Füße oder ganze Placken bleiben am rausgezogenen Dübel hängen. Wenn Sie die ausgebrochenen Stellen nachverputzen, kommt es darauf an, dass Sie den direkten Kontakt des Putzes zum darunter liegenden Boden verhindern, damit es hier später nicht zu Bewegungsrissen kommen kann. Bei Holzböden könnte zudem die Feuchtigkeit in der Putzmasse ein Problem werden.

Ausgebrochene Putzstellen ausbessern

Ausgebrochene Putzstellen hinter der Fußleiste
Ausgebochener Putz Vornässen
© Thomas Danebrock

Schritt 1/3: Vornässen

Die gesamte ausgebrochene Stelle gut vornässen oder noch besser mit einem Tiefengrund vorbehandeln. Mit der Sprühpistole geht das am besten.

Wandschäden Putz aufziehen
© Thomas Danebrock

Schritt 2/3: Putz aufziehen

Legen Sie sich eine etwa 10 mm starke Platte auf den Boden, bevor Sie den Putz aufziehen. Nach dem Anziehen des Putzes nachfilzen.

Fußleiste anbringen
© Thomas Danebrock

Schritt 3/3: Fußleiste anbringen

Die entstandene Fuge zwischen Putz und Boden verschwindet hinter der neuen Fußleiste.

Problem 6: Risse in der Wand

Risse in der Wand sind der Schrecken jedes Hausbesitzers. Es gibt zwei Arten davon: die Setz- und die Putzrisse. Erstere entstehen, wenn noch Bewegung im Baukörper ist, was durch Setzung oder Erschütterungen der Fall sein kann. Diese Risse gehen durchs Mauerwerk und sind vom Fachmann erst dann zu sanieren, wenn die Bewegung sicher lokalisiert und zum Stillstand gekommen ist. Putzrisse hingegen können Sie selbst angehen, denn die betreffen nur den Putz.

Putzrisse ausbessern

Risse in der Wand
Riss ausstämmen
© Thomas Danebrock

Schritt 1/6: Riss ausstämmen

Den Riss großzügig mit Hammer und Meißel ausstemmen, bis Sie den Putz komplett entfernt haben.

Riss vornässen
© Thomas Danebrock

Schritt 2/6: Riss vornässen

Auch hier ist eine Grundierung oder ein Vornässen wichtig.

Putzmasse einziehen
© Thomas Danebrock

Schritt 3/6: Putzmasse einziehen

Die neue Putzmasse ziehen Sie mit dem Spachtel zunächst von den beiden Rändern her in den Schlitz ein.

Gewebeband eindrücken
© Thomas Danebrock

Schritt 4/6: Gewebeband eindrücken

In den noch frischen Putz drücken Sie nun ebenfalls mit dem Spachtel ein Gewebe- oder Armierungsband ein ...

Gewebeband einbetten
© Thomas Danebrock

Schritt 5/6: Gewebeband einbetten

... das Sie anschließend mit dem Spachtel satt einbetten. Das Gewebe darf an keiner Stelle mehr durchscheinen.

Putz abziehen
© Thomas Danebrock

Schritt 6/6: Putz abziehen

Anschließend Putz wandbündig abziehen und glätten.

Problem 7: Dunkle Flecken an der Wand

Dunkle Färbungen an der Wand können viele Ursachen haben. Bevor Sie mit Ihrer Wandgestaltung darauf beginnen, sollten Sie einige mögliche davon, wie Schimmel oder Feuchtigkeit, sicher ausschließen können – die brauchen eine Spezialbehandlung. In unserem Fall waren es alte Wandgemälde, die die Wand eingefärbt und abgedunkelt haben. Um ein eventuelles Durchschlagen der alten Farben zu verhindern, müssen Sie einen Sperr- oder Isoliergrund auftragen.

Flecken ausbessern

Dunkle Flecke an der Wand
Putz abziehen
© Thomas Danebrock

Schritt 1/2: Putz abziehen

Der Sperrgrund ist weiß eingefärbt und verhindert, dass alte Pigmente bis auf die neue Farbe durchwandern können. Den Sperrgrund satt auftragen, bis alles weiß ist, dabei in zwei Richtungen rollen.

Fehlstellen ausspachteln
© Thomas Danebrock

Schritt 2/2: Fehlstellen ausspachteln

Erst nach der Grundierung spachteln Sie die Fehlstellen mit einer elastischen, überstreichbaren Spachtelmasse aus.

Tipp: Gerade an den schwer oder gar nicht erreichbaren Stellen wie Dübellöchern oder den ausgebrochenen Placken hinter der Fußleiste hat sich die Spritzpistole für den Auftrag der Grundierung als sehr praktisch erwiesen. Je nach Düsenstellung können Sie damit auch große Flächen grundieren. Kostet etwa 10 Euro im Baumarkt.

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